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Jüdische Wochenschau · 1966-12-16 · 2198 (16.12.1966) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2198 (16.12.1966)
Date
1966-12-16
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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g. — Viera««, U de Diciembre de 1966 JÜDISCHE WOCHENSCHAU AM XXVII. — N» ust Vollkommen desorganisiert «Schluss von Seite J) Den pflegen. Die Länder sind nach der herrschenden Meinung — oder deutlicher gesagt: nach der Meinung der Herrschenden — deswegen „unterentwickelt“, weil sie noch nicht den zivilisatorischen Stand der Grossmächte erreicht haben; die sind nicht technisiert, nicht m© demisiert, nicht motorisiert, haben kein geordnetes Schul-, Finanz- und Wirtsehaftswesen, kurzum verfügen nicht über die üblichen staatlichen Attribute der „hochentwikkeiten“ Völker, haben vor allem keine ausreichende» Waffen, keine einexerzierte Armee, keine festgefügte Miüfcärkaste und kein... Geld. Bei dieser Gruppe der ünter-Entwickelten muss mían einen Augenblick länger verharren. rv. Unterentwickelt Unterstellen wir für unsere Analyse, dass diese Völker wirklich „unterentwickelt“ seien, weil ihnen jene Eigenschaften fehlen, von denen die glücklichen Entwickelten behaupten, man müsse sie haben, um entwickelt zu sein. Stellen wir die Präge, wie ist es denn möglich, dass es heute im 20. Jahrhundert bei den grossen technischen Leistungen und Errungenschaften noch Völker gibt, die nicht entsprechend entwikkelt sind oder wurden? Ist dies nicht ein ungeheure"-' Armutszeichen für die Länder. die bisher über die Völker regierten, die Kokmialstaaten, die Kirchen verschiedener Glaubensbekenntnisse, die grossen, reichen. Kulturbeladenen europäischen Mächte? Unterentwickelt zu sein, entspricht einem Prinzip europäischer Herrschaftsmethode. Nur einfache, primitive, nicht zu viel denkende Menschen lassen sich ohne Schwierigkeiten leiben, wie man es bei kleinen Kindern beobachten kann, bei denen die Erzieher unruhig werden wenn sie „zu viel“ fragen. Ais diese ..unterentwickelten“ Völker auf den Ruf der Freiheit und nach Freiheit, nach dem SeTbstbestimmungs- und Menschen recht vernahmen, waren sie imstande, diesen Ruf in sich aufzunehmen und zu verarbeiten, aber sie waren nicht imstande, selbständig und ohne äussere Hilfe zu existieren. Wahrscheinlich nicht ohne Grund und ohne Berechnung gaben die Kolo Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon : 80-6939 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezia.'geschaeft CORRIENTES 589 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S IL Loerät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kaut oder Verkauf von geschafften WOHNUNGEN haeosesn VIRKKV DEI PINO ¿26?- T. E. 73-7887 nialherren dem Verlangen nach Souveränität so schnell nach, weil sie wussten, dass keine Uebergangszeit für eine Normalisierung vorhanden ist, um mit Ruhe und Vorbedacht den langen Weg in die Freiheit, aus der Kolonialzeit in die Eigenstaatlichkeit zu durchlaufen. Sofort versuchten die gleichen Kolonialmächte in einer leicht abgewandelt«! Form das nun souverän ei klärte Volk oder Land weiter zu beherrsenen. Sie konnten sich nicht dagegen wehren, dass andere reiche und entwickelte Länder wie die Chinesen oder Russen auf den Plan traten und ihnen Konkurrenz machten. Das ist dis neueste Form des Kolonialismus, den man einen pluralistischen Kolonialismus nennen kann, weil mehrere Kolonialmächte sich um die Ausbeutung der „Nicht - mehr - Kolonie“, des nunmehr souveränen, aber unentwickelten Staates streiten. Neben anderen Folgeerscheinungen dieses unwürdigen Schauspiels imperialistischer Politik, wie sie von den westlichen Mächten in einem unedlen Wettstreit mit den Kommunisten betrieben wird, ist die Tatsache bemerkenswert, dass jede normale Entwicklung des umstrittenen Landes erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht wird Die wirkliche, die echte, die erlösende Revolution hat noch nicht begonnen, die den Völkern und Ländern tatsächlich Souveränität, Recht und Freiheit bringen wird. Hier liegt geradezu eine Aufgabe Israels, den Völkern das Licht der Gerechtigkeit und der Selbstbefreiung zu bringen, das in Jerusalem entzündet wurde, als man unser Volk auch nach diesem Koionial-Rezept behandeln wollte, als die britische Mandatsverwaltung die Institutionen der staatlichen Administration zerschlug, um damit di-: Existenz Israels zu verhindern, und erwartete, von den „nicht entwickelten“ Juden als rettende Engel zurückgerufen zu werden. Aber das jüdische Volk konnte diese Probe bestehen, weil es seinen Kolonial- und sonstigen Fronherren geistig ui d moralisch überlegen war, wenii es auch keine Waffen, kein Geld, keine Hilfsmitte« hatte Es ist an der Zeit, der Welt zu sagen, welche Attribute ein Volk wirklich haben muss, um zu den entwickelten Nationen gerechnet zu werden. V. Die Zwergstaaten Zwergstaat ist kein despektierliches Wort. Aber die Zerschlagung eines Kontinents wie des schwarzen in viele Kleinstaaten entsprach offensichtlich dem Willen mancher Stämme, kam aber den Intentionen der grossen Mächte entgegen. Welch« Möglichkeiten eröffnen sich, Öen einen gegen den anderen Auszuspielen? Von den Chancen wurde bisher reichlich Gebrauch gemacht Die vielen kleinen Länder bieten ein gewaltiges Instrument, um ein — politisches — -Konzert zu veranstalten. Jede Vollversammlung der Vereinten Na tionen «zeugt hiervon. Zu Jahresbeginn 1966 waren 37 afrikanische Lände. Mitgliedstaaten der UN, zum Zeitpunkt ihrer Gründung, fünf. Mindestens zehn dieser afrikanischen Staaten haben weniger als 2 Millionen Einwohner. Die Befreiung vollzieht sich feierlich Die Souveränität würd proklamiert Ihr Friseur ERICH JACOBSOH* VERREIST BABILOCHE Coknmx Suiza Der Kolonialismus geht weiter. .. Gerade in diesen Tagen wurde der 122. Mitgliedstaat in die UN auf genommen: Barbados, östlichste der Kleinen Antillen, bisher englische Kolonie, 450 qkm gross. 227.600 Einwohner (1955), meist Neger und Mulatten, Hauptstadt Bridgetown mit etwa 14.000 Einwohnern. Wer hätte etwas gegen Barbados? Sicherlich sind die rund eine Viertel Million Menschen aus und in Barbados glücklich, jetzt einen selbständigen Staat zu bilden und gar Mitglied der Vereinten Nationen zu sein. Nach der uns vorliegenden Statistik von Anfang 1966 (inzwischen sind 5 weitere Mitgliedstaaten auf genommen, Barbados als der jüngste), ist Barbados auch nicht der kleinste, denn mindestens zwei andere verfügen über ein noch kleineres Territorium, während ebenfalls zwe« Mitgliedstaaten der UN noch weniger Einwohner als Barbados haben... VT Vergleiche Vor kurzem begingen wir den Tag der UN, vor kurzem wurde die Vollversammlung wieder eröffnet, vor kurzen» hörten wir Sprüche vom Sicherheitsrat der UN Oder höT ten sie nicht... Die Idee uhd die Konstruktion der UN werden gewiss von allen Menschen nicht nur gebilligt, sondern mit ' allen Kräften gestützt, denen Frieden und Fortschritt ernste Postulats sind. Aber der heutige Aufbau und die jetzige Zusammensetzung der UN müssen diesen Organismus zum Scheitern verurteilen, wenn nicht bald eine Wendung eintritt. China figuriert unter den Mitgliedstaaten. Aber es handelt sich um das China Tschiang Kai Tsciheeks. genauer gesagt, um die Insel Formosa mit ihren 35.961 qkm, gegenüber «Sen 9 561.000 qkm des kommunistischen China, mit seinen 11.600.000 Einwohnern gegenüber den 646 Millionen 530.000 Einwohnern des kommunistischen China. Kann man diese Situation als einen Normalzustand bezeichnen? Jedenfalls bleibt es eine Tatsache, dass das Land mit der grössten Einwohnerzahl der Erde nicht Mitgliedstaat der UN ist. Es gibt übrigens eine weitere Anzahl von Staaten — etwa 17 —, die nicht Mitglieder der UN sind, unter ihnen die Bundesrepublik, Vietnam, Korea, die Schweiz und der Vatikan. Die Gründe dafür, dass diese Staaten nicht der UN angehören, sind verschiedener Art. Wenn aber die UN die Familie der Völker dar stellt, müssten auch alle Länder Mitglieder dieses in temationalen Organismus sein. Man muss sich diese UN- JAC0B LAFIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4« B 46-5473 und 48-2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES «TELEFON: 78-4784 Verhältnisse plastisch vorsteDen Barbados mit seinen wenig mehr als 200:000 Menschen hat das Recht, an den weltweiten Entscheidungen der UN mitzuwirken, China nicht. Man braucht sich aber gamieht auf Barbados zu berufen, um die Anormalität dieser Situation zu kennzeichnen, man kann mindestens weitere 100 Mitgliedstaaten zum Vergleich heranziehen und sagen, dieser Staat ja, aber das