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Jüdische Wochenschau · 1966-12-30 · 2200 (30.12.1966) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2200 (30.12.1966)
Date
1966-12-30
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2— Viernes. M de Diciembre de;ses JÜDISCHE WOCHENSCHAU AI« XXVII. — Ni 22«« EIN SILBERSTREIFEN (Schluss von Seite 1) rumänischen oder vom sowjetischen Standpunkt aus? — Der Westen triumphiert: Rumänien nähert sich dem We eten — man nimmt an. ohne die Einwilligung des Kreml (?). Die Konsequenz: Der gleiche De Gaulle, der den Weiten provoziert weil er sich als Einzelgänger dem Osten nähert, provoziert die Annäherung eines Oststaates, eines Satelliten Russlands, gegen den Willen der Sowjets... Die Presse stellt fest: die Fronten zwischen West und Ost sind nicht mehr starr, sie sind in Bewegung geraten, es •eröffnen sich neue Perspektiven für die Zukunft. III Europa-Politik Erstmalig hat es im vergangenen Jahr eine längere Regierungskrise in der Deutschen Bundesrepublik gegeben. Erhard wurde gestürzt, seine Partei blieb in der Regierung und stellte den Bundeskanzler. also den Ministerpräsidenten. Anstelle der kleinen FDP ist die grosse SFD in die RegierungskoalitJon eingestiegen. Wir wollen keine Prognosen stellen, aber dass die opportunistische Innenpolitik der SPD diese Partei schwer schädigen kann, ist •durchaus möglich. Man soll aber nicht den Fehler begehen, die SPD des Jahres 1966 mit jener SPD zwischen den beiden Weltkriegen zu vergleichen, die auch schwerste Fehler begangen hat und Kompromisse schloss, die weder mit ihrem Programm noch mit ihrem ,Gewissen* vereinbar waren Aber kein führender Sozialdemokrat hat der Familie eines Kriegsverbrechers Blumen geschickt, und die Par tei hat nicht Personen akzeptiert, die Mitglieder solcher Gruppierungen waren, welche die SPD verfolgt, zerschlagen und eliminiert ha- Dr. FREY A B 0 6 A D 0 PUEYHREDON 2190 1® izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN SpeñaJgeschaeft CORRIENTES 569 T. E 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG 8 . R. L oerät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von geschafften WOHNUNGEN HAEUSERN VIRJR Kl DE! PINO 2262 T. E. 13-1881 ben. Vielleicht kann man im Jahr 19f6 67 nicht anders leben oder regieren. Aber das verst hen wir nicht, wie wir offen zug. ben. Im Z'ichen solcher Entwicklungen hat sich ganz Europa mit Kiesinger abgefunden. Warum nicht? fragt man mit gespieltem Unverstand oder mangelndem Verständnis. Mit ganz Europa müssen auc-h wir uns — wie die übrige Welt — auf den berühmten Boden der Tatsachen stellen. Kiesingers Erklärungen über Israel und die Juden klingen zufriedenstellend Warum soll Kiesinger nicht Wort halten? Alles hat sich gedreht und geändert. Warum nicht auch Kiesinger? Die programmatischen Ausführungen des neuen Bundeskanzlers lassen erwarten dass er der „neuen Welle“ der Rechtsextremisten Widerstand entgegensetzt. Seine Darstellung des Problems klingt überzeugend. Mit der Bekämpfung dieser NDP hilft er nicht den Juden, er rettet Europa und sicherlich auch Deutschland vor neuem Sumpf und neuem Untergang. IV. Krieg oder Frieden Im Mittelpunkt des Weltgeschehens 1966 und 1967 steht die Frage nach einem Frieden in Vietnam Hier scheiden sich die Geister, aber nur in der Theorie. Denn alle sind für Frieden. Der Papst wird nicht müde, die Völker zum Frieden zu mahnen und für den Frieden zu beten. Die grossen Staatsmänner aller Völker benutzen jede Gelegenheit, um über die Notwendigkeit eines Friedens in Vietnam zu sprechen. Von allen Kirchenglokken läutet es Frieden, von allen Rednertribünen erschallt der Ruf, die Forderung-, die Ermahnung zum Frieden. Und es wütet der Krieg... Präsident Johnson verteidigt die freie Welt und ihre Ideale in Vietnam Die öffentliche Meinung Nordamerikas über