Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1966-09-14 · 2185 (14.9.1966) · p. [Seite 2]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2185 (14.9.1966)
Date
1966-09-14
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9616703-9615320-9615631--4510-9615633
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

2 — Miércoles, 14 de Septiembre de 1966 LA SEMANA ISRAELITA Aft* HTO — m Mi Besinnung und Erneuerung (Schluss von Seite 1) den physikalischen oder allgemeinen Gesetzen der Natur unterworfen, sondern auch von anderen wesentlichen Faktoren bestimmt ist, dürfte heute nicht bezweifelt werden. Körper, Seele und Geist bestimmen den Menschen. Der Einfluss der Ampfin. dungsweit des Menschen auf seine körperliche Existenz wurde in unserer Zeit von einem grossen jüdischen Forscher dargestellt, der damit ganz neue Perspektiven der allgemeinen Erkenntnis der Philosophie, der Medizin und anderen wissenschaftlichen Disziplinen gezeigt hat. Wenn wir diesen Aspekt auf den Juden anwenden, werden wir sofort zu der einleuchtenden und verständlichen Ueberzeugung gelangen, dass das Wesen des Jude-SEINS nicht nur in körperlichen Funktionen in gewissen Eigenschaften, in einer bestimmten Erbmasse wenn man es so ausdrücken Will und in definierten Fähigkeiten besteht. Mit einer solchen, primitiven ,Rassen‘- Theorie werden wir uns niemal zufrieden geben können, selbst dann nicht, wenn man der Auffassung sein würde, dass Juden gewisse äussere Gemeinsamkeiten au fweisen Der Inhalt des Jude-SEINS Ist die Gemeinsamkeit einer, Sich von anderen unterscheidenden Gefühls- und Empfindungswelt. Deren Vorhandensein tritt durch dis gleich, artige Reaktion von Juden p/uf viele Erscheinungen des eigenen Lebens und desjenigen der Umwelt zutage. Ganz deutlich können wir das bei der Reaktion auf jede, gegen die Juden gerichtete Massnahme beobachten, auch dann, wenn diese Massnahme nicht gegen uns persönlich, sondern gegen Judenheiten in fernen Ländern getroffen worden ist. Diese Reaktion tritt auch dann ein, wenn wir diese ferne Juden- Dr. FREY ABOGADO PUEYRBEDON 2190 l9 izq. nachm. 16—19 Uhr Teletan: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 589 T. E. 49.5850 PROPIEDADES FRANKENBERG 8 . R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf •der Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DR PINO 2263 T. E. 73-7887 heit garnieht kennen, von ihr kaum etwas wissen uns von ihr wesentlich unterscheiden, völlig andere Vorstellungen und abweichende religiöse Auffassungen haben. Warum? Die Antwort bleibt an der Oberfläche, wenn wisagen wollten, das sei aus einem Gefühl der Solidarität zu erklären oder entspreche der Mentalität der ständig Ver. folgten, die mit anderen Verfolgten fühlen. Diese Interpretationen reichen nicht aus. Es ist vielmehr das Bewusstsein der Gemeinsamkeit und des gemeinsamen Erbes, das unsere Väter am Sinai empfangen haben als sie das Mandat und die Verpflichtung übernahmen, das Gesetz der Menschheit zu geben, für das Gesetz zu leiden, für das Gesetz zu leben und zu sterben. Gerade dieses Phänomen das in der jüdischen Solidarität seinen nach aussen hin sichtbaren Ausdruck findet beweist, dass Jude-SEIN noc i mehr bedeutet, als sich äusserlich zu gleichen, dass es der gemeinsame geistige Besitz ist, der auf uns gekommen ist, und den niemand abstreifen kann, jedenfalls nicht in einer oder in zwei Generationen. Darüber hin. aus tritt das starke gemeinsame Empfinden hervor sich nicht nur intellektuell als einen Juden zu betrachten, weil man sich ein bestimmtes Weltbild unter dem Ein. fluss der jüdischen Ideenwelt geformt hat, sondern jüdisch zu fühlen. Denn Jude zu sein, ist auch eine Frage der Gefühle und Empfindungen. Deswegen kommen Juden, die sonst abseits stehen, an bestimmten Tagen ins jüdische Gotteshaus. Sie wollen wenigstens für kurze Stunden in jener Atmosphäre verweilen, die ihrer Väter und ihrer Mütter Welt gewesen ist Sie wollen die alten Me. lodien wieder hören, die doch nicht zu ihrem Verstand, sondern zu ihrem Herzen sprechen, und deren Sprache und Wirkung deswegen tiefgehend ist und weiterklingt, von Jahr zu Jahr. Sie wollen den Ruf des Schofar vernehmen, dessen Töne, wie ein Nichtjude es ausgedrückt hat wie aus der Urzeit herübe’rkiingen. Ja, diesen Ruf wollen wir alle am Rosch Haschana hören, wenn die Stunde gekommen ist, wo der Schofar erklingt. „Stosse in den grossen Schofar, wenn der Kreis des Jahres sich rundet und Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76*5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker - TaUiebeute! Käpochen Maz zot-Tascbec Handano Maschkienstickerei von Bett- und nscowäscbe Di. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E J3-ei55 Confitería NIZA Servidos de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 die Seelen aller Dinge in die Finsternis tauchen zu neuer Geburt. Deine Kinder sind morsch geworden vom Anhauch der Stürme. Der Brand der Wüste hat ihr Mark ver. zehrt. Nun. da der Kreis Deines Jahres sich schliesst und das Dunkel der Wende seine Fluten entsendet, st06se in den grossen Schofar, o Herr, zur neuen Geburt... Stosse in den grossen Schofar j Herr, zu unserer Befreiung! .. Wenn wir diese Predigt des Baal Schern vernehmen, so fühlen wir uns Heutige wir modernen Menschen und Juden von der Unmittelbarkeit und von der Gegenwartsnähe dieser Worte beeindruckt. Sind wir nicht morsch geworden, ist die menschliche Gesellschaft nicht morsch geworden vom Anhauch der Stürme, die über die Erde dahinbrausen? In dem Zeitalter, wo der Mensch sich anschickt, in den Kosmos mit immer grösserer Kühnheit vorzustossen und fremde Himmelskörper zu erreichen, in einer Zeit in welcher die verwegenen Träume einzelner Phantasten Gestalt annehmen, in einer Eipoche, in der Wissenschaft und Technik ungeahnte Triumphe feiern, in dieser unserer Gegenwart droht Untergang und Zerstörung nicht nur dem Menschengeschlecht. sondern gar dem Planeten, auf dem wir leben. Kriege und Streitigkeiten geben dem internationalen Leben ihr Gepräge. Alle Reden von Frieden und von der Freiheit der Menschen, von ihrem Recht auf ein würdiges Dasein und auf die Entfaltung ihrer Fähigkeiten können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Tod und Vernichtung wüten dass Hungersnöte herrschen und der vermeintliche Fortschritt nur eine partielle Erscheinung geblieben ist. Die entfesselten Leidenschaften, die den Leidensweg der Menschheit durch ihre Geschichte kennzeichnen, bestimmen heute wie eh und je den Gang der Ereignisse. Wäre es nicht an der Zeit, dass die Völker und ihre Mächtigen das grosse Schofar erhören, da ihre Herzen morsch geworden sind, wäre nicht die Stunde gekommen zur neuen Geourt? Der Brand der Wüste hat das Mark der Menschheit verzehrt. Kultur und Erkenntnis haben nicht den Weg zum Frieden geebnet, nach welchem sich alle sehnen. Noch haben die Menschen und Völker nicht die Kraft, ihre Gegensätze und Streif fragen auf einem friedliche Wege zu lösen. Die Stürme der Zeit fegen über die Erde hinweg, aber der Mensch vermag nicht, sich selbst über die Widerwärtigkeiten des Daseins zu neuer JACOB LAPIDUS dip!. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4« B 46-1716 und 48 2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78*4784 Neue Oelsuche in Israel Haifa — ,,Petrocana Ltd“, eine Oelgesellschaft aus Haifa, hat kürzlich mit zwei amerikanischen Oel - Gesell, schäften ein Abkommen unterzeichnet, das die Oelsuche vw der Küste zum Zweck hat. Die neuen Partner sind eine private Gesellschaft, die eigens für dieses Vorhaben gegrünndet wurde, und eine von der öffentlichen Hand verwaltete Gesellschaft, die ihren Sitz in Shreveport (Louisiana) hat, und die Bohrarbeiten mit ihren eigenen Drill - Vorrichtungen durchführen wird. Geburt zu erheben. Das ist die Tragödie dieses Jahrhunderts das wie keines zuvor die geistigen Kräfte erweckt ■ und entfaltet hat, aber bis-; her unfähig blieb, die mora- ' lischen Werte zu schaffen um jenen Frieden und jene | Freiheit den Menschen zu schenken, von denen alle träumen und sprechen. Gewiss haben weder der einzelne Mensch noch ein Volk allein die Macht und die Kraft, um diesen verhängnisvollen Lauf der Dinge aufzuhalten oder zu ändern. Der grosse Schofar der zum Neuen Jahr erklingt, müsste die Gewalt besitzen, um bis in die äussersten Winkel