Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1966-08-05 · 2179 (5.8.1966) · p. [Seite 3]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2179 (5.8.1966)
Date
1966-08-05
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9616703-9615320-9615577--4457-9615580
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Viertle«, 5 de Afeóte de 1M( SEMANA ISRAELITA Año XXVII. — N* 2179 — 3 Die Zahl der Flüchtlinge waechst Die Zahl der Flüchtlinge nimmt immer mehr zu — dies stellte der Hohe Kommissar der UN für Flüchtlinge, der frühere schweizerische Botschafter in Israel, Dr. Felix Schnyder, in seinem kürzlichen Jahresbericht an die UN fest. Zu den Flüchtlingen verschiedener Kategorien sind in letzter Zeit viele in Afrika hinzugekommen, wo Menschen angesichts der ständigen Revolutionen, politischen Erschütterungen und der Radikalisierung in den neuen Staaten den Wanderstab ergreifen müssen. Menschen auf der Flucht aus politischen Gründen sind überhaupt ein Charakter'stikum rnserer Zeit. Mehr als 15 Millionen Flüchtlinge registrierten die Statistiken seit 1945. Würde man ihre Zahl gleichmässig auf die vergangenen zwanzig Jahre verteilen, so zeigte sich, dass alle 42 Sekunden irgendwo ein Mensch seine Heimat verlassen hat. Wie gross diese Zahl tatsächlich ist, wird deutlich, wenn man sie mit den Bevölkerungsziffern verschiedener Länder vergleicht. Fünfzehn Millionen Menschen — das sind mehr, als die Gesamtbevölkerung der acht afrikanischen Staaten Togo, Somalia, Sierra Leone, Niger, Libyen, Burundi, Zentralafrikanische Republik und Gabun ausmacht sind rund dreimal soviel wie in der Schweiz oder in Kamerun und fast zweimal soviel wie in Oesterreich, Ghana oder in Chile leben. Die Mehrzahl der Flüchtlinge kam in Massen über die Grenzen, andere kamen in kleinen Gruppen oder familienweise, wieder andere hatten sich heimlich und allein auf den Weg gemacht, um die zurückgebliebenen Angehörigen nicht zu gefährden. Sie alle Hessen Vaterland, Haus und Hof und Hab und Gut zurück, um in einem freien Land ihre Zukunft nach eigenem Ermessen gestalten zu können. Das Heer der Flüchtlinge rekrutiert sich aus Angehörigen aller Berufe und sozialen Schichten. Unter ihnen befinden sich Universitätsprofessoren und Politiser, Fabrikbesitzer und Arbeiter, Bauern, Kaufleute und Handwerker, Äerzte und Anwälte — Junge und Alte, Väter, Mütter und Kinder FAST SIEBEN MILLIONEN Der Auftakt zur grossen Völkerwanderung unseres Jahrhunderts gaben die 1,6 Millionen verschleppten Personen (Displaced Personal aus den osteuropäischen Ländern, die sich bei Kriegsende in Westeuropa oefanden und nicht repatriiert werden wo 11ten, weil ihr Land ganz oder zum Teil unter kommunistische Kontrolle geraten war. In den vergangenen zwanzig Jahren kamen noch 1,3 Millionen osteuropäische Flüchtlinge hinzu. Eingeschlossen in diese Zahl sind 60.000 Tschechen, die nach dem kommunistischen Staatsstreich 1946 fliehen mussten, 200.000 Ungarn, die nach dem mit sowjetischen Panzern und Militär niedergeschlagenen Volksaufstand im Herbst 1956 die Flucht ergriffen. Eän Sonderfall in der Flüchtlings-Statistik sind die ostdeutschen Flüchtlinge (3,7 Millionen, die bis zum Bau der Mauer in grosser Zahl, Tag für Tag in den Auffanglagern Westberlins und Westdeutschland ankamen. Nach dem Bau der Mauer im August 1961 und der planmässigen hermetischen Abriegelung aller Fluchtwege ist nur noch verhältnismässig wenigen die Flucht gelungen — bis zum Frühjahr 1965 sind noch 21.000 Menschen in den freien Westen gelangt. FLUKCHTLINGK IN ASIEN Die grossen Flüchtlingsbewegungen im Femen Osten setzten 1945 in Korea ein. Damals wurde Nordkorea von den Kommunisten besetzt; und drei Jahre später erhielt es eine kommunistische Regierung, von 1945 bis 1950 flohen 4,4 Millionen Nordkoreaner in den freien Süden des -Landes. Ihnen folgten sieben Monate nach dem bewaffneten Angriff der Kommunisten auf Südkorea im Jahre 1950 weitere 800 000 