Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2197 (9.12.1966)
- Date
- 1966-12-09
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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YIwm«, 9 dt DMemhre de 19W LA SEMANA ISRAELITA Art« XXVII. — N* *191 — * Flaemmchen entzünden Fackeln In unserer Kindheit warei wir von der häuslichen und familiären Feier des Zündens der Chanukka-Kerzen und von der Geschichte des wunderbaren Oel-Krügleins tief beeindruckt und das Lichter fest wirkte auf unser Gemüt durch seinen intimen und seinen religiösen Charakter Die zierlichen Flämmchen an den Kerzen oder an den Oellämpchen erwärmten das Herz. In unserer Jugend trat die nationale Geschichte des Freiheitskampfes der Makkabäer in unserem Interesse in den Vordergrund. In den Chanukka-Feiem der jüdischen Vereine und der zionistischen Ortsgruppen entzündete sich in unseren Herzen die Flamme der Sehnsucht nach der Renaissance des Volkes, der Wiedererringung der nationalen Souveränität. Mit dem Wachsen des Zionismus wurde der Freiheitskampf der Makka bäer zu unserem nationalen Symbol. Die unscheinbaren Flämmchen des Chanukka- Leuchters entzündeten die Fackeln, die den Weg ins Land der Väter beleuchteten. Viel wird an Chanukka von den Siegen der mutigen Söhne des Matatijahu aus Modiin über die Truppen des mächtigen Syrerreiches gesprochen, wir sonnen uns im Glanze dieser Siege aber kaum jemand denkt an die gewaltigen Opfer, die dieser Kampf gekostet hat, und wen und welcher politischen Geschicklichkeit es zu verdanken war, dass sich die Hasmonäerherrschaft durch mehr als drei Generationen halten konnte. Auch wenn wir uns aufgrund der neuesten Forschungen die Ausmasse der Kämpfe der Makkabäerzeit vorstellen und sie mit dem Umfang der heutigen militärischen Zusammenstösse vergleichen, hatte der damalige Befreiungskrieg respekteinflössende Ausmasse Aluf E. Awissar weist in seinem ausgezeichneten Buch ,,Die Kriege des Jehuda Hamakkabi“ darauf hin, dass der Aufstand gegen die syrische Herrschaft und die Kämpfe mit den Nachbarvölkern die Menschenreserven in Judäa in besorgniserregendem Masse verringert hat. Simon zog mit 3.000 Mann nach Galiläa, gleichzeitig zog Juda mit 8.000 Mann nach Gilead und liess 4 000 Mann in Jerusalem zurück Judäa hatte also ingesamt eine aktive Kampfmacht vop 15 000 Mann. Dieser Mobilisierungson HEIR FAERBER Prozentsatz in der Bevölkerung muss für antike Ver hältnisse als Rekord betrachtet werden. Wir haben in Betracht zu ziehen, dass vorher in den ersten Kämpfen, bereits 3.500 Mann gefallen waren und dann zur Zeit von Simon und Juda noch weitere 10 000 in den Gefechten und Schlachten von Nachal el Charamja, Bet Choron, Emmaus, Bet Zur, Edom, Amon, in Gilead, am Meeresstrand und an der Westfront den Tod Kriegsjahren um weitere 5.000 kampf- und arbeitsfähige Männer und das bildete ein schweres Problem, um somehr, als von den 5.000 Mann, ’ die aus dem Arbeitsprozess für den unpro duktiven Militärdienst ausgehoben wurden, im Jahresdurchschnitt tausend gefallen sind. So war es praktisch einfach nicht möglich, den Krieg fortzusetzen, selbst wenn Judäa aus den einzelnen Gefechten und Schlachten auch weiterhin noch sieg¬ Bourguiba über Religionsfreiheit Paris. — „Unser Staat gehört einem jeden Tune 3ier ohne Unterschied der Religion“, erklärte Präsident Habib Bourguiba in Djerba. „Die Aufgabe des Staates ist es“, so führte er aus, „einem jeden tuneisschen Kind zu helfen, seine Religion zu bewahren. Als Gegenleistung fordern wir nur Aufrichtigkeit in Worten und Taten“. Diese wenigen an die tunesichen Juden gerichteten Worte sollten diese erinnern, dass ihre Rechte respektiert werden. In Djerba, in einer alten Synagoge, die als Wallfahrtsort bekannt ist, wurde die Ansprache Bourguiba« mit besonderer Genugtuung begrüsst. Die Juden von Djerba entstammen