Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2185 (14.9.1966)
- Date
- 1966-09-14
- Page
- [Seite 16] (sequence 16)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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✓ H — Bflrrcol— 14 de Septiembre de 1966 JÜDISCHE WOCHEN»»HAU AO* XXVII. — PO tm Zwei Piloten standen vor kurzem im Mittelpunkt des Öffentlichen Interesses ln Israel: der eine diente in der RAF und den israelischen Luftstreitkräften, war Zivilpilot und wurde Gastronom, ein Draufgänger; der andere war Nazi, diente in der deutsehen Luftwaffe, war von der Ueberlegenheit der „nordischen Rasse“ überzeugt und wurde auf der Suche nach Gott. Wahrheit, dem seelischen Frieden und dem Frieden auf Erden Einsiedler und gläubiger Jude in der Hügellandschaft von Jokneam. Zwischen den beiden Piloten — Abe Nathan und Oskar Adar — liegen Welten. Im Gegensatz zu Nathan sucht Adar nicht das Scheinwerferlicht, sondern die stille Zurückgezogenheit. Fern vom Lichterglanz des Dizengoff-Boulevards. der echten .Heimat“ Abe Nathans, lebt Oskar Adar in einer einsamen Holzbaracke ohne Wasserleitung ohne sanitäre Einrichtungen, schläft auf einem bescheidenen Eisenbett und ernährt sich von Feldarbeit. Den Namen Abe Nathans und seine Geschichte kennt heutzusage jedes Kind in Israel, kennen die Zeitungsleser in aller Welt. Von Oskar Adar, der demnächst nach seinem offiziellen Uebertritt zum Judentum den Namen Ascher tragen wird und schon heute in der Bibel bewanderter ist als zahlreiche Söhne des biblischen Volkes, ist weit weniger bekannt. Dabei hat auch Oskar Adar genau wie Abe Nathan, nicht nur den eigenen seelischen Frieden gesucht, sondern auch den Frieden zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn. Schon im Juli 1964 setzte er sich mit Abdel Nasser in Verbindung allerdings nur schriftlich. Er schüttete dem ägyptischen Diktator sein Herz aus: er sei ein Deutscher von Geburt, der treu der Hitler-Jugend und der Luftwaffe diente, bald aber fühlte dass etwas nicht in Ordnung sei mit seinen An- Auf der Suche nach Wahrheit JUEDISCHE BUCHHANDLUNG TALLESSIM, MACHSO¬ RIM (span. Uebersetzg., LUACH 5727, Neujahrs- Glückwunschkai ten G. KAPLANSKY Pueyrredón 451 T. E. 89.3431 sichten. Er begab sich daraufhin auf die Suche nach der Lebenswahrheit. Er fuhr nach Indien, um den Hinduismus und die Lehren Gandhis zu studieren; er setzte den Weg fort nach Pakistan, wo er sich mit dem heiligen Koran bekannt machte. Schliesslich pilgerte er nach Jerusalem, um das Wesen des jüdischen Volkes kennenzulernen. Und da gingen ihm die Augen auf. Nun wolle er an das islamische Gewissen des ägyptischen Präsidenten appellieren, er möge seiive Haltung Israel gegenüber ändern und nicht den Irrtum des Christentums begehen das jüdische Volk als von Gott verdammt betrachten. Ebensowenig, wie Abdel Nasser Abe Nathan in Audienz empfing, antwortete er auf den Brief Oskar Adars. Aber Oskar verzweifelt nicht. Er hat schon manches im Leben erfahren, seit er mit der sozialistischen Tradition seiner Familie gebrochen hatte, um in der Uniform der Hitler-Jugend den germanisenen Göttern und dem .Führer' zu dienen. Er diente in der Nazi-Luftw'affe, doch als der Krieg zu Ende war, ahnte er, dass er falschen Göttern opferte eine falsche Lehre in sich aufsaugte. Aber er wusste immer noch nicht wo er die Wahrheit finden könne, durch welche Lehre er die Irrlehre des Nazismus ersetzen