Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2177 (22.7.1966)
- Date
- 1966-07-22
- Page
- [Seite 1] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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PUEYRREDON 2190 — 1* izq. JkJemtifâDÎsAjCielilcL 83 - 26 1 3 T. E. Año XXVII. BUENOS AIRES, VIERNES 22 BE JULIO DE 1966 N“ 2177 Sabotage und Vergeltung PROTEST VOR DEN UN Jerusalem. — Die israelischen Repräsentanten erhoben energisch vor den Vereinten Nationen Beschwerde, nachdem im Laufe von nur 48 Stunden von den Syrern vier Gewalt, und Sabotageakte verübt wurden, bei denen ein Israeli das Lieben verlor und weitere 3 Personen verwundet worden sind. Der 42 Jahre alte Jeho Shua Levi aus Tiberias fand den Tod, als er mit seinem Kommandoauto, in dem er mit zwei Soldaten fuhi. in der Nähe von Almagoauf eine Mine stiess Almagor liegt 300 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt Einer seiner Kameraden erlitt schwere Verbrennungen und musste in Jas Hospital von Haifa einge tiefet werden. Später fuhr ein Traktor ln Rösch Pi na auf eine Mine auf, wobei der 15jährige Jaron Landesman aus dem Kibbuz Ajelet Hasohachar schwer verletzt wurde. Die Polizei fand Spuren, welch« eur syrischen Grenz» führten. LUFTSCHLACHT Jerusalem. — Israelische Flugzeuge führten mit syrisehen MIG-Apparaten einen Luftkampf, bei dem einer der syrischen Jets abgeschossen wurde. Der Zusamrrenstoss geschah, als die israelischen Flugzeuge syrische Traktoren, die an einem Projekt zur Ableitung des Jordanwassers arbeiteten, mit Bomben und Maschinengewehrfeuer belegten. Bei dieser Gelegenheit griffen die Israelis auch eine syrische Luftabwehr-Batterie an. Israel erklärte, die Flug- Beuge seien zu dieser Aktion ausgeschickt worden, um für den Tod eines israelischen Bürgers und die Verwundung aiweier israelischer Soldaten und eines Zivilisten Vergeltung zu iiben. Der Angriff aus der Luft sollte beweisen, dass Israel die Ueberfälle auf »eine Bürger und die in den zwei Tagen vor dieser Re. pressalie begangenen Sabotageakte nicht dulden wird Israelische Beobachter berichteten, dass die syrischen Mig-Flugzeuge nach diesem Zusammenstoss ihre Erkundungsflüge längs der Grenze auf syrischer Seite fortsetzten, es aber vermieden in den israelischen Luftraum einzudringen, weil sie allem Anschein naoh einen erneuten Beschuss durch die israelischen Jagdflugzeuge befürchteten. Es trat eine spannungsgeladene Ruhe an der Grenze ein. EINZELHEITEN DES KAMPFES Der Generalstabschef der Israel-Armee, General Rabin teilte mit, dass bei dem Luft, katnpf die israelischen Mirage-Flugzeuge zum ersten Mal sowjetische Mig 21-Apparate abschossen. Der Zusammen, stoss währte zwei Minuten und fand in geringer Höhe statt, wobei der syrische Jet von dem Feuer aus einer Kanone eines der israelischen Jagdflugzeuge getroffen in Flammen aufging und abstürzte. Der Kommandant der Luftwaffe Mordechai Hod, gab bekannt, dass die israelischen Flugzeuge in drei Wellen die syrischen Traktoren und Wegebau - Maschinen bombardierten und aus Maschinengewehren beschossen Neuer syrischer Angriff Tel Aviv, — Ein neuer Sabotageversuch der El Fatach-Terroristen, der sich gegen die an der libanesischen Grenze gelegene Kolonie Margaliot richtete, konnte vereitelt werden. Ein Wächter hörte eine nächtliche Explosion und fand sechs Sprengkörper, einen hiervon unter einem Haus, in dem 7 Personen schliefen. Mitglieder des Sicherheitsdienstes entschärften die Bomben. Die Spuren von vier Männern wurden in Richtung auf die libanesische Grenze entdeckt. N?oh einem Sabotageakt im vergangenen Jahr hatten israelische Truppen eine Vergeltungsaktion in zwei libanesischen Grenzdörfem durchgeführt. Man nimmt an. dass die Terrorsten aus einem dieser Dörfer. Hulem, das Margaliot gegenüberliegt, in die Siedlung eindrangen. (ITA) und syrische Flugzeuge die israelischen Apparate angriffen, als die Luftabwehr-Batterien der Syrer die israelisehen Flugzeuge nicht zu treffen vermochten. ESHKOL WARNT Tel Aviv. — Israel erklärt« erneut, dass die syrischen Attacken nicht ohne Sanktionen bleiben werden und die Luftpatrouillen Befehl er hielten, auf beiden Se'ten j der Grenze zwischen beiden j Ländern ihre Aktion forteusetzen. | Die Warnung wurde von i Levi Eshkol ausgesprochen, j der gleichzeitig seinem Be- , dauern Ausdruck gab, wenn j die durch israelische Flugi zeuge geübte Repressalie Schäden verursacht