Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2185 (14.9.1966)
- Date
- 1966-09-14
- Page
- [Seite 12] (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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NEUE STREIFLICHTER: Zu Hans Fürstenbergs „Erinnerungen“ von Dr. WALTER MIESES i. Die Bücherflut. zu der deutsche Erinnerungen aus den Dreissiger Jahren angeschwollen sind, beginnt zu verebben. Zu den Nachzüglern. die unsere Aufmerksamkeit erheischen, gehört Hans Pürstenberg. Seit dem Tode des Vaters, des bekannten Bankiers Carl Pürstenberg (9. 2. 1933). hat •r dessen Werk, die ..Berliner Handelsgesellschaft“ ge. leitet, deren Mitinhaber er 1919 geworden war. H. Was uns, die Ueber-lebenden wie die Nach-lebenden, so fesselt, ist die Verflechtung anscheinend rein persönlicher Faktoren mit dem Ablauf weltgeschichtlicher Ereignisse. Niemand vermag zu versiehern, dass ..alles ganz anders gekommen wäre“. Aber ebensowenig darf geschichtliches Denken sich einem Fatalismus hingeben, durch den führende Gestalten und deren Programme als unwesentlich abgetan werden. Das käme darauf hinaus, materialistische Geschichtsauffassung zu exerzieren und derart die Reichweite, das Potential geschichtlich wirksamer Persönlichkeiten zu verzwergen. Nicht um Verurteilung oder gar Verteidigung geht es wo solche Persönlichkeiten in das Licht der Zeitgeschichte gestellt werden müssen; ein geschichtlicher Aufriss, der derlei unterlasse, bleibt Stückwerk. nr. Unsere Haltung zur Zeitgeschichte fusst auf bestimmten, folgenschweren Ereignissen; sie sind es, die unserer Haltung die Tönung und die Intensität kollektiven Fülilens verleihen. Dahin gehört, dass die deutsche Industrie seit 1932 die Nationalsozialisten so gestiitzt hat, dass nur so die Koalitions-Regierung vom 30- Januar 1933, geführt von Hitler. als Wahlergebnis möglich wurde. Dieser Hergang, der sich als so entsetzlich geschichtsträchtig erweisen sollte hat seine Vorgeschichte; sie zu ignorieren bedeutet, sich geschichtsblind zu machen; eich nur an das Endglied einer Verkettung zu halten, deren voraufgehende Glieder geschichtlich durchaus gleichen Rang beanspruchen und nur der ,,Detonations“-Wirkung ermangeln, mit dem sie im ,,30. Januar 1933“ ausmünden. IV. Weniges von dem, was Fürstenberg schildert mutet heute so schicksalsumwittert an wie sein Bericht über das ,.Ringen um den Sessel des Reichsbankpräsidenten“. Dieser Hergang liegt nämlich um Jahre noch vor dem 30. Januar 1933. Inmitten der Wirtschaftskrise von 1930 bereits betrauerte der ,,Zentralverband der deutschen Industrie“ seinen ,,w'ohl klügsten Kopf“ (Fürstenberg, S. 258). Dr. Silverberg, damit den Kanzler Brüning zu überzeugen, dass man Schacht zur Rückkehr in die Reichbank bringen müsse, wo er einst — nach Havensteins Tod. — 1923 —, die Leitung ergriffen hatte. „Wie dann“, sagt Fürstenberg (S. 166t — „auf dem Wege über Rentenmark, Gold . Diskont Goldanleihe u. dergl. Hjalmar Schacht mit ungewöhnlichem organisatorischen Geschick Ordnung in das Währungs - Chaos brachte, das alles gehört der Geschichte an.“ Im Jahre 1924 lasen dann die Berliner ein Wahlplakat der Deutschen Demokratisehen Partei, in der Schacht kämpfte, das besagte; „Wer hat die Retenmark gemacht? hat die Rentenmark gemacht? Hier tut es nicht not, der „Vaterschaft“ der Rentenmark nachzugehen, die Dr. Schacht nicht zukommt; geschichtlich kam es nur darauf an, wie er das Chaos von 1923 bewältigte. Objektivität gebietet, daran zu erinnern warum Dr Schacht die Reichsbank später verliess. Er war dort „untragbar“ geworden, weil er dem Gedanken - Werk des „Young-Plans“ der die deutschen Reparationsleistungen regeln sollte, den Widerstand