grosse, mächtige, einflussreiche China nein. Dabei wissen alle, dass die letzten Entscheidungen zwischen West und Ost ... und ihren Beziehungen zu Rot- China ausgetragen werden. Ohne als Prophet auftreten zu müssen, dürfte es klar sein, dass an solchen Diskrepanzen eines Tages die UN scheitern könnte VU. Gewolltes Chaos? Wenn man die weltpolitischen Begebenheiten unter diesem Aspekt betrachtet muss man sich die Frage vorlegen . ob diese chaotischen Zustände absichtlich herbeigeführt werden oder nicht. Der Fortschritt, der in der simplen Existenz der Vereinten Nationen liegt, wird nicht bestritten werden. Aber die Lage bleibt doch in höchstem Masse unbefriedigend. Dass 1 Millionen Menschen oder weniger das gleiche Stimm recht haben, das einem Land von über 100 Millionen oder mehr zusteht, ist weder demokratisch noch entspricht dies den tatsächlichen Macht Verhältnissen. Die Parzellierung der Eide in viele kleine Staaten muss aber noch zu weiteren unerfreulichen Konsequenzen führen, zumal diese Zertrümmerung des Raumes mit den sonstigen technischen Errungenschaften, vor allem mit der Üebsrwindung der Entfernungen, in einem unver einbaren Widerspruch steht. Während die europäischer Völker oder eine nicht un erhebliche Anzahl von ihnen zu grösserer Zusammenfassung in politische oder wirt schaftliche Einheiten drängen, wie zJ3. durch die Schaf fung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, oder gar von den Vereinigten Staaten Europas wieder träumen, hat man bewusst z.B. den Schwarzen Kontinent in Kieinstaa ten zerschlagen, von denen die Verantwortlichen oder Mitverantwortlichen wissen dass sie in dieser Form nicht lebensfähig sind. Das ist ein gewolltes Chaos. Ehe UN haben diesen Prozess begünstigt, zuminde stens nicht verhindert, w»eil die entscheidenden Nationen oder Grossmächte die Nutznieser dieser Situation sind oder sein wollen, und weil die ISJDGR0 SCHREIBER bietet Ihnen sein modernes StimmuRgsorchester zu allen Ihren Festlichkeiten an. T, E.: 86-5036 Dr. Sernardo SCHWARC2 ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TEI .BTP VORA NMELDUNG BERNARDO S T E R K Atisfiihnmg saerattiefeer MALERARBEITEN HEÏjGUERA 1915 — T. E. 58-4052 Nationalisten der Kleinstaaterei diese Entwicklung irrtümlich als die Lösung ihres Problems angesehen haben. Die Folge ist die komplette Desorganisation der Völkeriamilie, die in den UN zusammengefasst ist, zumal ein sehr erheblicher Prozentsatz der Brdbev ölkerung nicht in oder durch die UN repräsentiert werden, fast 900 Millionen Menschen. 107 bis 106 Mitgliedstaaten der UN zusammen haben ungefähr auch 900 Millionen Einwohner..., von Frankreich bis Malediven. Diese Desorganisation behindert sämtliche UN-Aktionen. Gewiss ist die Desorganisation eine Folge der politischen WeltspaLung in zwei, drei oder mehr Blöcke. Aber gleichzeitig dient diese Desorganisation den wenigen Groß »machten als politisches Instrument von unschätzbarem Wert. Die Lage im Mittleren U S0IAM ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo ff. B. Swareensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000.— jährL Osten, wo Mitgliedstaaten der Friedens - Organisation UN ganz offen zum Krise hetzen dürfen, ist eine der vielen unglückseligen Konsequenzen des gewollten internationalen Chaos. Wer in solchen Zeiten bestehen will, muss für den Ernstfall vor*- bereitet sein. Dra. Juana Nevler efe Neuberger ENFERMEDADES DE SEÑORAS GINECOLOGIA — OBESIDAD ENFERMEDADES GLANDULARES TUCUMAN 141 - Pise 3* Dta. H. T. E. 31-3889 y 69-8477 Consultas: Martes, Ju«wes y Sábados de 15 a 19 horas CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. Blumenfeki (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES J. E. URIBURU 285 41 2331 — 2240 47-5875 Dr. OERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P. 9298 Sarmienta 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZK Y ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERN ANDEZ 2518, T.E. 76.8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Medico MAGENun4 DARMKRANKHEITEN ROENTGEN-UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag, Dienstag, Mittwoch u Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, «ch vorher telefonisch «nzumelden SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

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