diesen traurigen Krieg ist gespalten. Aber alle wollen Frieden, auch Johnson. Der Kommunismus wird in Vietnam gestoppt, vielleicht sogar besiegt. Wer kann das mit letzter Sicherheit beurteilen? Der Kreml behauptet, die Roten Chinesen liefern für gewaltige Beträge das Material zum Bau amerikanischer Befestigungsanlagen in Vietnam. Im Waffengeschäft ist alles möglich, auch das. In einer so verlogenen Welt ist Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN VERREIST BARILOCHE Colonia Suiza JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Scha bbosdecker TafJlebe utel Käppchen Mar zot-TascheD Hand- ®n« Maschkiensückerei von Bett- und Tischwäsche Di. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 13-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 s 73-1049 es schwer, für den Frieden einzutreten und den Frieden zu errichten. Aber Idealismus und der Wilien zum Überleben auch in dieser schrecklichen Z“it werden den Sie? über die finsteren Kräfte davontragen. Eines Tages, vielleicht noch in unserer Zeit... V. Kompliziert Die Weltlage ist kompliziert. sie wird immer schwieriger. Die simple Schware- Weiss-Malerei, die einmal ihre Berechtigung gehabt haben mag, ist heute nicht mehr zeitgemäss. Es gibt keine klaren Fronten und wird sie wahrscheinlich auch nicht mehr geben. Möglicherweise liegt gerade in diesem Phänomen der evidenten Widersprüche die Chance für die Menschheit, aus diesem Dilemma herauszufinden. Keineswegs nur die internationale Situation wird ständig komplizierter. Auch das Leben des einzelnen Menschen wird schwerer; der Lebenskampf wird härter. Die Konkurrenz für den einzelnen wird grösser. Das Angebot an Arbeitskräften wächst. Die Qualität der Bewerber liegt auf höherem Niveau. Früher war ein akademisch vorbereiteter Kaufmann eine Seltenheit. Heute haben Mechaniker, Techniker, Handwerker das Abitur, das früher relativ wenige ablegten, das heute beinahe selbstverständlich geworden ist. Diese Entwicklung verschärft den Lebenskampf da mit der intellektuellen Steigerung die moralische „Aufwertung“ keineswegs zusammenwirkt. Im Gegenteil- Gammlertum und ähnliche negative Erscheinungen driikken das Niveau einer Gesellschaft, die für diese Entwicklung verantwortlich ist (und nicht etwa die Jugend!). Die Lösung dieser moralischen Krise wird zu einer Ueberwindung der politischen, wirtschaftlichen und •ntellektuellen Negativersebeinungen führen. VI. Israel Israel hat im letzten Jahr schwere Gefahren bestehen müssen. Die Bedrohung durch feindliche Nachbarn hielt an. Die unsichere Lage in Israels Nachbarstaaten erhöhte die Bedrohung. Saturierte oder stabile Länder verlieren ihre Aggressivität. im Februar letzten Jahres spielte sich der 15. Putsch in Syrien ab. mit dem wieder einmal eine neue Regierung an die Macht kam. Zu einer Verbesserung der inneren Lage war die neue Regierung so unfähig wie ihre Vorgänger. Also griff sie zum bewährten Ablenkungsmanöver und attackierte Israel. Israel reagierte. Es herrschte wieder eine Weile Ruhe. Die Situation im arabischen Lager steht nicht zum Besten. Es gibt tiefe Risse JACOB LAPIDUS dipl. Möbel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2637 4‘ B 46-5473 und 48-2124 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Eine Aufforderung London. — Schmue! Josef Agnon, der israelische Nobelpreiträger für Literatur, war Ehrengast eines Banketts, das ihm vom britischen Nobelpreis-Comite gegeben wurde. Agnon hielt sich kurze Zeit in England auf, nachdem er an den Feierlichkeiten in Stockholm teilgenommen hatte. Aaron Vergelte, Direktor der jiddischen Zeitschrift „Russisch Heimland“, der ebenfalls in London weilte, besuchte den Nobelpreisträger Agnon in seinem Hotel und bat ihn um einen Beitrag für seine Zeitschrift, was Agnon zusagte. zwischen einigen Mächten und ihren Führern. Auch hier gibt es