Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 28 (1967)
- Issue
- 2202 (20.1.1967)
- Date
- 1967-01-20
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Viernes, 2« de Enero de 1ÍXV7 JÜDISCHE WOCHENSCHAU 4ÄO XXVIII. N? 2202 Das grosse Versagen (Schluss von Seite X) Regierungen Grossbritanniens und der \'SA. selbst die Mitarbeiter des Jüdischen Weltkongresses, dagegen diesen entsetzlichen Meldungen Glauben zu schenken, schreibt Rings. Nur Prof. Bruckhardt glaubte diesen Berichten, nachdem er bereits 1934 das NS-KZ BHerwegen besucht und in iene .Weit“ Einblick genommen batte... IV. Mauer des Schweigens Der vierte Teil der Ringfischen Studie handelt von der Mauer des Schweigens. welche die Ausrottung des europäischen Judentums umgeben nat. In seiner offenen und ehrlichen Art stellt Rings diesem Kapitel eine Berner, kung voran, die den Tatsachen entsprechend die völlige Ohnmacht der Verfolgten und die völlige Hilflosigkeit derjenigen unterstreicht, die helfen wollten. Nur ein kleiner Ausschnitt des jüdischen Leidens komm* zur Sprache. Dadurch, dasss es einem jungen jüdischen Häftling gelang, aus Auschwitz zu entfliehen und dann auf Umwegen .n die Schweiz zu Kommen, wurde die volle Wahrheit einwandfrei bekannt. Von insgesamt 200 Fluchtversuchen, die sorgfäl tig vorbereitet waren, sind nur fünf gelungen. Der damals 17 jährige ehemalige Auschwitz-Häftling und heutige Forscher Dr. Rudolf Vrba hat seine Erlebnisse in einem Buch ,.Ich kann nicht vergessen“ geschildert. Er hat alles gewusst. Er hat an der Rampe gearbeitet, wo die Menschen aus den Zügen getri ben und der Selektion unterworfen wurden. Vrba zählte die Opfer Seine Zählungen stimmen weitgehend mit anderen Berichten überein. Sein Bericht wurde ge nau geprüft, unter anderem i-Qö-_5inem Priester in einem Kloster in der Nähe von Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nachm 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialqeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49.5850 PR0PIEDADES FRANKENBERG S. 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Ungarische Juden Dr. Vrba hatte die Auf merksamkeit in erster Linie auf das Schicksal der ungarischen Juden gewandt, die zu den letzten Opfern des Nazismus durch das teuflische Wirken ei.ies Eich mann geworden sind Allerdings vollzog sich dieses Schicksal bereits im Zwielicht des deutschen Unterganges, wobei zwei Strömungen mit einander um die ungarischen Juden rangen: die Extremisten mit Eichmann an der Spitze, die auf jeden Fall ihre Mission der Vernichtung der Juden und damit der Realisie - rung der Endl,i6ung erfüllen wollten, und jene Nazis, die sich auf dem Umweg der Rettung jüdischer Menschenleben ein Alibi verschaffen wollten, was einigen bekanntlich auch gelungen ist. Bei diesem Kampf um die Rettung ungarischer Juden wird man in einer unschönen Weise an den Wettstreit der sieben Städte erinnert, die von sich behaupteten dass Homer in ihnen geboren wurde. Immer neue Retter des ungarischen Judentums tauchen auf, wobei die verschiedenen jüdischen Stellen und EmzelpcrsonhcniteiUiu sogar gegeneinander .n einer Form polemisieren, die ein finsteres Licht der Verwilderung auf die Akteure wirft. Der Rings-Bericht unterstreicht u. a. den Anteil, den neutrale Mächte und deren Repräsentanten Schweizer, Schweden, Südamerikaner genommen haben. Was auch erreicht wurde, dieser persönliche Einsatz vor allem des Schweizers Lutz muss ehrend festgehalten werden. VI. Erfolge Das von Rings vorgelegte Buch „Advokaien des Fein- Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN VERREIST BARILOCHE Colonia Suiza JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Sehabbosdecker Tauis Deutel Käppchen Mar zot-Ta sehen Hand an r Maschmenstickere) von Bett- und risen wasche Dr P L RIVERA 258t (fr Bebedero) T. E Í3-X155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq CONDE 76-0286 73-1049 des“ beleuchtet viele Kapitel der jüngsten Vergangenheit und zeigt Probleme auf die von den meisten übersehen wurden oder in ihrer Tragj weite nicht erkannt werden konnten. Die von den Advokaten des Feindes erreichten Erfolge haben zur Rettung von Menschenleben beigetragen, wenn sie auch im Verhältnis zum Elend und zum Umfang der gesamten Katastrophe — nicht nur der jüdischen — in keiner Relation stehen mag. Diese Tätigkeit hat wenigstens in kleinem Masstab versucht, die Stimme der Menschlichkeit in einigen Fällen zu erheben, wo der grausame Feind. — es war immer der gleiche, — sich über alle Schranken der Gesetze hinwegsetzte. das Recht zerbrach und die Reste der Menschlichkeit erstickte. Es wäre falsch und undankbar. wollte man verkennen, dass gerade auf diesem Gebiet von der Schweiz oder von Schweizern Hilfsaktio nen bewerkstelligt wurden die es verdienen in der Geschichte