solle. Er verliess seine Heimat, um zu wandern und zu lernen. Er suchte das Positive in jeder Lehre, aber er fand weder im Hinduismus noch im Buddhismus oder im Islam die innere Befriedigung Er verweilt unter den Schülern Gandhis, versehliesst sich mit den Mönchen in buddhistischen Klöstern, übt Yoga in den Bergen des Himalaja, drückt die Bänke islamischer Lehrstätten in Pakistan. Doch je mehr er lernt, umso verwirrter und unwissender wird er. Nun versucht er, wieder zum Christentum zurückzukehren, und beginnt mit dem Studium des Alten Testaments. Er folgt den Spuren der Bibel in Transjordanien vernimmt dort von einer Griechin von den „Wundern“ Israels und passiert das Mandelbaumtor. Irgendwie kam er in den Kibbuz Hasorea. Nun erwies sich aber der Kibbuz des Haschomer Hazair keineswegs von ZEEW BARTH als ideale Lehrstätte jüdischer Tradition, jüdischer Lehren und jüdischen Gottesglaubens. Dennoch spielte der Kibbuz eine bedeutende Rolle im Leben Oskar Adars, wurde zum Meilenstein auf seinem Wege zur Wahrheit. Denn dort traf er zum ersten Mal Leute die eine tätowierte KZ-Nummer auf dem Arm trugen und haarsträubende Geschichten von den Greueltaten seiner Landsleute und einstigen Gesinnungsgenossen zu erzählen wussten. Anfangs bekam er es mit der Angst zu tun. Er fürchtete, die Opfer könnten ihn mit den Tätern identifizieren und würden sich ausserstande erweisen zu menschlichen Kontakten mit dem Angehörigen des Volkes der Mörder. Doch solange Oskar Adar nur Gast im Kibbuz war, einer unter vielen Schülern des Ulpan, in dem er Bekanntschaft mit der hebräischen Sprache schloss, konnte er sich über mangelnde Gastfreundschaft nicht beklagen. Erst als er nach einem kurzen Zwischenaufenthalt in Deutschland 1959 nach Hasorea zurückkehrte und die KZ-Opfer unter den Kibbuz- Mitgliedern den Verdacht schöpften er wolle sich nun unter ihnen für immer niederlassen, rebellierten sie. Da war die Grenze für Gastfreundschaft und Konzilianz erreicht. Sie forderten energisch, Adar aus dem Kibbuz zu entfernen und manche drohten sogar, den Kibbuz zu verlassen, wenn Adar blieb. Oskar Adar hatte Verständnis für die Gefühle der Männer und Frauen, die den Gaskammern entkommen sind. Obwohl die Veteranen des Kibbuz die Generalversammlung davon überzeugten. es wäre ungerecht, Adar zu vertreiben, verliess er freiwillig Hasorea, Mittlerweile studierte Osgipfel verliess, ein paar Tage lang arbeitete und für das verdiente Geld das Notwendige kaufte. Oskar schliesst Freundschaft mit dem jungen gelehrten Rabbi aus Jokneam, der ihn in die Tiefen des jüdischen Glaubens einweiht, zum geistigen Führer und Partner für stundenlange Debatten wird. Für die beiden steht die Zeit still wenn sie sich in theologische Dis- , „ , , . kussionen vertiefen. Bei dem kar Adar den Stammbaum lernt Qskar den Q1 seiner Familie und war zur Schlussfolgerung gelangt, dass sie vun der Familie Atar abstammt, die dem Stamme Levi angehörte und auf den Böden von Jokneam lebte, wie er es aus dem Buche Joshua erfuhr. Zu jener Zeit hatte er bereits mit Adrian Mislowicz Freundschaft geschlossen, einem Mann gleichen Geistes ebenfalls Ein- Siedler und Grübler. Adrian stellte seine Ersparnisse von 1.700 IL zur Verfügung, für die beide Männer acht Dunam Boden auf dem Gipfel des Berges Menasche kauften, zwei Stunden Fusswegs von Hasorea. Existenzsorgen bekümmerten die beiden bescheidenen Männer nicht. Auf eigenem Boden