einer der ältesten Gemeinden, welche während der ersten grossen Diaspora entstand, und die Bewohner der beiden Dörfer Hara Srira und Hara Khirra haben überraschend treu die tausendjährigen Traditionen bewahrt. Alle ihre Bewohner sprechen hebräisch. und die Männer sind im Talmud bewandert. Die tunesischen Juden, die fast ausnahmslos Angehörige in Frankreich und zum Teil auch in Israel haben, verlassen unaufhörlich, wenn auch langsam das Land. (ITA) gefunden haben. So kommen wir zusammen mit den 5 000 späteren auf eine Zahl von 18.500 jüdischen Opfern. Die Gesamtbevölkerung zählte 190.000 Seelen so dass wir eine fast lOprozentige faktische Mobilisierung vor uns haben, also eine 20ptozentige innerhalb der männlichen Bevölkerung von Säugling bis Greis. In den Jahren 166 und 165 v.d.g.Z. sind 10.900 Mann in den Kämpfen gefallen, also etwa 27 Prozent von den ca. 40.000 der Männer im waffenfähigen Alter. Dabei richten wir uns in der Rechnung nur nach dem militärischen Alter, ohne in Betracht zu ziehen, dass es auch unter diesen Jahrgängen militärdienstuntaugliche Leute gegeben haben muss, was den Prozentsatz der Opfer unter den Kriegern noch erhöht. Die Bevölkerung von 190.000 Seelen, unter der höchstens 40.000 Männer kriegsdiensttauglich sein konnten, verringerte sich durch Verluste und Mobilmachungen in den ALFREDO STERN MALERARBEITEN NEUE ADRESSE: Vidal 1575 fast Ecke Pino Tel.: 76-9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für iedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEtCHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN¬ TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM "'IE ANDONAEGUI 2083 TEL.: 52 2993 4 Quader von Station Utquisa reich hervorgegangen wäre. Scharmützel und Gefechte zu bestehen, heisst noch nicht, die Weiter-Existenz von Volk und Staat zu sichern. Nachdem Juda in der Schlacht bei Adasa im Jahre 160 gefallen war, befanden sich Jerusalem und alle befestigten Orte des Landes wieder in der Gewalt der Syrer; wegen Regenmangels herrschte Hungersnot, die Lage war verzweifelt, und Jonathan zog sich zurück und mied weitere Kämpfe Als geschickter Politiker verstand Jonathan aber, die Thronstreitigkeiten in Syrien auszunützen. Eh1 stellte sich gegen Demetrius auf die Seite von Alexander Balas, liess sich von ihm zum Feldherrn und Stadthalter ernennen, und es gelang ihm noch, die verbliebenen Kräfte zu konsolidieren, bevor er einem syrischen Verrat und Bruch der Gastfreundschaft zum Opfer fiel und im Jahre 142 in Ptolomäis ermordet wurde. Sein Bruder Simon erst befreite Judäa von der syrischen Herrschaft und erneuerte die Unabhängigkeit Judäas, die schliesslich auch von Syrien anerkannt wur¬ Die Favoriten sommerlicher Fertigkleidung finden Sie bei CARLTON ANZUEGE SACCOS HOSEN und wenn Sie Masskleidung wünschen erst reeht zu CARLTON Carlton ERNST KOPPEL Maipu 982 — TX 31-7845 de. Mit Erfolg setzte er di« von Jonathan eingeschlagene Friedens- und Bündnispolitik fort, und an die Stelle des Kriegszustandes mit seinen wechselvollen Ereignissen trat eine Zeit des Wiederaufbaus und Wohlstandes. Als Simon wegen Verweigerung einer Kontributionszaihlung von 1.000 Talenten an den Syrer-König Antiochus Sidetes nochmals kämpfen musste, siegten seine Söhne Juda und Jochanan bei Modiin mn 20.000 Mann wiederum über die Syrer, aber er liess sich, der Gastfreundschaft der Syrer vertrauend, ebenso wie sein Bruder Jonathan in eine Falle locken und wurde im Jahre 135 hinterrücks ermordet. So lehrt die Makkabäer- Geschichte, dass Syrien gegenüber nicht nur Kämpfe und Siege, sondern vor allem eine geschickte und geschmeidige Politik und daneben höchstes Misstrauen am Platze ist. Vielleicht pochen wir zu sehr darauf, dass wir Westler sind und haben zu viel von Roms „si vis pacem para bellum“ (wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg) gelernt. Nicht