Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2185 (14.9.1966)
- Date
- 1966-09-14
- Page
- [Seite 19] (sequence 19)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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M* ,DfiSWASSüRLHTUNO 25 war das erste Jahr die LandeswasserleitUng und normal funktionier? >ie im Jahre 1965 gelle, Wassermenge wird auf Millionen Kubikmeter atzt’ won ertiält die Wirtschaft ungefähr eilUiarde, also so Prozent nd der Rest dem Veri der Städte und indun Zwecken dient. ings - Institutionen machlässigt, während sehen Juden in dieser mg eine grosse Aktiyi en. 60 Prozent der syrischer Juden ersine volle jüdisohe Er- Die syrische Ge. unterhält eine Abteiir Hilfe an die jüdl Schulen in Marokko, n, Persien und Tanse Arbeit wird vom 175 Prozent subrenünter den syrischen bt es eine Reihe von en, die auch für I«. se Spenden geben, für die dortigen hen Schulen. Aftrcoles, 14 de Septiembre de I960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXVII. — N* *185 — 19 Theodor Herzl Sigo, del Estero 454, IX, of. 36 T. E. 3S-5SÍ6 Dank an einen zionistischen Lehrerl \udl heilte IlOCh Am 13. August dieses Jahres konnte Dr. Walter Kohner in voller geistiger und körperlicher Frische seinen SO. Geburtstag begehen. Wohl gelten hat ein zionistischer Kämpfer so engen Kontakt mit den Führern der Bewegung in der romantischen wie auch vorstaatlichen Zeit des Zionismus gehabt wie dieser Arzt, den man auch ruhig in einer gewissen Zeit ¡zwischen den beiden Weltkriegen als Arzt der Bewegung bezeichnen durfte. Walter Kohner wurde in Karlsbad am 13. August 1886 in Böhmen geboren, jenes Karlsbad, das bis zum Zwei, ten Weltkrieg internationaler Weltkurort war, und das seit Jahrhunderten der Treffpunkt der Spitzen und Ver. treter des politischen, geistigen und gesellschaftlichen Lebens war. Juden aus aller Welt besonders aber aus Osteuropa und Amerika trafen sieh hier, knüpften Freund, schalten und politische und wirtschaftliche Fäden an. So war Walter Kohner in einer Stadt geboren, die oftmals, wenn auch fälschlich aber trotzdem zutreffend, mit London verglichen wurde Nach Absolvierung der Vc.ks. und Mittelschule besuchte er die Hochschulen in Frag uiid Wien, wo er auch die ärztliche Ausbildung genese. Das Elternhaus war sowohl politisch wie auch in jüdischer Beziehung indifferent doch nicht assimiliert. Schön in der Mittelschule War er in der Mittelschülervereirigung zionistisch orga. nisiert und trat 1905 als Mitglied der Jüdisch-Akademb Sehen Verbindung Barissia bei. Diese Verbindung, die noch als eine der wenigen schlagenden Verbindungen bestand, hatte auf sein späteres zionistisches Wirken den grössten Einfluss. Seine von FRITZ ULLMANN, Jerusalem damaligen Vorträge und Agitationsreisen in der Provinz machten ihn bald als zionistischen Kämpfer bekannt. Aber nichf nur Rededuelle sondern nicht weniger als 12 Säbelduelle focht er gegen die Deutschen Burschenschaftler, sei es gegen liberale, sei es gegen nationale Deutsche, aus. 1911 machte er sich einen Namen durch die Herausgabe des völlig vergriffenen Protokolls des Ersten Zionistenkongresses, zu welchem Nor. dau und Wolffsohn ein Vorwort schrieben. In diese© Zeit fällt meine erste Erinnerung als 9jähriger Junge, als