Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2185 (14.9.1966)
- Date
- 1966-09-14
- Page
- [Seite 18] (sequence 18)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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18 — ftiiefliula»,'"CI é* Septiembre 4« 1966 LA SEMANA ISRAELITA Añ» XXVII. ~ NV 2185 Bl ick in die Welt von HAROLD SCHWÄRGZ ADAM MALIK. Aussenminister Indonesiens, musste seine geplante Moskau-Reise auf Wunsch der Sowjetunion verlegen. — CHARLES DE GAULLE verlangte in einer einer vielen Reden den Rückzug der Nordamerikaner aus Vietnam DER. BESUCH eines nordamerikanischen Schiffes in einem türkischen Hafen löste einen Protest der Sowjets aus. — EINE PRAEHTSTORISCHE Festung wurde in Peru entdeckt. — DIE PRAESIDENTEN aller amerikanischen Landet sollen in einer Gipfelkonferenz zusammentreten — IN PARIS begann der Ben Barka-Prozess, der als der Prozess des Jahrhunderts bezeichnet wurde. — PAPST PAL'L VI. bedauerte, dass die guten Ideen in der Welt durch solche verdrängt werden, die zu einer Katastrophe führen können. — BULGARIEN beschuldigte das Rote China, den Kampf gegen die ,,imperialistische Aggression“* zu erschweren. MALASIEN und Indonesien wollen im Kampf gegen den Kommunismus auch auf militärischem Gebiet kooperieren. — DELEGIERTE aus 28 Ländern appellierten an die UN in einer Konferenz in Brasilien, gegen den Apartheid (Rassentrennung) in Südafrika einzuschreiten. — STUDENTEN demonstrierten in New Delhi (Indien) gegen Polizei-Massnahmen. — HAROLD WILSON, der englische Premier, appellierte an die Führer der Arbeiterschaft und der Gewerkschaften, die Wirtschaftsmassnahmen der Regierung zu unterstützen. was auch beschlossen wurde. — LYNDON JOHNSON erklärte in seiner Antwort auf die letzte Rede de Gaulles, die USA würden ihre Vietnam- Politik nicht ändern. — TITO. Präsident Jugoslawiens, kündigte einen völligen Strukturwandel der kommunistischen Partei semes Landes an. — HENDRIK VERWOERD, der Ministerpräsident Südafrikas. wurde von einem Weissen im Parlament ermordet.— DER SOWJETISCHE BLOCK beschloss, seine Beziehungen zum kommunistischen China abzubrechen. — WLADISLAW GOMULKA, der polnische Kommuni. stenführer, versprach, die polnische Hilfe für Nord Vietnam zu verstärken. — NGUYEN CAO KY, der südvietnamesische Ministerpräsident. will sich als Präsidentschaftskandidat aufstellen lassen, was den Amerikanern nicht gefällt. — DIE INTERAMERIKANISCHE Presse - Organisation forderte den chilenischen Präsidenten Frei auf. sich weiterer Interventionen und Kontrollen über die Presse zu enthalten. — ALBERTO HEBER ist einer der Präsidentschaftskandidaten in Uruguay. — GAMAL NASSER, der Präsident Aegyptens, hat eine neue Regierung ernannt, deren Ministerpräsident Sidki Suleiman geworden ist. — HAROLD WILSON britischer Premier, erhielt die volle Unterstützung bei seinem Vorhaben, energischer gegen Rhodesien vorzugehen. — DER VATIKAN stellte die diplomatischen Beziehungen zu Jugoslawien wieder her, die seit 1952 unterbrochen waren, — PRAESIDENT BARRIENTOS stellt in Abrede, dass bolivianische Flugzeuge chilenisches Hoheitsgebiet überflogen hätten. —! Uli -Jtl ■j* In einem Laboratorium der neuen Berufsschule in Beer Schewa werden die Schüler im Gebrauch elektronischer Apparate unterwiesen. 1000jüdische Lehrer noetig New York. — In den Verei nigten Staaten gibt es etwa 13.000 jüdische Lehrer. Die Lehrerseminare bilden jedes Jahr 120 Kräfte aus wovon die Hälfte nach einigen Jahren einen anderen Beruf er greift. Jedes Jahr konnten etwa 1.000 neue jüdische Lehrer beschäftigt werden. Man hilft sich einstweilig damit, dass man Personen anstellt, die kein Lehrerexamen vorzu weisen haben. Sowohl auf lokaler Ebene wie in der Zusammenarbeit der Erziehungs-Institutionen ist man bestrebt, dem Lehrermangel abzuhelfen. Es fehlt aber auch an Rabbinern, besonders an den klei neren Orten. Wenn sich ein Rabbiner aus Altersgründen zurückzieht oder ein neuer Rabbiner gewählt werden muss, ist es fast ausgeschlossen, einen Ersatz zu finden. Die Absolventen der Seminare, welche noch keinen Militärdienst geleistet haben, werden veranlasst zuerst einen Posten als Armeerabbiner anzunehmen Bei den Reformrabbinern war es möglich, 85 Posten zu besetzen, darunter solche in Irland, England, den Philippinen und in Finnland. Die Reformseminare haben dieses Jahr fünf Prozent mehr An. meldungen aufzuweisen. Die Zentralstelle der konservativen Rabbiner haben 60 Plazierungen vornehmen können; aber 150 Begehren konnten nicht erfüllt werden. Die Jeschiwa ■ Universität