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Jüdische Wochenschau · 1966-08-05 · 2179 (5.8.1966) · p. [Seite 5]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2179 (5.8.1966)
Date
1966-08-05
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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V)ern«s, S de de 196« SEMANA ISRAELITA Añ© XXVII. — N* 2179 — » Festlicher Empfang Shazars in USA ANKUNFT IN NEW YORK New York. — In aller Morgenfrüh hatten sich die Führer aller jüdischen Orga. nisationen der USA im Flughafen von New York eingefunden, um den Präsidenten Israels Salman Shazar und seine Gattin bei ihrer Ankunft aus Brasilien zu begrüssen. Das Flugzeug landete um 7 Uhr 30. Zumindest 50 Organisationen hatten Delegationen entsandt, darunter das American Jewish Committee, der Nordamerikanische Jüdische Kongress, rabbinische und kulturelle Organisationen. Auch Delegierte namens des Lubawitscher Rebben waren erschienen, den Shazar am Schabbat. abend zu besuchen beabsichtigt hatte. Dieser Besuch wurde jedoch im letzten Au gen blick ebenso wie andere vorher geplante Zusammenkünfte. verschoben. Der Präsident schien sehr ermüdet von dem Nachtflug. Als erste begrüssten ihn Israel - Botschafter Abraham Harman, Israels ständiger Repräsentant vor den UN, Michael Comay, und der israelische Generalkonsul in New York, Michael Amon Sie geleiteten den Präsidenten und seine Gattin in den Aufenthaltsraum, wo die jüdischen Delegationen die hohen Besucher erwarteten. Auch der Bürgermeister der Stadt New York, John Lindsay, Gouverneur Roekefeller und Repräsentanten des State Department hatten sich zum Empfang Shazars im Flughafen eingefunden. Nachdem der Präsident einige alte Freunde auf hebrä. isch, jiddisch und englisch begriisst hatte, versicherte «r der Presse, dass es ihm ein j Vergnügen sei auf dem Rückweg von seinen Besuchen in Uruguay, Chile und Brasilien, wo er überall mit grösster Herzlichkeit empfangen worden sei, nun eini. ge Tage in den USA verbringen zu können. Er fügte hinzu: „Ich freue mich am 2. August mit dem Präsidenten Johnson zusammenzutreffen, dessen führende Stellung im Kampf für die Menschenrechte. die Stärkung der Demokratie, die Erhaltung der Unabhängigkeit der kleinen Länder und Bemühen für den Frieden wir hochschätzen.“ Hierauf wiederholte er diese Worte für die Uebertragung nach Israel in hebräischer Sprache. EIN RUHETAG Im Flughafen waren schon vor Ankunft des Flugzeugs, in dem Präsident Shazar reiste, starke Sicherheitsmassnahmen getroffen worden Ein Polizeiaufgebot unter Führung eines jüdischen Hauptmanns diente dem Präsidenten als Leibwache auf dem Flugfeld und begleitete ihn später auf seiner Fahrt im Auto in das Hote’ Plaza, auf dessen Dach die israelische Flagge wehte. Präsident Shazar und seine Gattin waren von der Re se sehr angestrengt und ruhten einen ganzen Tag im Hotel aus, ohne irgend jemanden zu empfangen. Die newyorker jüdische Presse, einschliesslich die kommunistische Zeitung „Freiheit“, publizierten lange Artikel, in denen sie den Präsidenten Israels willkommen hiessen und über die Rolle berichteten, die er in der zionistischen Bewegung und im kulturellen Leben Israels spielt. Präsident Shazar empfing eine Einladung vom Generalsekretär der Vereinten Nationen U Thant zu einem Frühstück im UN-Gebäude, zu dem 40 Diplomaten, darunter Botschafter geladen wurden. Gleichzeitig wird ebenfalls im UN-Gebäude Frau Comay ein Frühstück für Frau Shazar geben, dem die Gatinnen der Delegierten und