züchteten sie Gemüse und Obst, — nur in diesem Jahre, dem Schmitta-Jahr, nahm Oskar davon Abstand, die Früchte des Bodens zu essen, um die religiösen Gesetze nicht zu verletzen. Fleisch fehlte ihnen nicht. Und für Bekleidung sorgten sie, indem gelegentlich der eine von ihnen die bescheidene Holzbaracke am Bergbau an die Mission des jüdisohen Volkes und dessen Ewigkeit. Gelegentlich verrichtet Oskar seine Gebete in der Synagoge von Jokneam, oft aber zieht er es vor, in seiner Baracke einsam das Zwiegespräch mit Gott zu pflegen. Er dankt ihm dafür, dass er ihm die seelische Ruhe wiedergab, die Wunden der Jugend heilte und die Wahrheit eröffnete und fleht ihn an, dem zuständigen Rabbinatsgericht die Weisheit einzuflössen. ihn in den Bund des Volkes aufuznehmen und damit auch zum Bundesgenossen des einzigen und ewigen Gottes zu machen. Jüdische Frauen in Persien LUACH — (KALENDER) Mittwoch, den 14. September 29. Elul EREW ROSCH HASCHANA 5727 Donnerstag, den 15 September 1. Tischri 1. Tag Rosch Haschana 5727 Freitag, den 16. September 2. Tisch« 2. Tag Rosch Haschana Sonnabend, den 17. September 3. Tischri Sonntag, den 18. September 4. Tisch« Zorn Gedalia Montag den 19. September 5 Tischri Dienstag, der. 20. September 6. Tischri Mittwoch, den 21. September 7. Tischri Donnerstag, den 22. September 8. Tischri Freitag, den 23. September 9. Tischri Erew Yom Hakipur Sonnabend, den 24. September 10. Tiscjiri Yom Hak.pur Yiskor — Totengedenkstunde Sonntag, den 25. September 11. Tischri Montag, den 26. September 12. Tischri Dienstag, den 27. September 13. Tischri Mittwoch, den 28. September 14. Tischri Erew Sukkot Donnerstag den 29. September 15. Tischri 1. Tag Sukkot Freitag, den 30. September 16. Tischri 2. Tag Sukkot Sonnabend, den 1. Oktober 17. Tischri 1. Tag Chol Hamoed Sonntag, den 2. Oktober 18. Tischri 2. Tag Chol Hamoed Neuerscheinungen des Verlages „OLAMENU“ in TEL AVIV. POB 3002. ISRAEL Dr. E J. GOERLICH (Wien): RUTH. — Geschichte eines jüdischen Mädchens. Ein Wiener Roman aus der Nazizeit. — Kart. $ 5.—. Prof Dr HARRY ZOHN (Waitham): Wiener Juden in der deutschen Literatur. Reich illustriert. Halbleinen $ 3.50. ZEITSCHRIFT FUER DIE GESCHICHTE DER JUDEN Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Abonnement nur ganzjährig $ 8.50. DEMNAECHST ERSCHEINT: HUGO GOLD: GESCHICHTE DER JUDEN IN WTEN Das Standardwerk der jüdischen Geschichte Wiens Hunderte Illustrationen. Ermässigter Subskriptionspreis vor Erscheinen $ 20.—, nach Erscheinen $ 35. IN VORBEREITUNG: „HISTORY OF THE JEWS IN AUSTRIA“ Ein Jahrbuch in deutscher und englischer Sprache Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. GEDENKBUCH DER UNTERGEGANGENEN JUDEN¬ GEMEINDEN DER TSCHECHOSLOWAKEI Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Er. scheint in zwei Bänden. I. Band Böhmen. Mahren und Schlesien. — II. Band Slowakei und Karpatorus. Alle diese Publikationen erscheinen im Rahmen des im Entstehen begriffenen CH A JES-IN STITUTS Der Internationale Rat jüdischer Frauen hatte das Oberrabbinat in Jerusalem auf die missliche Lage der jüdischen Frauen in Persien aufmerksam gemacht Dort gelten noch die alten orientalischen und jüdischen Regeln, die für die aschkenasischen Juden schon längst revidiert wurden. Oberrabbiner Jizchak Nissim und Religionsminister Dr. Warhaftig entsandten eine Mission, bestehend aus dem früheren Oberrabbiner von Bagdad, Rabbi Aboudi, und dem