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Jüdische Wochenschau · 1966-07-22 · 2177 (22.7.1966) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2177 (22.7.1966)
Date
1966-07-22
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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r de Julio de 1966 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Afio XXVIL — N» 21W Radikale Tendenzen i (Schluss von Seite 1) der Geschichte ist, auch wenn wir Juden uns über Verfolgungen durch andere Völker und Systeme ebenfalls zu beklagen haben. Schon aus diesem Grunde besteht für uns besondere Veranlassung, die Entwicklung rechtsradikaler Elemente im neuen demokratischen Deutschland mit besonderer Aufmerksamkeit zu verfolgen. Dies ist nicht nur eine Aufgabe, die den Juden allein zufallen würde, die aus Deutschland stammen oder die deutsche Sprache benutzen; vielmehr handelt es sich hierbei um eine Verpflichtung, die auf allen Juden, gleich welcher Herkunft, lastet. Denn unabhängig von jeder Differenzierung unterden Juden, die es aus Gründen der historischen Entwicklung gibt, stehen wir vor einem jüdisch - nationalen Problem. Im übrigen haben die Nazis bei ihren Mord- und Plünderungs-Aktionen auch niemals Unterscheidungen vorgenommen. Irgendwelche Versuche die heute etwa von unseren Gegnern unternommen werden sollten, zwischen Juden und Juden Unterschiede zu machen, werden von uns mit aller Entschiedenheit abgelehnt. Bei der Frage, welche Entwicklung der Rechtsradikalismus in Deutschland im Laufe der letzten Monate genommen hat. brauchen wir nicht auf Angaben oder Informationen privater Beobachter zurückzugreifen, sondern können uns auf amtliches Material stützen, das in einem Bericht des Bundesjnnenministeriums in Bonn der Oeffentlichkeit unterbreitet worden ist. Im Ergebnis kommt die Studie dieses Ministeriums zu dem Ergebnis, dass ein Anwachsen rechtsradikaler Tendenzen in den letzten zwölf Monaten beobachtet werden musste. Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80*6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. 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Zunächst einmal muss darauf hingewiesen werden, dass sich die Methoden des rechtsradikalen Vorgehens durchaus nicht geändert haben. Genau in der gleichen Weise wie die verantwortlichen Kreise für die Niederlage nach dem Ersten Weltkrieg ihr eigenes Verschulden und Versagen dadurch von sich abzuwälzen versuchten, dass sie andere für den verlorenen Krieg anklagten, versuchen heute die „Rechtsradikalen“, die alten und die neuen Nazis, ihre Schuld für die Teilung Deutschlands anderen zuzuschieben. Natürlich führen sie keine Beweise an, sondern stellen Behauptungen auf die auf verschiedenen Wegen dem Volk als Parolen eingehämmert werden, bis es daran glaubt, Sicherlich spielt dabei eine wesentliche Rolle, dass die Mehrheit des deutschen Volkes einst dem Führer gefolgt ist, wie es vorher dem Kaiser blinden Gehorsam leistete, und auf keinen Fall selbst für seine Leiden oder Schwierigkeiten verantwortlich gemacht zu werden wünscht Wie einst Weimar für die verfehlten Spekulationen und wilden Aktionen des Kaisers angeklagt wurde, so wird heute Bonn für den Erobe- Oberheind'eii REPARATUREN UND NACH MASS ECHEVERRIA 336«, B. 76-3183 Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76-5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSST1CKEREIEN Scüabbosdeckec Taüiebeutel Käppchen Maz zot-Taschen Handand Maschfaensticfcerel von Bett- und Tischwäsche Dr. P. I. RIVERA 258b (fr Bebedero) T. E 13-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 Mordprozess in Münster rungskrieg Hitlers verantwortlich gemacht jedenfalls für die negativen Folgen wie die Teilung des Reiches, obwohl Weimar wie Bonn nur ein furchtbares Erbe übernehmen mussten und mit Mut übernommen haben Wo waren die Rechtsradikalen, als das Dritte Reich zusammenbrach? — Die meisten „Führer“ sind von der Bildfläche verschwunden, haben das Weite gesucht, sind untergetaucht und haben sich ihrer Verantwortung entzogen Nun kommen sie wieder nachdem der Staat aufgebaut und erneut zu einer erheblichen Machtentfaltung sowie zu einem bisher niemals gesehenen Wohlstand gelangt ist. Dieses Erbe zu übernehmen, ist wahrlich lohnenswerter als die nazistischen Trümmerhaufen. Jedes Land nat, von seinem eigenen Standpunkt aus, mit einer Reihe politischer und wirtschaftlicher Schwierigkeit«! zu kämpfen. Dies gilt umso mehr für europäische Länder, die durch Verträge und auf mannigfachen Wegen mit der allgemeinen politischen Entwicklung, insbesondere in Europa, verbunden sind So musste sich die Krise der Europäischen Wirtschaftsgmeein- Schaft auf alle beteiligter. Staaten ebenso aus wirken, wie die Probleme der Atlantischen Verteidigungsgemeinschaft, die zu einem heftigen Diskussions-Thema zwischen den Parteien wurde. Fäir die Bundesrepublik traten zwei weitere Fragen hinzv.. die von den rechtsexwemen Gegnern der Regierung weidlich ausgenutzt wurücr die Aufnahme der Beziehungen zu Israel, und davon unabhängig aber doch im Zusammenhang stehend, der Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu mehreren arabischen Ländern, unter ihnen vor allem Aegypten und Irak. Ohne Zweifel stehen auch andere, die Juden oder Israel stark berührende Fragen im Mittelpunkt des deutschen Interesses und der in Deutschland öffentlich im Parlament und in der Presse geführten Auseinandersetzungen