hatte 144 Begehren erhalten, aber nur 40 orthodoxe Rabbiner könnten noch plaziert werden. In New York befinden sich nach einer Erhebung des American Jewish Committee bei 50 Sparbanken nur drei Prozent Juden in leitenden Stellungen, obwohl die jüdische Bevölkerung in de. Stadt ein Viertel ausmacht Es handle sich hier um eine de facto - Diskriminierung durch die Verwaltungsräte der Banken. Die Zahl der jüdischen Bankangestellten ist nicht bekannt, weil die Ban ken hierüber keine Angaben machen. Wie der National Jewish Welfare Board berichtet, sind den jüdischen Gemeindezentren 700.000 Juden angeschlossen was seit 1953 eine Steigerung um 30 Prozent bedeutet. Die Ausgaben haben im letzten Jahr 306 Millionen Dollar erreicht. In Brooklyn wohnen über 15.000 sefardische Juden die meist aus Syrien stammen. Ausser der grossen Synagoge besitzen die Juden von Damaskus und Aleppo noch weitere vier Synagogen und eine Jeschiwa mit 300 Schülern. Dtte Umgangssprache ist hier noch Arabisch jedenfalls in der ersten und zweiten Generation, die dritte spricht nur noch Englisch. Die sefardischen Juden aus der Türkei und Griechenland, die meistens in der Bronx wohnen, haben ihre NACHRICHTEN AUS ISRAEL ENTSALZTES GRUNDWASSER Die Gesellschaft Mekorot begann kürzlich zum ersten Mal Grundwasser zu verwenden, das in der Versuchsanlage in Zeelim im Negew entsalzt worden war, und lieferte es an die Siedlungen der Umgebung Die Entsalzungsanlage in Zeelim wurde nach den Instruktionen der Wissenschaftler der Entsalzungs-Abteilung im Institut zur Erforschung des Negew in Beer Schewa errichtet In dieser Anlage wurden bis jetzt 500.000 IL investiert und man glaubt, dass sie mehr als 500 Kubikmeter Süsswasser pro Tag liefern können wird. Aufgrund des Versuches von Zeelim begann man bereits die Planung einer grossen Entsalzungsanlage, die 3 Mio IL kosten und eine Lieferungskapazität von 5.000 Kubikmetern pro Tag haben wird. Mit ihrer Konstruktion wird im kommenden Jahr in Maschawa Sade begonnen werden. LAN DES W A SSF RLKITUNG 5725 war das erste Jahr, in dem die Landeswasserleitung voll und normal funktionierte. Die im Jahre 1965 gelie. ferte Wassermenge wird auf 1.230 Millionen Kubikmeter geschätzt; davon erhält die Landwirtschaft ungefähr eine Milliarde, also 80 Prozent, während der Rest dem Verbrauch der Städte und industriellen Zwecken dient. Erzieh ungs - Institutionen eher vernachlässigt, während die syrischen Juden in dieser Beziehung eine grosse Aktivi tät zeigen. 60 Prozent der Kinder syrischer Juden erhalten eine volle jüdische Erziehung. Die syrische Gemeinde unterhält eine Abteilung zur Hilfe an die jüdt sehen Schulen in Marokko, Tunesien, Persien und Tanger. Diese Arbeit wird vom Joint mit 75 Prozent subventioniert. Unter den syrischen Juden gibt es eine Reihe von Millionären, die auch für Israel grosse Spenden geben, besonders für die dortigen sefardischen Schulen. EINE FRAGE: Haben die Juden in der Gaiut heute wenigstens den notwendigen geschichtlichen Sinn bewiesen und die grosse, einmalige Chance erfasst, die ihnen nach der Gründung Israels zufiel? Ohne die grosse Zahl der Getreuen zu verkennen, die durch ihre Arbeit und Leistungen zum Erfolg der Kampagne beitragen, dürften Zweifel daran berechtigt sein, ob unser Volk wenigstens diesmal seine Aufgabe voll erkannt hat, ob es den Ruf der Geschichte hoert und versteht, Waere dies wirklich der Fall, dann waeren die Schwierigkeiten nicht so grosse, mit denen wir uns bei der taeglichen Arbeit auseinandersetzen müssen, sonst waere der Kreis derjenigen nicht so erheblich, die noch abseits stehen oder durch geringfügige Bei Steuerungen vermeinen, ihre Pflicht erfüllt zu haben. DIE ANTWORT Jedes Volk muss für sein geschichtliches Versagen leiden. Die letzten Jahrzehnte haben uns das voll zum Bewusstsein gebracht Dass die jüdische Heimstaette nicht mit allen Moeglichkeiten erbaut worden ist, als wir durch das Mandat die Chance hierzu erhalten hatten, war ein Fehler, der mit Blut und Traenen bezahlt werden musste. Aus unserem Schick* sal zu lernen und uns auf unsere Aufgaben zu besinnen, das ist der grosse Ruf, der an jeden Juden er geht. Man soll nicht annehmen, dass Geld oder eine Selbstbesteuerung ausreichen, obwohl dies allein schon von der moralischen Kraft Zeugnis ablegt, die in unserem Volk schlummert. Darüber hinaus ist jeder Einzelne gerufen, an dem grandiosen Werk jüdischer Renaissance durch seine Arbeit mitzuwirken. COMITE CEMTROEUROPEO DE LA CAMPAÑA UNIDA (Keren Hajessod)' SARMIENTO 2376, ID. — T. E. 47.38«« s