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Jüdische Wochenschau · 1966-12-23 · 2199 (23.12.1966) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2199 (23.12.1966)
Date
1966-12-23
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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JÜDISCHE WOCHENSCHAU 2 — Viernes, 23 de Diciembre de 19G6 Año XXVII. — W 2199 Zwei Dokumente dieser Zeit Jüdische Bücher in Russland! (Schluss von Seite 1) sehen Aufklärung systematisch hemmen-* ... Nachdem der Denunziant in langatmigen Ausführungen seine eigenen Heldentaten und Bemühungen der Verschärfung des antijüdischen Kurses auseinandersetzte, heisst es dann weiter: „In der rundfunkpolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, der ich angelhöre, ist es der frühere Verbindungsmann der Abteilung zum Promi und zur fieichsxundfunk - Gesellschaft und jetzige stellvertretende Abteilungsleiter, Kiesinger. der nachweislich die antijüdische Aktion hemmt. Er verhinderte unter anderem: Die Durchführung einer Störmeldungsaktion um die Persern Fords zur Belebung der antijüdischon Debatte, die Durchführung einer Aktion „offener Briefe mit dem Angebot der Uebemahme der europäischen Juden“, das Zustandekommen einer grundsätzlichen Sprachregelung „Judenbrücke New York — Moskau mit den Brückenpfeilern Algier und Jerusalem“, die (Einrichtung eines jüdischen Geheimsenders zur Förderung deß Antijudaismus in USA, die Ausnutzung der Nordamerikaner in Jane Anderson für die Linie einer besonders erfolgversprechenden christlich-antijüdischen Aufklärung der USA-Bevölkemg, die restlose und wirkungsvolle Verwirklichung einer vom Reichsaussenminister angeordneten Aktion, durch prämiierte Rundfunkgespräche der besten Mitarbeiter der Auslandsformation unter anderem auch die Auf- Klärung über die Rolle der Juden zu aktivieren. „Kiesinger war persönlich engste ns befreundet mit dem kürzlich verstorbenen Rundfunk - Kommentator unserer Nordamerika-Sendung. Otto Koischwitz, der in einer Sitzung den Vorschlag einer Ak Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? ixq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezkxlqeschaeft CORRIENTES 569 T. £. 49.5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S . R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GES OHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DE! PINO 2262 T. E. 74-78*7 tivierui.'g der antijüdischen Aufklärung nach USA ohne Widerspruch des Dirigenten Kiesinger mit der Bemerkung abtun könnt:: Schon das Wort Rasse würde genügen, uns um den letzten Hörer in USA zu bringen so sehr gilt es als nazistisch verseucht. * „Anlässlich eines Gesprächs über antijüdische VB (..Völkische Beobachter“)-Artikel von mir äusserte Kiesinger auf meine Frage, woher es wohl kommen möge, dass so •wenige deutsche Publizisten sich leidenschaftlich ier antijüdischen Frage widmeten: „Wenn sie daran denken, wie diese Frage politisch von uns behandelt worden ist, dürfen sie sich nicht wundern, dass geistige Menschen sich ihr fernhalten.“ IH. Ohne Erfolg Obwohl diese Denunziation sich noch über weitere Seiten erstreckte und viele Einzelheiten über die vom Denunzianten kritisierte Haltung Kiesingers enthält, geschah nichts. Das Reichssicherhfitshauptamt, dem diese Anzeige unterbreitet wurde, hielt es offensichtlich nicht für erforderlich, irgendwelche weiteren Untersuchungen einzuleiten. Leider wurde hierüber nichts gesagt. Ebenso wenig wurde mitgeteilt, ob etwa angestellte Untersuchungen den Verdächtigungen des bis heute unbekannt gebliebenen Denunzianten nicht standhielten, sodass die Gestapo nicht einzugreifen und den Beschuldigten nicht dem Volksgerichtshof zu übergeben brauchte, wie dies in zahllosen anderen Fällen geschah. Stellvertretender Abteilungsleiter Kiesinger blieb ungeschoren