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Jüdische Wochenschau · 1966-08-05 · 2179 (5.8.1966) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2179 (5.8.1966)
Date
1966-08-05
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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M-— Vtaroe», ■ de Agosto de lit6« SEMANA ISRAELITA Afta XXVÏI. — N? 217» Ereig msse cer 13 Jahre Editorial Candelabro Der Verlag „Editorial Candelabro“ kann auf sein 13jäihriges Bestehen zuriickblieken. Sein Gründer war der in allen Kreisen der jüdischen Kollektivität hochgeschätzte und verdienstvolle Dr. Abraham Mibashan s. A., der auch unserem Sek ■ tor stets sein tätiges Interesse entgegenbrachte. Heute führt sein Sohn. Dr. Asher Mibashan das Werk des Vaters weiter. In den Jahren seines Bestehens hat der Verlg 60 Bücher herausgebracht, die etwa 180.000 Exemplare erreichten. „Candelabro' publiziert Werke in spanischer Sprache. Zu einem grossen Teil sind es Uebersetzungen israelischer Autoren. aber auch wenn die Verfasser keine Juden sind so handelt es sich stets um Themen von jüdischem Interesse. Zu den zahlreichen Ausgaben gehören u. a. „El Rebelde Jerusalem“ von Robert St. John. Tribus Perdidas“, dessen Autor Jiz. chak Ben Zwi. Israels zweiter Staatspräsident ist. und das höchst interessante Buch des nordamerikanischen Historikers Dagobert Runes „El Judio y la Cruz“. Augenblicklich befinden sich „La Conversiön del Samurai“, eine Erzählung von Abraham Kotsuji, und ein neues Buch von Ephraim Kishon, „La Ballena Mareada“, in Druck. Ehe „Jüdische Wochenschau“ schliesst sich den Glückwünschen zur „Barmitzwa“ der Editorial Candelabro herzlich an und wünscht dem Verlag und seinem Direktor viele weitere Jahre fruchtbaren Wirkens. Ausbildung jüdischer Lehrer Der Leiter der Abteilung für religiöse Erziehung der Jewish Agency in Jerusalem Dr. Chaim Chmiel, kam neuerlich nach Buenos Aires, um über die Koordinierung der Lehrerausbildung in der Welt zu beraten und die Arbeit auf diesem Gebiet zu erweitern. Kr berichtete, dass sich alle jüdischen Kehillot in der Welt an Israel mit der Bitte wenden, Lehrer und Erzieher zu schicken, welche überall und besonders in den kleinen Städten Amerikas, Europas, Asiens und Afrikas fehlen. Doch Israel sei nicht imstande, diesen Mangel an jüdischen Lehrkräften zu decken, weil im Lande selbst nicht genügend Lehrer ausgebildet werden können. Er erinnerte daran, dass früher Osteuropa das unerschöpfliche Reservoir an geistigen Führern war; heute heisst es. von vorn zu beginnen. Es ist eine Tatsache, dass z. B. in Amerika die jüdische Jugend keine Neigung verspürt, diese Laufbahn einzuschlagen, sondern sich lukrativeren Berufen zuwendet. In Nordamerika und auch in Lateinamerika gibt es zahlreiche jüdische Lehrerseminare. die schon viel Lehrer und Lehrerinnen ausgebildet haben, doch ihre Zahl entspricht zablennv'ssig nicht den Bedürfnissen. Daher appelliert Dr. Chmiel an die Jugend, in Israel zu studieren, wo Hochschulen bestehen. die in intensiver Kleinarbeit Studenten in einem Jahr soweit heranbilden dass sie den Beruf eines jüdischen Lehrers ausüben können. Auch an die Eltern wendet sich der jüdische Staat, ihre Kinder zumindest