Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2197 (9.12.1966)
- Date
- 1966-12-09
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
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S — Vil WW', t de PfeitMlirt (k 1966 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Aft« XXV» — N* »197 DIE VERLOGENE WELT (Schluss von Seite 1) horte Brü skier ung den Chineeen beweisen, dass dem Kreml die Freundseihaft mit Peking wichtiger als die Verhandlungen mit Washington sei. Heute erleben wir, dass Krutsdhew# Schachzug ein S«hlag ins Wasser war. Rot- China Hess sich nicht auf diese seltsame Weise von seinem eigenen Weg zur Macht abhalten. Mus# man nicht erneut an da# Wort des Heraklit denken, dass alles im Fluss ist? IV. Gegen Bonn? Die Bundesrepublik, von den Amerikanern aufgebaut und gross gemacht, ist heute der treueste Bundesgenosse der USA und damit eine Säule des Westens. Trotz der Abkühlung des amerikanischfranzösischen Frendschaftsverhältnisses ist Frankreich mit -der Bundesrepublik durch viele gemeinsame Interessen verbunden. In Berlin hat de Gaulle zu den Deutschen in deren Sprache gesprochen. Selbst die Annäherung an Moskau hat die französische Deutschlandpolitik nicht verändert. Dass die Franzosen nach den während vieler Jahrhunderte gemachten Erfahrun gen immer noch ein gesundes Maas an Misstrauen gegenüber den Deutschen empfinden, ist selbstverständlich und keineswegs verwunderlich. Die internationalen Beziehungen sind eben reichlich kompliziert, mitunter schwer zu verstehen. Umso erstaunter mussten die Franzosen sein dass Kosygin bei seinem Besuch in Paris gegen die Bundesrepublik wetterte Die Kommunisten sind eben unberechenbar. Sie setzen sich über die gewohnten diplomatischen Spielregeln und Höflichkeiten hinweg. Bisher war es nur ein Russe, nämlich Krutschew. der in den UN Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 219G 1* izq. nachm 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spexiajgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG 8 . R. L. berät Si« kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GBSCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSEBN VIRREY DE1 PINO Vt6?. T. E. 73-7887 seinen Schuh ausgezogen und mit ihm auf den Tisch geschlagen hat. Es war schokkierend, aber eindrucksvoll.. Kosygin erklärte, die Bundesrepublik soll sich von jeder Einmischung in die Grenzprobleme des östlicher Eiuropas enthalten. Russland werde gegen jeden Versuch der Rückkehr zu nationalsozialistischen Methoden, Gedanken oder politischen Aspirationen Front machen Diese Warnungen sind — wenn man die politische Entwicklung in Deutschland nüchtern betrachtet —, nicht unberechtigt. Schliesslich bleibt die Tatsache bestehen, dass die Bundesrepublik keinen dritten Kanzler finden konnte, der kein aktiver Nazi oder kein Mitläufer dieses Regimes gewesen ist. Selbst mit wohlwollenden Erklärungen über die heutige Haltung dieses Mannes wird am Sachverhalt als solchem nichts geändert. Das Anwachsen der neonazistischen oder nationalistischen Kräfte ist nicht zu bestreiten, auch wenn Kiesinger heute gegen die Entwick lung zu kämpfen bereit ist. Die billigen Parolen, die von der NDP ausgegeben wurden haben ihre faszinierende Wirkung auf Hunderttausende Deutsche nicht verfehlt Es gibt keine Garantie dafür, dass aus Hunderttausenden demnächst Millionen werden, besonders wenn man bedenkt, dass der Bayernführer und jetzige Finanzminister Strauss in seinem Wahlkampf ähnliche Slogans benutzt hat wie die Leute der NDP. Schliesslich hat doch auch Brandt, der SDP-Führer. ein Glückwunschtelegramm der Familie Speer geschickt. als Hitlers ehemaliger Rüstungsminister nach zwanzigjähriger Haft als Kriegsverbrecher entlasse a wurde. Das war vielleicht ein Irrtum Brandts, aber ein charakteristischer Fehler, der nicht gutzumachen, jedenfalls nicht aus dem Weg zu schaffen ist. Die an die Bonner Adresse gerichtete Warnung Kosygins. die vielleicht den üblichen Gepflogenheiten nicht entspricht, ist wohl oegründet. Sie ist zwar an Bonn, jedoch