Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2182 (26.8.1966)
- Date
- 1966-08-26
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Tiernos, SC de Affest« de 1996 SEMANA ISRAELITA Año XXVII. — N* SI«* — 3 Jiddische Literatur in Russland Drei neue Bücher jüdischer Autoren in jiddisoher Sprache, die kürzlich in Russland erschienen sind, bilden einen freundlichen Gruss von de* Judenheit der Sowjetunion, denn sie beweisen, dass es dort auch während der Jahre literarische Regsamkeit gab. In denen nur wenige Bücher In jiddischer Sprache publiziert wurden. Die jiddische Sprache blieb lebendig, es gibt jiddische Autoren, und zwar nicht nur der Sprache sondern auch der jüdischen Thematik nach, wenn die Themen auoh oft nicht in dem Sinne jüdisch sind, wie wir ihn verstehen. Es handelt sich mitunter um eine Darstellung des Lebens in seinen allgemeinen Aspekten und Problemen, wie es aioh in jüdischer Sphäre unter jüdischen Menschen abspielt, wobei oft die gleiche Handlung auch in einem anderen Milieu laufen könnte. Unter den Gedichten gibt es Gefühls- und Gedankenlyrik, Naturidyllen, die genau so gut in jeder anderen Sprache entstehen können und für die das Jiddische nicht das Charakteristikum bildet. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb versteht man, aus diesen Büchern und zwischen ihren Zeilen zu lesen, dass die jiddische Literatur, die jiddische Kunst, also auch das jüdische Volk ungebrochen in Russland weiterleben. Das Buch „Asoj leben mir“ (redigiert von Aron Vergelis, Verlag „Sowetsky Pisatel'“ „Sowjetisch Heimland“, Moskau 1964. Lnhd. 488 Seiten) Ist eine Anthologie von Novellen, Kürzgeschichten und Reportagen aus dem Leben der Juden Russlands, der weitgehend auch dokumentarische Geltung beigemessen werden darf. Obwohl in dem Buche nicht erwähnt, ist an- Ton MEAR FAERBER MOEBELHAUS WATEPMANN Bas Haus der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENTO H47 T E SS . 7«3S CABILDO 2614 PAMPA 4979 Zahlungserteictaterungen fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung zunehmen, dass einige der in diesem Rahmen veröffentlichten Beiträge vorher bereits m der Zeitschrit , Sowjetisch Heimland“ erschienen sind, die das Buch gemeinsam mit dem ,, Verlag sowjetischer Schriftsteller“ herausgegeben hat, denn Vergelis, der die Auswahl traf, ist ja bekanntlich auch der Chefredakteur von „Sowjetisch Heimland“. Vergelis wurde vor 48 Jahren in der Ukraine geboren, hat die Literarisch - Linguistische Fakultät des moskauer Pädagogischen Instituts absolviert, war Kriegsteilnehmer und begann 1934, seine Schriften zu veröffentlichen. Unter den 19 Autoren, von denen ,,literarische Proben'' in „Asoj leben mir“ zusammengestellt wurden, von jedem nur ein Stück, sind die meisten ausserhalb Russlands bisher noch unbekannt, wenn sich auch hier und da ein bereits bekannt klingender Name in diesem Buche findet Das Alter der Autoren liegt zwischen 48 und 66 Jahren, nur einer, S. Wendrof ist bereits 89 Jahre alt. Aufschlussreich betreffs der Orte der jiddischen Kulturzentren sind auch die Wohnorte der Autoren, Zwölf von ihnen wohnen in Moskau, je rwei in Kischinew und in Kiew und je einer m Czemowitz, Charkow und Wilna Allerdings ist möglich, dass die in Bne-Brit-Jugend in USA Starlight (Pennsylvanien). — „Obwohl «be Juden sich zum Monotheismus bekennen, will die* nicht heissen, dass sie alle an den gleichen Gott glauben. Gott ist für jeden Menschen der höchste Wert im Leben, und viele beten als höchsten Wert das Geld an. Diese Leute sind leider auch Monotheisten “ Dies führte Dr. Mordechai Kaplan vor 157 Führern der Jugendorganisation der Bne Brit auf einem Kongress aus, dem noch nicht 20jährige Delegierte aus den USA, Kanada und England beiwohnten. Er forderte dass die Völker wieder zu den ethischen Werten zurückkehren müssen, die von den Weisen des Judentums schon vor Jahrhunderten ais Richtlinien für die Menschen aufgestellt wurden. Er verurteilte den Nationalismus, der heute in der Welt regiert, und bezeichnete die Vereinten Nationen als die grösste Hoffnung, um diesem Nationalismus einen ethischen Inhalt zu verleihen. (ITA) ALFREDO STERN MALERARBEITEN NEUE ADRESSE: Vidal 1575 fast Ecke Pino Tel.: 76-9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an hcmdgeknüptten Tep pichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. 