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Jüdische Wochenschau · 1966-10-07 · 2188 (7.10.1966) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2188 (7.10.1966)
Date
1966-10-07
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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* — Vier««», 7 de Octubre de 196« JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXVII. — N* 218« Vom ganzen Menschen (Schluss von Seite 1) völkerung am stärksten entwickelt hatte: die Verbundenheit mit dem Boden und die Wehrhaftigkeit seiner Menschen. Die grössten Leistungen für sich — und für die Menschheit — hat Israel in der Landwirtschaft nervorgebracht. Von der Schlagkraft des israelischen Heeres sind die Experten altei Armeen überrascht, abgesehen von den arabischen Nachbarn, an denen sich diese Fähigkeiten des israelischen Verteidigungsheeres bewähren mussten. Wenn man heute von Wüste in Israel spricht, denkt man sofort an den Negew. Aber das ist nicht die einzige Wüste, die es noch immer in Israel gibt. Denn noch vor wenigen Jahrzehnten war das ganze Land eine Wüste. Jeder Dunam. der heute fruchtbare Erde und Früchte trägt, war ein Teil jener grossen Wüste, die sich wie ein Gürtel über viele Länder und Kontinente hinzieht. Wasser zu suchen, Wasser zu finden, Wasser zu binden, d. h. den fallenden Regen vor dem Versickern zu bewahren [ und nutzbar zu machen, das war und blieb eine der zentralen Aufgaben. Jüdische Wasserexperten helfen heute schon vielen und sehr grossen Ländern, die mit der gleichen oder ähnlichen Problematik zu kämpfen haben. Das ist der israelische Beitrag zum Fortschritt der Kultur, zur Erweiterung menschlicher Zivilisation, für eine bessere Zukunft aller Menschen. Aber trotz der neuen Erkenntnisse der Wissenschaft und trotz des Fortschritts der Technik ist die Frage der Bewässerung immer noch vom Fall der Regenmassen abhängig, die zugleich eine Gefahr durch das Abwaschen der Böden, insbesondere in hügeligem oder bergischem Gelände, darstellen, wenn : Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 219C 1? izq. nachm. 16—19 Ohr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG 8. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREV DE! PINO 2262 T. E. 73-7887 der Mensch nichts Entscheidendes unternimmt, um dies zu verhindern. Deswegen sind die Gebete um Regen, um das entscheidende Lebenselement für die Landwirtschaft, heute wie zu allen Zeiten der Ausdruck einer Hoffnung und die Bitte um das Gelingen der nächsten Ernte geblieben. IV. In regenarmen Ländern wie Israel ist die Landwirtschaft in einem noch weiteren Umfang als anderswo vom Regen abhängig Deswegen gehen die Bemühungen der israelischen Wissenschaftler und sonstigen Wasser-Fachleute nicht nur dahin, durch Bohrungen neue Wasserquellen zu erschliessen oder durch Kanalisation Bewässerung in wasserarmen Gegenden, z. B. in de - Wüste des Negew, zu erreichen. Schon beim allgemeinen Ernährungsproblem der Men. sehen spricht man viel von bisher nicht hinreichend genutzten Schätzen des Meeres. Wahrscheinlich aber ist das Wasser selbst der grösste Meeresschatz. Wenn es gelingen sollte, eine brauchbare, d. h. rentable Methode zu finden — und man befindet sich auf diesem Wege —, um das Meerwasser zu entsalzen, dann wären die Voiaussetzungen für die Nutzbarmachung gewaltiger Landstrekken geschaffen. Dass sich Israel (Hebräische Universität, Weizmann-Institut, Technikum u. a. Forschungsstätten) bemüht und gewisse Ergebnisse erzielen konnte, ist bekannt. — Unter diesen Aspekten betrachtet, gewinnt die ,Tefillat Geschem“, das Gebet um Regen, das in in den Schlusstagen des Sukkotfestes <am Sch’mini Azeret) gesprochen wird, seine eigene, alte und doch aktuelle Bedeutung. — V. Die ernste Stimmung dieser Tage, der „Moll-Ton“, wird durch die Verlesung des Buches Kohelet unter, strichen, ein Buch, das vom Ringen des Menschen berichtet, der aus allen Zweifeln über den Unwert und die Nichtigkeit des menschlichen Lebens sich am Ende all seines