Nordkoreaner. Weithin bekannt ist das Elend der zwei Millionen chinesischer Flüchtlinge, die in den überfüllten Lagern in Hongkong, Macao und auf den Philippinen leben. Allein im Monat Mai des Jahres 1962 trafen rund hunderttausend Chinesen in den Auffanglagern in Hongkong ein. Der Anlass ihrer Flucht war der völlige Zusammenbruch des rotchinesischen Parteiprogramms, das unter der Bezeichnung ,,Grosser Sprung vorwärts“ propagiert worden war und dem chinesischen Volk eine bessere Versorgung garantieren sollte. Drei Jahre (1958—61) hatte dieses Programm bestanden — drei Jahre Fehlspekulationen, drei Jahre Agrardesaster und Hungersnöte waren die traurige Bilanz der ALFREDO STERN MALERARBEITEN NEUE ADRESSE: Vidal 1575 fast Ecke Pino Tel.: 76-9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen. Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CAUE ANDONAEGUI 2083 TEL.: 52 2993 4 Quader von Station Urquiza Pekinger Kollektivierungsmassnahmen. Im Juli 1954 wurde der Indochinakrieg mit der Teilung von Vietnam zunächst beendet. Der Norden erhielt eine kommunistische Regierung unter Ho Chi Minh, der Süden wurde im Oktober 1955 unabhängige Republik. Die Folge war, dass sich im Laufe von zehn Monaten nahezu eine Million Nordvietnamesen nach dem Süden des Landes begaben. Als die Rotchinesen 1950 die Grenze von Tibet überschritten und das Land militärisch besetzten und als sie 1959 einen Volksaufstand mit Waffengewalt niederschlugen, gingen 60.000 Tibetaner freiwillig ins Exil. Viermal so gross ist die Zahl der laotischen Flüchtlinge, die seit 1960 die Flucht einem Leben unter kommunistischer Herrschaft vorgezogen haben. AUF DER WEST¬ LICHEN HALBKUGEL Nicht nur in Europa und im Fernen Osten fliehen Menschen vor dem Kommunismus, auch auf der westlichen Halbkugel trifft dies in einem Fall zu: Kuba. 315.000 Kubaner haben, seit Fidel Castro im Januar 1959 die Herrschaft auf Kuba übernahm, die Insel als Flüchtlinge verlassen. 270.000 von ihnen leben heute in den den USA. 45.000 wanderten nach den anderen lateinamerikanischen Staten und nach Spanien aus. Ihre Zahl wird sich jetzt wohl um wenigstens 100.000 vermehren da Castro die Auswanderung aus seinem Lande offiziell gestattet hat. Von Negern und Juden New York. — Die wachsende Entfremdung zwischen Negern und Juden wurde von Dr. John Slawson, Vize Präsident des American Jewish Committee, bedauert. Er forderte zu einer Ueberbrükkung dieser Kluft auf die zu einer Schwächung der liberalen Kräfte in den USA führen könnte. Dr. Slawson war einer der vier Redner, die in der Television zu dem Thema „Antisemitismus und Neger“ das Wort nahmen. Wenn die Freundschaft zwischen Juden und Negern nicht wiederhergestellt werden könne, so führte er aus, dann würde dies eine Erschütterung der liberalen Bewegung bedeuten, und dies wäre schlecht für die Neger und schlecht für die Juden. Die anderen Teilnehmer an dieser Debatte waren Dr Kenneth B. Clark, Professor für Physiologie an der Universität von New York, Dr. Alex Rosen, Dekan einer Fachschule der gleichen Universität, und Bayard Rust in, Direktor des Philipp Randolph-Instituts Zur Frage des wachsenden Negerhasses gegen die Juden, über dessen Vorhandensein sich alle Referenten einig waren, äusserte Dr. Clark: „Ich glaube, wir erleben hier eine andere Form des Antisemitismus. In den vierziger Jahren schien es, als bezöge sich die Spannung zwischen Negern und Juden hauptsächlich auf Probleme des Arbeitsmarktes. Heute sind die Differenzen weit CARLT0N- Kleidung ist Kleidung guten Stils sie ist meisterhaft ge. arbeitet und nicht teurer als gewoehnliche Kleidung. ~k Dieser Satz ist mehr als Slogan. Er ist eine Be. hauptung, die ich taeq- Hch beweisen muss, immer wieder mit jedem Meter zugeschnittenen Stoffes. ★ Feine MASSKLEIDUNG ★ FERTIGKLEIDUNG in SCHNEIDERTRADITION Carlton ERNST KOPPEL Maipü 982 — T.E. 31-7845 komplizierter und schwieriger.