nicht gegen Bonn gerichtet, sondern ein Versuch, die Republik, die Demokratie, den europäischen Frieden zu retten. Es ist die Tragödie einer verlogenen Welt, die sich mit allem abfindet, was in ihr Konzept fällt, dass es ein Russe gewesen ist, der mit dieser Klarheit sprechen musste, um den Westen an Hir Friseur ERICH JACOBSOHN VERREIST BARILOCHE Colonia Suiza JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSST1CKEREIEN Schabbosdecker rahtsbeutel Käpocben Mai zot-Tascbeo Hand one Masciu&enstickerej von Bett- und rtsenwäsebe Dt. P. L RIVERA 258t (fr Bebedero) T. E Í3-S155 seine eigenen Ideale der Freiheit, des Friedens, des Kampfes gegen das drohende Unrecht aufzu rütteln V. Dax Telegramm Während Kosygin einen scharfen Warnschuss gen Bonn richtete, schickte sein Gastgeber de Gaulle dem neu ernannten Bundeskanzler Kiesinger ein freundliches Telegramm: „Ich zweifle nicht daran, das# wir zusammen arbeiten werden, um die freundschaftliche und notwendige Kooperation zwischen unseren beiden Völkern zu fördern.“ Die Begrüssung de Gaulles entspricht dem üblichen diplomatischen Formalismus. gibt aber gleichzeitig der sicherlich begründeten Hoffnung auf eine vernünftige Zusammenarbeit Ausdruck. Die gleichlaufenden Interessen der zentraleuropäischen Völker verlangen das gegenseitige Abstimmen der politischen Schritte, um die wirtschaftlichen Anstrengungen zu synchronisieren und damit den hohen Lebensstandard zu sichern, den Europa im Durchschnitt erreicht hat. Sicherlich sollte durch da# Telegramm der Eindruck abgeschwächt werden, den die Angriffe des Russen Kosygin gegen den Frankreich-Verbündeten Deutschland von Paris aus gemacht hat Dass allerdings die politischen Meinungen Frankreichs mit denen Russlands in der Frage der Ostgrenzen Europas weitgehend übereinstimmen, und dass auch die Franzosen daran interessiert sind einen weiteren deutschen Machtzuwaehs zu vereiteln, daran braucht nicht gezweifelt zu werden. Die Russen sagen unmittelbar, direkt, grob, was sie wollen, die Franzosen sind eleganter. In der Grundproblem atik stimmen sie jedoch überein. — VI. Koenig Hussein Transjordaniens König Hussein kämpft um seinen Thron Das ist allerdings nichts Neues. Mit welchen Mitteln die Syrer und Aegypter sich bisher darum bemüht haben den Monarchen zu stürzen, dürfte noch in aller Erinnerung sein. Als er sich einma; per Flugzeug nach London begeben wollte, versuchten ihn Jagdflugzeuge befreundeter Araberstaaten ab- und einzufangen. In den letzten Tagen hat der König in Rundfunkansprachen Syrien und Aegypten ohne Umschweife beschuldigt, mehr daran interessiert zu sein, ihren revolu tionären und sozialistischen Kameraden (Gesinnungsgenossen) zu dienen als Palästina zu befreien. Das bedeutet wohl nichts anderes als die Behauptung, die Regie, ruogen Syriens und Aegyptens sind Vasallen Moskaus JACOB LAPIDUS dipl. Moli«! NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4» B 46-1716 and 48 *124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 N«v«k noch nicht freigesproeben Santiago de Chile. — In Beantwortung einer Protestnote der chilenischen Zweigstelle des Jüdischen Weltkongresses gegen den Freispruch Franz Novaks in Wien, teilte der österreichische Botschafter mit. dass das Urteil „noch nicht rechtskräftig ist“. ES sei vielmehr eine neue Berufung der Staatsanwaltschaft erfolgt. „Die gesamte Presse und eine grosse Mehrheit der öffentlichen Meinung in Oesterreich“ so schreibt der Botschafter, „haben auch empört auf diesen Freispruch reagiert, aber kein Land hat andere Möglichkeiten, gegen ein Urteil zu opponieren, als im Wege eurer Nichtigkeitsbeschwerde.“ und stellen die gemeinsame arabische Sache selbst in den Hintergrund. Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen an der syrisch-transjordanischen Grenze, immer lauter werden die beiderseitigen Anklagen, gegeneinander zu rüsten und zu mobilisieren. Die geheimen ägyptisch-syrischen Terror-Organisationen bilden ihre Mitglieder ganz offensichtlich nicht nur für Mord- und Raubtaten in Israel aus, sondern für jede mögliche Terroraktion in Transjsordanlen. Es ist kaum möglich, hieran noch irgendwelche Zweifel zu hegen. Hussein sagte in seiner Wut gegen seine arabischen Brüder manche Einzelheiten, die ein bezeichnendes Licht auf die allgemeine Lage rings um Israel werfen. Der König meinte. Aegypten und Syrien hätten vergessen, dass sie in Geheimbesprechungen zugegeben haben, nicht stark genug zu sein, um gegen Israel vorzugehen; denn beide seien in einen Krieg im Yemen verwickelt, wo sich die arabische Kraft verblutet, die zur „Befreiung Palästinas“ eingesetzt werden sollte,_ Der König sagte schon nicht mehr, dass an der yemenitischen Front Aegypten gegen Saudi Arabien, den en - gen Verbündeten Transjordaniens, aufmarechiert ist, mit dem die Moskau-Freunde in gleicher erbitterter Feindschaft leben wie mit dem Lande Husseins. Immer deutlicher tritt im Mittelosten die Spaltung der Völker in die alten Ost-West- Gegensätze hervor, was von allen beteiligten Ländern und ihren Staatsmännern beharrlich vertuscht wird. VII. Gebete um Frieden Mit dem Herannahen der Weihnachtszeit wird die Intensität des Betens in der christlichen Welt zunehmen ISIDORO SCHREIBER bietet Ihnen sein modernes Stimmungsorebester su allen Ihren Festlichkeiten an. T. E.: 86-5036 Dr. Bernardo SCHWARC2; ZAHNARZT ) ESTOMBA 2283 — 76-821( RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG Dass kurze Waffenpausen In Vietnam erreicht wurden, ist, ein Erfolg, der Anlass zum Nachdenken geben könnte, ob es nicht doch möglich sein sollte, die bestehenden Konflikte auf andere Weise als durch Waffengewalt zu lösen. Aber in den gleichen Blättern, die uns von dieser „Friedensvereinbarung“ berichten, müssen wir davon lesen, dass soeben der bisher grösste Luftangriff auf Hanoi. die Hauptstadt Nordvietnams, beendet worden ist Dieses Hanoi ist gewiss unendlich weit von uns entfernt, und nicht nur geographisch, aber auch dort leben Menschen mit ihren Hoffnungen und Sehnsüchten mit ihrem anständigen und diabolischen Verlangen, Menschen, die genau so sind, wie andere Menschen mit ihren Vorteilen und Fehlern. Und was ein Luftangriff bedeutet das wissen wir alle. Er bedeutet Tod für tausende Unschuldige, Elend und Verder. ben für Kinder, für Männer und Frauen. Muss dieser schreckliche Krieg weitergeführt werden? Besteht eine Notwendigkeit, überhaupt die vorhandenen Konflikte auf diese oder andere blutige Weise auszutragen? So anerkennenswert es sein mag, dass Papst Paul VI. für einen Frieden zwischen Ju den und Arabern im Heiligen Lande betet, das allein kann doch nicht genügen, um den Beitrag zur Beseitigung der Streitigkeiten zu U SEMAMA ISDAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Arnoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000,— jährl. leisten, den die päpstliche Macht zur Befriedung dieser Völker leisten könnte? , 06servatore Roman a“, die Zeitung des Vatikans, die den Appell des Papstes veröffentlichte, schrieb hierzu u. a.: Der Kampf zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn habe in der Christenheit ein tiefes Schmerzgefühl ausgelöst um die Zukunft dieses Landes, mit dem sich die Christenheit besonders verbunden fühlt. Vorerst sind es doch noch die christlichen Völker, die über das Schicksal der Erde das Hauptwort führen. Wenn sie den Frieden aufrichtig herzustellen wünschen, wird ihnen das gelingen, in Vietnam, in Afrika, im Mittel- Osten, kurzum überall dort, wo die christlichen Völker direkt oder indirekt zugleich ihre eigenen Interessen verteidigen. — Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. COND1 *6-0286 73-1049 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicb«r MALERARBEITEN HEECUERA 1915 — T. E. 58-4052 CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. Blumenfeh) (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Bueno« Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES I E. URIBÜRU 285 41 2331 — 2240 47-5875 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. 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