leistete, den Fürstenberg (S 217) als „sachlich tief begründet. aber praktisch nicht durchführbar“ bezeichnet. Man sollte hierbei dessen gedenken, dass Lord Maynard J. Keynes ähnliche Kritik schon 1921 in seinem berühmt gewordenen Buch vorweggenommen hatte das er nannte; „Die wirtschaftlichen Folgen des Versailler Vertrags“. Fürstenberg erzählt also Dr. Silverbergs Mission beim Kanzler Dr. Brüning (S. 258); ..die Einzelheiten kenne ich auf das genaueste aus dem Munde von Dr Silver. berg,: entsandt. um zunächst Brüning von der Notwendigkeit einer Rückkehr Schachts zur Reichsbank zu überzeugen und dann den schmollenden Hjalmar Schacht von seinem Gut in Schleswig wieder auf den Präsidentenstuhl der Reichsbank zu bringen, wo ihn Deutschland damals brauchte was immer man auch sonst über ihn denken mag! Nun, Dr. Brüning liess sich zuerst überreden; Dr. Schacht gab erst nach stärkerem Widerstand nach.“ „Als Dr. Silverberg mit Schacht dann in Berlin eintraf, wollte aber plötzlich iimimmimiMimiimimmmmimimiimimiiiHiiimMimmiimmmmmmmimiiHimmimm Jüdische Neujahrsgedanken Rosch haschana unser Neujahrsfest, hat mannigfache Bezeichnungen; Es ist nicht nur der „Tag des Gedächtnisses“ (der am häufigsten wiederkehrende Name), an welchem Gott seines Volkes zum Guten gedenken möge; der jüdische Jahresanfang, erster Tag der , Zehn Tage der Umkehr“, gilt auch als „himmlicher Gericntstag“, an welchem Gott alle Weltbewohner an Seinem Antlitze vorüberziehen lasse. Nach der Meinung des grossen Rabbi Elieser ben Hvrkanos (Ende des 1. Jahrhunderts» ist Rosch haschana auch der Tag der Weltschöpfung und der Erschaffung des ersten Menschen. In den „Köiagsgebeten“. im Mussaf des Festes, wird das „Weltkönigtum Gottes“ verherrlicht, und unterschiedlich von der Gewohnheit des Werktages das Gebet „Olenu leschabeaeh“, Unser Schlussgebet, in den Mittelpunkt gerückt; „Wir aber beugen das Knie, werfen uns nieder, danken dem König aller Könige, dem Heiligen, gelobt sei Er, dass Er den Himmel ausgebreitet und die Erde begründet; Seiner Ehre Sitz ist im Himmel droben und die Stät. te Seiner Macht in den höchsten Höhen.“ Zu Beginn dieser Worte Werfen sich Vorbeter und Gemeinde ehrfurchtsvoll zu Bo- . den, dem „König der Könige“ ihre Huldigung darzubringen, die ausdrücken soll, dass der Jude niemals das Knie vor einem Menschen; beugt, und sei dieser ein noch so mächtiger Herrscher, Und Jn dem sich anschliessenden Gebete finden sich die erhabenen Worte des Propheten Becharja, mit denen jeder Jüdische Gottesdienst abgevon CURT WILK schlossen wird: „Der Ewige wird König sein über die ganze Erde; an jenem Tage Wird der Ewige einzig sein und Sein Name Einziger.“ Martin Bubei sprach einmal aus, dass die Errichtung der göttlichen Herrschaft über die Welt das Ziel des biblischen Messianismus sei Diese messianische Zeit erscheint dem jüdischen Menschen als Vollendung der Geschichte, aber nicht als Durchbrechung der Naturgesetze. Der Weltenkönig will Seine Welt nicht zwingen, denn jedes Geschöpf hat die freie Wahl, das ..Joch des Gottesreiches“ auf sich zu nehmen. Hier eröffnen sich Perspektiven für die gesamte Menschheit: An einem ‘ernen Versöhnungsfeste Aller wird Gott nur einen Namen tragen, den jedermann versteht. Doch um dahin zu gelangen, müssen Menschen Aufrüttliing una Erleuchtung erfahren und jeder moderne „ Fortschritt, z. B. die Schaffung der „Vereinten Nationen“, kann zur Stärkung der menschlichen Z ukunftshoffnungen beitragen. Ein Weiser hat einmal die Humanität als „Tochter der Gottesherrschaft“ bezeichnet: doch ganz gewiss hat der Glaube an die allgemeine Humanität in den letzten fünf bis sechs Jahrzehnten Erschütterungen erfahren. Der jüdische