Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2178 (29.7.1966)
- Date
- 1966-07-29
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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plumea, 29 fe Jallo fle 1966 Jüdisch - Christliche Dialoge von DORIS SiMOLAR ln den Dialogen, die gegenwärtig in den USA zwischen Rabbinern und Christhohen Geistlichen geführt werden, treten erstaunliche Ergebnisse zutage. Es war von Anbeginn klar, dass Rabbiner und Priester das Neue Testament nicht mit den gleichen Augen betrachten. Immerhin glaubte man dass über das Alte Testament zwischen den geistigen Führern der christlichen und jüdischen Relig’on keine Unstimmigkeiten bestehen könnten. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass dem nicht so ist. Viele Stellen der Bibel scheinen den Jesuiten und Rabbis ganz verschiedene Dinge zu bedeuten. Aehnlich geht es auch mit der Geschichte. Für die Katholiken zum Beispiel bedeuten die Kreuzzüge ein heiliges Unternehmen, während die Kreuzzüge für die Juden in der Hauptsache die Erinnerung an die Massentötung von Juden wachrufen. Die Aufklärung wird von den Juden als die Zeit angesehen, da sich die Tore der Ghettl öffneten, während die Christen zumeist die Aufklärung Die Juden von Montreal Montreal — Das statistische Amt von Montreal ist das einzige auf dem amerikanischen Kontinent, das Erhebungen über die Zahl der Geburten und Todesiälle nach Konfessionen führt. Die jüdische Geburtsrate im Jahre 1964 war 14,3 pro mille, verglichen mit 21,2 bei der Bevölkerung französischen Ursprungs und 16,3 bei der anglo-keltischen Gruppe. Die Todesrate bei den Juden betrug 13 pro mille, bei den Franzosen 7,6 und bei den Anglo-Kelten 11,6. Der Geburtenüberschuss betrug bei den Juden 1,2 pro mille, bei den Franzosen 13,6, bei den Anglo-Kelten 4,7 und bei anderen ethnischen Gruppen 2,33. Die Kindersterblichkeit belief sich bei den Juden auf ein pro mille, bei der Bevölkerung französischen Ursprungs auf 23 und bei der anglo-keltischen Bevölkerung auf 18,2. als einen Angriff auf den religiösen Glauben betrachten Bei der Feststellung dieser Differenzen ist allerdings dieTendenz zu beobachten sie zu verstehen und durch Fragen und Antworten zu überbrücken. Dde Rabbiner und jüdischen Gelehrten, die an jüdisch-christlichen Gesprächen im St. Mary’s College in Kansas oder in der Jesuitenschule in Woodstock teilnahmen, Hessen es sich angelegen sein zu erklären, warum die Juden Jesus nicht als Erlöser anerkennen können. Sie belegten auch, warum die Juden im Gegensatz zu den Katholiken sich jedweder zentralen religiösen Autorität widersetzen. Sie Umrissen die Vielfalt der jü dischen Gedankenwelt und Tradition durch die Jahrhunderte und wiesen ihren christlichen Zuhörern neue GedankengUnge über das Judentum. Bei diesen Zwiegesprächen blieb es nicht aus, dass auf beiden Seiten empfindliche Stellen berührt und aufrichtige Gefühle nicht unterdrückt wurden. Die Antworten auf eine informelle Umfrage unter den Studenten des St. Mary’s College ergaben, dass zwei Drittel von ihnen noch niemals mit einem Juden über religiöse Fragen debattiert hatten. Es stellte sich heraus, dass für diese Gruppen der erste Schritt in einem christlichjüdischen Dialog kritisch ist Im Bemühen um eilt besseres Verstehen der jüdischen Gemeinschaft, wollten die Studenten dieser Jesuitenschule, nicht nur mehr über die jüdische Theologie sondern auch über das jüdische Wohlfahrtswerk erfahren. Dieser weltliche Aspekt des jüdischen Gemeindelebens wurde lebendig von David Rabinovitz, dem Direktor des jüdischen Gemeindebüros von Kansas City, dargestellt. Seine Ausführungen über jüdische Wohlfahrt seit den ersten Tagen jüdischer Siedlung in Amerika bis auf den heutigen Tag übten einen tie - fen Eindruck auf die Zuhörer aus, die zum ersten Mal das Ausmass der Nächstenliebe unter den Juden