ich einen Vortrag im Einzelverein Zion in Karlsbad, dem Vorläufer der späteren Zionistischen Ortsgruppe, von Walter Kohner hörte. Viel verstand ich damals nicht. Aber es wurde mir klar, dass wir Juden in einer besonderen Stellung in unserer Stadt lebten und für eine andere als die gemeinlauf.ge Zukunft sorgen sollten. Ich selbst, in einem zionistischen Elternhaus erzogen blätterte damals schon häufig in der Zeitschrift „Die Welt“ Wahrend des Ersten Weltkrieges war Walter Kohner an der südlichen Front, Serbien, Mazedonien und Italien, Kommandant eines Infek. tionsspitals, eines Feldlazaretts und Bataillons-Chefarzt eines Infanterieregiments. Er kam von der Front auf Urlaub nach Karlsbad und hielt in dem neu gegründeten Blau Weiss eine Serie von Vorträgen die die Blau Weiss-Jugend mitriss. Zur selben Zeit gründete er die Zeitschrift der Alten Herren Barissia, die die Aufgabe hatte, den Zusammenhang der Barissen zu bewahren. Centro Theodor Herzl GEBETZEITEN IM SALON SARMIENTO 2523 ROSCH HASCHANAH Diese Zeitung bestand 45 Jahre hindurch. Nach dem Zusammenbruch der Oesterreichisc-h-Ungarischen Monarchie kam Kohner nach Karlsbad zurück und war Mitglied des damaligen Soldatenrates. Doch bereits im Oktober 1918 gründete er die Zionistische Ortsgruppe, deren Vorsitzender er sieben Jahre lang war. Meine mehr als fünf Jahrzehnte währende Zusammen, arbeit mit Dr. Walter Kohner war in verschiedener Richtung von gewisser Bedeutung für die Zionistische Bewegung, beziehungsweise für die Zionistische Weltorganisation. Walter Kohner führte mich nicht nur in die Zionistische Geschichte in die Zionistische Bewegung ein, sondern er verstand es auch, den mir innewohnen, den organisatorischen Sinn zu wecken, und durch sein Beispiel den Wert der Kleinarbeit schätzen zu lernen. Im Wartezimmer des Kurarztes Dr. Walter Kohner traf ich mit Persönlichkeiten der grossen zionistischen Welt zusammen. Waren doch Ussischkin, Motzkin, Hantke, Vera Weizmann, Sokolöv und Arlosoroff, Bialik und Max Brod, Dizengoff und Alfred Klee, Manoach und Yitzchak Grünbaum, Herschi Farbstein und Berl Locker, Gronemann und Arnold Zweig, Reuben Braining und Kareski, Trotzki (Krimprojekt) und Ludwig Hardt, Anita Müller und Hodes, David Yellin und Nathan Birnbaum, Oberrabbiner Dr. Niemerover sowie Frau Jabotinsky, Siegmund Katzenelson und Leo Herrman, Robert und Felix Weltsch und viele andere seine ständigen Patienten. Bei den Karlsbader Weltkongressen und der Welthilfskonferenz, wo er mich bereits als Mitorganisator der Zionistischen Weltorganisation zur Verfügung stellte, hatte er bereits eine führende Stel- 8.15 Uhr Anfang, Brochaus 8.30 Hamelech 10 Ausheben 10.15 Leinen 10.45 Predigt 11 Schofar 11.15 Ein he ben 11.30 Hineni Heoni Mimaas, Musaf 13 Sehluss-Kaddisch KOL N 1 D R E 18.15 Uhr Anfang JOM K 1 P U R 8.15 Uhr Anfang, Brochaus 8.45 Hamelech 10.45 Ausheben H.15 Leinen fa.30 Predigt Maskir 13.30 Einheben 13.45 Hineni Heoni Mimaas, Musaf 15.45 Jugendansprache (spanisch) 16.10 Minchoh 16.55 Predigt Iff Neiloh 18.23 Ausgang Prognose Man nimmt an, dass im Jahre 1970 der Wert der landwirtschaftlichen Ausfuhr — sowohl, von frischen als auch von verarbeiteten Produkten — 156.000 Mio Dollar betragen wird. 84 Mio wird der Zitrusexport