der Erde zu dringen und die harten Herzen der grossen Staatsmänner zu erschüttern. Aber das sind fromme Wünsche, für die es heute keine Voraussetzungen zur Realisierung gibt. Es müsste wirklieh zu einer neuen Gestaltung des Lebens auf allen Gebieten der menschlichen Existenz kommen, um hier eine Wandlung zu erreichen. Aber dieser Schofarton, der in alle menschlichen Herzen dringen sollte, muss wenigstens von uns selbst gehört und befolgt werden. Wir sol. len uns an diesem Tage der Erneuerung auf uns selbst, auf unsere jüdische und menschliche Existenz besinnen, um mit neu gewonnenen moralischen, seelischen und geistigen Kräften den Kampf für eine bessere Zukunft aufzunehmen. Aber haben wir denn bereits die Zeichen der Zeit begriffen, und wenu wir sie verstanden haben, richten wir uns nach ihnen. Wenigstens diese Frage können wir uns vorlegen und hierauf können wir für uns und unsere Gemeinschaft eine Antwort zu geben versuchen W;s mit Recht gesagt wird dass Wohltätigkeit im eigenen Haus beginnt, so muss der Prozess des Neuwerdens, der Besinnung, der Rückkehr bei uns selbst anfangen. Wir brauchen durchaus nicht zu verkennen, dass manches sich zum Besseren gewandelt hat. Das Verständnis für eine gute jüdische Erziehung unserer Kinder ist grösser geworden, wenn auch noch vieles zu tun übrig bleibt. Der Kampf unseres Volkes um seine Befreiung hat mit der ¿Schaffung des Staates Israej durch unsere Generation eine entscheidende Wen. düng erfanren Aber heute kommt es darauf an, das Erworbene zu erhalten und weiter auszubauen, was mitunter noch bedeutend sch wieriger als der Kampf um die Freiheit selbst ist. In diesem Ringen um die Zukunft unseres Volkes mitauwirken, ist der Weckruf des Schofar, der sich an jeden einzelnen richtet. Jüdisches Denken und jüdisches Empfinden hat in der Erkenntnis von der Bedeutung der Familie als der Urzelle des Volkes einen seiner Höhepunkte erreicht. Die Reinheit der Familie und ihre erhabene Bedeutung ist durch das jüdische Gesetz gesichert. Gesetze sind die Normen, sind die Richtlinien für das Verhalten der Men. sehen im Alltag. Die Bewährung des einzelnen findet nicht in dem Flug hehrer und schöner Gedanken ihren entscheidenden Niederschlag, sondern in seiner Lebens, führung. Deswegen sind die Vorschriften, die für die Sicherung der Familie als Grundlage der Gemeinschaft ergangen sind, keine theoretischen Maxime, von denen der einzelne, Mann wie Frau, schwärmen dürfte, sondern eherne Gesetze die auch dann zu erfüllen sind, wenn dies mitunter schwer fallen mag. Wer das Judentum erhalten will, soll nicht nur sei. nen Kindern Gesetz und Gebet, Tradition und Gebräuche lehren, sondern soll es ihnen Vorleben. Besinnung U SEMANA ISRAELITA Semanario — «(parece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. SwWNMk} Pueyrredón 2190, 1* iaq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000.— Jähxl. und Erneuerung bedeuten hl erster Linie, jene ehrwürtttge Tradition wieder zu bei®, ben die in der Familie den echten und festen Mittelpunkt unseres jüdischen Lebens erblickt. Auch hierzu ruft der Ton des Schofar auf. Gebete allein genügen nicht, wenn sie nicht von der richtigen Tat begleitet werden. Diese Welt wird sich nur dann ändern, wenn das Gesetz der zehn Gebote, wenn die Ethik und die Moral des Judentums zu lebendigen, zu gelebten und bestimmenden Kräften unserer Existenz werden. Nicht Moral predigen, sondern Moral leben, das ist die Erkenntnis der Stunde, in der wir Juden über die Schwelle eines Neuen Jahres zu neuem Beginnen schreiten. CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Pref. Dr. I. BlumenfeW (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología M Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES J. E. URIBURU 285 41 2331 — 2240 47-5875 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. Bernardo SCHWARC2 ZAHNARZT ESTOMBA 3283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtHchsr MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERNANDEZ 2518, T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L KLEIN - Medico MAGEN* und DARMKRANKHEITEN R0ENTGEN UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.