Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2199 (23.12.1966)
- Date
- 1966-12-23
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Vkram, 23 rit Diciembre de 1966 Año XXVII. — N* 219» JÜDISCHE WOCHENSCHAU Ereignisse der Woche An die Prensa für die DÂIA Der österreichische Bot- I schafter in Argentinien, Dr. Georg Roessler, richtete ein Schreiben an die Zeitung „La Prensa“, in welchem er sich auf eine in der Prensa erschienene Erklärung der DAIA bezieht, ln der Prensa- Ausgabe vom 22. Oktober war ein Protest der DAIA an die diplomatische Vertretung der Republik Oesterreich in Argentinien abgedruckt worden, der sich gegen den Freispruch des Franz Novak durch ein Wiener Geschworenengericht wandte, der einer der bekanntesten Kriegsverbrecher und Gehilfe Fichmanns war. In dem Schreiben des österreichischen Botschafters an die Prensa heisst es: „Bezüglich des Freispruchs von Franz Novak ist es mein Wunsch, ihnen zur Kenntnis zu bringen, dass sowohl die Presse in Oesterreich wie die öffentliche Meinung gegen den Freispruch Novaks protestiert haben. Der Spruch ist im übrigen auch nicht definitiv, denn die Staatsanwaltschaft hat hiergegen Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt. Ausserdem möchte ich mich, so heisst es in dem zitierten Schreiben weiter, auf die Erklärung S. E. des Ministerpräsidenten Oesterreichs, Herrn Dr. Klaus, beziehen, dass er den ganzen Einfluss seiner Persönlichkeit einsetze, um jede Spur von Antisemitismus auszuschalten und auszumerzen, der möglicherweise bestehen könnte, in welcher Form dies auch sei.“ Die Intervention der DAIA hat jedenfalls den Erfolg gehabt, dass der österreichische Botschafter von jenem Schandspruch abgerückt ist ■und vor aller Oeffentliehkeit mitteilte, dass Oesterreichs Premierminister gegen jede . Form de« Antisemitismus auftreten werde. — Keine Sommerpause Die meisten unserer Gemeinden und Vereinigungen haben sich die übliche Som merpause in Argentinien abgewöhnt und verstanden, dass das Leben, auch das organisatorische, Unterbrechungen nicht verträgt. Auch die Unterhaltung der Wochenendplätze stellt eine Tätigkeit dar, die vom jüdischsozialen Standpunkt von einiger Bedeutung sein könnte. Allerdings haben sich im Laufe der Jahre manche Dinge und machen Umstände geändert. Dennoch dürfte die Aufrec'nterhaltung der Wochenendplätze einem echten sozialen Bedürfnis bis in diese Tage entsprechen. Denn der Kreis derjenigen deren wirtschaftliche Situation noch nicht so vorgeschritten oder gefestigt ist, dass sie sich eigene Chalets oder Schwimmbassins leisten können, ist doch relativ klein geblieben. Wenn die Wochenendplätze eine soziale Funktion zu erfüllen haben, so bleibe n zwei Fragen, die man einmal zu klären versuchen sollte. Die erste Frage ist diejenige, ob durch diese Weekendplätze das Problem der vernünftigen Sonntagsbeschäftigung und Unterbringung d r Jugend wirklich gelöst sei, und ob und welche gesellschaftliche Arbeit auf und durch die Wochenendplätze geleistet werden kann oder soll. Die Frage Nr. 1 ist eindeutig zu verneinen: die Wochenendplätze lösen die Jugendfrage nicht. In Wirklichkeit wird die Jugend von diisen Plätzen nicht „angezogen“, sondern abgestossen, wenn man nicht wie in Banfield dafür sorgt, dass die Jugend Möglichkeiten der eigenen Entfaltung bekommt. Die Frage Nr. 2 wird auch nicht gern angefasst, denn die Hauptbeschäftigung auf den Weekendplätzen gilt dem Spiel (Karten und Würfel), wogegen nichts einzuwenden ist, da viele Menschen sich nicht anders als auf diese Weise unterhalten können. Aber was geschieht ausserdem? Dem Schreiber dieser Zeilen sind die Probleme wohi bekannt, auch die Tatsache, dass man hierüber keine Diskussion wünscht. Ab'r Kartenspiel allein ist keine soziale Betätigung, und wird es auch dann nicht, wenn sich Vorstände und Kultusbeamte daran beteiligen. Sommerarbeit Die Tätigkeit der Gemeinden geht weiter. Auch im gommer werden die Gottes dienste abgehalten. Man könnte auch Sommerkurs : für Schüler und für Schulentlassene auf Wochenendplätzen und in Ferienkolonien veranstalten, was zum Teil auch geschieht. Hilfsv(.rein und THG setzen ihre von einander sehr verschiedene