und Debatten. Hierzu gehört die im vorigen Jahr erörterte Frage der Verengerung der Verjährungsfristen für Kriegsverbrechen, die lebhaft und leidenschaftlich von allen Seiten diskutiert wurde Selbstverständ lieh wühlen auch die vielen Kriegsverbrecher- und KZ Prozesse immer wieder und ohne Unterlass die öffentliche Meinung auf, wobei die Rechtsradikalen alle Regi ster ziehen, um die sicherlich vorhandene Unpopularität dieser Prozesse und die ständige Wiederholung der nazistischen Greueltaten für ihre eigene subversive Propaganda auszunutzen. In diesem Zusammenhang sei nur JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4s B 46-1716 und 48-2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78*4784 Die Tötung von mindestens 80.000 Juden und Angehörigen der polnischen Intelli genz wird 15 ehemaligen Angehörigen der früheren Dienststelle der Sicherheitspolizei in Stanislau (Ostgalizien) zur Last gelegt, die sich vor dem Schwurgericht in Münster wegen Mordes und Beihilfe zum Mord verantworten müssen. Als erste Ent. Scheidung trennte das Gericht unter Leitung von Landgerichts - Direktor Paul Funke das Verfahren gegen den 59jährien Rentner Alfred Hass aus Achtrup ab. Hass hat vor kurzem einen Selbstmordversuch mit Tabletten unternommen. Die 311 Seiten umfassende Anklageschrift wirft einigen Angeklagten, die heute zwian die vielen ungeheuerlichen Behauptungen und „Thesen” der Soldatenzeitung über die „wahre” Lage erinnert, über die in diesem Zusammenhangspäter noch einmal eingegangen werden muss. Alle diese Themen haben die leidenschaftlichen Auseinandersetzungen wieder auf leben lassen. Die Zahl der vielen, die dabei waren und jetzt das Herannahen einer Zeit wittern, in welcher ihre Schuld entlastet werden soll, schuf den rechtsradikalen Partein und Gruppen, die in letzter Zeit an Stimmen- und Mitgliederbestand verloren hatten, einen neuen Zulauf und liess die Gefahr bewusst werden, die von dieser Seite der Republik droht. Dass die allgemeinen Wahlen zum Bundestag, die 1965 mit ihrer Propaganda und den vielen Versammlungen dazu beigetragen haben, die Leidenschaften zu erwecken, ist verständlich. Immerhin bleibt festzustellen, dass 96 Prozent der abgegebenen Stimmen auf die „staatstragenden demokratischen Par teien“ entfielen, wie sie im Bericht des Bundesinnenministeriums genannt werden. Wenn dennoch dieses Ministerium zu der Ueberzeugung gelangt ist, dass von den Rechtsradikalen eine Stirn, mung blinder Leidenschaften hervorzurufen beabsichtigt war (oder ist), dann haben auch wir wie alle Geg ner dieser Extremisten die Pflicht, dieser Entwicklung unsere vollste Aufmerksamkeit zuzuwenden. (Weitere Informationen über dieses Problem mit seinen Einzelheiten sollen in einem späteren Artikel zur Darstellung gelangen). — sehen 50 und 65 Jahre alt sind, neben der Tötung von mindestens 80.000 Menschen auch eine grössere Anzahl von sogenannten Exzessmorden vor: Morde, die ohne Befehl und laut Anklage zum Teil aus reiner Grausamkeit und Mordlust begangen wurden. Im Mittelpunkt der seit 1962 laufenden Ermittlungen stehen die Vorgänge de« sogenannten Blutsonntags am 12. Oktober 1941, an dem bei Stanislau von Exekutionskommandos der Sicherheite-, Bahn- und Schutzpolizei 12.000 polnische und ungarische Juden erschossen worden sind. Der Hauptangeklagte Krüger war von Augunst 1941 bis Spätsommer 1942 Leiter der Sicherheitspolizei in Stanislau. Ihm wird der Mord oder die Beteiligung an der Tötung von über 26.000 Menschen vorgeworfen. Die Länge des Verfahrens gegen die jetzt nur nooh 14 Angeklagten wird auf aoht bis zehn Monate geschätzt. Acht Angeklagte sind grösstenteils schon seit 1962 in Untersuchungshaft, die anderen sechs befinden sich auf freiem Fuss. Mindestens 120 Zeugen müssen vernommen werden, darunter 50 aus dem Ausland und insbesondere aus Israel. (AWZ) Die Administration der Jüdischen Wochenschau bittet Herrn JULI0 NEUHOF früher Zapiola 1069 um Angabe der neuen Adresse unter Tel. 83-2613 zwecks Weiterlieferung der Zeitung. Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58 4052 U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes, Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Sworsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000,— jährl. Export Jerusalem. — Das Landwirtschaftsministerium stellt im laufenden Jahr den Betrag von 7 Millionen IL zur Förderung des landwirt* schaftlichen Export zur Verfügung. Export nach England Tel Aviv. — Die Beschränkungen der Baumwoll-Importe nach Grossbritannien wurden erleichtert, sodass die für 1966 zugeteilten Quoten die Wiederaufnahme des Exports von Israel nach Eng land ermöglichen. Besucher aus London Tel Aviv. — 29 jüdische Taxichauffeure aus London kamen kürzlich zu einem zweiwöchigen Besuch nach Israel. CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeW (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médica« de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES J. E. URIBURU 285 41.2331 — 2240 47-5875 Dr. BERHARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZK Y ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERNANDEZ 2518, T.E. 76.8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Médico MAGEN- und DARMKRANKHEITEN ROENTGEN-UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542 aaiaÉÉÉaíWdttMiáiTVi i r ■ nin’iïïïlfrUnüiiflieniiniiiiri iíéi ■ i

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