Suchens zur gläubigen Gewissheit erhebt. Es ist die Erkenntnis oder Lebensweisheit des Predigers, von dem man sagte, er sei mit seinem Kopf ein Grieche, aber mit seinem Herzen ein Jude gewesen. Den Einfluss der griechischen Philosophie auf Kohelet haben jüdische wie Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE JUDITH SCHENK OLEWSKI KVLTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker - ralliebeute) Käppchen Mat zot-Tascüen Handand Maschiejenstickerei von Bett- und Tischwäsche Dt. P- L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E I3-»155 nichtjüdische Gelehrte bestritten, obwohl ein derartiger Einfluss nach unserer untheologischen Meinung nicht von Bedeutung sein würde. Dieses lesenswerte, tiefschürfende, nicht immer leicht zu verstehende Buch geht von der Erkenntnis aus: „Eitelkeit der Eitelkeiten! sprach Kohelet, Eitelkeit der Eitelkeiten! Alles ist eitel“. Diese Reduzierung jeder menschlichen Ueberneblichkeit ist allein schon eine ernste Mahnung, die von den meisten in den Wind geschlagen wird. Gerade in den Tagen aber, in welchen man um Regen bittet, soll man sieh der Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit bewusst sein und verstehen, dass unsere Existenz auch von anderen, ausserhalb des menschlichen Willens liegen, den Faktoren abhängig oder doch weitgehend abhängig ist. Der Prediger, der in seinem Buch eine Fülle von Lebensweisheiten und Verhaltungsregeln vermittelt, gibt dann am Schluss selbst die Zusammenfassung des Inhaltes seiner Rede: „Habe Ehrfurcht vor Gott und beobachte seine Gebote, denn das erst ist der ganze Mensch!“ VI. Zu den Themen, die als modern gelten und oftmals in Vortragsabenden oder bei den Debatten erörtert werden, gehört die simple Frage: „Was ist ein Jude“ die allerdings besser lauten müsste: „Wer ist ein Jude“. Diese Frage, die mit der fortschreitenden Angleichung der jüdischen an die sie umgebende Bevölkerung lauter gestellt worden ist, hat durch den Propheten Jona ihre klassische Beantwortung gefunden (vgl. hierzu auch den vorangegangenen Artikel “Die Gefahren der Wüste“ in der Ausgabe vom 30. September der Jüdischen Wochenschau) . Diese Jona-Antwort, die am Jom Kippur verlesen wird, steht mit der Erkenntnis des Kohelet in einem unverkennbaren Zusammenhang. Denn die Fragesteller von heute, denen das Judesein, meist infolge ihrer mangelnden Wissensgrundlage des Judentums, zu eng, zu klein, zu begrenzt zu sein erscheint, fügen häufig eine weitere Frage hinzu: Ob es nämlich nicht wichtiger ist, zunächst Mensch und dann „etwas anderes“ zu sein. Schon Jona hat mit seiner Antwort über die nationale und religiöse jüdische Bindung auf das Universelle hingewiesen und damit eines der wichtigsten Postuiate des Judentums unterstrichen, auf dass sich jeder Mensch nicht nur für sich, nicht nur für seine Gemeinschaft, nicht nur für sein Volk, sondern gleichzeitig auch für die JACOB LAPIDUS dipt. Mohel NEUE ADRESSE V1AMONTE 2037 4« B 46-1716 und 48 2124 MOHEL N. PLAKSIN Superl 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Spionagezentrum Tel Aviv. — Vor einigen Tagen wurde enthüllt, dass ein zugunsten Trans. Jordaniens arbeitendes Spionagezentrum in dem nahe der transjordanischen Grenze gelegenen und vorwiegend von israelischen Arabern bewohn, ten Dorf Um Eifachem aufgedeckt worden ist. Eine nicht bekannt gegebene Zahl von Arabern wurde verhaftet, und man erwartet noch weitere Festnahmen. Eis wurde betont, dass die Spionagetätigkeit sich nicht auf Um Eifachem beschränkte und sich möglicherweise auch auf andere Ort ausdehnte. — (ITA) ganze Menschheit verantwortlich fühle. In einer ähnlichen Form fasst Kohelet, der Prediger, seine Lebenserkenntnisse und Lebensweisheiten zusammen: Ehverlangt Ehrfurcht vor Gott und Beachtung seiner Gebote, das ist die religiöse und nationale Bindung, denn die Gebote Gottes, das sind die Gesetze des Volkes. Aber Kohelet sagt dann nicht: wenn Du so handelst, bist du ein ganzer Jude, sondern ein ganzer Mensch! In unserer Welt