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Jüdische Wochenschau · 1966-09-30 · 2187 (30.9.1966) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2187 (30.9.1966)
Date
1966-09-30
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Vier»»*, 30 de Septiembre de 1966 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Añ» XXVU. — N* Ha?" Die Gefahren der Wüste (Schluss, von Seite 1) nanntes „Bindestrich-Judentum" ersetzen zu müssen. So kam es zu der völlig verfehlten und unhaltbaren Zerschneidung in ein nationales und in ein religiöser Judentum, die es niemals gegeben hat, weil eine solche Trennung gegen die Idee des Judentums und des Judeseins yerstösst. Das nationale Bewusstsein oder das nationale Bekenntnis aus der jüdischen „Religion" herauslösen zu wollen, hat immer zu Verfallserscheinungen geführt, die mit einer gewollten oder ungewollten Selbstauflösung endeten. Zion aus unseren Gebeten zu streichen, was von einer gewissen assimilatorischen Reform versucht worden ist, blieb genau so absurd wie das; Bemühen. „Gott selbst“ aus | unseren Gebetbüchern zu eli-! minieren, was heute auch! von einem „Rabbiner" verj sucht werden soll, wie uns j mitgeteilt wurde. Solche i Tendenzen einer Dekadenz j oder Verirrung können weder den Kern des Judentums 1 erschüttern noch den Glauj ben der Juden an ihre eigene I "Welt berühren. | Was nur erstaunen muss. Ist die Tatsache, dass diese Abtrünnigen, die den Gottesbegnff und Gottesglauben aus ihren Gebetbüchern zu streichen bemüht sind, den traurigen Mut besitzen, sich „Rabbiner“ zu nennen. Eigentlich heisst Raw Meister und Rabbi mein Meister. Diesen Ehrentitel erhielten bedeutende Gelehrte und die Häupter der Lehrhäuser. Jedenfalls ist die Art von Rabbinern erst in der Emanzipationsepoche bekannt geworden. die das Judentum verkleinern wollten anstatt es Eu verstärken und zu vertiefen. Nach unserer Auffassung sollten die Rabbiner heute wie immer ihre vornehmste Aufgabe darin erblicken, die Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezi algeschaeft CORRENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. 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Bekenntnis zu seinem Gott und zu seinem Volk machen erst den Juden aus, geben ihm Inhalt und Seele, geben ihm Richtschnur für sein Tun, für seine Haltung, für seine Vorstellungs- und seine Gefühlswelt. Erst in einer Zeit, in der sich Juden von den Grundlagen ihrer geistigen Existenz lösten, weil sie Elemente anderer Kulturen in sich aufnahmen und nicht mit den hergebrachten Gedanken zu verarbeiten vermochten, erst in einer solchen Zeit versuchten sie jeweils nach Gutdünken oder nach der eigenen Ueberaeugung einen Teil der Antwort des Jona zu geben und einen anderen zu unterdrücken- Als jedoch über diese Judenheiten, die sich ihrer Dmwrelt angleichen wollten, indem sie sich selbst auf gaben, wieder der Sturm losbrach, der sie in die Wüste oder ins Meer zu schleudern drohte, fanden sie zu sich selbst zurück, kehrten sie um zu ihrem Gott und zu ihrem Volk, erteilten sie wiederum jene uralte Antwort des Jona, die auch heute noch nichts an ibrer Wahrheit und Richtigkeit eingebüsst hat. Aber die Antwort des Jona enthält auch noch einen dritten Aspekt Denn der Prophet begnügte sich nicht mit seinem Bekenntnis als Hebräer, der den Herrn fürchtet. Er fügt die Worte hinzu: „..., den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene geschaffen hat“. Damit weist der Prophet über das eigene nationale und über sein eigenes Glaubensbekenntnis hinaus, indem er auf den Herrn des Himmels, der Meere und des Trockenen, also des Festlan- Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76-5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIISN Scha bbosdeckec TaJJi»- beutel Käppchen Mas zot-Taschen Handand Maschkienstickerel von Bett- und risch Wäsche Dt. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E. Í3-0155 Confitería NIZA Servicios fíe lunch 'de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-4)286 78-1049 des, der Erde hinweist. Jona spricht nicht von seinem Gott oder dem Gott seines Volkes oder dem Gott seines Landes, nein, der Herr, den er fürchtet ist der Herr aller Menschen, aller Wesen alles Seins, des Himmels, der Erde mit ,hren Kontinenten und ihren Meeren. Hier wird der Gedanke der Allgemeingiiltigkeit des Glaubens ausgesprochen. der Blick des Propheten ist auf das Universum. auf das All auf die ganze Menschheit gerichtet Die enge Verwobenheit der Menschen, ihrer Nationen, ihrer Länder und Staaten, ist wohl in keinem Zeitalter mit dieser Klarheit in Erscheinung getreten wie heute. Der technische Fortschritt und der Prozess der Mechanisierung des menschlichen Lebens haben entscheidend dazu beigetragen, die gegenseitige Abhängigkeit durch das Näherrücken und die Ueberwindung der Entfernungen zu vergrössem. Heute kann sich kein Land gesichert fühlen, wenn auf anderen Kontinenten Krieg herrscht, wenn anderswo Hungesnot wütet oder Unruhen das Leben fremder Völker erschüttern. Zu nahe sind alle einander gerückt, als dass ein Schicksal nicht für andere mitgestaltend werden könnte. Die Erde ist in diesem Sinne kleiner geworden Im gleichen Augenblick des Geschehens erhalten wir Kenntnis der Vorgänge in den verlorensten Winkeln unseres Planeten. Damit gewinnt der universalistische Gedanke im Judentum eine ungeahnte Aktualität. Jeder begreift, dass die Zukunft der Menschheit nur eine gemeinsame sein kann, was für deren positive und konstruktive Planung und Gestaltung ebenso gilt wie für deren Vernichtung Vielleicht wird diese unabwendbare Gemeinsamkeit des künftigen Weges, der gesamten Menschheit am Beispiel des Untergangs noch klarer und eindringlicher als für den Fortschritt. Denn jeder versteht, dass bei der unbegrenzten Zierstörungskraft der heutigen Atom- und sonstigen Waffen eine irgendwo auf der Erde geplatzte H-Bombe über den ganzen Erdball Tod und Verderben zu bringen vermag, auch für solche Völker, die noch so weit vom Tatort entfernt liegen mögen, und die noch so wenig mit den Ereignissen zu tun haben, die zu solchen Katastrophen führten. Im Angesicht dieser Situation fällt uns — oder auch was — die unabweisbare Aufgabe zu, bei der Wüstenwan derung durch unsere Zeit die atle Menschen angetreten haben, diesen universalistischen Aspekt der Antwort des Jona allen Menschen und Völkern zur Kenntnis zu Prof. Veks4er versterben New York. — Wie hier mitgeteilt wurde, verstarb in Moskau in der vergangenen Woche der 59 Jahre alte berühmte sowjetische Kernphysiker Vladimir I. Veksler, der Jude war. Mitglied der sowjetischen Akademie der Wissenschaften. war Veklsler einer der grössten Spezialisten auf dem Gebiet der kosmischen Strahlungen und nahm am Programm der sowjetischen kosmophysikalischen Forschungen teil. Nikolai Bogolinbov, der Direktor des Instituts für nukleare Forschung in Dybna erklärte, der Tod Vekslers sei ein schwerer Verlust für die Wissenschaft in der ganzen Welt. JACOB LAPIDUS dipt. Möbel NEUE 4DRESSE VIAMONTE 2037 4p B 46-1716 und 48-2124 bringen. Dass dieses Bewusstsein vorhanden und lebendig ist, dafür zeugt allein schon die Existenz einer internationalen Körperschaft, wie es die UN sind, deren Aufgabe es darstellt, alle Völker auf den Weg des Friedens zu führen, durch den allein das schreckliche Unheil abgewandt werden kann, das der Menschheit droht. So wie jeder einzelne Jude sich für seine Gemeinschaft, für sein Volk, für .seine Brüder mitverantwortlich fühlt, so sollen die Menschen allmählich lernen, dass jeder am Schicksal, am Leben wie am Untergang