nur den Krieg muss man bereiten, wenn man den Frieden will, sondern daneben muss man auch viel, sehr viel für den Frieden selbst tun. Israel ist ein Staat lm Orient, und hier entscheiden auf die Dauer weniger Kämpfe und offene Schlachten als vielmehr Geschmeidigkeit der Politik, diplomatische Geschicklichkeit, Intrigen und Verschlagenheit Damit wird Israels Aussenpolitik wohl mehr als bisher rechnen müssen. Die in Modiin entzündete Fackel weist einen Weg, aber das Vermächtnis der Makkabäer Jonathan und Simon lehrt uns auch einen anderen Weg, nämlich den der Verhand- 1 ungsgeschicklichkeit, der Diplomatie und der Notwendigkeit, über dem vollen militärischen Einsatz ,der ja unvermeidlich ist, das eigentliche Ziel nicht zu vergessen sondern mit allen Mitteln ständig zu erstreben, das nicht Sieg ist sondern Frieden. IA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1» izq. - T.E. 83-2613 9. Dezember 1966 36. Kialew 5737 Edward Kennedy in Israel Jerus: lem. — Senator Edward Kennedy weilte zu einem dreitägigen Besuch in Israel. Er erklärte in einer Pressekonferenz, dass er mit der Verurteilung Israels durch den Sicherheitsrat wegen der am 13. November gegen die Transjordanier durchgeführten Vergeltungsaktion einig gehe. Kennedy kam aus Transjordanien, wo er die Gegend von Samua besichtigt hatte, die das Ziel der israelischen Operation wer. Auch in den Flüchtlingslagern war er gewesen. Hierüber äusserte er zu den Journalisten, er habe sich seit je dagegen ausgesprochen, dass die UNWRA Subsidien für diejenigen Flüchtlingebereit stellt, welche von der Organisation für die Befreiung Palästinas militärisch geschult werden. In dieser Auffassung sei er nach dem Besuch in den Lagern bestärkt worden, so fügte er hinzu. Senator Kennedy empfing die Presse nach einer einstündigen Unterhaltung mit Premierminister Levi Eshkol, die, wie er bemerkte, „offen und nützlich“ war. Später pflanzte er in der Umgegend von Jerusalem einen Bau i auf den Namen seines Bruders, des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy. Der Senator besuchte ebenfalls den Aufnahmesaal des Hadassa- Hospitals, der auch den Namen des Präsidenten Kennedy trägt. Nachdem er hierauf mit Aussenminister Abba Eiban zu Mittag gegessen hatte, fuhr er nach Rechowot, um das Wissenschaftiche Weizmann-Institut zu besuchen. Ueber seinen Aufenthalt in Transjordanien, wo er einen Tag im Gespräch mit König Hussein und der Besichtigung der Flüchtlingslager verbrachte, berichtete Kennedy des weiteren, dass er ui den Lagern „grosses menschliches Elend“ angetroffen habe. Er bedauerte den Entschluss seines Landes, die Zuv endungen der UNWRA zu kürzen, und betonte aei- Vornahme, nach seiner Rückkehr in die USA diesen Fall zur Sprache zu bringen, um durchzusetzen, dass die virile Höhe des früheren UNWRA- Budgets wieder zur Auszahlung gelangt Am letzten Tage seines Israel-Besuches waren Kennedy und Minister Tunney Gäste des Kommandanten dei Nordzone, General Eleazar, mit dem sie zusammen eine Fahrt durch Galiläa unternahmen. (ITA). Dankende Ablehnung Lancaster, Pennsyivanien. — Der frühere amtierende Direktor des Ausschusses für Rassengleichheit, James Farmer, lehnte dankend die Aufforderung ab, in einem Klub eine Rede zu halten, den die Anti-Diffamierungs-Liga der Bne Brit der Diskriminierung gegen die Juden bezichtigt hatte. (ITA) MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENTO 1147 T. E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 Zahlungserleichterungen fast Ecke Triunvirate Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUER0STUNDEN: UlENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. E.: 83 - 2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Vjt waltœt* gm - Miets-, Zivil- und Handelssache» I. E.: 80 - 6930 PUEYRREDON 2190 ttq. Av. US HERAS