Generaldirektor des Religionsministeriums, nach Doktortitel Jerusalem. —■ 442 Studenten der Hebräischen Universität erhielten bei Abschluss des letzten Studienjanres in einem akademischen Festakt ihre Diplome. Unter den neuen Akademikern sind 80 Doktoren der Philosophie 45 der Medizin und 11 der Zahnheilkunde. Teheran, um die Lage zu untersuchen und mit den zuständigen Instanzen Verhandlungen zu führen. Es kam zu einem Uebereinkommen mit dem persischen Bet Din, den Leitern der jüdischen Gemeinde von Teheran und einigen Führern von jüdischen Gemeinden ausserhalb der Hauptstadt. Der Inhalt des Uebereinkommens hat religiöse Rechtskraft erlangt. In der Hauptsache ging es dabei um die in Persien generell und auch innerhalb der jüdischen Gemeinschaft noch bestehende Polygamie. Eitie zweite Frau kann jetzt nur noch mit Zustimmung der ersten geheiratet werden, was praktisch zur Monogamie führen sollt«. Ferner wurden neue erbrechtliche Bestimmungen für die Frauen und deren Töchter festgelegt. Der Erlass der neuen Bestimmungen wird in Persien als ein historisches Ereignis ersten Ranges betrachtet. Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr 55: JOYCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval Merkwürdi ge Rechtsfäll.e Nr 57/58/59: GERALD REITUNGER: Ausrottung der Juden Europas 1939—1945 Nr 60: MARQUIS DE SADE: Die Kastanienblüte und andere Erzählungen. Nr 61: DIE SIEBEN TODSUENDEN — Vierzehn Essays Nr 63: ELIA KAZAN: Amerika - Amerika Roman Nr 84/65- HORST LANGE- Schwarze Weide. Nr 66 GEORGES BERNANOS: Ein DÖser lYaum Nr. 67: LEONHARD FRANK: Das Ochsenfurtei Män nerquartett Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80. Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen / Kindler Verlag G.m.b.H., Milichen Una biblioteca judía por $ 1.000.- 1. de SAN NICANDRO A GALILEA, P. Lapide (relato) 2. EL ESTANDARTE DE JUDA (antología israelí) 3. EL GRAN PROCESO, S. Santanter (relato) 4. ISRAEL POR DENTRO, E. Samuel (relato) 5. EN LA ORILLA DEL JORDAN ,1. Baratz (relato) 6. GUERRILLEROS EN ALTA MAR. Ion y D. Kimche (relato) 7. LA GENERACION OLVIDADA, S. Pecar (humorismo) 8. LA TIERRA Y EL LABRADOR, A. Granott (ensayo) 9. NI ANGEES NI DEMONIOS, J. Bartov (novela) 10. NO TEMAS, MI SIERVO JACOB, Ules Kaczer (novela) 11. TESORO EN EL NEOUEV M Banai (cuento infan.) 12. ISRAEL EN LA CIVILIZACION MODERNA. M. Davis (ensayo) 13. LA PRINCESA ELNASARI, A. Hadar (relato) 14. JEZABEL, LA REINA PINTADA, O. Hesky (novela histórica) 15. EN PAÍSES LEJANOS, doctor J. Shoskes (viajes) 16. COLINA DE LA VICTORIA Antología (cuentos cortos) 17. DEL KREMLIN A LAS PIRAMIDES, J. Shoskes (viajes) 18. ESTELA DE UN AGUILA, P. Azai (biografía) 19. A LA LLEGADA DE IASH J. Glatstein (novela) 20. ANTE LAS PUERTAS DE MOSCU, M. Man (nov.) 21. CUENTOS, Ana Frank 22. LAS LUMINARIAS DE JANUCA. R. Cansinos ABsens (novela) 23. KILOMETRO 95, H. Russcol y M. Banai (novela) 24. UNA LUZ EN LAS TINIEBLAS (novela) 25. JEDVA Y YO, A. Megued (novela humorística) ¡ Es un verdadero regalo! Solamente hasta el 15 de setiembre de 1966. No lo deje pasar Señor Gerente de EDITORIAL CANDELABRO Pasteur 341 — T. E. 47-0159 Capital Federal Le envío adjunto un cheque 'giro por mil cien pesos ($ 1.100.—) a la orden de Editorial Candelabro, para que despache a vuelta de correo los 25 libros arriba mencionados. Dicha remesa incluye $ 100.— para franqueo Nombre y apellido Domicilio ., Localidad . \