Tätigkeit auch während der Sommermonate fort. Denn die Problem? des Helfens und der Hilfe vertragen keine UiVerbr-chung Das gleiche gilt für die oolitisch-n Fragen unserer Zeit, die von klimatischen Umständen unabhängig sind. Die Wacht über die Begebenheiten, die Aussprache über unsere Möglichkeiten, der Ein satz für die zionistischen Notwendigkeiten und damit die Aufgabe der THG ist eine ständige, die mit der Jahresz?it nichts zu tun hat. Diese Gesichtspunkte der kontinuierlichen Tätigkeit; gelten vor allem auch für di» Arbeit unseres zentraleuropäisc-hen Kampagne-Comités das weder seine Arbeö nach aussen noch nach innen unterbrechen kann oder will Jetzt gilt es ausser der „Sammlung der Nachzügler* an die Vorbereitungen unserer 19. Einheitskampagi e zu gehen. Das vorbereitende Comité hat seine ersten Arbeiten bereits abgeschlossen, was als ein Beweis dafür gelten darf, dass diese Arbeiten mit einer grossen Sorgfalt und einem beispielhaften Eifer in Angriff genommen werden, weitere Berichte sollen laufend übermittelt werden. C.E.C.U. Diesa Abkürzung heisst- Zentral-Europäisches Comité der Vereinigten Kampagne, in spanischer Sprache: Comité Centroeuropeo de 'a Campaña Unida. Wie der Namrii besagt, handelt es sich nicht um eine Organisation, sondern um ein Comité Trotzdem es sich also „nur“ um ein Comité handelt ist dieses Comité in vieler Hinsicht bemerkenswert und ein Vorbild oder Beispiel für die Arbeit LUACH-(KALENDER) Freitag, den 23. Dezember 10 Tevet Sonnabend, den 24. Dezember 11. Tevet Schabbat WAJECHI (Gen. 48, 1) Haftara: 1. Könige 2, 1—12 Sonntag, den 25 Dezember 12. Tevet Montag den 26 Dezember 13. Tever Dienstag, den 27. Dezember 14 Tevet Mittwoch, den 28. Dezember 15 Tevet. Donnerstag, den 29. Dezember 16 Tevet Freitag den 30. Dezember 17 Tevet Sonnabend, den 31 Dezember 18. Tevet Schabbat SHEMOT <Ex. 1:1) Haftara: Isaías 27. 6—13, 28, 1—13 und 29 22—23 Sonntag, den 1. Januar 19 Tevet Montag, den 2. Januar 20 Tevet Dienstag den 3. Januar 21. Tevet Mittwoch, den 4. Januar 22. Tevet Donnerstag, den 5. Januar 23. Tevet Freitag, den 6. Januar 24 Tevet Sonnabend, den 7. Januar 25. Tevet Sehabbat Vaera (Ex. 6—2) Haftara: Ezequiel 28:25 — 29:21 Sonntag, den 8. Januar 26 Tevet Montag, den 9. Januar 27 .Tevet Dienstag, den 10. Januar 28 Tevet Mittwoch den 11. Januar 29 Tevet Donnerstag, den 12. Januar 1. Shevat Freitag den 13. Januar 2. Shevat : mmMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiii.i.Hiiiiiiiiiiiim DIAS DE t SmrnïsmliiiiiiiiiriTïïlmiTïrmiïmiiiiiHiiiiiimiiiiiiiiiiiiiniiii.. SSè», FORESTA ^'■PHWwr1’ 'VúN.**11 » «..* 'KF ■ » p; ü * * * * n m 9 ppjPjji Br » Auf einer Anhöhe von Zion, in Bayit Vegan, Jerusalem befindet sich die Yeshiva „Kol Tora“. Diese rabbinische Lehranstalt wurde vor 27 Jahren von Rabbiner M. Sch’esingcr, früher Dayan in Frankfurt am Main, und Rabbiner B. Kunstadt, früher Dayan in Fulda, gegründet. Sie setzte die Tradition der dortigen Yeshi-vot fort die durch die Nazis zerstört wurden. Heute zahlt „Kol Tora“ mit ihren 280 Schi lern und ihrem aus 10 Rabbinern bestehenden Lehrkörper, die grösstenteils aus Deutschland stammen, und ihrem bereit ist, weitere l Ro«h Yeshiva Rabbi S. S. Auerbach zu einer der angesehensten rabbinischen Lehranstalten Israels. Jungens im Alter von 13 bis 21 Jahren erhalten dort ihre Ausbildung. Aus Israel, Europa, Nord- und Südamerika, Südafrika und Australien schicken Eltern ihre Kinder nach „Kol Tora“, wo sie zu wissenden, religiösen Jehudim im Geiste der Tora erzogen werden. Herr Leo Hess, ehemaliger Präsident d€T Achdut Israel, wurde mit der Wahrnehmung der Interessen von „Kol Tora“ in Südamerika betraut, der jederzeit gern ikünfte zu erteilen. and rer Gruppierungen in unserem oder anderen Sektoren. Auch heute noch brauchen wir ein Comité unseres Sektors, obwohl d=r Zusammenhang gerade dieses Comités Centroeui opeo mit dem sogenannten Grossen Comité der Kampagne ein enger ist, und die Zusammenarbeit auch durch personelle Union zwischen dem grossen und zentraleuropäischen Comité au- Sierord .ntlich harmonisch ist. Wir sind nach immer erneuter Prüfung zu der Ueberzeugung gelangt, dass e*ne Verschrrelzung unseres