Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2198 (16.12.1966)
- Date
- 1966-12-16
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Viernes, 1« de Diciembre de 1966 LA SEMANA ISRAELITA Año XXVII. — Nt 21M — 3 Anderthalb Stunden mit B. G. Alle erhoben sich von den Plätzen, als David Ben Gurten, im hellgrauen Anzug und mit offenem Schillert* ra- @er, gut gelaunt den kleinen Oesellschaftsraum betrat Der Ort: das gleiche „Dan- Carmel“ - Hotel, wo B.G.’s „Freund“ Dr. Adenauer auf seiner Israelreise kurz der Ruhe gepflegt hatte. Von der Haifaer Presse um eine Unterredung gebeten, hatte „der Alte“ bereitwillig zugesagt. Es war eine der ziemlich seltenen Pr esse-Zusammenkünfte des „Achtzigjährigen mit der unerschöpflichen Vitalität“. Den Dank für die Zusammenkunft tat er mit einer Handbewegung ab' „Ich bin schliesslich auch Journalist...“ Die strahlende Laune, das aatununzeln und die Jovialität B.G.’s in diesen anderthalb Stunden wichen nur zweimal kurzen Aufwallungen von „prophetischem Zorn“. Zuerst zeigte er sich sehr ungehalten angesichts des Kol-Israel-Mikrofons Es muaste auf seine Weisung sofort entfernt werden. Das zweite Mal wurde er böse, als ei» Cherut-gefärbter junger Vertreter einer Abendzeitung B.G.’s Ansichten über Deutschland mit Bibelzitaten zu widerlegen suchte. G.B zitierte selber das Wort von den Vätern, die saure Trauben assen, worauf ihren Söhnen die Zähne stumpf JUNCAL Sociedad Cooperativa de Crédito Ltda. Die Sparkasse des zentraleuropaeischen Sektors Montag bis Freitag von 12 bis 15 Uhr ARAOZ 2854 T. E. 71-9059 BUENOS AIRES wurden, um jedoch hinzuzufügen, dass nicht jedes Bibelwort absolut unanfechtbar und ohne Abwandlung noch heute anzuwenden sei. Der Talmud habe auch das Wort „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ gemildert und dafür eine Geldbusse eingesetzt; und wer den Ausdruck „Amalek“ auf Goethe, Schiller und die anderen deutschen Geistesgrössen des 19. Jahrhunderts („und ich bin ein Mensch des 19. Jahrhunderts“) ausdehne, setze sich ins Unrecht. B.G. gebrauchte hier sogar schärfste Ausdrücke. aber er liess auch keinen Zweifel aufkommen dass er Deutschland nicht etwa in übertrieben rosigem Lichte sieht und sich auch über die heutige Führung und über etwaige Reste des Nazismus keine Illusionen macht. Als Realist betonte der Alte jedoch, wir könnten uns einen neuen „Hass der Deutschen gegen Israel“ eben einfach nicht leisten. Zu Beginn des Gespräches wurden B.G. die Pressevertreter vorgestellt. Er nahm in der Mitte des langen, schmalen Tisches Platz, da man ihn ohne Mikrofon vom Kopfende her nicht hören konnte. „Bei den Bachurot... ‘ meinte er schmunzelnd, da zufällig die beiden weiblichen Haifaer Reporter eben in der Mitte sassen. Auf die Entgegnung, beide seien ver heiratet und daher keine Bachurot, entgegnete B.G. ebenso witzig wie sprachlich treffend: „Aber es hat sie doch jemand gewählt, und so sind sie erst recht Bachurot (Auserwählte). Die erste Frage betraf die Sicherheitslage, und sofort begann B.G. mit tiefstem Emst und gründlicher Ausführlichkeit seine Stellungnahme. Die ernste Verschlimmerung der Sicherheitslage Israels ist auf zwei Dinge, und zwar auf die Machtzunahme der arabischen Staaten, insbesondere Aegyptens sowie auf die Haltung von China im Mittelostkonflikt zurückzuführen, sagte B.G. JUDITH S8HENK0LEWSKI XULTUS8TICKEREIEN Scha bbosdecker TaUl#- beutei Käppchen Mat zot-Ta sehen Hand- Maschkienstlckerel von Bett- und risen Wäsche Dt. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. m Í3 S155 ALFREDO STERN MALERARBEITEN NEUE ADRESSE: Vidal 1575 fast Ecke Pino Tel.: 76-9088 Teppichhaus M. Hochberg ttaerreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für Jedes gemütliche Heim. 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EShabe im Sinaifeldzug ihre vielen und qualitativ guten Waffen gesehen. Er zweifle nicht, dass seither diesbezüglich ein weiterer Fortschritt erzielt worden sei Die Festhaltung der ägyptischen Armee im Jemen habe wohl das Ziel, Saudi Arabien und die übrigen Oelländer zur Verbesserung der schlech ten wirtschaftlichen Lag** Aegyptens zu erobern. Jedoch verfolge Aegypten damit noch einen weiteren Zweck, nämlich die Armee unter Kriegsbedingungen zu erproben und weiterzubilden. Und Nasser teile ja ständig mit, dass er einen Krieg gegen Israe! plant. Ben Gurion erläuterte dann weiter, dass Israel nicht wie andere Länder in allen Blökken Freunde habe. Hingegen haben unsere Feinde mächtige Verbündete, wie zum Beispiel China. Da Israel nur 2,5 Millionen Einwohner hat, wird es von China, das selber Freunde ln der Welt sucht, nicht als wichtig angesehen Hingegen ist die Freundschaft der Araber den Chinesen wertvoll, und daher wird in chinesischen Publikationen (wie .B.G. selber eine in englischer Sprache zu erhalten pflege!) — den Hasstiraden gegen Israel viel Platz eingeräumt. Israel rangiert dort