ein Jahr zum Studium nach Israel zu schicken, da dort die besten Schulen existieren. Dr. Chmiel bedauerte im weiteren, dass die Judenheiten der einzelnen Länder finanziell nicht in genügender Weise Israel helfen, das nicht imstande ist. dieses gigantische Erziehungswerk allein zu bewältigen. Er forderte auch die Juden Lateinamerikas auf, die hebräische Sprache zu erlernen, die von vielen Regierungen offiziell anerkannt ist, damit das Hebräische das Bindeglied zwischen allen Juden in der Welt werde In diesem Zusammenhang hon er hervor, dass die offiziellen Stellen in Israel Lehrmaterial und Bücher herausgeben. welche den heutigen Anforderungen voll entspre chen, wozu jedoch auch erhebliche Mittel benötigt werden. die Israel allein nicht aufbringen kann. Erziehungswerk Die Abteilung für Erziehung der Jewish Agency in Argentinien arbeitet, wie Dr Chmie lb'emerkte, zufriedenstellend, wobei zu berück Woche sichtigen sei, dass die argen. I tinisc-hen Juden weltliche | moderne Menschen sind, die j erst allmählich zur alten | Tradition zurückfinden. Diei se Entfremdung rührte auch zum Teil daher, dass die früj heren Einwanderer hier keine jüdischen Schulen vorfanden und ein jüdisches ■ Schulwesen in Argentinien j erst seit einigen Jahrzehnten besteht. Heute besitzt Argentinien zahlreiche Schulen mit mehrstöckigen Gebäuden, die jeden Vergleich mit den Lehranstalten anderei Kollektivitäten aushalten. Er berichtete ferner, dass ausser den schon vorhandenen Instituten für Studenten aus der Diaspora jetz* in Is rael ein grosses Schulhaus; für solche Schüler a’>s aller I Welt gebaut wird, die dorr | ein intensives Studium zur 1 Vervollständigung ihrer Ausbildung betreiben wollen. Strassenszene aus dem alten Viertel von Mea Schearim in Jerusalem DON JÜAN ANDERSARTIG GESEHEN ’ Literarische Notizen Neuerscheinungen des Verlages „OLAMENU (< in TEL AVIV. POB 3002. ISRAEL Dr. t J. GOERLICH (Wien) : RUTH. — Geschichte eines jüdischen Mädchens. Ein Wiener R-oman aus der Nazizeit — Kart. $ 5 — Prof. Dr HARRY ZOHN 'Waitham): Wiener Juden in der deutschen Literatur. Reich illustriert. Halbleinen S 3.50 ZEITSCHRIFT FUER DIE GESCHICHTE DER JUDEN Hfrausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Abonnement nur ganzjährig $ 8 50. DEMNAECHST ERSCHEINT: HUGO GOLD: GESCHICHTE DER JUDEN IN WTEN Das Standardwerk der jüdischen Geschichte Wiens Hunderte Illustrationen. Ermässigter Subskriptionspreis vor Erscheinen $ 20.—, nach Erscheinen $ 35.— IN VORBEREITUNG: .HISTORY OF THE JEWS IN AUSTRIA" Ein Jahrbuch in deutscher und englischer Sprache. Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. GEDENKBUCH DER UNTERGEGANGENEN JUDEN¬ GEMEINDEN DER TSCHECHOSLOWAKEI Herausgegebsn und redigiert von HUGO GOLD Er. •scheint in zwei Bä' den 1 Band Böhmen. Mä-hren und Schlesien — fl. Band Slowakei und Kaxpamrus Alle diese Publikationen ersehe nen im Rahmen des im h? r- ■h-r’ -leo" r-en I Die Kammerspiele beende- [ | ten ihre Spielzeit mit einer '; sehr guten Aufführung von! Max Frisch: Don Juan oder! die Liebe zur Geometrie. Tir- I so de Molina, Moliere Zorri- | 11a, Mozart u. a. haben den ■ ’ Stoff behandelt. Der schweii . zer Dramatiker kam mit ei -; ner neuen Idee