Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2189 (14.10.1966)
- Date
- 1966-10-14
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Vfemre, 14 6k Octubre ük Ï96€ JÜDISCHE WOCHENSCHAU Aßo XXVII. N* nt». Ereignisse der Woche Erhaltung durch Erneuerung Das ist das Motto, unter dem der kommende Kongress der CENTRA stehen soll, der am 31. Oktober in Montevideo eröffnet wird. Gast ist der bekannte Rabbiner Dr. Max Nussbaum aus Los Angeles, der im jüdischpolitischen und religiösen Leben der nordamerikanisehen Judenheit eine grosse Rolle spielt. Bekanntlich wird Dr. Nussbaum vor Beginn des Kongresses für einige Tage nach Buenos Aires kommen und dort bei verschiedenen Gelegenheiten das Wort ergreifen. Auf der Eröffnungssitzung des Kongresses wird Dr Nussbaum ein allgemeines Thema behandeln: ..Das einzigartige Schicksal unserer Generation — Von Tragödie zu Triumph“. Ob diese Formulierung sehr glücklich ist. mag dahingestellt bleiben. Sicherlich kommt es nicht auf die angekündigte Ueber- 6chnft, sondern darauf an, ■was Dr. Nussbaum zu unseren Zeitproblemen zu sagen hat. Das eigentlicne Thema ist „Erhaltung durch Erneuerung“ und wird in zwei Referaten, wie vorgesehen, besprochen werden. In einem Referat über Kleingemeinden (Probleme ihres Weiterbestehens) wird sich Herr Luis Schydlowsky äussern. der Vorsitzende der Vereini. gung deutschsprechender Juden in Lima (Peru) — Dieses Thema hat die CENTRA seit ihrem ersten Tage beeiner der wichtigsten Programmpunkte des 1. CEN- TIA-Kongresses. Wir dürfen überzeugt sein; dass die Behandlungen dieses Themas manche neue Aspekte brin- 1 gen wird, aber an den Grundtatsachen der Problematik dürfte sich nichts geändert •haben. Vielleicht ist die Si tuation noch schwieriger die Notwendigkeit einer Hilfelei- ' stung noch grösser geworden Denn die Isolierung der kiei-; neren Gemeinde hat in man. eher Hinsicht zugenommen. | Da es sich hier um eine i praktische Frage handelt muss man sich darüber klar I sein, dass mit theoretischen Darlegungen wenig geholfen : werden kann. Gewiss ist die Erkenntnis der Notwendigkeiten die erste Voraussetzung für die praktische Arbeit. Aber für diese Feststei. lungen und Erkenntnisse hatte CENTRA nunmehr zehn Jahre hindurch Zeit, ohne dass es gelungen ist, bisher ein festes System regelmässiger Besuche und der Betreuung der Kleingemeinden zu schaffen. Wenn hier- : in der Kongress Wandlung schaffen könnte, wäre dies . ein Fortschritt, durch welchen die Zukunft der Kleingemeinden, die Existenz ei- , ner Reihe jüdischer Familien und die jüdische Erziehung der Kinder gesichert werden . könnte. j (Wir behalten uns vor. i über die weitere Thematik! des CENTRA-Kongresses bei . nächster Gelegenheit zu in-! , . , , .. x formieren). — i schaftigt denn es gehörte zu jenen Programmpunkten, die 1 Veroeffentlichungen ritP'KT' I ’D A Vtoi iKrßj* rivii-n Die bekannte bonaerenser kommerziellen Charakter tragen. Immerhin ist es erfreulich, dass eine grosse Zeitung die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf die Leistungen der Juden in Argentinien lenkt, deren Anteil am intellektuellen religiösen und kulturellen Leben in einer durchaus freundschaftlichen Form zur Darstellung gelangt. — Mit einer grossen, beinahe schon als nicht angenehm wirkenden Propaganda hat die Zeitschrift „Atiäntida“ eine Sonderbsilage über . Die Juden“ herausgebracht, die textlich und technisch sehr gelungen ist. Vielleicht muss man eine so aufdringliche Form wählen, wie diejenige, die von „Atiäntida“ gewählt wurde, um Interesse cu wekken und ein grosses Lese-Publikum zu finden. Jedenfalls soll der Verkaufserfolg