Fii herinnen der Frauen- Organisationen beiwohnen werden. NEW YORK BEGRUESST SHAZAR Die Stadt New York feierte Israels Präsidenten Salman Shazar mit einem Bankett, das Bürgermeister Lindsay im Lincoln Center veranstaltete und zu dem über hundert Personen aus allen Schichten des öffentlichen Lebens erschienen waren. In seiner Ansprache während des Essens pries Shazar New York als ..eines der leuchtendsten Beispiele für eine J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bme. MITRE 430 V. Of. 550 T.E.: 3 0-1474 C A TECA 5. A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68 - 1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER $4 Allenby Rd. — TEL AVIV — P.0.B, 4444 Stadt, in der eine jüdische Bevölkerung lebt, welche einen hervorragenden Beitrag zur jüdischen Erziehung und Kultur geleistet hat“ Er erinnerte an Lindsays Besuch in Israel als dieser noch Abgeordneter war, und sprach die Hoffnung aus, ihn bald als Bürgermeister in Israel begrüssen zu dürfen. Lindsay würdigte in seiner Rede die Verdienste Shazars und überreichte ihm als Geschenk die erste Ausgabe de; „Geschichte New Yorks“ von William Smith, die aus dem Jahre 1757 stammt. Shazar schenkte seinem Gastgeber eine Medaille von Jerusalem in einem Kästchen aus Olivenholz.;AM SCHABBAT j Begleitet von Israel-Botschafter Abraham Harman und Generalkonsul Michael Arnon erschien Präsident Shazar zum Schabbat-Gottesdienst in der Ateret Zevi- Synagoge auf der Fifth Avenue. Der Präsident und sein Gefolge gingen die wenigen Strassen vom Hotel Plaza zum Tempel zu Puss, in dem Shazar von einer zahlreich erschienenen Gemeinde durch Ovationen begrüsst wurde. Nach dem Gottesdienst, bei dem Rabbi Simon Langer den Präsidenten Israels segnete. fand in der Svnagoge ein Empfang statt. Dort traf Shazar einen Schulfreund aus seinem russischen Heimatstädtc-hen Mir, mit dem er vor 60 Jahren zusammen den Cheder besucht hatte. Der begeistertste Empfang wurde Shazar zuteil, als er Rabbi Menachem Schneersohn in Brooklyn aufsuchte. Mehr als 4.000 fromme Juden und anderes Publikum erwarteten den Präsidenten auf dem breiten Boulevard vor dem Eingang zur Jeschiwa. Etwa 2.000 Chassidim sangen Lieder und tanzten auf der Strasse, als die Auto karawane, die Shazar betrieb tete, eintraf. Shazar erhob sich von seinem Sitz und begriisste aus seinem Wagen lächelnd die Menge, die ihm zujuUo1te. Botschafter Harman und Generalkonsul Arnon begleiteten den Präsidenten bvs zur Tür des Raumes, in dem Rabbi Schneersohn seinen Gast erwartete. Das Gesp"ä ch zwischen Shazar und dem Pebben fand ob ne Zeugen statt und dauerte bis um zwei Uhr morsens. Shazar schenkte dem Rabbi eine S°mm* 1 * * *ung chassidkseber Schriften, während dieser dem Präsidenten eine rabbinische Abhand, lung verehrte, die vor 100 Jahren von seinem Urzrossvater ve-f<*cst worden war. EMPFANG BEI U THANT Vereinte Nationen. — Präsident Shazar wurde vom UN-Generalsekr^tär tt T^ant mit einem Frühst""k emufa.naen. dem über 40 Pen^ä - senta.nt.en verschiedener Län der beünohn+en. Di“ sow’Gisrti°n Delende-ten vor den TVNT horkotbei-ten dm Veranstaltnng. die bnlzori«"^,-, rvnlomaten taten ein Gleiches. doch die übrigen M’t glieder des Sicherheitsrates an«er Tranpiordnnien und Nationalchina, das nicht eingel^den wurde, waren anwesend U Thant brachte ein Brindis „auf den Präsidenten Israels“ aus. Shazar unter, strich, dass sein Land mit Bewunderung die Weisheit und Energie anerkenne, mit der der Generalsekretär sein Amt führe und fiir die Aufrechterhaltung des Friedens eintrete. „Ich überbringe Ihnen warme und herzliche Griisse meines Volkes' . führte Shazar aus. „Wir hoffen dass Sie noch vieie Jahre zum Wohl der Menschheit wirken mözeu. Israel fühlt sieh d«n Vereinten Nationen p-anz besonders verbunden Wir sind grundsätzlich nr der Rtärkunpr ö5esor Ore-anlsation interessiert, deren Idealen Sie und Ihre Mitarbeiter dienen.