gibt es ohne Zweifel „naturgegebene“ Unterschiede zwischen den Menschen und Völkern, die sich ebenso durch äussere wie durch innere Faktoren abhe. ben. Zu den äusseren Faktoren gehören z. B. die Hautfarbe und sonstige rassische Unterschiede, zu den inneren die Mentalität, die Entwicklungsstufe, die Traditionen, das geschichtliche Werden von Völkern. Der Begriff „Mensch“ steht darüber, es ist ein Sammelbegriff, um eine bestimmte Art der Lebewesen zu kennzeichnen. Im übertragenen Sinne bedeutet „Mensch“ und Mensch-Sein ein Ideal und ein Streben nach Vollkommenheit. Ein Jude kann nicht über sein Jude-Sein hinwegschreiten, um zu einem idealisierten Mensch-Sein zu gelangen. Er muss erst ein guter Jude sein, um ein guter Mensch zu werden. Das heisst: Habe Ehrfurcht vor Gott und beobachte seine Gesetze. Erst dann bist du ein ganzer Mensch. VII. Das Sukkot-Fest klingt in der Galut mit einem achten Festtag aus, dem Simchat Tora, mit dem sich die Freude am Leben, am Gesetz, am Jude-Sein über alle sonstigen „Moll-Töne“ des Sukkot durchsetzt. Im Laufe der Zeit wurde dieser Festtag immer farbenfreudiger ausgestaltet; er wurde zu einem Freudentag des Alters ebenso wie der Jugend und der Kinder. Denn an diesem Tage der Tora-Freude wird der einjäh. rige Zyklus im Vorlesen der Tora abgeschlossen. Schon bei den Gaonim hatte der Tag bereits seine Funktion, und bereits damit kam zur Beendigung der Neubeginn hinzu. Denn nach dem Abschluss der Tora-Vorlesung Dr. Sernardo SCHWARC2 ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIEST AS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE ic nooc 73-1049 BERNARDO STERN Ausführung saemtliehsr MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-44)52 TELEF. VORANMELDUNG folgt sogleich der Beginn der Vorlesung des Anfanges des 1. Buches. Auch hierin wird einer der grossen Gedanken des Judentums ausgedrückt, dass jedes Ende mit einem Neubeginn verbunden ist. Die Kette der Erkenntnis, der Verpflichtung, der Generationen wird durch das Ende nicht zerstört, denn das En. de ist mit neuem Beginnen gepaart. Hierin ist auch ein Strahl des Gedankens der Ewigkeit zu erblicken, denn das Lesen und damit das Bewusstsein für Existenz und Wirken des Gesetzes wird nicht unterbrochen. Gesetz aber bedeutet die Bindung des Menschen an die Norm, seine Eingliederung in die Gemeinschaft, zu der er gehört. Der Begriff des Gesetzes ist einer der grossen Gedanken der Menschheit, auf ihrem Wege vom einfachen „Naturburschen“ zur Gesittung. Erst durch das Bewusstsein, dass es Ge. setze gibt, die unser Leben regeln und ordnen, und die von jedem zu beachten sind, konnte sich der Mensch aus der Vielzahl der Lebewesen erheben, so, wie der Jude sich dadurch auszeichnet oder von den anderen unterscheidet, dass er das Gesetz vom Sinai für sich als verbindlich betrachtet. Indem er solches tut, ist er erst der ganze Mensch. Nur dieser Jude wird imstande sein, die grossen Aufgaben zu erfüllen, die ihn, LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparee* los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsenaky Pueyrredón 2190, 1? izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000,— jährl. Die russischen Juden Montevideo. — Das Jüdische Zentraleomite Uruguays überreichte kürzlich dem sowjetischen Botschafter in Montevideo ein Memorandum, in dem auf die ver. schiedenen Formen der Diskriminierung gegen die Juden in der Sowjetunion verwiesen und das Ersuchen gestellt wird, den Juden die gleichen Rechte zu gewähren, die andere Minoritäten in Russland gemessen (ITA) den einzelnen Mensehen, und die um als Gesamtheit zu jeder Zeit und in unserer von Kämpfen und Leidenschaften durchbrausten Gegenwart erwarten. Das ist der feste, geistige und moralische Boden, auf dem wir stehen. Das sind keine Theorien. Das ist das Leben, unser Leben! CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeM (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES J E. 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