dieser Ausgabe von „Atiäntida“ sehr gross gewesen sein. Der Artikel ..Die Juden“ oder „Die Geschichte eines langen Hasses“ behandelt das schwere Los. das die Juden durch Jahrhunderte durch Hass und Vorurteil gehabt haben. Den Gipfelpunkt dieser traurigen Geschichte bildet die nazistische Epoche. aus der die bekannten Fotos über Schrekkensszenen reproduziert worden sind, Bilder des Grauens und der Grausamkeit an die von Zeit zu Zeit zu erin nern, nützlich ist, weil die Menschen schnell vergessen NEUE BUECHER Notizen Jehoshua Thon, Preacher, Thinker, Politician von Nella Holländer, erschienen in Montevideo 1966 Verlag nicht angegeben). — In mancher Hinsicht ist diese kleine Schrift über einen der grossen Europäer und Juden, über den früheren Krakauer Rabbiner, Parlamentarier, Politiker und zionistischen Führer Dr. Osias (Jehoschua) Thon ein rührendes Dokument dei Verehrung und Dankbarkeit, das von der Tochter des gro. 6sen Mannes, Dr. Nelli Rost Holländer, niederges'chrieben wurde, Frau Dr. Rost Holländer ist heute in Montevideo die Repräsentantin des Jüten aus mehreren Jahrzehn, ten, die meist auch heute nichts an Aktualität verloren haben, jedenfalls lesenswert blieben und wichtige Zeitdokumente darstellen. — — :o:— Abraham Kotsuji: La Conversiön del Samurai. Editorial Candelabro, 1966. — Der Originaltitel dieses Werkes heisst „Von Tokio nach Jerusalem“. Hier wird der Weg eines Mannes aus vornehmer japanischer Familie, aus priesterlichem Geschlecht, zum Judentum ge- Jüdische Bibliothek Anlässlich des 350. Jahrestages der Gründung veranstaltete die ,,Ez Chajim BL bliothek“ der amstet damer sefardischen Gemeinde eine Ausstellung von repräsentativen Werken aus ihrem Be-' stände von mehr als 20.000 Bänden. Die Bibliothek ist eine der ältesten Sammlungen sefardischer Literatur in der Welt. Sie war im Zweiten Weltkrieg von den Deutschen beschlagnahmt worden; die Bücher wurden in Kisten, die duschen Weltkongresses und auf vielen Gebieten des jüdischen Lebens aktiv. Sie führt die grosse Tradition des Elternhauses fort. , . Das jüdische Kulturinsti- und eine inteieasierte Proj ge( Qaliria in Buenos Aipaganda die traurigen Tatsares beabsichtigt, die Memoiren der Tochter über die Persönlichkeit ihres Vaters der CENTRA bei ihrer Gründung gegeben worden sind Es ist eine Tatsache, dass die grösseren Gemeinden, vor allem in den Grosstädten des Kontinents, ihre Ti'., tigkeit allein und ohne Hilfe von aussen entwickeln können und meist auch geleisstet haben. Die eigentlicher. Schwierigkeiten beginnen in den kleineren Gemeinden, die keine Anlehnung an die Möglichkeiten haben, die ei. ne Grosstadt jeder religiösen und kulturellen Tätigkeit bietet. Hilfe für die Kleingemeinden, lautete deswegen bereits Morgenzeitung El Munde brachte am 1. Oktober eine Sonderbeilage unter dem Ti. tel: „Presencia de la Colectividad Israelita en la Argentina“ in welcher durch einige Artikel, zahlreiche Bilder und Anzeigen die Gegen, wart der jüdischer Gemeinschaft in Argentinien gezeigt wird. Verschiedene Aspekte des allgemeinen und des jüdischen Lebens kommen zur Darstellung, wobei naturgemäss manche der Publikationen, auch wenn es sich um Texte handelt, einen rein chen verkleinern möchte. Einige Abbildungen mahnen, dass nicht Hass und andere niedere Instinkte auf andere Länder Übergreifer, mögen, auch nicht auf Argentinien. Man sieht ein Bild von der Vorderfront der Synagoge in der Strasse Libertad in Buenos Arnes die schildert in das er im Jahre . . , , , , * 1959 in Jerusalem eintrat |“iJ!