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In der Lyrik-Anthologie „Horizonten“ (ebenfalls redigiert von Aron Vergelis) gemeinsam verlegt von „Sowetsky Pisatel“ und „Sowjetisch Heimland“, Moskau 1965, Lnbd. 536 Seiten) sind 51 zeitgenössische sowjetischjiddische Dichter mit mehreren Gerichten vertreten. Hier finden wir neben den älteren auch wesentlich jüngere Autoren als in der Prosa-Anthologie, einer ist sogar erst 30 Jahre alt, nämlich Wladimir Danko, der aus der Ukraine stammt und als Ingenieur in Samarkand arbeitet. Einige dieser Dichter leben in Birobidschan, nämlich der 43 Jahre alte Lehrer Max Bient, der 53jährige Traktorist und Maschinist Itzäk Bronfman, die 59jährige Liuba Wassermann, die im Alter von 17 Jahren nach Erez Israel ausgewandert war (und hier als Hausgehilfin gearbeitet hat. wie es in der biographischen Notiz heisst) und später nach Russland zurückgekehrt ist; der 53jährige Busi Miller, der Absolvent der Literarisch - Linguistischen Fakultät des moskauer Pädagogischen Instituts und anscheinend als Lehrer tätig ist. Die in „Horizonten“ vertretenen Dichter leben über viele Orte der grossen Sowjetunion verstreut und das beweist, dass es eben in vielen Städten lebendige jüdische Kultur in jiddische* Sprache gibt. Wir finden in den Kurzbiographien am En. de des Buches als Wohnorte der Dichter ausser Moskau die Städte Wilna, Kiew, Kamenetz-Podolsk, Czernowitz, Nowgorod. Odessa, Charkow, Minsk, Kischinew, Riga, No wosibirsk, Taschkent, Samarkand, Leningrad u.a. Als Beispiel übersetzte ich eines der Gedichte des 54jäh- CARLTON- Kleidung ist Kleidung guten Stils sie ist meisterhaft ge. arbeitet und nicht teurer cds gewoehnliche Kleidung ★ Dieser Satz ist mehr als Slogan. Er ist eine 3e. hauptung, die ich taeq lieh beweisen muss, immer wieder mit ledern Meter zugeschnittenen Stoffes. ★ Feine MASSKLEIDUNG ★ FERTIGKLEIDUNG in SCHNEIDERTRADITIOM Carl ton ERNST KOPPEL Mcdpü 982 — T.E. 31-7845 i rigen Czernowitzers Meier Charatz: MEINER MUTER HAENDE Meiner Mutter Hände streicheln mich nicht zart meiner Mutter Hände — arbeitsschwielig und hart und jeder Finger — ist knochig verdarrt. Meine Mutter nie zu ruhen vermag, meine Mutter knetet nachts und bäckt bei Tag. Meine Mutter wärmt die Hände am Glase Tee. Meiner Mutter Hände zergehen wie Schnee, sie schrumpfen und sind schon so klein, so klein, ich fürchte schon, sie gehen völlig ein. Dag letzte aus der Sowjetunion eingetroffene jiddische Buch ist der Roman „Hirnel un Erd‘‘ von Note Lurje (Verlag Sowetsky Pisatel, Moskau 1965, gebd., 308 Seiten). Note Lurje, der aus der Ukraine stammt, hat schon als 23-Jähriger mit seiner ersten Erzählung Aufmerksamkeit erregt. Jetzt ist er 59 Jahre alt, durch seinen Roman „Die Steppe ruft“, der Familienschicksale im Zweiten Weltkrieg behandelt, dank lebendiger Darstellung-, interessanter Handlung und überzeugender Charaktere berühmt geworden, und setzt mit „Himmel und Erde“ die Handlung des ersten Buches fort. „Die Steppe ruft“ erschien in mehreren Auflagen und auch in russischer ukrainischer und moldawisoher Uebersetzung. Wer die in Russland heute übliche Vokalisierung des Jiddischen nicht gewöhnt ist, für den ist es allerdings schwierig, diese jiddischen Bücher zu lesen. Von der Jewish Agency Jerusalem. — Die Exekutive der Jewish Agency billigte eine radikale Reorganisation und Umgestaltung ihres Aufbaus, die wahrscheinlich eine Fusion ihrer Abteilungen für Immigration und Absorption einschliessen dürfte. Dieser Plan soll die Struktur beider Abteilungen vereinfachen und das Budget dieser Organisation verringern. (ITA) LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDÍENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190. 1* ízq. - T.E. 83-2613 10. Elul 5726 26. August 1966 Die Grossen geschont (DVZ»; — Jahrelang beschäftigt sich die Justiz auch schon mit dem eigentlich sonnenklaren Fall des Staatssekretärs Karl Friedrich Viaion dem nicht weniger als ein handfester Meineid in einem Kriegsverbrecherprozess vorgeworfen wird. Viaion amtiert unterdessen scheints ungeniert im Entwicklungsministerium unter Minister Scheel, dessen volles Vertrauen er geniesst. „Das ist ein erwachsener Mann, ein Jurist mit vierzig Jahren Staatsdienst, ohne jeden Mangel und ohne jeden Tadel“, meint Scheel. Genau das kann aber füglich bezweifelt werden. In der NS-Zeit ve-waltete Viaion als Leiter der Finanzabteilung bei der Behörde des sogenannten „Reich skommissariats für das Ostland“ das den Juden allgenommene Eigentum vor allem die Gold- und Silbersachen. Hitlers Reichskommissar Lohse lobte seinen Viaion in den höchsten Tönen: „Er war einer meiner fähigsten Leute. Ich war froh, als ich ihn bekam. Sein Vorgänger war der Aufgäbe nicht gewachsen und nicht Ostlandfähig.. Ein Berg von erhaltengebliebenen Akten belegen die , Fähigkeit“‘ des Karl Friedrich Viaion bei der Errichtung X»n Konzentrationslagern für die Juden und ihrer Ausplünderung bis auf den letzten Gebrauchsgegenstand. Konnte man von diesem Experten nicht annehmen, dass er etwas über cie Systematik der Judenvemichtung wusste? Die Verteidigung im Heuser-Prozess, bei dem es um Mord in 70.000 Fällen ging glaubte sich Viaion als Zeugen für den angeblichen „Befehlsnotstand“ bedienen zu können. Doch siehe da Herr Vialon verneinte strikt, dass man zu jener Zeit als Leiter der Finanzabteilung beim Reichskommissariat „der Tatbestand der Vernichtung von Juden weder in Einzelfällen noch global bekannt gewor. den“ wäre. Gegen die Warnung der Verteidigung wurde der Zeuge Vialon vom Gericht vereidigt. Das Meineidsveriahren liess sich nicht umgehen, aber immerhin bis auf den heutigen Tag hinauszögem. Oberstaatsanwalt Schäfer beruhigte die „Frankfurter Rundschau“ auf Anfrage, dass „in absehbarer Zeit“ mit einer Entscheidung des Gerichts zu rechnen sei. im Sommer vergangenen Jahres wurde der Zeitung schon einmal der gleiche Bescheid zuteil. „Absehbare Zeit“ scheint ein sehr relativer Begriff zu sein, wenn es sich um einen Prominenten handelt. — So ist denn auch noch völlig offen wann mit dem Abschluss des Verfahrens gegen den ehemaligen Minister Krüger zu rechnen ist. Der Name ist in der Oeffentlictikeit so gut wie vergessen. Krüger fungierte in Bonn kurze Zeit als Vertriebeaenminister. Seine Vergangenheit hatte er vollkommen aus dem Gedächtnis verloren. Der brave Bonner Christ erinnerte sich nicht mehr, dass er während der Nazizeit aus der Kirche ausgetreten war, dass er das Amt des Zellenleiters der NSDAP ausgeübt hatte einem halben Dutzend NS-Organisationen angehörte und als Richter beim Sondergericht Könitz drastische Todesstrafen verhängte. Ihm fiel nacheinander immer gerade soviel wieder ein, wie man ihm aus den Vorgefundenen Akten nachweisen konnte. Dann endlich entschloss er sich im Januar 1964 zu demissionieren. Er war auch wirklich unhaltbar geworden. Seitdem laufen die Untersuchungen und kommen offenbar nicht zu einem Abschluss. Die Bonner Gerichtsmühlen laufen langsam sehr langsam..,, wenn es um Prominente geht. Leider steht nicht zu erwarten dass wenigstens trefflich fein gemahlen werde. Die meisten Beschuldigten kommen auch noch ungemahlen durch. ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE alle entschaedigung::ragzn Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROST UN DEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T, I.: 83 - 2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Vjrwaltungen - Miets-, Zivil- und Handelssachen T JL* iö “ PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS