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Jüdische Wochenschau · 1966-10-14 · 2189 (14.10.1966) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2189 (14.10.1966)
Date
1966-10-14
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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JÜDISCHE WOCHENSCHAU Aft* XXVII. — N« 2189 2 — Viem re, 14 «te Octubre éc 19©* Machtkampf in Mittelost (Schluss von Seite 1) wusst die mit ihren Lieferungen verbundenen Gefahren übersehen. Würden nämlich ,,Moral“ und Verantwortungsbewusstsein die Politik und den Waffenhandel beherrschen, würden selbst die Beteiligten nur sehr von weitem auf solche Faktoren oder Gesichtspunkte Rücksicht nehmen, es würde dann keinen Waffenhandel, keine Kriegsgefahr und keine militärischen Konflikte geben. Aber derartige Betrachtungen haben nun einmal, we. nigstens bis zum heutigen Tage, einen nur theoretischen Charakter, können also bei den praktischen Erwägungen unberücksichtigt bleiben, was wir bedauern, aber nicht zu ändern vermögen. Saudi Arabien ist zweifellos eines der reichsten aber auch eines der rückständigsten Länder ein Königreich von gewaltigem Ausmass mit dem König und einer kleinen Schicht an der Spitze, die über unvorstellbare Vermögen verfügen, und einer Bevölkerung im Stadium einer Entwicklung, die nicht weit über der Urväter Zeiten hinausreicht Dieses vormittelalterliche Feudalsystem hat auf dieser Erde „eigentlich“ keinen Raum, aber besteht doch. Mit den fortschrittlichen Ideen des Westens ist diese blutige Märchenwelt unvereinbar; selbst mit den östlichen Methoden kann man das Regime nicht vergleichen. Aber Saudi Arabien gehört zur „Völkerfamilie“, hat enge Beziehungen zum Westen und ist ein wichtiger Faktor, nicht nur in der mittelöstlichen Konstellation, sondern in der internationalen Politik, zumal es über unerhörte Petroleumschätze verfügt. Wenn dieses Land Waffen kaufen will, ist es nicht auf die Engländer angewiesen. Das weiss Manchester Guar¬ Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? i*q. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaefl CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPiEDADES FRANKENBERG S. R~ L. oerät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSEBN VIER ET DE1 PINO 229* T. E. 73-7887 dian auch. Soll durch diese Veröffentlichung etwa späteren unliebsamen Enthüllungen vorgegriffen werden? Vor kurzer Zeit gingen doch erst Informationen über umfangreiche Waffenlieferungen Chinas nach dem Mittelosten, nach dem Irak und nach Syrien, durch die Presse. Wird hier das Gegengewicht geschaffen? V. Koenigliche Front Die Gegensätze und damit die Fronten innerhalb der arabischen Welt wechseln. Wir haben es hier n4cht mit einem „Stellungkrieg“ zu tun, sondern mit Auseinandersetzungen, die von den Schwankungen der internationalen Politik weitgeherd abhängen. Gerade weil viele arabische Länder in ihrer Entwicklung nachhinken werden sie von den Zeitströmungen stärker erfasst und mitunter mitgerissen als solche Staaten, die bereits eine höhere Stufe erreicht haben. Weil der Gegensatz zwischen der regierenden Schicht und der Masse viel schroffer ist als anderswo werden die politischen Bedingungen nicht nur auf dem Gebiet der nationalen Entwicklung, sondern auch in internationaler Hinsicht von den „Wenigen“ bestimmt die das Land und das Volk beherrschen. Die persönlichen Rivalitäten spielen dadurch eine weit grössere Rolle als anderwärts. Der Kampf um die Hegemonie, um die Vorherrschaft in der arabischen Welt, trägt einen durchaus persönlichen Charakter. Wenn wir von einem Gegensatz Russland - A merika sprechen, wäre es falsch, einzelne Männer als Antipoden gegeneinanderzustellen, etwa Stalin und Roosevelt oder Krutschew und Kennedy oder Kosigyn und Johnson. Bei dem Ost-West-Konflikt handelt es sich um entpersonifizierte Kontraste: man kann jeden der genannten Politiker durch einen anderen ersetzen, ohne dass der Konflikt hierdurch an Schärfe verlieren würde. In der arabischen Welt ist dies anders. Hier ist der Kampf um die Hegemonie eines Volkes oder Staates