“.nnÄ.0""et Die Einzelheiten dieses Weges werden in einer dramatischen und ergreifenden Form beschrieben. — Heute ist Dr. Abraham Kotsuji der bedeutendste Hebraist in Japan, der das Hebräische Kulturinstitut in Tokio leitet. Zur Zeit arbeitet Dr. Kotsuji an einer hebräischen Grammatik für japanische Studenten. — José Liebermann: Los Ju. nahezu vollständig 1946 in j Offenbach wieder aufgefun-! den. Geschenk Chagalls Als Geschenk für die israelische Hauptstadt entwirft Marc Chagall ein Plakat im Dienste des Tourismus. Alte Thorarolle In Haifa kam mit dem ZIM-Schiff „Schalom“ eine dreihundert Jahre alte Thorarolle aus dem Besitz des dios en la Argentina, Edito- . Baai gchemtow’ in Israel an. rial.Llbl;a Buenos Aires, 1966 gje wurde von einem Abeine nacb ,wls” ' kömmling,. David Twerskv, senschaftlicben Prinzipien * 1 herauszugeben, die hier veröffentlicht werden sollen. Die englische Ausgabe liegt vor, die jiddische wird demnächst erscheinen. Bei dieser Gelegenheit soll daran erinnert werden, dass im Berliner Verlag „Kedem“ LUACH—(KALENDER) Freitag den 14. Oktober 30. Tischri 1. Tag Rösch Chodesch Sonnabend den 15 Oktober 1. Marcheschwan 2. Tag Rosch Chodesch Schabbat Noach — Haftarah: Jesaja Kap. 66 Sonntag, den 16. Oktober 2. Marcheschwan Montag, den 17. Oktober 3. Marcheschwan Dienstag, den 18. Oktober 4. Marchesehwan Mittwoch, den 19. Oktober 5. Marcheschwan Donnerstag den 20. Oktober 6. Marcheschwan Freitag, den 21. Oktober 7. Marcheschwan Sonnabend, den 22. Oktober 8. Marchecchwan Schabbat LECH L’CHA — Haftarah: Jesaja Kap. 40 Sonntag, den 23. Oktober 9. Marcheschwan Montag den 24. Oktober 10. Marcheschwan Dienstag, den 25. Oktober 11. Marcheschwan j von natürlich unbekannten | Essays von Dr. Thon erschie. Tätern mit Teerbomben bel;en sjnci p>ie Zusammenstelworfen wurde. Die Zeitschrift , iu„jg dieser, meist in grossen schreibt dazu, wenn man | jüdischen Zeitungen erschieeinen Prügelknaben suche i>enen Artikel und deren oder die öffentliche Aufmerksamkeit von eigenen Schwierigkeiten ablenken will, dann blüht selbst hier der Antisemitismus auf.. . An anderer Stelle liest man Sprache erschienenen Arbeieinen Satz in grossen Let-; ten wurden gesondert publitern: „Die Ideen von vier Juziert. Der über 400 Seiten den beherrschen dieses Jahrstarke Band umfasst Arbeihundert: Christus. Freud! Einstein und Marx' Herausgabe umfasst nur einen Teil der in deutscher Sprache geschriebenen Auf- Sätze. Die in hebräischer, jiddischer und polnischer Grund genug zum Nacbdenken gegeben ist. Wenn die Sonderausgabe der Zeitschrift diesen Zweck verfolgt und wenigstens teilweise erreicht hat, dann wurde von ihr ein nützliches, die Völker versöhnendes Werk geleistet. — Sicherlich ist diese Zusammenstellung, über die man diskutieren kann, gut gemeint, und sicherlich ist sie auch nicht unrichtig. Ein Bild des nordamerikanischen Nazi-Hetzers Rock, well dürfte als Warnung gedacht sein. Mit Recht steht , r„• „lr* über diesem Bild dei Satz:; feierliche Einweihung „Verpflichtende Doktrin für alle Katholiken: „Nie wieder Hass und nie wieder Verfolgung!“. — Der Widerspruch zwischen Theorie und Praxis, zwischen Erkenntnis und dem Tun der Menschen ist auch heute noch so gross und so gross geblieben, dass aufgebaute, sehr interessante und lesenswerte Arbeit übel die Juden in Argentinien vor, die in jeder Beziehung Beachtung verdient. Das Werke wurde bei einem Preisausschreiben anlässlich der 100-Jahresfeier der argentinischen judenheit von der AMIA prämiiert. Der Autor ist Lehrer, Naturwissenschaftler, aber auch Historiker, der mit grosser Hingabe die geistigen und wirtschaftlichen Voraussetzungen der jüdischen Einwanderung, die Einordnung und den Kampf der Kolonisten und