erfassten. J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bine, MITRE 430 V. Of. 550 T.E.: 30-1474 CATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68 -1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER 04 Allenky Rd. — TEL AVIV — P.0.B, 4444 SEMANA ISRAELITA Año XXVII. — N? 2178 — 5 Einweihung der neuen Knesset Jerusalem. — Etwa 30 Parlaments Präsidenten haben ihre Teilnahme an der Einweihung des neuen Knesset-Gebäudes am 30 August zugesagt Zu denen die der Einladung Fo.'ge leisten werden, gehören die Repräsentant ten der Vereinigten Staaten, Grossbritaniens, der skandinavischen Länder. Belgiens, Hollands und zahlreicher oüdamerikanischer Staaten. Eingeladen wurden 90 Parlaments- Präsidenten. Nicht ein einziges Land hinter dem Eisernen Vorhang hat die Aufforderung beantwortet. (ITA) Musik in Buenos Aires LA GIOCONDA — MANON LESCAUT Blick in den Maschinenraum einer modernen Weberei in Dimona Fragen der Entwicklung Die Frage nach dem Gelingen der Einordnung von über einer Million Einwanderer in Israel ist akut. Heute ist es bereits möglich, Bilanz zu ziehen, denn die Einwanderung ganzer Volksgruppen ist zu ihrem Abschluss gekommen — aus einem einfachen Grunde — die Reservoire in den Ausgangsländern haben sich erschöpft Sollten sich nicht wider Erwarten doch noch einmal die Tore Sowjetrusslands vor den russischen Juden öffnen, so ist im Laufe der nächsten Jahre lediglich mit einer individuellen Immigration aus den westlichen Ländern zu rechnen. Die überwiegende Zahl der Menschen, die in den vergangenen achtzehn Jahren rach Israel einwanderten, taten es nicht aus zionistischen Motiven. Sie kamen, weil sie mussten, nicht weil sie wollten; weil sie gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen, und kein anderes Land als Israel bereit war, sie aufzunehmen. 39 Prozent kamen aus Osteuropa, 29,3 Prozent aus Afrika, 23,9 Prozent aus Asien und nur 3,1 Prozent aus Westeuropa und 2,9 Prozent aus den Vereinigten Staaten und Lateinamerika. Seit 1948, der Staatsgründung, hat Israel — damals mit einer jüdischen Bevölkerung von 700.000 bis 1.250 000 neuer Bürger aufgenommen. Die meisten langten ohne Vermögen an, ohne Besitz, ohne Beruf, ohne Bildung und Ausbildung. Und trotzdem sind sie ein integraler Bestandteil des israelischen Volkes geworden. Sie haben ihr Zuhause; die Uebergangslager sind aufgelöst; sie haben ihre Arbeit: es gibt nur 8.000 Arbeitslose im Lande die meisten von ihnen soziale Fälle. 500 landwirtschaftliche Dörfer und fast 20 Städte wurden in jenen achtzehn Jahren errichtet, Strassen gebaut, Häfen angelegt. Berge und Wüsten urbar gemacht. Die Handelsflotte stieg auf etwa 1 Million Tonnen und der Export von 28 Millionen Dollar im Jahre 1949 auf 740 Millionen Dollar im Jahre 1965. Die junge Industrie beschäftigt bei einer Jahresproduktion von 250.000 Millionen Dollar eine Viertelmillion Arbeiter. Hand in Hand mit der wirtschaftlichen Integrierung ging ein revolutionärer Wandel in Erziehung und Sozialgestaltung. Entscheidend war die Einführung der allgemei nen Schulpflicht und zu gleich die des kostenlosen Grundschulunterrichts. In den Entwicklungsbezirken, in denen viele der neuen Einwanderer konzentriert .lind, von Herbert Freeden erstreckt sich der freie Unterricht auch auf die höheren Schulen. Tatsächlich wird dem Erziehungsbudget. gleich nach dem für die Ver. teidigung, höchste Priorität zuteil. Es beträgt im laufenden Jahr fast eine Dreiviertel' Milliarde Franken. Etwa eine halbe Millionen Kinder besuchen die Volksschulen, mehr als 100.000 die höheren Schulen und 25.000 junge Leute die Universitäten und anderen Hochschulen. In der älteren Generation der Immigranten wird das Analphabetentum nur langsam zum Verschwinden gebracht: ihre Kinder jedoch haben bildungsmässig und kulturell die gleichen Chancen wie ihre Altersgenossen aus einsässigen Familien. In 60 Sprachkursen, meistens Internaten, können Erwachsene Hebräisch lernen. Für einzelne Berufe, wie Juristen, Lehrer und Aerzte, gibt es besondere Sprachsemma, re. Studenten unter den Einwanderern wird mit grosszügigen Darlehen geholfen. Alle diese Zahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es reichlich Schwierigkeiten gab. dass Fehler gemacht wurden und dass für einzelne oft schwere Schicksalsschläge nicht ausblieben. 