und kann aus diesem Grunde heute das Kanzleramt ausüben, wofür sich sehr energisch gegen alle Widerstände Altbundeskanzler Adenauer einsetzte, der trotz einer Fieberkrankheit gegen den Rat seiner Aerzte nach Bonn geeilt war, um seine Stimme für Kiesinger abzugeben. IV. Das Kammergericht Wer kennt nicht das geflügelte Wort: „Ja, wenn das Berliner Kammergericht nicht wäre“, das in manchen Variationen weitergegeben, einst vom berühmten Müller in Sanssouci zu Friedrich dem Grossen gesprochen worden sein soll. Der arme Müller, der viele Prozesse um sein Recht geführt hat, gab damit lf»r Friseur ERICH JACOBSOHN VERREIST BARILOCHE Colonia Suiza JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker rafiiabeutel Käppchen Ma*- tot-Taschen Band- und MaschinenstickereJ von Bett- und Tischwäsche Dt. P. L RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E 13-9155 seinem Vertrauen zu den unabhängigen Richtern Ausdruck, die seinerzeit in Berlin Recht sprachen... auch gegenüber einem König. Inzwischen ist viel Wassec die Spree hinabgeflossen, die Zeiten haben sich gründlich geändert, aber das Kammergericht besteht, und seine Richter sprechen weiter Recht, auch in Fragen der Wiedergutmachung, worüber hier kurz berichtet werden soll. Es handelt sich nicht um einen Fall des üblichen Stils Denn der Kläger ist kein Jude, sondern ein gläubiger Katholik. Er ist auch kein rassisch Verfolgter, sondern war Bürgermeister einer kleinen Ortschaft der früheren Untersteiermark, das ehemals zu Jugoslawien gehörte, im Kriege aber von den Deutschen besetzt worden ist. Nach langen Erörterungen kommt das Kammergericht zu der Feststellung, dass alle Behauptungen deß Klägers über die ihm entzogenen (lies; geraubten) Wertsachen und sonstigen Gebrauchsgegenstände richtig sind, dass aber der nach dem wunderbaren Rückerstattungsgesetz verlangte .Verbringungsnachweis* nicht vom Kläger geführt werden könne. Wunderbar ist das Gesetz schon deswegen, weil es zwar die Möglichkeit einer Rückerstattung einräumt, der verlangte Verbringungsnachweis aber nur in seltenen Fällen beigebracht werden kann. Denn der Kläger muss beweisen, dass die geraubten Gegenstände in das Gebiet der Bundesrepublik von den Nazis verschleppt worden sind. Man kann sich unschwer ausmalen, dass die meisten Antragsteller diesen Beweis nicht zu erbringen vermögen, weil sie zu jener Zeit entweder bereits eingesperrt, deportiert, verjagt oder einfach liquidiert waren. Mit einer an Denkakrobatik und Fleiss beinahe unübertreffbaren Exaktheit hat nun das Kammergericht in Erfüllung seiner Pflicht die Beweisführung dem unglücklichen Bürgermeister abgenommen, der heute in völliger Verarmung seinem einstigen Wohlstand nachtrauert. In einem fast 20 Seiten umfassenden Urteil wird auseinandergesetzt, dass und aufgrund welcher Anweisungen, welcher Dienststellen und Amtspersonen die dem Bürgermeister gestohlenen Gegenstände weggenommen worden waren, dass aber diese Gegenstände nicht heim ins Gebiet der heutigen Bundesrepublik gebracht worden sind, sondern an Ort und Stelle .verwertet* wurden. Ja, so heisst es in dem Urteil, die Beschlagnahme und Einziehung sei zugunsten des „Reichskommissars für die Festigung des deutschen Volkstums in der Untersteiermark erfolgt.