nur ein Heilmittel: gemeinsame Gegnerschaft gegen Israel Diese Methode hat noch niemals versagt. Nasser wendet sic mit wenigen Variationen eintönig an. Terroristen werden geschickt, um Gewaltakte gegen israelisches Leben und Eigentum auszuführen. Israel hat reagiert. Ein transjordanisches Dorf wurde angegriffen. Es war durchaus nichts Neues, dass die Welt erst protestierte, als Israel reagierte Solange nur jüdisches Leben vernichtet wurde, schwieg man, wie einst bei den Pogromen. Wenn es nicht zu einer deutlichen Verurteilung Israels kam, so ist hierin ein ein .Fortschritt* zu erblikken. Einige Länder verstanden doch wohl, dass jeder, auch Israel, das Recht zur Selbstwehr, zur Verteidigung, zum Schutz seiner Bürger besitzt. Eine Lösung bedeutet diese Strafaktion nicht. Die Lösung heisst: Frieden Aber das will Nasser nicht. Denn Frieden würde auch seinen Sturz herbeiführen, den die Oppositionellen in Kairo bisher vergeblich herbeizuführen versuchten. Israel steht vor schweren Problemen, da die Weltwirtschaftskrise ihre Schatten auf die kleinen Länder besonders hart wirft, auch auf Israel. Die unglückliche Grenzsituation trägt zur Verschärfung dieser Krise bei die mit der allgemeinen Besserung auch überwunden werden wird. VII. Neue Perspektiven Der scharfe Ost-West-Konflikt und die arabische Gegnerschaft zwangen Israel zu einer einseitigen Stellungnahme für den Westen. Es ist klar, dass diese Entscheidung nicht freiwillig und auch nicht in jeder Hinsicht ISIDORO SCHREIBER bietet Ihnen sein modernes Stimmungsorchester zu allen Ihren Festlichkeiten an. T. E.: 86-5036 Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERÀ 1915 — T. E. 58-44)52 .logisch* war; denn Israel ist ein Land zwischen Oet und West, sozusagen die historische Landbrücke zwischen Asien und Europa. Seine Vergangenheit und seine Geschichte sind das Spiegelbild dieser geograpn ischen Situation und geistigen Position. Russland trieb Jahre lang eine pro-arabische Politik. Es gibt eine Reihe von Indizien, dass der Kreml zu einer neu en Orientierung seiner Mittelostpolitik bereit ist, in deren Zuge er seine Haltung zu Israel positiver gestalten will. Nicht erst bei oder nach der letzten UN-Sitzung haben sich sowjetische Diplomaten in diesem Sinne geäussert. Wenn diese Tendenzen sich konkretisieren, ist die Bedeutung dieses russischen Stellungswecnsels nicht hoch genug einzuschätzen. Das kann in seiner letzten Konsequenz sogar Frieden für Israel bedeuten! Was Frieden ist, kam nur ermessen, wer wie Israel seit rund 30 Jahren Unruhen, ue- LA SEMANA ISRAELITA Semanario Aparece los Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda.. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T. E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien : $ 1.000.— pro Jahr Ausl. $ 1.500.— jährl. berfälle,, permanenten Krieg durchlebt hat. Bin Silberstreifen ist au Horizont Israels aufgetaucht. Israel und das jüdische Volk kann aas diesem Grunde das neue bürgerliche Jahr mit Zuversicnt und Hoffnung begrüssen. Ora. Juana Nevler de Neuburger MEDICA DEL HOSPITAL SALABERRY ENFERMEDADES DE SEÑORAS GINECOLOGIA — OBESIDAD ENFERMEDADES GLANDULARES TUCUMAN 141 - Piso 39 Dto. H. T. E. 31-3889 y 69-8477 Consultas: Martes, Jueves y Sábados de 15 a 19 horas CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeW (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos .-tires UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES I. E. URIBURU 285 41 2331 — 2240 47-5875 Or. GOLDSTEIN /OM 26. DEZEMBER BIS 8. FEBRUAR VERREIST TABGLICH VERTRETEN DURCH: Dr. AKIVA HERSZKOWICZ part. 70-0495, 70-4484 Dr a. I. I. LIEBER CUBA 2141 part. 73-8463 Dr. A. SANGUINETTI CABILDO 2464 T. E. 76-2406 Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P. 9298 Sarmiento 3116 T. 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