“ U Thant übergab Shazar eine Medaille, die im Jahre der internationalen Zusammenarbeit im Rahmen der UN geprägt wurde, und dedizierte ihm ein Album mit UN-Briefmarken. Hunderte Mitglieder des UN-Personais standen hinter einem Kordon, der von Sicherheitsbeamten gebildet wurde, um Shazar mit Applaus zu begrüssen, als er in Begleitung von Botschafter Comay, seinem Adjutanten Oberst Arie Raz in Uniform und Generalkonsul Arnon das UN-Gebäude betrat. JUDEN EHREN DEN PRAESIDENTEN Salman Shazar lobte die „aktive Mitarbeit' der nordamerikanischen Juden mit dem israelischen Volk und ihre Beisteuerungen zum Jewish Appeal (Vereinigte Kampagnen), die „die Wiedergeburt des jüdischen Volkes nach den Massenmorden der Nazis ermöglicht haben.“ Er fügte hinzu, dass das Hilfswerk noch lange nicht beendet sei und es noch immer gelte, Juden aus der Unterdrückung, Diskriminierung und Angst in die Freiheit zu retten. Der Präsident spraon auf einem Bankett, das ihm und seiner Gattin zu Ehren stattfand, und an dem mehr als 600 jüdische Führer aus dem ganzen Land teilnahmen. Auch Gouvernuer Nelson Rockefeller, die Senatoren Jacob Javits und Robert Kennedy sowie hohe Beamte des Staates und der Munizipalität waren erschienen. Gouverneur Rockefeller sprach im Namen des Volkes von New York und Max Fisher und Monroe Goldwater namens der jüdischen Organisationen. IM WEISSEN HAUS Der Präsident der Vereinigten Staaten, Lyndon B. Johnson, empfing den Präsidenten Israels, Salman Shazar, mit grosser Herzlichkeit im Weissen Haus. In freundschaftlichem Gespräch tauschten beide Präsidenten Gedanken aus, und Shazar kam der Aufforderung Johnsons nach, ihm über seine Eindrücke in Lateinamertea zu berichten. Präsident Jonnson führte seinen Gast in den Rosengarten des Weiften Hauses, und dort vers cherte er ihm, dass die USA ihre Verpflichtungen nicht nur in Vietnam sondern auch in anderen Teilen der Welt erfül len werden. Er iyv/.-g sicn auch auf die Hilfe für Is ael und das schon seit langem schwebende Proiekt der Wasserentsalzung. Beide Präsidenten erschienen in der Television. Man sah, wie sie einen warmen Händedruck austausruten, und hörte, wie Johnson sagte. dass er Shazar am Abenc1 mit einem Festbankett zu bewirten eiwarte Später wur den Präsident Shazar und eines Papstes .Kurz vor seinem Tode | kennen nun, dass viele, viele (am 3. Juni 1963) hatte Papst Johannes XXIII. noch ein Bussgebet verfasst, worin er Gott um Vergebung fiir die Leiden bittet, die von Gliedern der Kirche jahrhunderlang den Juden zugefügr worden sind. Es war der Wunsch des sterbenden Papstes, dass dieses Gebet in allen katholischen Kirchen gebetet werden sollte. Anlässlich eines innerkirchlichen Symposiums in Chikago hat der Peritus des Konzils, Msgr. Quinn, Präsident des Ehegerichtshofes des Erzbistums Chikago, den Text zum erstenmal verlesen. In diesem Bussgebet heisst es unter anderem: „Wir er- Jahrhunderte der Blindheit unsere Augen bedeckt haben, so dass wir nicht mehr die Züge unseres erstgeborenen Bruders wiedererkennen. Wir erkennen, dass das Kainszei« chen auf unserer Stirn steht. Jahrhundertelang hat Abel