zugleich der Kampf um die persönliche Stellung des einzelnen Staatsmannes. Wenn sich in den letzten Jahren die .königliche Front', die Bundesgenossenschaft zwischen Saudi Arabien und Transjordanien herausgebildet hat so war sie weniger Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76-5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker raillebeutel Käppchen Maz zot-Taschen Bandan« Maschkienstickerel von Bettand Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E Í3-H55 gegen Aegypten als gegen die expansive Politik des nach Alleinherrschaft in vier arabischen Welt trachtenden General Nasser gerichtet. Deswegen sprechen die letzten Meldungen aus Syrien von dem Pakt zwischen Saudi Arabien, Transjordanien, USA und Israel, das diesen Ländern aus propagandistischen und Gründen der Stimmungsmache beigesellt wird. Natürlich wissen die Köche aus dieser Nachrichtenfabrikation. dass dieses Bündnis mit Israel nicht existent ist. VI. Bonn wurde angegriffen Der syrische Staatspräsident Atassi beschuldigte bei der Eröffnung der 13. Internationalen Messe in Damaskus, die vor wenigen Wochen stattfand, die imperialistischen Kräfte und besonders die Bundesrepublik der Behinderung des Baus des Euplyrat-Staudammes. Syrien w’erde aber dank der Hilfe der Sowjetunion dieses Projekt durchführen. Der Euphrat - Staudamm, dessen Kraftwerke jährlich 600 Millionen Kilowatt erzeugen sollen, werden, wie Atassi sagte, das Nationaleinkommen erheblich steigern und eine Viertelmillion Arbeitekräfte beschäftigen. An der Messe in Damaskus beteiligten sich 20 Länder, unter ihnen die Sowjetunion, Rot-China und die Bundesrepublik, obwohl diese bekanntlieh keine diplomatischen Beziehungen mit Syrien unterhält. — Der syrische Informationsminister empfing kürzlich eine Jugendgruppe der CDU (bundesdeutsche Regierungspartei), der er den syrischen Standpunkt zur Hilfe Bonns für Israel auseinandersetzte. Wie die offizielle syrische Zeitung berichtete, habe der Minister betont, dass es keine guten Beziehungen zwischen Syrien und denjenigen Staaten geben könne, die Israel unterstützen. Dies würde sich keinesfalls nur auf die deutsche Bundesregierung, sondern auf das ganze deutsche Volk auswirken. Kurz danach richtete ein CDU-Abgeordneter im bonner Parlament an den zu ständigen Minister die Frage, welche Bemühungen die Bundesregierung unternommen habe, um eine Wiederherstellung der dipolmatischen Beziehungen zu den in Plage kommenden arabischen Staaten vorzuberei. ten. Dr. Schröder Bundesminister des Auswärtigen, gab die folgende Antwort: „Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu den zehn arabischen Staaten im vergangenen Jahr ist bekanntlich von der arabischen Seite ausgegangen. Dre Bun. desregierung ist bemüht, die Wiederherstellung der diplo¬ JACOB LAPIDUS dipl. Möbel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4« B 46-1716 and 48 2124 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784! Jubilaewn einer Zeitung London. — Die einzige jiddische Zeitung in Russland, .Sowjetisch Haimland' konnte kürzlich ihr äjähriges Jubiläum begehen. Sie wurde im August 1961 gegründet, erschien zuerst alle zwei Monate, und erst später konnte sie allmonatlich erscheinen. Es gibt bis heute noch keine zweite jiddische Zeitung für die drei Millionen jüdischen Bürger in der Sowjetunion ausser einem kleinen Informationsblatt in Birobidseban. matischen Beziehungen zu den arabischen Staaten zu erleichtern und vorzubereiten. Sie hat bei verschiedenen Gelegenheiten ihr Interesse an einer baldigen Normalisierung unseres Verhältnisses zu den arabischen Staaten betont und erklärt, dass unsere Hand ausgestreckt sei. Sie hat darauf geachtet, dass die nach dem Abbruch bestehengebliebenen anderen Verbindungen weiter gepflegt wurden. Insbesondere wurden alle Projekte der Entwicklungshilfe, für die Regierungsabkommen bereits unterzeichnet waren, fortgeführt und der intensive kulturelle Austausch fortgesetzt. Kontakte zu massgeblichen arabischen Persönlichkeiten wurden benutzt, um über unsere Politik aufklärend zu wirken und unsere Haltung zu erläutern. „Die Bundesregierung hat sich bei allen diesen Schritten von dem Bestreben leiten lassen, die Atmosphäre in den deutsch-arabischen Beziehungen wieder zu verbessern und so die Voraussetzungen für eine Wiederaufnahme der Beziehungen zu schaffen.