“. Das umfangreiche Material wurde in Gutachten des Instituts für JACOB LAPIDUS dipl. Möbel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4’ B 46-5473 und 48-2124 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Die literarische Zeitschrift „Neue Bücher“ in Moskau brachte die Mitteilung, dass in diesem Jahre noch drei jiddische Werke erscheinen werden. Die Kinderbücher von Leib Kvitko haben Auflagen von über einer Million in russischer Sprache erreicht, aber nirgends wurde angegeben, dass sie aus dem. Jiddischen übersetzt sind. Nun sollen ausgewählte Gedichte von Kvitko in Jiddisch herauskommen, jedoch nur in einer Auflage von 5.000. Kvitko wurde im Jahre 1942 während der Säuberung in den Reihen der jüdischen Schriftsteller hingerichtet. Schmuei Halkins Gedichte werden ebenfalls in einer Auflage von 5.000 erscheinen; Halkin war in den Jahren 1948 bis 1953 inhaftiert, wurde dann rehabilitiert und starb 1962 in Moskau. Zeitgeschichte, des Instituts für Ostrecht usw .belegt. Si cherlich sind für diese Gutachten und den ganzen langen Prozsss mehr Kosten aufgewendet worden, als die der Gerechtigkeit entsprechende Wiedergutmachung für einen Beraubten ausgemacht haben würde. Um das zu verhindern, werden „Führerbefehle“. Reichskommissariate für die Festigung des Deutschtums, Reichsführer der SS und manche andere zitiert. Natürlich erfolgen diese Zitate nicht, um neues Unrecht zu schaffen. Das ist nicht die Absicht, wenn auch das Ergebnis der Forschungen und Entscheidungen des Kammergerichts. Ohne Zweifel brandmarkt das Kammergericht die von den Nazis seinerzeit geschaffenen und erlassenen „Rechtsnormen“ als die Folgen oder Ausdrucksformen des Unrechtsstaates, aber dieselben „Rechtsnormen“ (die Anführungzeichen stammen vom Kammergericht) werden unbedenklich der ablehnenden Entscheidung und damit dem Versagen einer Rückerstattung oder Wiedergutmachung zugrundegelegt. Das Urteil des entscheiden - den Senats ist nicht nur die gerichtliche Stellungnahme in einem unbedeutenden Rechtsstreit, sondern stellt eine gründliche Zeitstudie dar, die nach wissenschaftlichen Grundsätzen vorgenommen wurde. ES bleibt unklar, ob die Richter sich des Unrechts bewusst waren, das sie mit ihrem Spruch schufen, oder ob sie hinter dem hohen Gestrüpp formaler und formalistischer Argumentationen den klaren Blick für Recht und Gerechtigkeit verloren haben. — ISID0R0 SCHREIBER bietet Ihnen sein modernes Stimmungsorchester zu allen Ihren Festlichkeiten an. T. E.: 86-5036 Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE Zalman Wendrows Kurzgeschichten sollen in einer Auflage von 10.000 Exemplaren gedruckt werden: er ist über 80 Jahre alt und wohnt in Moskau. Die Herausgabe dieser drei Werke wurde gross angekündigt, und es bleibt abzuwarten, ob sie wirklich erscheinen ( sind doch auch früher schon angekündigte Bücher nicht herausgekommen. Der erste Sekretär der sowjetischen Botschaft in Washington erklärte, dass nach seinen Informationen demnächst ein Gebetbuch und ein jüdischer Kalender ge druckt werden. Eis war dies die Antwort auf ein Gesuch der „Conscience Foundation“ in New York, die sich bereit erklärt hat, 10.000 Gebetbücher von Nordamerika nach Russland zu schicken. LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Arnoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2J-90, lv izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000,— jährl. Jüdische Schule in Westdeutschland München. — In München wurde die Sinaischule, eine private Elementarschule, eröffnet, mit zunächst 14 jüdischen Kindern. Auch nichtjüdische Kinder werden aulgenommen. Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 7R niRR 73-1049 BERNARDO STERN Ausführung saemtlieher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 TELEF. VORANMELDUNG Dra. Juana Revier de Neuburger MEDICA DEL HOSPITAL SALABERRY ENFERMEDADES DE SEÑORAS GINECOLOGIA — OBESIDAD ENFERMEDADES GLANDULARES TUCUMAN 141 - Piso 3? Dto. H. T. E. 31-3889 y 69-8477 Consultas: Martes, Jueces y Sábados de 15 a 19 horas CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. Blumenfekl (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Medicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES J. E„ URIBURU 285 41 2331 — 2240 47-5875 Dr. GOLDSTEIN VOM 26. DEZEMBER BIS 8. 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