darniedergelegen in Blut und Tränen, weil wir Dein? Liebe vergassen. Vergib uns die Verfluchung, die wir zu Unrecht aussprachen über den Namen der Juden. Vergib uns, dass wir Dich in ihrem Fleisch zum zweitenmal kreuzigt-eu. Denn wir wussten nicht, was wir taten-..." fAus der katho'i^chen Zeitschrift „Der Seelsorger“, Wien) seine Gattin in das gegenüber ’ liegende „Blair House“, die! offizielle Residenz für Hohe 1 Besucher geführt. Das Gcfolj ge Shazars wurde vom TJS4i Botschafter in Israel, W. Barj bour, begleitet. I Der Empfang im Weissen , Haus folgte auf une eindrucksvolle Begrüssung im Militärflughafen v m Washington, in dem das Flugzeug landete, welches Johnson eigens für Shazar zur | Verfügung gestellt hatte. | Dort erwartete Vizepräsident; Hubert Humphrey den israelischen Präsidenten und entbot ihm im Namen des USA- Präsidenten ein warmes Willkommen. Eine Ehrenkompagnie erwies Shazar die protokallarischen Ehren Frau Humphrey -oegrusste Frau Shazar mit emem Strauss Rosen, und das 8jährige Töchterchen des israelischen Botschafters Dan Pattir überreichte ihr ebenfalls Blumen. Ferner waren im Flughafen der Zweite Staatssekretär für den Nahen Osten, Raymond Hare, und Protokollchef James Sy mington erschienen. ERKLAERUNG SHAZARS Nach seiner Unterhaltung mit dem Präsidenten Johnson erklärte Präsident Shazar: „Ich hatte ein sehr nützliches Gespräch mit dem Präsidenten und konnte ebenso wie bei unserem ersten Zusammentreffen im Jahre 1963 sein tiefes Verständnis für die Lage Israels, für unseren Wunsch nach Frieden, Sicherheit und Fortschritt und für unsere Probleme festeteilen.“ Er fügte hinzu: „Ich glaube, dass unsere Länder durch eine en ge Freundschaft verbunden sind, die durch unsere heutige Aussprache wieder bewiesen wurde“ Shazar betonte, dass er „Gelegenheit hatte, dem Gedenkstaetfe Hamburg. — Auf dem Gelände des früheren Konzentrationslagers Neuenzamme ist die Gedenkstätte fertiggestellt worden Im Zentrum des Gedenkplatzes sind e:ne Granitstele und eine Bronze- Skulptur eines sterbenden Häftlings zu sehen. 22 Steinplatten mit den Namen der Nationen, die Opfer zu beklagen haben, sind in den Eoden eingelassen. Dass 106.000 Menschen in diesem Lager litten und 55.000 Männer. Frauen und Kinder hfer umgekommen sind, ist '•uf einer Platte am Einzans ier Gedenkstätte ersichtlich. Präsidenten einiges über sei« ne Besuche in Uruguay. Chile und Brasilien zu erzä>~ en und ihm von dem unauslöschlichen Eindruck zu berichten, den er von dem aufrichtigen Entgegenkommen und Verständnis dieser Länder empfangen habe.“ Er un- \ terstrich, wie glücklich er sei, auf seinem Rückweg nach Israel noch einige Tage in Washington weilen zu können. wras ihm Gelegenheit biete, seinem Volk die Ueberzeugung mitzunehmen, „dass : zwischen unseren beiden Ländern wahres Verständnis und Harmonie herrscht“ i Die beiden Präsidenten hatten sich über eine Stunde lang unterhalten. Shazar befand sich in Begle'tui g von Botschafter Abraham | Harman, Minister Ephr im 1 Efron und anderen Mitgliedern der Israel-Botschaft. Auf einem Essen, das der j Generalsekretär der OEA für Israels Präsidenten veran- \ staltete. erklärte Shazar, er habe mit grossem Vergnügen die Einladung einer Organi« sat on akzeptiert, die für die Freiheit des Menschen und , den Fortschritt in Lateinamerika eintritt. MALERARBEITEN JUAN JULIUSBURG 73 1148 BLANCO ENCALADA 164C «iiimmiiiimimmimiifMmiFMitimMri” ’"FffmiumtiHiiiiivitmiiiimnmiiiFf.

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