Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2190 (21.10.1966)
- Date
- 1966-10-21
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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LA SEMANA ISRAELITA An* XXVII. — N* 219» — S Bmm \trtm. Vient«« *1 de Octubre de 196« Ein grosser Sohn seines Volkes Es gibt grosse Söhne eines Volkes, die den Gang seiner Geschichte entscheidend beeinflussen, ihr einen Sinn geben und in das Leben seines Volkes eine Wandlung bringen. Deshalb huldigt die Geschichte mit Recht diesen Heroen. Die Furche, die sie ziehen, ist tief und fruchtbar und das geistige Erbe, das sie hinterlassen, ist ebenso reich wie bedeutend. Einige unter ihnen hinterlassen im Bewusstsein des Volkes einen unauslöschli - chen Stempel. Ehre Reden und Gedanken sind wie Fakirein, die das menschliche Bewusstsein erhellen wie die am Himmel aufsteigende Sonne. Das Andenken an sotohe Männer bleibt für immer lebendig. David Ben Gurion ist einer dieser Männer. Seine Persönlichkeit ist mit der Gegenwart und der Vergangenheit verflochten. Das Besondere an ihm ist, dass er in seinem ganzen Wesen Jude ist, eine wahre biblische Persönlichkeit. Er ist das Symbol für eine grosse geschichtliche Epoche. Dieser Abschnitt jüdsicher Geschichte, mit dem sein Leben und sein Wirken zusammenfällt, ist eine Epoche, die über russische Pogrome und die grausamen Verfolgungen der Nazi-Zeit, zu der Wiedererrichtung eines selbständigen jüdischen Staates führte, eine Epoche in der die Blutader des jüdischen Volkes in der Diaspora durch die tiefste Erniedrigung zur Renaissance der nationalen Werte, des Aufschwungs, des Wiedererwachens eines in tausendjähriger Schmach vegetierenden Volkes führt. Der Zion-Traum, die Sehnsucht nach dem Lande der von DipJ.In*. STEFAN SCHWARZ MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENTO II47 T E. 35 . 7033 CABILDO-2614 PAMPA 4979 Zahlungserleichterungen fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung Verheissung des jüdischer. Volkes — welcher so alt ist wi« das jüdische Volk selbst — findet durch Theodor Herzl seinen realen Ausdruck und durch Chaim Weizmann und David Ben Gurion die Verwirklichung. Ben Gurions Leben ist eine heldenhafte Geschichte eines heroischen Mannes, welchen das Schicksal erkoren hat, eine grosse Aufgabe zu erfüllen. Schon mit 14 Jahren gründete David, der 1886 als sechstes Kind des Anwalts Avigdor Grün und seiner Gattin Scheindel im damals russischen Plonsk unweit von Warschau, geboren wurde, einen zionistischen Jugendbund „Esra“ mit dem Ziel, die jüdische Jugend — wie damals im 5. Jahrhundert v.d.g.Z. der gelehrte Priester Esra aus Babylonien unter Cyrus in das Gelobte Land der Väter Israel zurückzuführen, den Tempel wieder zu errichten, „die Lehre Gottes zu erforschen und in Israel Gesetz und Recht zu lehren.“ Die Mitglieder leisteten einen feierlichen Eid unter sich, nur Hebräisch zu sprechen und sich bei der jüdischen Arbeiterjugend für die Verbreitung der hebräischen Kultur einzusetzen. Mit 15 Jahren hielt Ben Gurion in Warschau die erste zionistische politische Rede seines Lebens — wie sein jüngerer grosser Mitkämpfer für die zionistischen Ideale, Nachum Goldmann mit 13 Jahren in Frankfurt es getan hat — in einem ausgezeichneten Hebräisch und mit einer solchen Ueberzeugungskraft, dass ein berühmter Warschauer sag te: „Noch zehn solche Jungens wie David und Israel wird auferstehen.