Don Juan ist nicht der Frauenjäger,! sondern das verfolgte Wild.; Ihn reizt die Geometrif mehr als ein holdes Weib; doch da er kein Kostverächter ist. geniesst er serienweise Reinhold Olszewski hatte das Werk spritzig und witzig in Szene gesetzt Es gab; I viel zu sehen und keine to- I ten Augenblicke; doch kam I über dem Schau-Spiel der! | geistige Gehalt nie zu kurz. I! Alle Pointen sassen. Maria j Julia Bertolto hatte klare Dekorationen aufgebaut, die raschen Wechsel ermöglichten. Ausserdem hatte sie bezaubernd schöne Kostüme entworfen (und der Intendant hatte sie bezahlt!). Wer Don Juan und die Braut so zu kleiden versteht hat eine gesicherte Zukunft auf der Bühne und als Modeschöpferin. Don Juan machte seinem Namen Ehre. Klaus-Peter Wilhelm verführte als schöner Mann mit edlem Pathos und funkelnden Augen. Er machte philosophierend sehr glaubhaft, dass seine Erobei rungen ihn langweilen und ' seine Liebe der Geometrie gehört. Katharina Herberg war seine wesentliche Partnerin, die gegen die Standesehre in Don Juan verliebte Dirne, die vom Freuden, haus zur Herzogin aufstoigt. Mit ihrer gepflegten Sprachkultur und ihrem persönlichen Charme meistert sie alle Situationen. Unter den vielen stochen Wiltrud Tschudi und Wilfried Jan Heyn, die verdienten Sonderapplaus ernteten, besonders hervor. Wiltrud Tschudi war die geschäftstüchtige erfahrene Bordellmutter, die kalt, nüchtern und mit viel Humor d e Umweit beurteilt. Sie war entzückend ordinär tote ein grobes Wort. Ihre Sprachkunst entstammt nicht dem Milieu. Wilfried Jahn Heyn machte aus Pater Diego eine köstliche Type. Mit suffisantem oder geruesserisentm Lächeln mischt er Skepsis, Klatsch, Beichtgeheimnisse, Verständnis für und Vergnügen an schönen Frauen. Ein Augen- und Ohrenschmaus. Der blutjunge Raimund < i A ». j ' V kJ TITUTS Harmstorf gab den greisen Komiker würdig und doch vertrottelt. Ute Meinhardt war seine bezauberede Gattin. Man glaubt, dass Don Juan auf sie fliegt, aber nie ihren Aufschrei; „Ich möchte einmal wieder jung sein! ‘ Michaela Klarwein war in ihrem Brautkleid ein Gedient. Ulla Harnisch hatte die Musik verfasst. Sie bewies, auch ohne Klavier, Grazie und Charme als Schausp'elerin. Fritz Nydegger war ein zum Lachen reizender Leporello und erschütternd in abergläubischer Furcht. Lothar Siebmann als Don Juans Vater schrie entsetzt ob des Kuckuckseis wirksam „Junge. Junge!“. Ute Herz, Ilse Scholler, Gisela Schwiering Rudolf G&ske und Bert Oberdörfer füllten ihre kleinen Rollen gut aus. Das angeregte Publikum spendete den sich verabschiedenden Künstlern kaum endenwollenden Beifall. Dr Karl Kost Arabisches Theater in Jerusalem Das Maagal-Theater, eine neue Gruppe unter der Leitung von Philipp Diskin, hat seine erste Produktion in arabischer Sprache eröffnet Das Stück basiert auf ,,Topaze“ von Marcel Pagnol. Die Schauspieler, alle ausser einem Juden, sind Einwanderer aus arabischen Ländern. Von Jerusalem geht die Truppe nach Nazaret und in andere arabischsprechende Gegenden des Landes. Die j Truppe hofft, ein eigenes j Gebäude in Jerusalem zu eri werben. I Aus New York | Kurt Grossmann, ehemaliger Generalsekretär der Li-! g-a für Menschenrechte ir.; Berlin, Verfasser vieler