Comités mic anderen aus mannigfach n Gründen nicht zweckmässig und nient zeitgemäss wäre. Kooperation im grossen Sektor — auf welchem Gebiet auch immer — bedeutet nicht Verwischung der eigenen Individualität oder Personalität. d-r eigenen .Tradition“, des eigenen Fü.rlens und Denkens. Es hat schon einen Sinn, dass wir einen Hilfsvereine oder eine Ziovnstische Grupp; oder Gemeinden unseres Sektors haben, und nicht etwa uns einseitg aussuchen, wo wir ja oder wo wir nein eigene Gruppierungen uns schaffen wollen. Es handelt sich weitgehend um Mentalitätsfragen, die gerade bei der Kampagne- Arbeit häufig ihren Niederschlag und ihre Berücksichtigung finden messen. In zweifacher Hinsicht kann das C.E.C.U. auf besondere Erfolge blicken, die hier einer Erörterung unterzogen werden soll?n. Zusammenarbeit und jüngere Kraefte Das zentraleuropüische Comité der Vereinigte.; Kampagne ist auch heute noch praktisch die einzige Körperschaft, innerhalb derer die verschiedenen Gemeinden und Organisationen unseres Sektors Zusammenarbeiten, und zwar ausnahmslos. Das grosse Ziel: Israel, bindet alle. Die harmonische Zusammenarbeit ist eine umfassende, sodass es seit Jahren niemals auch nur die geringsten Schwierigkeiten gegeben hat. Darüber hinaus sind die verschiedenen Organisationen und Gemeinden durch die sachliche gemeinsame Kampagne-Arbeit sich auch auf anderen Gebieten näher gekommen, sodass wir heute mit grosser Befriedigung für unseren Sektor feststellen können, dass es innerhalb der CENTRA-Gruppen ein gemeinsames, harmonisch zusammenarbeitendes Comité gibt, und dass für die Kulturarbeit auch bereits seit einem Jahr der Weg gemeinsamer Arbeit beschritten weiden konnte. Die Basis für diese und andere Formen der Kooperation hat ohne jeden Zweifel die Kampagne-Arbeit durch ihr Comité Centroeuropeo ge legt. Aber auch in anderer Hinsicht dürfte die Kampagne für den von unseren Organisationen und Gemeinden einzuschiag enden Weg massgeblich sein: in diesem Comité sitzen junge Menschen, die allmählich in ihre Aufgaben herein wachsen oder bereits hereingewachsen sind. Es gab einmal eine Zeit, in welcher man glaubte, man müsse Männer mit „klingendem Narr en“ in ein repräsentatives Comité wählen, besonders dann, wenn man Geld haben will. Dieser Aberglauben ist überwunden. Einen klingenden Namen hat jeder anständige Mensch, der seiner jüdischen Pflicht gerecht wird, der seine freie Zeit seiner Gemeinschaft und den grossen Idealen unseres Volkes zur Verfügung stellt Kampagne - Arbeit heisst Kleinarbeit, heisst unermüdliche tägliche Arbeit Das grosse Geheimnis für den überzeugenden Erfolg dieses Comités liegt einfach in der Tatsache, dass es arbeitet... ... arbeitet auch ... im Sommer. — iFortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) Margarita und Enrique Judith und Efraim Schneier Mornel Buenos Aires Kiriat Jaim, Israel beehren sich mitzuieilen, dass die HOCHZEIT ihrer Kinder RUTH und GIORA am Sonntag, den 25. Dezember 1966 in Haifa stattfindet. Buenos Aires, Maipü 844, 4° A Neuerscheinungen des Verlages „OLAMENU" in TEL AVIV. POB 3002, ISRAEL Dr. E J. GOERLICH (Wien): RUTH. — Geschichte eines jüdischen Mädchens. Ein Wiener Roman aus der Nazizeit — Kart. $ 5.—. | Prof. Dr HARRY ZOHN (Waitham): Wiener Juden tn der deutschen Literatur. Reich illustriert. Halbleinen $ 3.50. ZEITSCHRIFT FUER DIE GESCHICHTE DER JUDEN Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. Abonnement nur ganzjährig $ 8.50. DEMNAECHST ERSCHEINT: HUGO GOLD: GESCHICHTE DER JUDEN IN WIEN. Das Standardwerk der jüdischen Geschichte Wiens. Hunderte Illustrationen. Ermässigter Subskriptionspreis vor Erscheinen $ 20.—, nach Erscheinen $ 35,— IN VORBEREITUNG: „HISTORY OF THE JEWS IN AUSTRIA". Ein Jahrbuch tn deutscher und englischer Sprache. Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. GEDENKBUCH DER UNTERGEGANGENEN JUDEN¬ GEMEINDEN DER TSCHECHOSLOWAKEI. Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. Er. scheint in zwei Bänden. L Band Böhmen, Mähren und Schlesien. — II. Band Slowakei und Karpatorus. Alle diese Publikationen erscheinen im Rahmen des im Entstehen begriffenen CH A JES-IN ST ITUTS 999999999999999^1