“ Mit 19 Jahren wanderte er durch Polen und hielt Vorträge, organisierte jüdische Arbeiter, leitete Streiks und versuchte Zionismus und Sozialismus miteinander zu vereinen. im Jahre 1903 gründete er unter der Fahne einer sozialistisch-zionistischen Organisation die „Poale Zion“ in Plonsk. Im Jahre 1906 verlässt er gegen den Willen seines Vaters die Studienbank und voll jugendlicher Begeisterung kommt er nach Palästina, wo er damals als sehr schlecht bezahler Landarbeiter — in Schweiss aber in glücklicher Stimmung, sein Leben erhungert, zunächst in Rischon Lezion dann in ALFREDO STERN MALERARBEITEN NEUE ADRESSE: Vidal 1575 fast Ecke Pino Tel.: 76-9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN TAG VON 9—1» UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI 2083 TEL.: 52 2993 4 Quader von Station Urquiza Chederah in Galil. „Hier habe ich Zeit zu denken au planen und zu träumen“ schrieb er seinem Vater nach Plonsk. Er verstehet es nicht warum jüdische Farmer sich arabischer Wächter bedienen. Er organisiert mit Er folg die jüdische Wache, den jüdischen Selbstschutz in den damals durch die arabischen Ueberfälle bedrohtet» Dörfern. In 40 Jahren wird er als Verteidigungsminister die erste jüdische Armee, die er nach jahrhundertelangem Sklaventum in der Zerstreuung gründet, befehligen und über sechs arabische Nachbarstaaten siegen. Im Jahre 1910 siedelt er nach Jerusalem, wo er sich mit Ben Zwi, dem späteren 2. Präsidenten Israels, der zionistischen Arbeiterbewegung widmet und die Wochenschrift „Haachdut“ redigiert und seine Aufsätze mit dem biblischen Namen Ben Gurion zeichnet. Er studiert und liest leidenschaftlich, führt eine ungewöhnliche politische Aktivität in der Türkei, wo er mit Ben Zwi und Sharett zusammenarbeitet, dann organisiert er in Aegypten, England und Amerika wie Ben Zwi, Jabotinsky und Trumpeldor, jüdische Bataillone mit dem Ziel, für diese Hilfe Israel den Engländern abzugewinnen. „Wer nicht um seine Freiheit kämpft, dem wird sie nicht beschieden“ waren oft seine Worte. Im Jahre 1915 lernte et seine Frau Paula in New York, die zunächst Medizin studierte, dann Krankenhausschwester wurde, kennen und verlobte sich mit ihr. „Eines Tages wird es einen jüdischen Staat geben, und ich werde einer seiner Führer sein“, sagte er ihr und Paula ihrerseits erzählte: „Als ich ihn kennenlemte, wusste ich sofort dass er ein grosser Mann ist. Mir kam er wie einer der Prophe ten aus der Bibel vor, ein Mann mit echten Visionen.“ Er trägt keine Rangabzeichen und hält kein Schwert in der Hand. Er trägt die Bibel, das Buch der Bücher sie bildet für ihn eine nationale jüdische konkrete Wirklichkeit. Die Reden und Worte der Propheten, die die Probleme enthalten, denen die Nation gegenüber steht und die Probleme und Fragen, die die ganze Menschheit betreffen, bilden für ihn das Zeugnis dessen, was im jüdischen Staat vorgeht im Jahre 1918 kehrte er mit CARLTON- Kleidung ist Kleidungguten Stils sie ist meisterhaft gearbeitet und nicht teurer als gewoehnliche Kleidung. * Dieser Satz ist mehr als Slogan. Er ist eine 8e. hauptung, die ich taeg lieh beweisen muss, immer wieder mit jedem Meter mgeschnittenen Stoffes. * Feine MASSKLEIDUNG * FERTIGKLEIDUNG in SCHNEIDERTRADITION Carlton ERNST KOPPEL Maipü 982 — T.E. 31-7845 der „Jewish Legion“ aus Amerika nach Palästina zurück. Im Jahre 1920 ist er Mitbegründer der Histadrut (der Gewerkschaft), im Jahre 1930 der Mapai (sozialdemokratische Partei), 1933 ist er Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, im Jahre 1935 wird er ihr Vorsitzender. Trotz unglaublicher Schwierigkeiten und Drohungen fasste er den historischen Entschluss und rief im Jahre 1948 den ersehnten, erweinten, erkämpften, unabhängigen Staat Israel aus. Er schafft eine Heimat für das in aller Welt verstreute jüdische Volk. Er führte den siegreichen Kampf zunächst gegen den Engländer und dann gegen den übermächtigen Feind, der den Staat im Werden noch ohne gefestigte Armee und ohne Waffen, überfällt Im Jahre 1945 kommt er nach Deutsehland und sieht in Dachau die Stätte des Grauens, wo seine Brüder erbarmungslos in Qualen umgekommen sind. Der Verfasser dieser Zeilen begegnet ihm vor seiner Ansprache im Rathaus im München, wo er zu der sherit Hapletah sehr niedergeschlagen über die Erbarmungslosigkeit der Welt und Menschen, aber voll Glauben an eine bessere Zukunft im freien