des anderen eine Mitverantwortung zu tragen berufen ist. Deswegen ist es ebenso ein Ausdruck ethischer Reife wie politi. scher Weisheit, die Kräfte zu stärken, die um den Frieden ringen, und alle aufzurufen, an einer besseren Welt mitzuarbeiten, in welcher die Gegensätze von gestern in naher Zukunft überwunden werden. Nicht nur in der für uns von Jona gegebenen Antwort wurden nationales und religiöses Bekenntnis, nationales und religiöses Bewusstsein zu einer absoluten Einheit verbunden, sondern auch unsere Verantwortlichkeit des einen für den anderen, des einen Juden für alle Juden, des einen Menschen für alle Menschen wird hier eindringlich postuliert. Deswegen kreisen unsere Sorgen nicht nur um unser eigenes Leben, um die Zukunft unseres Volkes, um die Sicherheit Israels, so gross diese Sorgen — jede für sich und erst recht alle zusammen — auch sein . mögen. Das, was draussen in ] der Welt vor sich gent, muss j uns mit gleicher Intensität interessieren: der Krieg in Vietnam, die Unterdrückung der Freiheit in den kommunistischen Ländern, die Rebellion der Jugend, die sich wie eine ansteckende Krankheit über alle Kontinente , hinzieht. Das sind nur einige; der Probleme, von deren Löi sung auch dann unser Schicksal abhängig bleibt wenn wir selbst für uns eine vernünftige Lösung gefunden haben würden. Es hat lange Zeit gedauert, bis jede Judenheit erkannt M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TET,EF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtliebtr MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58 4052 hat, dass die Probleme der einen auch die der anderen sind. Für den verhängnisvollen Fehler anzunehmen, dass die Not der einen Judenheit, z. B. im europäischen Osten, nur deren spezifisches Problem wäre, mussten Hunderttausende aus anderen Ländern sterben, nur weil sie nicht an die Allgemeinheit des jüdischen Schicksals zu glauben vermochten. Mit dieser schwer bezahlten Erkenntnis von der Einheitlichkeit des jüdischen Schicksals kommen wir in unserer Zeit jedoch nicht mehr aus. Wir müssen dazu lernen, dass die Allgemeingültigkeit und Gleichförmigkeit der das Leben aller Völker beherrschenden ideellen wie materiellen Kräfte schon die Schranke einzelner Nationalitäten durchbrochen hat. Eis gibt nur noch einen Weg für alle Menschen und Völker. Trotz der unverkennbaren Vielfalt der Lebenserscheinungen leuchtet das gemeinsame Ziel und damit die gemeinsame Zukunft für alle auf. Diese Zeichen der Zeit müssen verstanden und nach ihnen gelebt und gehandelt werden. Unterschiede zwischen Menschen bestehen. An dieser Grundtatsache kann durch Gefühle und durch schöne Worte nichts geändert werden. Deswegen bekennen wir uns für unseren Teil als Juden (Iwri anochi). Deswegen betonen wir unsere eigene LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsenaky Pueyrredón 2190, 1? izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000,— jährt. Keine „Wunderkinder" Tel Aviv. — Der deutsche Film „Wir W underkinder“ wurde von der Film, und Theaterkontrollstelle für die Aufführung in Israel nicht freigegeben. Glaubens- und Voretellungswelt (Ich fürchte den Herrn). Aber wir müssen heute die volle Antwort des Jona erteilen, weil wir als Juden unsere Mitverantwortung an der ganzen Menschheit zu übernehmen haben und diese auch erfüllen wollen Deswegen tritt zu dem eigenen (nationalen wie religiösen) Bekenntnis als Juden das universalistische zur ganzen Menschheit mit allen Folgerungen, die sich hieraus ergeben. CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeW (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES L E. URIBURU 285 41 2331 — 2240 47-5875 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY MEDICO CIRUJANO M. 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