des Untergangs als Zeichen menschlicher Regungen bewahrt zu werden Aber diese Anerkennung kann nicht die Enttäuschung verdecken, die gerade der Rings- Bericht auslösen muss. VII Was versaeumt wurde Zunächst einmal kann nicht verschwiegen werden, dass die Schweiz ohne jede innere Notwendigkeit mit den Nazis kooperierte. Sicherlich wird man das heute in dieser generalisierenden schroffen Form nicht wa.rrhaben wollen. Die Anzahl der Flüchtlinge, die von der .neutralen' Schweiz aufgenommen worden sind, ist ausserordentlich gering obwohl die Sorge für diese Flüchtlinge nicht von den Schweizer Behörden, sondern von jüdischen Organisationen übernommen wor : den. ist» bzw. uhammn werden sollte. Das ,,J“ in den Pässen der deutschen Juden also in den deutschen Pässen, wurde von der deutschen Polizei auf Anregung schweizer Kollegen eingestempelt. Damit war der Passinhaber als Jude gekennzeichnet. Es war der Warnruf nicht nur für die Schweizer Grenzbeamten, die im allgemeinen sehr anständig waren, sondern für alle Fremdenpolizeien. Inhaber der J-Pässe durften z. B. nicht in San Paolo an Land gehen, auch wenn sie ein gültiges argent nisches Einreisevisum gehabt haben. Der Schweizer Initiative war es zu verdanken, wenn Juden in fernen Zonen „abgestempelt“ waren. Die Schweiz hatjüdische Flüchtlinge nur in Ausnahmefällen geduldet, sie hat sie auch nicht über die Grenze gelassen, mitunter sogar wieder abgeschob;n selbst wenn JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VI AMONTE >037 4° B 46-1716 und 48-2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Im Roten Meer Elat. — Völlig überrasenend verursachten die Sauditer zum ersten Mat einen Zwischenfall mit Israel. als ein sauditisches Kanonenboot den israelischen Fischerdampfer ,Lamerjaw in 40 km Entfernung vom Hafen Elat aufzuhalten versuchte. Eit. sauditischer Soldat gab einige Schüsse aus seinem Gewehr auf den Dampfer ab ohne emanden zu verwunden. Dsr sauditische Kapitän feuerte aus seiner Pistoie. Als ein israelisches Patrouillenboot herbeieilte, fuhr der Dampfer schon in den Haien von Elat ein. (ITA) höchste Lebensgefahr bestanden hat. Warum? Wo war dort die Menschlichkeit? Hierüber wird von Rings> nicht gesprochen, aber fäng; nicht die Advokatur der Menschlichkeit zunächst im eigenen Haus an? War die Schweiz in der damaligen Zeit wirklich der Anwalt der Menschlichkeit als den sie Rings hinstellt? Die Schweizer internationalen Roten Kreuzler haben mit den Lieferanten der Giftgase verhandelt. ohne ihre Beziehungen abzubrechen. Das Internationale Rote Kreuz war doch eine private Organisation, worauf Rings wiederholt aufmerksam macht, es war also an diplomatische Spielregeln nicht gebunden. Der griechische Historiker Herodot hat schon gesagt ■ „Mir liegt ob, zu erzählen, was erzählt wird, aber mir liegt nicht immer ob, es zu glauben!“ Wenn wir dem Bericht Rings’ folgen, so kann darin keineswegs eine Anerkennung der von ihm vertretenen These erblickt werden. In der moralischen Bewertung gelten für uns andere, nicht zweckgebundene und nicht politisch bedingte Masstäbe. bei dem grossen Schweigen und dem deprimierenden Versagen aller moralischen Kräfte gegenüber dem nazistischen Ungeheuer hat die Schweiz keine Ausnai me ge bildet, obwohl sie vielleicht erhebliche Möglichkeiten zu Einwanderung in Israel Tel Aviv. — Der Generaldirektor der Jewish Agency, Mosche Riwlin, erklärte in einer Pressekonferenz, dass die in gewissen Zeitungen erschienenen Meldungen vor der Rückkehr der Einwanderer. die sich in Israel niedergelassen hatten, . sehr übertrieben“ seien. Die Zahl der Rückwanderer in ihre Ur sprungsländer, so teilte er mit, betrage zwischen 12 und 15 Prozent, was als normal zu bezeichnen sei. Riwlin benehtete. dass der Einwanderung von Akademikern besondere Sorgfalt geschenkt wird. Eine erste Gruppe von Lehrern aus der USA -befindet sich seit kur: zem in Beer Schewa, wo die Neuankömmling» sich in he britischen Schnellkursen a 'f die Ausübung ihres Berufes vorbereiten. Er erwähnte ferner die bevorstehende Niederlassung einer gewissen Zahl argentinischer Aerzte im Negew. Die Jewish Agency bemüht sich in letzter Zeit besonders um die Erfassung der in Israel eingewanderten no“damerikanischen Juden. Wie der Referent betonte, gilt tht besondere Aufmerksamkeit der Jewish Agency der jüngeren Generation, aus 'deren Reihen zahlreiche Studenten heute die Universitäten in Israel besuchen. ' ISID0R0 SCHREIBER bietet Ihnen sein modernes Stimmungsorchester zu allen Ihren Festlichj keiten an. T. E.: 86-5036 Dr. Bernardo ,SCHWARCZ ' ZAHNARZT ESTOMBA 228s — 76-8216! RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HFT.GUERA 1915 — T. E. 58 44)52 LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda. 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