sozusagen als Hass - Objekt gleich hinter den USA. Und China wäre sogar die Lieferung unkonventioneller Waffen an Israels Feinde zuzutrauen. Ueber die Sowjetunion äusserte B.G. die Ansicht, dass man dort nicht an Israels Zerstörung interessiert sei. Die USSR hatten Israel als einzige in dem Jahr vor der Staatsgründung und dem ersten Jahr der Selbständigkeit unterstützt. Damals war allerdings der Anlass noch die Tendenz der Sowjets, die Engländer aus der Gegend zu verdrängen. Als der Zweck dann erreicht war, hätten die Sowjets ihre Haltung geänsssr- ~í¡aBBE^ Die Favoriten semmerlL eher Fertigkleidung finden Sie bei CARLTON ANZ0E6E SACCOS HOSEN und wenn Sie Masskleidaüg wünschen erst recht zu CARLTON Carlton ERNST KOPPEL Mcdpu 982 — T.E. 31-7845 dert. Das könne aber nicht die israelischen Gefühle der Dankbarkeit verkleinern. B.G leugnete es, dass die Regierung Israels etwas mit dieser Aenderung in der sowjetischen Einstellung zu tun hatte. Vielmehr sei sie noch immer. wie eh und je, an freundschaftlichen Beziehungen interessiert. Selbst verständlich betonte B.G. die wesentliche Aufgabe der Armee, Zahal, in deren Stärke er eine Hauptbürgschaft für die staatliche Existenz sieht. Doch nicht alles hänge nur von der Waffengewalt ab. B.G. sieht mindestens ebensoviel Wichtigkeit in der Erwerbung und Erhaltung von Freunden in aller Welt. Hier nun kam die Rede auf Deutschland und die Gefahr, dass sie uns has sen könnten, wenn wir sie alle als „Amalek“ ansehen „Die politischen Führer Deutschlands sind zwar keine Engel, aber auch Johnson und sogar Wilson sind keine“, sagte er. Auf eine weitere Frage meinte B.G., wir müssten, um unsere Existenz zu gewährleisten, unsere geistige Ueberlegenheit um jeder Preis aufrechterhalten. Er liess durchblicken, dass er in einer Levantinisjerung Israels eine grosse Gefahr erblicke. Er sieht die wirtschaftliche Rettung vor allem in der Errichtung grosser Industrien im Negew. in der Nähe von Elat. Israels Export müsste in die unentwickelten Länder Asiens und Afrikas gehen und dorthin wäre der Weg am nächsten über den Hafen von Elat. Dann könnten die Israelis in fünf bis zehn Jahren einer Wirtschaft liehen und somit auch politischen Unabhängigkeit näherkommen. Auf die Frage nach den Ursachen oder Hintergründen der möglichen , Abkühlung“ Frankreichs wollte B. G. zuerst nicht antworten. Br überlegte es sich erst anders, als ein Korrespondent (Dr A. Eytan von „l’Information“) sich auch als Vertreter der französischen Presseagentur vorstellte. Ben Gurion bekannte sieh daraufhin zu de Gaulle und sprach die Vermutung au», LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE B*. Aires - PUEYRREDON 2190, 1» izq. - T.E. 83-2613 16. Dezember 1966 Z. Teret 5737 dass de Gaulle sich nicht grundlegend geändert haben könne, auch wenn ihm derzeit die Freundschaft der arabischen Staaten wegen der Wiederherstellung des einst so starken französischen Ein- ' flusses im Mittelostraum gewiss am Herzen liegt. Auch auf die Frage, ob angesichts der schweren Stunde keine „grosse Koalition“ mit B.G an der Spitze vielleicht am Platze sei, wollte B.G nicht verbindlich antworten. Eine grosse Koalition, wie? vieljeicht mit Maki und Rakach? Habe doch England in seiner schwersten Stunde eine Ein- Parteien - Regierung unter Churchill gehabt; — aber da gab es eben eine starke Partei — (Zwischenruf: und eine starke Opposition!) Was aber seine eigene Wiederaufnahme des Ministerpräsidentenpostens beträfe, verweigerte B.G. die Antwort „Aber legen sie nun das nicht wieder auch als eine Antwort aus...!“ Schärfste Worte fand B.G. über die tragikomische Verschleppungstaktik im Sicherheitsrat wegen der Klage Israels gegen Syrien. „Der Alte“ bezeichnete das. was in den UN vor sich ging, als ein „Schindludertreiben“ mit Israel. Der Begegnung wohnte auch Josef Almogi bei, der als „Vermittler“ zwischen den Journalisten und dem „Alten“ dieses Treffen zustande gebracht hatte. Die nachträglichen Geburtstags, wünsche der Journalisten überbrachte der Vorsitzende des Haifaer Journalistenverbandes, J. Gilboa. Die Begegnung, die auf eine Stunde angesetzt war, dehnte sich um eine halbe Stunde länger hin, da die Reporter noch weitere Fragen hatten. Der Vorsitzende versuchte, aus Gründen des Respekts und der Rücksichtnahme, die Sitzung abzubrechen. Doch B.G. (dessen wachsame Gattin krankheitshalber abwesend war) erwies sich als sehr konziliant. „Fragt nur ruhig weiter — ich habe noch eine Weile Zeit!“ Als er dann doch ging, hinterliess er bei allen Anwesenden den Eindruck, dass man einem bedeutenden Geist und einem grossen Staatsmann begegnet war M0EDELHAUS WATERMANN Das Hau» der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENTO 1147 T E.35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 Zahlungserleichterungen fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. 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