Israel sprach. Voll Feuer eilte er nach England und Amerika, um in Massenversammlungen für die Sache Israels zu sprechen und ihnen zu sagen: „Ihr sollt nach Deutschland gehen und euch anschauen, was ich gesehen habe, damit Euer Herz weich wird“. Unvergesslich wird seine stolze Antwort an den englischen Labour-Minister Be win bleiben, der eine feindliche Einstellung zu Israel einnimmt, als er ihm sagte; „Wir glauben, trotz der Lehren Hitlers und seiner Trabanten, dass auch die Juden das Recht haben, als Individuen und als Volk zu leben, genau wie die Engländer und alle übrigen Menschen. Und wie für die Engländer gibt es auch für uns Werte, die wir höher schätzen alsdas nackte Leben und für die wir eher berer sind zu sterben als sie zu entbehren.“ LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1* Izq. - T.E. 83-2613 7. Maroheschwan 5727 21. Oktober 1966 Blick in die Welt v«n HAROLD SCHWAReZ JOSEPH MOBUTU, der Präsident des Kongo, bezichtigte die westlichen Länder, subversive Bewegungen zu unterstützen. — PR A ES IDENT JOHNSON schlug neue Wege zur Verbesserung der Beziehungen mit den kommunistischen Ländern Europas vor. — SOUVANNA PHOUMA, Premierminister von Laos, versucht der schweren inneren Krise seines Landes Hen zu werden, nachdem der Kronrat die Auflösung des Parlaments beschlossen hatte. — GEGEN DEN ROTEN Totalitärem Js wandte sich „El Fais“, die Regierungszeitung Uruguays, und erklärte, Uruguay werde kein zweites Ungarn werden. — FERDINAND E. MARCOS, der Präsident der Ph.lippinen, erklärte, es bestehen Differenzen über die F>age der Friedensbedingungen für Vietnam zwischen den sieben Ländern, die in Manila konferieren werden. — RADIO MOSKAU meldet, es bestünden chaotische Zustände in Rotchina, da die „Rote Garde“ gegen die Parteizentrale vorgehe. — HAILE SELASSIE, der Kaiser von Aethiopien. besuchte verschiedene arabische Länder, auch den Libanon. — GUATEMALA wird erneut vom Bürgerkrieg oedroht. nachdem die Terroristen mit der Wiederaufnahme ihrer Aktionen gedroht haben, falls das Heer gegen sie Vorgehen würde. — EUGEN V. ROSTOV, langjähriger Dekan der juristischen Fakultät der Universität Yale, Sohn jüdischer Einwanderer aus Russland, wurde von Johnson zum Uiterstaatssekretär für politische Angelegenheiten ernannt: der neu ernannte Unterstaatssekretär Nicholas Katzen ach stammt aus einer bekannten protestantischen Familie. — ERZBISCHOF MAKARIOS, der Präsident Cyperns, wird Griechenland, die USA und einige südamerikanische Länder besuchen. — DIE UN-KOMMISSION für landwirtschaftliche und Ernährungsfragen unterstrich auf ihrer Tagung in Rom die immer schwieriger werdenden Versorgungsprobieme der Menschheit. — VOR ZWEI JAHREN verschwand Krutschew, bis dahin unbestrittener Führer der Kommunisten, plötzlich und unvermittelt von der Bildfläche... — DIE LNGLAENDER stellten erneut dem rhodesischen Premier Ian Smith ein Ultimatum, die Unabhängigkeit aufzugeben. — OHNE PAUSEN griffen USA-Bomber nordvietnamesische Positionen an. — DIE HOLLAENDISCHE Regierung des Ministerpräsidenten Joseph M. L. T. Cals wurde auf Antrag eines Abgeordneten der Regierungskoalition gestürzt. — CASTELLO BRANCO der Präsident Brasiliens, noö die bürgerlichen Rechte verschiedener Deputierter auf. — DIE AUSSENMINISTER Indiens, Jugoslawiens und Aegyptens traten in New Delhi zu Beratungen zusammen, DIE REGIERUNG in Peking macht nach übereinstimmender Meinung vieler Beobachter alle Anstrengungen, um jetzt die Führung im Weltkommunismus zu übernehmen. — ESTUDIO JURÍDICO INTERNACIONAL W»»»MM»»»M»»»»»»MM— Dr, Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUER0STUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. F.: 83 - 2613 ★ Dr, Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUD AMES JCANOS Erbschaftssachen - Vertraege - V.rwaltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen LE.: 80 - 6930 EUEYRREDON 2190 ssq. Av. US HERAS