- Die Bemühungen der Bundesregierung können allerdings nur erfolgreich sein, wenn auch auf der ara bischen Seite die Bereitschaft und der gute Wille vorhanden sind.“ — VII. Das Tauziehen Aus all diesen Meidungen, die natürlich nur einen Ausschnitt aus dem politischen Kampf um den Mittelosten liefern können, geht die Vielfalt der wirksamen oder um Einflussnahme bemühten Kräfte hervor. Eigentlich ist das Bild vom internationalen Tauziehen nicht richtig. Denn dieser auch auf dem Gebiet der Politik so beliebte Sport s-ctzt voraus, dass es ein Tau und zwei Partner gibt, die sich nun darum bemühen, den einen auf die Seite des anderen mehr oder weniger sanft zu befördern. Hier gibt es aber nicht ein Tau, sondern mehrere, und nicht nur zwei Partner, sondern viele. Da sind die Araberstaaten, die keinesfalls gemeinsam am Ende eines Taus kooperieren, sondern' sich im Augenblick ganz offen mit Gewaltmassnahmen gegeneinander bedrohen. Da ist Transjordanien, das von einer Spazierfahrt seiner Tanks an der syrischen Grenze spricht, die notwendigerwei- Dr. Bernardo SCHWARC2 ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 79-8216 RAYOS X PARADENTOSE Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 TRI .FF VORANMELDUNG t* mit Waffengewalt geöffnet werden soll. Da ist Nasser, der alle bedroht, die gegen ihn sind. Da sind die Sauditen und die Iraker, die für sich politische und wirtschaftliche Vorteile zu erlangen bemüht sind Und da ist der Yemen, um den sich Aegypten und Saudi Arabien in einem blutigen Krieg streiten. Man kann auch nicht davon sprechen, dass sich hier Ost und West gegenüberstünden, die nun an den verschiedenen Enden des Taus reissen, um ihren Einfluss zu sichern. Es mag sein, dass der Westen mitunter als geschlossene Einheit auftritt, aber dieser Eindruck kann bei näherer Betrachtung nicht bestehen Denn Engländer, Franzosen, Amerikaner und auch Bundesdeutsche ringen oftmals gegeneinander, um sich nicht nur die wirtschaftlichen Chancen zu sichern, die dieses Gebiet zu vergeben hat, sondern auch die politischen Möglichkeiten auszunutzen, die hier vorhanden sind. Noch krasser treten allerdings auch hier wie auf so vielen anderen Gebieten die Gegensätzlichkeiten zwischen den beiden kommunistischen Antipoden in Erscheinung, die immer bedrohlichere Formen annehmen. Russland verteidigt seine Stellung in Aegypten und Syrien, die Chinesen versuchen. Moskau zu verdrängen. In diesem Chao6 sich wi¬ LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T.E. 83-2613 Abono-Preisg Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000,— JährL derstreitender Kräfte muss Israel sein kleines Schiff durch stürmisches Meer steuern. Hierbei kann es kaum zweifelhaft sein, dass durch die Vielfalt der anderen Interessen, Pläne und Absichten die Möglichkeiten Israels steigen. Aber die Sicherheit bestent nicht, dass Israel auf lange Sicht Vorteile aus dieser Situation zu zie. hen imstande sein wird. Der Ernst der allgemeinen und der internationalen Lage wirft seine Schatten zwangsweise auch auf Israel. Dass sich aus der heute gebenen Konstellation neue Perspektiven für eine konstruktive israelische Politik ergeben können, ist nicht ausgeschlossen. Hierin liegt ein sichtbarer Hoffnungsschimmer, der Israel mit Vertrauen erfüllen kann. — CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeW (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES I. E. URIBURU 285 41 2331 — 224( 47-5875 Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-681 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Dr. DERNARDO GOLDSTEIN ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. P. 9298 Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERNANDEZ 2518, T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. 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