einbringen 36 Mio die Ausfuhr von anderen frischen Produktionen, während der gleiche Betrag auf den Export von verarbeiteten landwirtschaftlichen Produkten entfallen wird. Laut Plan wird im Jahre 1970 der gegenwärtig 90 Tonnen betragende Export von Avocado 5.000 Tonnen erreicht haben. Für grünen Pfeffer beträgt die Voraussage 3.500, für Karotten 12.000, für Melonen 4.500 und für Erdbeeren 400 Tonnen. In beträchtlichem Masse wird auch der Export von Blumen und Zierpflanzen steigen, da man laut Plan die Anbaufläche in Glashäusern von den jetzigen 100 Dunam auf mehr als 700 Dunam im Jahre, 1970 erhöhen will. Man rechnet mit einer zehnfachen Steigerung dee Ertrages der Blumenausführ: heute bringt sile 400 000 Dollar ein, und im Jahre 1970 sollen 4 Mio Dollar er zielt werden. Gegenüber dr-n heutigen 295 Mio Liter Milch sollen 1970 etwa 380 Mio Liter vermarktet weiden. lung in Organisationsfragen eingenommen. Unermüdlich war seine Arbeit auch für den Keren Kajemet in welchem er Blau Weiss-Redouten im grossen Karlsbader Schützenhaus mit grossem Erfolg organisierte, das bekannte Karlsbader, leider in Verlust geratene, Sammelbuch für den Keren Kajemet schuf, das Tausende von Unterschriften von führenden Zionisten enthielt und last but not least, die Schöpfung der IMI der" Sammeltasche für den Keren Kajemet, die in aller Welt damals viele Zehn, tausende Pfund Sterling einbrachte. Diese IMI war eine der beliebtesten Sammelmittel des Keren Kajemet geworden, die aus Kohners erfinderischer Eingebung aus dem Vorbild des Karlsbader Brunnenbechers entstand. Nicht nur, dass mich Kohner der Organisation näher brachte, der Kleinarbeit zuführte und mir zu den zionistischen Persönlichkeiten Zugang verschaffte, brachte er mich mit Felix Rosenblüth sowie mit Martin Rosenblüth zusammen, die mich in die „Wissenschaft des Kongressbetriebes“ einführten und so zum leitenden Kongressbürobeamten für mehr als eine Generation machten. All dies hat meine Lebenslaufbahn meinen Lebensinhalt und mein Lebensziel entscheidend beeinflusst und mir Dr. Kohner zum Lehrer der zionistischen Wirklichkeit und des; zionistischen Wirkens gemacht. Heute danke ich Dr. Kohner an seinem 80. Geburtstage aufrichtig für all das, was er mir an zionistischem Gedankengut, an Energie und Ausdauer, an Liebe zum jüdischen Volke gegeben hat. j Seine beiden Kinder, der | Sohn im Kibbuz, die Tochter; verheiratet mit einem hohen Offizier der Armee, verkör. I pern seinen Zionismus. Möi gen ihm noch viele Jahre an I der Seite seiner Gattin die j ihm stets ein treuer Mitkämpfer für seine Ideale j war, beschieden sein. Die Zeiten ändern sich. Die Richtigkeit dieser oft gebrauchten Redensart kann man am Beispiel der Bewertung und Wirkung der Zionistischen Organisation beobachten. Es gab eine Epoche, da war der Zionismus in gewissen jüdischen Kreisen verpönt. Man lächelte und lachte über die Bemühungen des „Phantasten“ Theodor Herzl, „mit den Juden in dieser Zeit Staat machen zu wollen“ wie es in einem, von einem Juden geschriebenen Spottvers hiess Dann kam eine Zeit, wo jeder „schon immer“ selbst ein Zionist gewesen sein wollte. Das waren die Jahre des heroischen Kampfes um die Freiheit des jüdischen Volkes und jene bewegende Epoche, in welcher der Staat Israel geboren wurde. Das war die Zeit, als das kleine jüdische Land über eine gewaltige Uebermacht von Feinden triumphierte. . Inzwischen ist es ruhiger geworden. Die Zionistische Bewegung, vie'en unbequem als das Gewissen des jüdischen Volkes, hatte ihr grosses Ziel erreicht. Deswegen — sc argumentierten diese Kreise — sei sie überflüssig geworden. Hinzu kam eine ungünstige politische Situation durch das Erstarken Nassers. Denn der grösste Gegner Israels wollte mic allen Mitteln in der richtigen Erkenntnis, dass das jüdische Volk der wichtigste und stärkste Verbündete Israels ist, einen Keil zwischen den Staat Israel und das Volk Israel in der Welt treiben. Einige Juden witterten Morgenluft. Sie glaubten im Angesicht einer anscheinend drohenden Gefahr sich am billigsten dadurch zu retten, dass sie diese Theorie des Nasserismus akzep. tierten und die Unterscheidung zwischen Irael auf der einen und dem jüdischen Volk auf der anderen Seite annahmen. Auf diese Linie hatten sich auch die Antisemiten aller Länder geeinigt, weil sie verstanden, dass hier eine Möglichkeit besteht, die Juden als Gesamtheit zu schwächen. Dieser Versuch ist im wesentlichen gescheitert, wenn auch die von dieser politischen Warte aus bestehende Be. drohung noch nicht ganz gewichen ist. Aber diese Versuche des Nasserismus und der in diesem Kielwasser treibenden Juden beweisen nur um so stärker, dass die Zionistische Bewegung und die Zionistische Organisation auch heute r.oeh eine entscheidende Funktion im jüdischen Leben und eine grosse Aufgabe für unsere Zukunft zu erfüllen haben. Der Kampf um die Befreiung aller Juden ist noch nicht beendet. Die Verteidigung der jüdischen Einheit und Einheitlichkeit, der Kampf um die Durchsetzung der Forderung „Wir sind ein Volk, ein Volk“ müssen weitergeführt werden. Nur die Zionistische Organisation ist dazu berufen, das Werk fortzuführen und zu vollenden, das mit der Schaffung Israels begonnen wurde. Der Zionismus hat dem jüdischen Volk den Willen zur Freiheit, das Bewusstsein der eigenen Würde und des Stolzes wiedergegeben. Nur die Zionistische Organisation kann diese Werte erhalten vnd verteidigen, denn sie ist nicht nur Ausdruck unseres politischen Wollens, unserer nationalen Zukunft und des jiidischen Gewissens, sondern sie ist auch heute noch der tragende Faktor, die Brücke, das vereinigende Band zwischen dem Staat und dem Lande Israel mit dem jüdischen Volk in aller Welt. Es mag se>n, dass durch gewisse politische Konstellationen Schwierigkeiten bestehen und eine Krisenstimmung herrscht. Aber solche Krisen werden überwunden werden und Stimmungen verfliegen. Was bleibt, das ist die grosse Aufgabe, die der Zionismus auch heute und trotz allem auch heute noch zu erfüllen hat. VORANZEIGE Theodor Herzl Gesellschaft GEMEINSAM MET ALLEN GEMEINDEN UND ORGANISATIONEN zeigen an, dass S E., Israels Botschafter in Argentinien, Herr Dr. MOSHE ALOH auf einer Veranstaltung das Wort ergreifen wird, die am DONNERS¬ TAG, DEN 13. OKTOBER, um 21 Uhr in den Raeumen von Bit Cramer 2070, stattfinden wird. Thema: Israel im Herzl-Jahr Wir bitten alle befreundeten Gemeinden und Organisationen, diesse Datum zu berücksichtigen und laden schon jetzi alle zu dieser Veranstaltung ein. —