poli- 1 tischer Bücher, insbesondere 1 einer bekannten Ossietzkyl Biographie, ist von seiner ' Tätigkeit an der „Jewish Jüdische Tagung in El Salvador San Salvador — Anlassj lieh der 3. Konvention jüdischer Gemeinden empfing der Präsident der Republik El Salvador. Coronel Julio Alberto Rivera, eine Delegation, der die Herren Woodrow de Castro aus Panama, Eric Heinemann aus Guatemala, Carlos Bernard und Ernesto Freund aus El Salvador und der Repräsentant des Jüdischen Weltkongresses. Mark Turkow, angehörten. Präsident Rivera interessierte sich lebhaft für die Ziele der Konvention und bat seine Besucher, den Mitgliedern der Tagung seine persönlichen Griisse und den Gruss der Bevölkerung der Republik zu übermitteln. Er lobte den Beitrag der jüdischen Gemeinschaft zum Fortschritt seines Landes und hob die Bedeutung der Mitarbeit hervor, die israelische Techniker bei der nationalen Baumwollproduktion leisten Ferner sprach er den Wunsch aus, dass israelische Sachverständige geschickt werden mögen um bei der Organisation der Nationalbibliothek zu helfen, welche die Regierung in Kürze auszustatten plant. Präsident Rivera interessierte sich auch für die heutige Situation der Juden in der Welt. Ueber dieses Thema informierte ihn der Delegierte des Jüdischen Weltkongresses, Herr Mark Turkow, der im besonderen auf die Umtriebe der Nazis in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern hinwies, sowie über die Spannungen im Mittelosten und die Lage der Juden in der Sowjetunion berichtete. (ITA) Claims Conference“, wo er sich vorwiegend den Wiedergutmachung« . Angelegenheiten gewidmet hat, wegen Erreichung der Altersgrenze zurückgetreten. Ins Deutsche übersetzt Das Stück des israelischen Autors Ephraim Kischon „Zieh den Stecken raus, das Wasser kocht“ wurde von H Castegne ins Deutsche übersetzt. Die Aufführungsrechte wurden vom Bühnenverlag S. Fischer erworben. Preise Martin Baleam erhielt den Oscar 1965 für die beste Film- Nebenrolle (im „A Thousand Clows“), als bester Regisseur wurde ausgezeichnet RoDert Wise („The Sound of Mu. sic“). Den Preis für den besten Song erhielt Johnny Mandel mit „The Shadow of Your Smile“ aus „The Sand, piper“. JUEDISCHE BUCHHANDLUNG TALLESSIM. MACHSO¬ RIM (span. Uebersetzg., LUACH 5727, Neujahrs- Glückwunschkarten G. KAPLANSKY Pueyrredón 451 T. E. 89.3431 ISRAEL-BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUS¬ GABEN ZUM OFFIZIELLEN KURS AGENCIA FILATELICA OFICIAL DEL ESTADO DE ISRAEL VIAMONTE 550, 1. B — Bs. Aires, Rep. Argentina I I Bic Brutschen ffamnierspiete im Schausphihaus Buenos Airse 1 Intendant: REINHOLD K. OLSZEWSKI LETZTE VORSTELLUNGEN DON JUAN oder DIE LIEBE ZUR GEOMETRIE die berühmte Komoedie von MAX FRISCH VORSTELLUNGEN: Heute, Freitag und morgen, Sonnabend, um 18.30 Uhr. Sonntag um 15.30 Uhr EINZIGE WIEDERHOLUNGEN DER GROESSTEN ERFOLGE DER SAISON Montag, den 8. August, um 21 Uhr DER METEOR von FRIEDRICH DUERRENMAT Dienstag, den 9. August, um 18.30 Uhr LUMPAZIVAGABUNDUS von JOHANN NEPOMUK NESTROY DER VORVERKAUF HAT BEGONNEN Kasse: Montag bis Samstag 11—14 und 17—20 Uhr Sonntag 13—16 Uhr Teatro Odeön — Esmeralda 375 — T. Ei. 45-3591.

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