Gedanke vom „Weltkönigtum Gottes“, von der unteilbaren Wahrheit, dem unteilbaren Recht und dem einen, unteilbaren Frieden, konsequent zu Ende gedacht, muss auch die letzten Spuren von Leibeigenschaft, von Sklaverei und Unduldsamkeit beseitigen. Der eine Herrscher, der Natur, Weltenraum, das gesamte Universum geschaffen, wird und kann dem menschlichen Forscherdräng keine Hindernisse in den Weg legen, und der Mensch, von Gott mit Vernunft begnadet, wird immer heue Wunder an Himmel und Erdec entdecken und auch auf diese Weise zur Ausbreitung des ' Gottesherrschaft, zur Anerkennung des Weltkönigtums Gottes beitragen Aber der „Weltenkönig“ ist auch der höchste Richter: „Recht und Gerechtigkeit sind die Grundpfeiler des Gottesthrones“ Auf die Dauer wird die Macht ni"ht dem Recht diktieren, denn der Gott Israels ist zugleich der Gott der Schwachen, der Hilf, und Heimatlosen. Der ,,Königüber die ganze Erde“ neigt sich am Neujahrstage vom höcherhobenen Thron zu allen Menschenkindern ,herab, und Israel, das j;,di- ,sche Volk erwidert diese Liebe. zü seinem himmlichen va. ter. •- So kristallisiert sich aus den vielfältigen Gedanken Von der ^'Gottes- und Königsherrschaft“ ein Letztes und Tiefstes heraus: Alle Ordnung der Welt ist nicht um ihrer selbst willen da, sondern um des Menschen willen. Doch nicht nur um dessen persönliches Glück auf Erden handelt es sich hierbei, vielmehr um die Mehrung der Güter der Welt, um den Aufbau des Gottesreiches. Dies ist der grosse, ewige Gedanke des Judentums, zu dem Rosch haschana Jahr um Jahr aufruft Und die Verwirklichung dieses „Weltkönigtums Gottes“ über die ganze Erde ist das höchste Ziel der jüdischmessianischen Zukunftshoffnung. Brüning nicht mehr; Schacht sei aus „parteipolitischen Gründen“ nicht tragbar erklärte er nun überraschendeweise. Eine unglückliche Verkettung von Umständen kann man sich kaum vorstellen; denn nun war Schacht wütend und folgte den Sirenen- Rufen Hitlers. Fürstenberg kannte Hjalmar Schacht aus langer, gemeinsamer Arbeit in Brüssel; dort gehörten beide zur Bankenkommission der deutschen Besatzungs . Behörde (1915). Fürstenberg kam dorthin, nachdem er als Teilnehmer der Masurenschlacht durch Erkrankung nur noch garnisondienstfähig geblieben war. Indem Fürstenberg in der Lage von 1930 Schacht als „den damals einzig geeigneten Mann“ zur Leitung der Reichsbank, d. h. der Währungspolitik. bezeichnet (S. 257), unterbaut er nur die einmütige gleiche Ansicht der deutschen Industrie, die an diesem Kandidaten trotz Brünings „Nein“ festhielt. V. Zu dem Panorama dieser Krisenjahre, die in 6 Millionen Arbeitslosen und sich überstürzenden Zusammenbrüchen von Unternehmun. gen gipfeln, gehört folgendes; Selbst nach dieser Brüskierung der deutschen Industrie gegenüber deren Vertrauensmann Schacht, wie sie 1930 durch die Regierung Brüning geschah, selbst in der Entwicklung, die zur Bankenschliessung und zum Moratorium vom 15. Juli 1931 hinfiihrt, hat die deutsche Industrie es noch keineswegs aufgegeben, die Aenderung der Deflationspolitik zu betreiben oder gar bereits die Nationalsozialisten zu finanzieren um durch eine neue Regierung das Steuer der Währungspolitik in die Hand zu bekommen. Der Beginn und die Geschichte dieser Finanzhilfe, sind zeitlich klargeste’lt von einem Historiker von Ruf, Paul Sethe. In seiner Besprechung eines russischen Werkes — von Besumenski — formuliert Sethe: „Besumenskis Tabeden bestätigen nur, dass, — von einigen Ausnahmen wie Fritz Thyssen abgesehen, die Industrie der Partei fast nichts gegeben hat. Sie hat bis in das Jahr 1932 hinein die rechtsbürgerlichen Parteien unterstützt. Damit wird freilich die Verantwortung Alfred Hugenbergs und seiner Freunde, die Hitler den Weg geebnet haben in der törichten Annahme, ihn an der Leine führen zu können, umso grösser“ (s. „Die Zeit“ 6. V. 1966, Nr. 18 S. 12 t. Diese Auffassung deckt sich mit der des ex-Finanzministers, des Grafen Schwerin v. Krosigk (s. dessen „Die grosse Zeit des Feuers“ Bd II der Geschichte der deutschen Industrie) VI. Die Erinnerungen Fürstenbergs runden das Bild ab, das den Kampf gegen die Währungspolitik Brünings und deren Versagen wiedergibt. Am klarsten hat diesen Kampf ein Kollege Fürsten, bergs dargestellt, nämlich der Frankfurter Bankier, L. Albert Hahn, der als Währungstheoretiker und Schriftsteller Weltruf geniesst. Lehrer an der Universität Frankfurt a. M. war und, hochbetagt, jetzt nach der Rückkehr aus der Emigration dem Beirat der Deutschen Bundesbank zugehört (s Hahn, ,,50 Jahre zwischen Inflation und Deflation”). L. Albert Hahn hat 1931, unmittelbar nach der 30prozentigen Abwertung des englischen Pfundes, Brüning und den damaligen Reichsbankpräsidenten Luther aufgesucht und beschworèn ROSCH HA$E Die Hohen Fei verflossenen und Eintritt eines neuen Jahres, denn dieser feierliche von der Reli. gion mit Heiligkeit umgebene Augenblick des Jahreswechsels ist geeignet, uns zum Nachdenken und Zurüekdenken anzuregen, er führt uns zum Blick auf das Weltganze, vom Individuel. len zum Kollektiven, vom. Materiellen zum Geistigen, vom Bösen zum Guten vom Zeitweiligen zum Ewigen. Er zündet in uns den Funken der Verantwortung für den Sinn einer gerechten Welts judenti Ait Vfeltregi^i me ä Menschen. nsx göttlichen1 ve]tregierung w «rfüllung fler “ doppelten Peden ti tur und als M Sie ist der Sinn Zum Neuen JAr 5Î2 Der grosse hebräische Prosaiker und Dichter S. J. Agnon, hat in seinem Werk „Jamim Noraim“ eine prachtvolle Anthologie aus einer Vielzahl alter halachischer, midraschischer und agadi. scher Literatur über die Hohen Feiertage geschaffen. Er zeigte wie lebendig und stark der Sinn dieser Tage, ihre Heiligkeit und ihr Zauber in unserem Volke empfunden werden. In einer Ueberlieferung unserer Weisen heisst es, dass der erste Schöpfungstag der Welt Rosch-Haschanah war. Diese Ueberlieferung veranlasste, dass die Gebete des Neujahrsfestes sich mit den Problemen der Weltschöpfung und des Weltganzen befassen. „Du gedenkst des Werkes der Welt“ — Atah socher maasse olom“ — heisst es in dem Musafgebet. Die Betrachtung des Weltalls unter dem religiösen Gesichtspunkte ist das Hauptthema von Rosch-Haschanah. Bis zum Ausgang des Mittelalters blieb dies das Thema aller Philosophie, ob sie nun von religiösen Voraussetzungen ausging oder nicht. Erst die Philosophie der Neuzeit hat sich langsam den Problemen zugewandt, die den Ablauf des Weltgeschehens zu erforschen versuchten. Die Frage verschiebt sich von der Metaphysik auf Psychologie und Ethik „vom Sein der Welt auf das Geschehen der Welt“. Nicht was die Welt im letzten Grunde ist, sondern was sie für uns Menschen bedeutet, steht jetzt im Vordergrund der Betrachtungen. In dieser Hinsicht ist eigentlich das Judentum immer modern gewesen — schrieb einmal Rabbiner Dr. Rülf aus Bamberg. Das Judentum hat sich nie lange dabei aufgehalten über das Sein der Welt zu grübeln und metaphysische Betrachtungen anzustellen, sondern es hat, vom ethisch-religiösen Standpunkt ausgehend, das Geschehen betrachtet und gefragt; Welche Pflichten hat die Menschheit und jeder einzelne Mensch im Blick auf das Weltganze: Im Talmud finden wir deshalb eine Reihe von sittlichen Forderun. gen mit der ausdrücklichen Begründung, sie seien gegeben worden „mipne tikun haolom“ d.h. wegen der Ordnung der Welt, damit also die Welt bestehen kann. Des weiteren sagt der Talmud. dass jeder Mensch verpflichtet ist zu sagen: „Um meinetwillen ist die Welt geschaffen worden.“ Das bedeutet dass jeder Mensch verantwortlich ist für das, was er in der Welt — die ja seine Welt ist — unternimmt. Von dieser Grundidee des Judentums aus ist es verständlich, dass am Neujahrstag als dem Schöpfungstage, die Sorge um das Gedeihen und die Zukunft der Welt immer v lederkehrt. Die Liturgie der Hohen Feiertage drückt das Gefühl des Ueberweltliehen und der eigenen Unzulänglichkeit in eigentümlicher Weise aus. Dieses Gefühl der Schwäche und Abhängigkeit ist uns besonders gegenwärtig beim Uebergang der Jahre, beim Scheiden des ebenso abzuwerten, um die Flut der Bankrotte, der Arbeitslosigkeit und der von Verzweiflung ansteigenden Naziwelle zu stemmen. Das ist überreich historisch dokumentiert. In der Welt, die inzwischen zur Polarisierung Washing. ton, Moskau, Peking gelangte, haben Beiträge zu nur europäischer Geschichte an Vollkiang eingebüsst; ihr dokumentaler Wert findet in uns übereiche Resonnanz. Sei Du ins Buch des Leben eingeschrielx zur Bruderliebe und zur guten Tat, die Dir als Erbe Deines Volks geblieben, und sei Erfüllung Deines Schaffens Saat. Sei jeder Tag für Dich en Neu-Enveckei ein Wunder Dir der Sonnt Glanz und Sc. Des Aermsten Blösse hiäeich zu bedecl soll wie ein stiller Gottesdienst uns sein. Nimm hin in Demut Deines Schicksals vollend’ das Werk, das D?zim Auftrag i denn alles, was wir sind und vas wir hs ist uns zum Leben auch im Neuen Jahr. Sei Du ins Buch des Leb« eingeschrieh gewährt sei Dir, was Du Dir fromm erf Sei Frieden Dir, sei Frieden Deinen Liel Gesegnet alle Wege, die Du gehst. HANS s: Ordnung und für die Weltzukunft, was in den tiefsinnigen Gebeten der Jamim Noroim zum Ausdruck kommt. Die Bibelverse, welche in den Malchujot' vereinigt werden, verkünden die Weltregierung, die der Sichronot, das Weltgericht und die der Schofarot, die Welterlösung. Der Philosoph und berühmte Kommentator Kants, Hermann Cohen (1842—1918), deutet diese Gebete des Neujahres und des Versöhnungstages in seinem Buche „Re. ligion der Vernunft aus den os Monotheis ar.liesst dieses mit dem ..Höre Die Weltregier siniiehe Weiter ssliche Weltor Cottesreiches als cces. erfordert < rieh; - sichrem sen Gedanken de beherrscht wird. Veitgerieht die Weltuntergangs, höchstens eine nag hervorgeher We.’tregierung mi tergang ausschal lllllltlllllllllllllllllllHllllllltlll||lll|||||||i||!!|!i|||.|,| Musik in Buenos Á „DON GIOVANNI“ IM TEATRO COLON Lorenzo Da Pontes „Don Juan oder der Steinerne Gast“ ist ein „dramma giocoso“, ein heiteres Drama. Diesem Widerspruchsiibretto hat Mozart in unzähligen ge. nialen Kontradiktionen auf dem Pentagramm unnachahmlich Rechenschaft getragen. Der von uns so oft gelobte Dirigent Fernando Previtali ist hier in ein ihm offenbar unbekanntes Gebiet eingedrungen. Dass er kein Mozartianer ist. stellte er leider in durchwegs gehetzten Tempi, in ihren willkürlichen Verrückungen und in Missachtung vorgeschriebe, ner dynamischer Abstufungen unter negativen Beweis. Diesen Defekten fiel die Präzision zwischen Graben und Brettern wiederholt zum Opfer. Die Seccorezitative hingegen zog Previtali oft unerträglich in die Länge. — Der Regisseur Joachim Herz empfand logisch den Wechsel zwischen Spiel und Emst der Partitur nach; befremdiicherweise zeigte er das letzte Bild Don Giovannis Höllenfahrt, kitschig und sich billigsten, antiquierten Theaterinstinkten bis zur nichtfunktionierenden Dampfanlage (Reliquie alter „Ring“- Inszenierungen) hingebend, wie eine lächerliche Gluck- Parodie. Der zwischen den 12 DJ1 &chw¡ n, ‘deal, .Parmar ï «a* SS??). 'SS*?'V ííQg, Qocl :Sn % i ■korrekt