“ Dr. Rosen hob hervor, dass der Kompetenzstreit heute auf die liberalen und andere Berufe übergreift, die traditionell den Juden Vorbehalten schienen, doch leider ginge die Rivalität nicht um gute Inhalte des Lebens oder um den Drang, sich in diesen Berufen auszuzeichnen. (ITA) ORT-Ausstellung in Paris Paris. — Bei der Eröffnung der ORT-Ausstellung ln Paris erfuhr man, dass sich diese Organisation zur Ausbildung m technischen Berufen zum grossen Teil in den pariser Vorstädten betätigt. Dort wohnen etwa 100.00C Juden; die grosse Aufgabe besteht darin, die junge Generation in technische Berufe zu bringen, damit sie den Wettbewerb in der heutigen Zeit bestehen können. Dabei gibt es allerlei Schwierigkeiten zu überwinden, nicht zuletzt auf der Seite der Familien, die auch nicht auf kurze Zeit einen Mitverdiener verlieren wollen Die Schnellkurse für Erwachsene dauern drei bis LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRRE.DON 2190, 1* ízq. - T.E. 83-2613 19. Aw 572« 5. August 1966 Solidaritaetswerk in Israel ME ). ss Im Frühjahr 1941, in einer dunklen Phase des Krieges, als die Not der Elinwanderer aus Deutschland und Oesterreich drohende Formen angenommen hatte, schritt die HOO (Hitachduth Olej Germania we Olej Austria), die Vorgängerin d (Irgun Olej Mei dadurch zur Sei sie das „Solid schuf. Jeder Angeh „i .. dieses landsmannschaftlichen Kreises, der eine wirtschaftliche Existenz gefunden hatte, wurde nach Massgabe seines Einkommens freiwillig und dennoch moralisch verpflichtet, seinen Beitrag zu dem Fonds des „Solidaritätswerks“ zu leisten. In jener Notzeit fand der Aufruf offene Herzen und offene Hände, in den Städten wie auf dem Lande. Die Idee war Wirklichkeit geworden. Während dem „Solidaritätswerk“ die Aufbringungen der für soziale Zwecke benötigten Mittel und die Kontrolle ihrer Verwendung oblag, wurde die eigentliche Hilfsarbeit, die individuelle Beratung, durch andere Organe des I.O.M.E. ausgeführt. Diese Form der Arbeitsteilung hat sich bewährt. Kürzlich konnte das „Sc* lidaritätswerk“ auf sein 25jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlass fand in Ramat Chen unte" dem Vorsitz von Dr. Pinohas F. Rosen (Dr. Felix Rosenblüth), dem früheren Justizminister, der seit Gründung an der Spitze dieser vorbildlichen Selbsthilfe-Organisation steht, eine Jubiläumssitzung des Präsidiums statt. zehn Monate. In vielen Diskussionen müssen Familien und Schüler davon überzeugt werden, dass ein qualifizierter Techniker rasch ein höheres soziales Niveau erreicht und dass sich die Mühe lohnt, ein Facharbeiter zu werden. Mit seinem Rechenschaftsbericht für 1965 verband IX. John Levy (Tel Aviv) als Schatzmeister einen Rückblick auf Entstehen und Entwicklung des „Solidaritätewerks“. Der Grundgedanke der solidarischen Verbunden, heit der Einwanderer aus Mitteleuropa habe in der Parole „Niemand soll hungern* seine prägnante Form gefunden. Inzwischen seien jedoch Aenderungen in der ursprünglich mehr oder minder gleichartigen sozialen Struktur des Kreises eingetreten. Einerseits habe die Wiedergutmachung zu manchen Erleichterungen geführt, andererseits wirke sich aber die Zunahme der aus dem Wirtschaftsleben ausscheidenden Aelteren als nachteilig aus. Aus Gebenden würden Nehmende. Ueberdies habe sich der Umfang der im Einzelfall notwendig werdenden Hilfe oft erweitert. Die Idee der Solidarität, so klang es auch aus den Worten anderer Sprecher, dürfe nicht schwinden. E. G. L. MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENTO 1147 T. E. 35 . 7033 CABILD0 2SI4 ~ PAMM4979 Zahlungserleichterungen fast Ecke Triunvfrate Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGS?RAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROSTUNDENi DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. L: 83 - 2613 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltungen - Miets-, Zivil- und Handelssachen TE.: 80-6930 PUEYRRED0N 2190 esq. Av. LAS HERAS

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.