50.000 Einwanderer haben das Land wieder verlassen — 50.000 registrierte Tragödien. Dazu kommen die vielen, die sich in ihrer Siedlung, ihrem Arbeitsplatz, ihrem Dorf nicht einleben konnten und in die Grassstadt oder zumindest ins Zen. trum des Landes strebten — die Entwicklungsgebiete liegen vornehmlich an den Grenzen. Allein im vergangenen Jahr baten 6.000 Familien, aus den Entwicklungsbezirken in die grösseren Städte transferiert zu werden. Eine solche Bewegung wirft die Einordnung der Betroffenen auf Jahre zurück. Dabei haben sich die Methoden der Aufnahme von Einwanderern seit den ersten Staatsjahren radikal geändert — nicht mehr die Hütten der uebergangslager erwarten sie, sondern fertige Wohnungen, manchmal kleine Häuser, in denen von Elektrizität und fliessendem Wasser bis zu den notwendigsten Möbeln alles bereit stehf ... sogar ein Küchenvorrat für eine Woche. Es ist damit zu rechnen, dass die jüdische Bevölkerung bis zum Jahre 1970 die Zahl von 3 Millionen erreichen wird. Der grösste Teil der „Neuen" wird aus den westlichen Ländern kommen Sie kommen nicht, weil sie müssen, sondern weil sie sich von dem Aufbau eines neuen Landes wie Israel angezogen fühlen. Für sie gelten andere Masstäbe der Integrierung, in erster Linie interessante Arbeits- und Lebensbedingungen, die denen ihrer Herkunftsländer einigermassen entsprechen: den gleichen Lebensstandard wird Israel ihnen nicht bieten können. Es wird sich um keine quantitative, sondern um eine qualitative, individuelle Immigration handeln. Bei ihr wären die Methoden der Masseneinordnung fehl am Platz. Man wird ihre Integrierung mit guter Organisation und Planung betreiben müssen — und mit etwas, das sich nicht ohne weiteres organisieren und planen lässt — Israel für jene Menschen attraktiv zu machen. Die selten gespielte Oper „La Gioconda‘‘ von Amilcare Ponchielli wurden in einer neuen Inszenierung von Ernst Poettgen und in einer glanzvollen Besetzung zur Aufführung gebracht. Leider hat der sonst so hervorragende Regisseur diesmal in keiner Weise befriedigen können. Dafür waren die Gesangspartien mit Elena Suliotis, Richard Tucker, Paolo Washington und Cornell McNeill hervorragend besetzt, wobei letzterer in der Rolle des Bärnaba besonders hervorgehoben werden muss. Bruno Bartoletti am Dirigentenpult sorgte für eine straffe und klangvolle Wiedergabe, und sehr schön sang der von Tulio Boni einstudierte Chor. Das Ballet mit Choreografie des Nordamerikaners William Doller war nur recht mittelmässig. Als zweite italienische Oper dieser Saison wurde die — mit Recht — noch seltener gespielte Oper „Manon Lescaut" von Giacomo Puccini aufgeführt. Unter der bewährten Leitung von Bruno Bartoletti klang das Colön- Orchester besonders gut. Richard Tucker besticht noch immer durch seine klangvolle Stimme. Leider war Frau Montserrat Caballe in der Titelrolle durch ihren besonderen „Zustand" nicht auf der sonst gewohnten Höhe. Die übrigen Gesangspartien waren mit Gian Pietro Mastromei, Ralph Telasko und Enzo Betti durchweg gut besetzt. Interesant und ansprechend war die Regie von Cecilio Madanes (vom ,Caminito"), der sich mit dieser seiner zweiten Regiearbeit im Colon wohl einen endgültigen Platz als Opernregisseur gesichert hat. Dr. B. Sch. MALERARBEITEN JUAN JULIUSBURG 73-1148 BLANCO ENSALADA 1646 Fiambres Finos * “FRIG UINCIA MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA