Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2187 (30.9.1966)
- Date
- 1966-09-30
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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\ ternes, 30 de Septiembre de 196« LA SEMANA ISRAELITA Año XXVII. — N? 2187 — 3 Das internationalste Fest Die drei Wallfahrtsfeste Israels: Pessach, Schawuot und 'Sukkot tragen — im Gegensatz zu den Hohen Feiertagen — rein nationalen Charakter. Das Frühlingsfest Pessach gemahnt an den Auszug aus Aegypten, das Somme rfest Schawuot an die Offenbarung am Berge Sinai und das Herhstfest der Laubhütten an die vierzig Jahre der Wünstenwanderung. Aber gerade dieses letzte Pest das in der Bibel oft nur als Chag schlechthin bezeichnet wird, als das Fest, erfährt sine grandiose Erweiterung vom Nationalen ins Internationale, wie kein anderes Fest des hebräischen Jahres. Der Prophet der Rückkehr aus dem Babylonischen Exil und etwas jüngere Zeitgenosse Haggais. der Prophet Sacharja, beschreibt im letzten Kapitel seines Buches unser Sukkot-Fest als das Wallfahrtsfest nicht nur Israels, sondern aller Völker, die vorher in feindlicher Absicht gegen Jerusalem hinauf gezogen sind. In den Jahren 520—518 v.d.g.Z. hat Sacharja entscheidend beigetrager zum Bau des neuen Tempels und zur Bildung der Heimkehrergemeinde in Jerusalem, und nun sieht er in seiner prophetischen Schau den wiedererstandenen Tempel nicht nur als eine Andachtsstätte des eigenen Volkes, sondern aller Geschlecnter der Erde. Aus Nehemia 12.16 wissen wir, dass Sacharja — ähn lieh wie andere Propheten z. B. Jeremia oder Ezechiel — priesterlicher Herkunft war, von SCHALOM BEN CHORIN MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENTO M47 T E. 35 . 7033 CABILDO 261*4 PAMPA 4979 Zahlungserleichterungen fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung und um so gewaltiger wirkt daher seine Prophezeiung, die alle nationalen Grenzen hinter sich lässt, was freilich manche Kritiker dazu veran. lasst hat, die letzten Kapitel des Buches einem unbekannten, späteren Autor der hellenistischen Zeit, einem zweiten oder sogar dritten Sacharja zuzuschreiben Aber ohne auf diese viel diskutierten textkritischen Probleme eingehen zu wollen, soll der heutige Bibel-Leser die Schau des Hüttenfestes auf sich wirken lassen, wie sie uns das Sacharja - Buch (14:16-18-, bietet• „Und es wird sein: alles was übrig bleibt von all den Völkern, die gegen Jerusalem herankommen, die werden hinauf ziehen Jahr um Jahr, um sich niederzuwerfen vor dem König, dem Ewigen der Scharen, und um das Fest der Hütten zu feiern, und es wird sein: Wer nicht von den Geschlechtern der Erde nach Jesrusalem hinauf zieht, um sich niederzuwerfen vor dem König, dem Ewigen der Scharen, über denen wird kein Regen sein. Und wenn das Völkergeschlecht Aegyptens nicht hinauf zieht und nicht kommt, regnet es nicht auf sie; es wird der Gottesschlag sein, mit dem der Ewige die Völker gen, um das Fest der Hütten schlägt, die nicht hinauf steigen zu feiern. Das wird die Strafe Aegyptens sein und die Strafe aller Völker, die nicht hinauf ziehen, das Fest der Hütten zu feiern.“ Das nationale Fest wird hier also zum internationalen erweitert: nicht nur Israel ist verpflichtet, das Fese der Hütten zu feiern, sondern alle Völker. Und wie Israel am Hüttenfest um Regen bebet — bis zum heutigen Tage — so wird gerade der zurückgehaltene Regen als Strafe für die Völker angesehen die sich der allgemeinen Weltwallfahrt zum Laubhüttenfest nach Jerusalem nicht anschliessen. Der Opferkult in der Zeit des Zweiten Tempels trug diesem Gedanken Rechnung und in Erweiterung des Sukkot-Festes im internationalen Sinne wurden siebzig Stiere für die siebzig Völker der Welt dargebracht. Heute hat man in Israel den internationalen Charakter dieses Festes wieder durch das Gebet für den Weltfrieden er¬ ALFREDO STERN MALERARBEITEN NEUE ADRESSE: Vidal 1575 fast Ecke Pino Tel.: 76-9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpiten Tep pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen. Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN¬ TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI 2083 TEL.: 52 2993 4 Quader von Station Urquiza neuert, das auf dem Zionsberg feierlich rezitiert wird. Das letzte Kapitel des Sacharja-Buches, das mit der Vision des grossen Friedensfestes schliesst. beginnt mit einer schauerlichen Beschrei - bung der Kriegsnot Jerusalems, gegen das sich alle Völ ker verbünden und es zur Hälfte seiner Bewohner berauben. Aber dann naht die göttliche Rettertat, die Feinde werden bestraft und das Reich Gottes bricht an, proklamiert mit jenem gewaltigen Satz, mit dem wte jeden unserer Gottesdienste beschliessen: „Und der Herr wird König sein über alle Lande. An jenem Tage wird der Herr einzig sein und sein Name einzig.“ (Sach. 14.9) Wieso gerade das Laubhüttenfest das Friedensfest der bekehrten Feinde wird und das Feiern gerade dieses Festes die Pflicht aller Völker, das wissen wir nicht; die Bibel sagt es uns nicht. Wir sind hier auf Vermutungen angewiesen, die allerdings naheliegen. Der Gott Israels ist ein Führer-Gott: er hat nicht nur Israel aus Aegypten herausgeführt sondern auch die anderen Völker in ähnlicher U Thant mahnt zum Frieden Vereinte Nationen. — UN - Generalsekretär U Thant appellierte an die Araber und an Israel direkte Verhandlungen über den Frieden zu beginnen. Er warnte vor den „gefährlichen Spannungen“ die im Mittelasien bestehen, und ersuchte alle übrigen Mitglieder der UN um ihre Mitarbeit bei der Suche nach Lösungen für die internationalen Streitfragen. Hierbei betonte er jedoch, dass nur die direkt betroffenen Parteien die Konflikte in einen Frieden umwandeln können. Dieser Appell U Thanis erging im Rahmen der Einleitung zu seinem Jahresbericht, den er der Generalversammlung unterbreitete. (ITA) | Weise ijefreit: „Habe ICH! nicht Israel aus Aegypten geführt und die Aramäer aus Kir?“ (Arnos 9:7). Gott ist, wie Arnos hier verkündet nicht nur der Befreier Israels aus Aegypten, sondern auch der anderen Völker. Sie alle haben ihre Wüstenwanderung hinter sich. Sie alle sollen aber jetzt im Reich Gottes zur Ruhe kommen und sollen wie Israel in Festhütten wohnen und in Jerusalem anbeten: ein endzeitlicher Völkerbund wird hier gesehen; die in Gott vereinten Nationen. Für alle sind die Pforten des Tempels weit geöffnet, nur für Einen ist dort kein Platz mehr für den „Knaani“ den Kanaaniter oder Händler? Das ist die Frage, die die Uebersetzer und Exegeten bewegt: „Welo jihje Knaani od bebejth Adonaj- Zevaoth bajom hahu“, I schliesst unser Sacharja- Text. Die Frage ist nun, ob dies neissen scü: „Und wird kein Kanaaniter menr se;n im Hause des Herrn Zebaoh zu der Zeit“. (Wie Luther z. B. übersetzt) oder: „Kein Händler“ — wie andere hier übersetzen. Bubei löst diese Frage sozusagen synthetisch, indem er übersetzte: ,Kanaankrämer*. Dem Geist der Vision entsprechend darf man hier aber tatsächlich Krämer oder Händler lesen. r>-r Prophet, der alle Völker im Hause Gottes versammelt sieht ähnlich wie Deuteroje^aja der das Haus des Gebetes für alle Völker (Jes. 56,7) verheisst, wird kaum gerade die Kanaaniter ausschüessen wollen, denn im Reiche Gottes gibt es keine Rassentrennung mehr. Alle Volkeder der Erde feiern das Friedensfest der Hütten zu Jerusalem und beten im Tempel .lottes, in welchem aber für die j Händler nein Platz mehr sein | wird für die Geschäftema- 1 eher der Religion, die das I Haus Gottes immer und im- I mer wieder zum Schuck de- I gradieren. | In diesen Tagen, in wel-! chen der Weltfrieden immer | wieder bedroht erscheint und wir trotzdem und gerade deshalb so unerschütterlich ver I trauernd unsere «.büchten ' LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aire* - PUEYRREDON 2190, 1* izq. - T.E. 83-2613 1«. Tiscbri 5727 39. September 1966 REKTOR EINER DEUTSCHEN SCHULE CARLTON- Kleidung ist Kleidungguten Stils sie ist meisterhaft gearbeitet und nicht teurer als gewoehnliche Kleidung. ★ Dieser Satz ist mehr als Slogan. Er ist eine 3e. hauptung, die ich taeglich beweisen muss, immer wieder mit ledern Meter zugeschnittenen Stoffes. ★ Feine MASSKLEIDUNG ★ FERTIGKLEIDUNG in SCHNEIDERTRADITION Carlton ERNST KOPPEL Maipü 982 — T.E. 31-7845 Eine Luxemburger Zeitung berichtete in grosser Aufmachung auf der ersten Seite über den tatsächlich ausserordentlichen Fall eines ehemaligen SS-Mannes, eines gewissen Kurt Knittel der es als Parteimitglied im Hitler- Staat zum Regierungsschulrat gebracht hatte und dann von der allzunachsichtigen Republik wegen seiner Vergangenheit zum — Schuldirekto- „degradiert“ wurde, wobei er pro Monat 40 DMark Gehalt verlor. Knittel wollte diese „grobe Benachteiligung* nicht auf sich sitzen lassen und klagt gegen den Staat auf volle Wiedereinsetzung in sein altes Amt mit natürlich entsprechender Nachzahlung auf seine Gehälter. Die Klage läuft bei einem deutschen Verwaltungsgericht. Was hat nun die Vorgesetzte Behörde des ehemaligen SS-Mannes Knittel veranlasst, den Regierungsschulrat des 3. Reiches zu „bestrafen“? Allein seine SS-Zugehörigkeit? Weit gefehlt. Das Luxemburger Blatt ist in der Lage, Einzelheiten über die Vergangenheit des ehrenwer. ten Schulrektors zu Dringen Dieser hatte die offizielle Mission, im Vemichtungsla ger Auschwitz die SS-Wach mannschaften „in Form“ zu halten. Stets wenn selbst diesen abgehärteten Burschen Skrupel kamen und sie, wie es im Jargon der braunen Gasofenmörder biess „seelisch schlappmach ten*'. sorgte Knittel dafür, dass sie sich nicht auf unnütze sentimentale Abwege verirrten. Er hielt ihnen Schulungsvor¬ Hütten im Lance bauen, sollen wir über du s<.-m nationalen Brauen den gewaltigen internati malen Aspekt dieses Festes nicht verges sen, in dem ein großer Trost und ein mächtigcx’ optimistischer Impuls oeschlossen liegen; der Sieg des Giftesreiches über die Mächte dieser I den Welt. träge, in denen er die „Endlösung“ der Judenfrage als eine absolute nationale Notwendigkeit hinstellte. Er erklärte unter anderem, aass die Juden eine „minderwertige, auszurottende Rasse“ seien, deren Liquidierung aus sanitären Gründen sozusagen humanitäre Pflicht sei. Knittel verstand es so gut, seine unsicher gewordenen Mordbuben wieder aufzumöbeln dass das vernichtungssoll mehr als erfüllt wurde. Der Name dieses Rektors wurde auch im letzten Auschwitzprozess zitiert Einer der Angeklagten sagte einen furchtbaren Satz, der die grausige Vergangenheit dieses Individuums mit einer Klarheit umre-sst die fast unerträglich wirkt. „Knittel“. so sagte einer der angeklagten Mörder von fern Ex-Regierungsschulrat. . hat uns durch seine Vorträge das Morden erst beigebracht!“ Und das verkriecht sich nicht in den letzten Winkel, heilfroh, so unverdient gut davon gekommen zu sein! Das dankt nicht allen german sehen Göttern auf seinen Knien, dass die allzu grossmütige Republik ihn nicht ohne Pension auf jenen Misthaufen der Vergangenneit geworfen hat auf dem er seinerzeit als Händler in Tod und Verwesung, Karriere gemacht hat. Nein, Knittel, Kurt, SS- Mann, Schulungs-Missionar für die „Endlösung“ und Regierungsschulrat im Gangster-Reich, klagte heute, weil er bei dem Unternehmen das Millionen von Unschuldigen das Leben kostete ganze Ml DMark pro Monat verlor .. Man weiss nicht was unfassbarer ist; die Tatsacne, dass ein Knittel noch immer den Pädagogen in einem Rechtsstaat spielen darf oder dass ein menschliches Wesen an einen derartigen Mangel an elementarster Scham leikann. Kurt Kaiser-Blüth ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUER0STUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. E.: 83 - 2613 ’ ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS ¥ SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - V-rwaltungen - Miets-, Zivil- und Handelssachen T. E.: 80 - 6930 PUEYRREDON 2190 osq. Av. LAS HERAS