die Ideale schildert, die das Leben der Juden Argentiniens bestimmen — Emanuel Litvinoff; Israel visto por ojos soviéticos, Ediciones Siglo Veinte, Buenos Aires, 1966. — Seit Jahren bildet das Leden der Juden in der Sowjetunion die Sorge des jüdischen Volkes. Seit Jahren wird dieses Thema immer wieder auf jüdischen Tagun. gen besprochen, und ist Gegenstand heftiger Proteste und zahlreicher Bittschriften an die russische Regierung. Seit Jahren verhandeln jüdische Führer mit sowjetischen Diplomaten, um der jüdizur Verfügung gestellt und wurde der Synagoge Bet Elijahu in Natania übergeben. Israelischer Regisseur Samy Molcho, der weltberühmte israelische Mime, inszenierte am Landestheatei Darmstadt Ionescos „Die Stühle”. sehen Bevölkerung der Sowjetunion wenigstens die Rechte zu sichern, die allen anderen Minoritäten in diesem Land zugestanden werden. Seit Jahren führt vor allem Nachum Goldmann einen unermüdlichen Kampf, um die Lage der russischen | Juden zu verbessern. i Bei der Lektüre dieses Bui ches, das von einem Sach- | kenner verfasst wurde, werden die Probleme und Situationen mit aller Klarheit! erläutert und manche Fra. ' gen verständlich, die von weitem nicht in ihrer ganj zen Tragweite ermessen und erkannt worden sind Litvinoff schildert die Tra- , gödie des jüdischen Volkes 1 in einem Land, das der Welt | die Freiheit versprach. Es ist unsere Tragödie. Man sollte ' dieses Buch studieren und verbreiten. - . uiiiiiiiiiiiiimiiiiimiimmimimimmimmMimmiiiimmimmmiimiiiiiviiUimiimiiimiK: I ^* £"«**. Zu einer eindrucksvollen Kundgebung der argentinisch - israelischen Freund Schaft gestaltete sich der Festakt, bei dem am vergangenen Sonntag eine Schule in Buenos Aires den Namen „Estado de Israel“ erhielt, wie wir schon berichtet haben. Das äusserst zahlreiche Publikum, das der Zeremonie beiwohnte, und unter dem sich auch viele Nichtjuden befanden, nahm die Worte der Redner, die ausnahms. Jos die engen Bande hervorhoben, die Argentinien mit Israel verbinden, mit sichtlicher Begeisterung auf. Unter den Zuhörern befanden sich auch viele Eltern der Schüler, die die Anstalt besuchen, die Mitglieder des „Consejo Nacional de Edu. caciön“, Prof. Ricardo Tasso und Dr. Crespo Montes, die technische Inspektorir dieser Institution, Prof. Letieia Gagliardi, die Inspektorin des Consejo Escolar XVII, Doctora Josefina Pierini de Lisa, der Vorsitzende dieses Consejo, Dr. Isaac Vfanulis, der Präsident der Kredit- Kooperative von Villa Real, E (Fortsetzung der Ereignisse - auf Seite 5) Neuerscheinungen des Verlages „OLAMENU“ in TEL AVIV. POB 3002, ISRAEL Dr. E. J. GOERLICH (Wien): RUTH. — Geschichte eines jüdischen Mädchens. Ein Wiener Roman aus der Nazizeit- — Kart. $ 5.—. Prof. Dr HARRT ZOHN <Waltham): Wiener Juden in der deutschen Literatur. Reich illustriert. Halbleinen $ 3.50 ZEITSCHRIFT FUER DIE GESCHICHTE DER JUDEN Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Abonnement nur ganzjährig $ 8 50 DEMNAECHST ERSCHEINT. HUGO GOLD: GESCHICHTE DER JUDEN IN WTEN Dar Standardwerk der jüdischen Geschichte WLns Hunderte IUus’tetionen. Ermässiater Subskriptionspreis vor Erscheinen $ 20 —. nach erscheinen $ 35.— IN VORBEREITUNG „HISTORV OF THE JEWS IN AUSTRIA“ Ein Jahrbuch in deutscher und englischer Sprache Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD- GEDENKBUCH DER UNTERGEGANGENEN JUDEN¬ GEMEINDEN DER TSCHECHOSLOWAKEI Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Er. scheint in zwei Bänden. L Band Böhmen. Mähren und Schlesien. — II. Band Slowakei und Karpatorus. Alle diese Publikationen erscheinen im Rahmen des im Entstehen begriffenen CHAJES-INSTITUTS