haben sollte Er wiederholte, dass der Angriff von israelischer Seite die Antwort auf die syrische Aggression war, „denn wir können nicht erlauben, dass die Syrer uns ständig angreifen, ohne dass wir darauf reagieren1' Er fügte hinzu. die israelischen Tkuppen seien instruiert worden, den Syrern nach Möglichkeit keine Verluste an Menschenleben zuzufügen. Auch syrische Flugzeuge patrouillierten den Luftraum, ohne dass nach dem ersten Zusammenstoßs weitere Kämpfe zwischen Flugzeugen bekannt wurden. Israelische Piloten meldeten dass eine in Russland fabrizierte Batterie auf syrischem Boden zerstört wurde und sie Rauch aus einem syrischen Waffendepot aufsteigen sahen. Israels Generalstabschei General Jizchak Rabin, informierte die Journalisten, dass Ministerpräsident Levi; Eshkol befohlen habe, die Angriffe auf syrisches Gebiet „Tag für Tag und Stun- Im englischen Unterhaus London. — Eine Sprecherin der Labour-Regierung im Unterhaus nahm zu einem Antrag Stellung, in dem darum ersuche wurde. die Regierung solle in der Frage der russischen Juden direkten Einfluss auf die Sow'etreg'erung ausüben. Die Sprecherin lehnte diesen Antrag ab, der von dem konservativen Abgeordneten Sir John Foster eingebracht worden war. De- Antragsteller hatte erklärt, dass die in der Sowjetunion geübte Verfolgung der Juden zur Schliessung der jüdischen Schulen und der Mehrzahl der Synagogen in diesem Land geführt habe. Er hatte verlangt. dass die englische Regierung bei den sowjetisehen Behörden vorstellig werden und auch darauf dringen solle, dass die Wiedervereinigung der jüdischen Familien in Russland mit ihren Verwandten in Israel und anderen Ländern gestattet würde. In ihrer Antwort namens der Regierung führte Frau Irene White, Staatsminister im Foreign Office, aus die englische Regierung habe ihre Opposition gegen jede Form von Rassismus, einschliesslich des Antisemitismus, in den Vereinten Nationen klar zum Ausdruck gebracht und die Sowjetunion habe von dieser Me’nung Englands voll« Kenntnis. Sie unterstrich die „uneingeschränkte Sympathie“ ihrer Regierung mit dem Problem der russischen Judenheit, doch wandte sie ein, dass es „sehr schwierig'“ sei, einem anderen Land offizielle bilaterale Vorstellungen zugunsten eines Volkes zu unterbreiten, an dem die englische Resrierun ' kein direktes Interesse' nachweisen könne. — (ITA) ’’ de um Stunde“* durchauführen, falls Syrien seine Sabotage auf israelischem Territorium nicht einstellt, die den Anlass für Israels Vergeltungsaktion bot. STIMMEN AUS STRIEN New York. — Die Zeitung „Times“' meldete aus Beirut dass Syrien erklärt habe, es sei entschlossen, seine Politik der „Befreiung Palästtnas‘‘ ohne Rücksicht auf die „israelische Aggression“ fortzuführen. Presse und Rundfunk, die vom Staat kontrolliert werden, verkündeten, (Fortsetzung auf Seite 8)' WIE ICH ES SEHE - Radikale Tendenzen -„„„ JEHUDA COTTMlttER Es ist eine Tatsache, dass in der kommunistischen Propaganda antifaschistische Parolen eine erhebliche Rolle spielen. Die Kommunisten behaupten, rechtsradikale Tendenzen bilden einen „organischen Bestandteil jeder Demokratie im System des Monopol-Kapitalismus“. In Krisenzeiten würden sie sogar von Staats wegen gefördert werden, um die „enttäuschten Massen dann in Richtung auf die kleinbürgerliche Konterrevolution abzulenken*“. Zur gleichen Zeit verfolgt diese kommunisti' sehe Propaganda den Zweck, jede antikommunistische Abwehrstellung sofort mit dem Begriff „rechtsradikal“ zu kennzeichnen, um sich auf diese Weise selbst zu tarnen. Ebenso sieht die Kontroverse auf der anderen Seite aus. Die militant nationalistischen Kreise erklären jeden auf sie gerichteten Angriff und jede noch so berechtigte Kritik sofort als ein kommunistisches Manöver, weil sie glauben, damit ihre eigene Position gegen Angriffe am besten schützen zu können. Häufig werden schon die Feststellungen es handle sich um Rechtsextreme, als Erfindungen des Sowjetblocks abgetan, wobei man einfach darauf spekuliert, dass die antikommunistisehen Empfindungen und ( Einstellungen bei einer gro- 1 ssen Mehrheit der westlichen , Bevölkerungen so stark sind, j dass eine Möglichkeit kriti- | scher Beleuchtung durch den ¡ reinen Verdacht, es handle sich um versteckte kommunistische Propaganda, schon ausreicht, um das eigene extreme Verhalten der Fasehisten zu verdecken Die Verwirrung der allgemein als gültig angesehenen Begriffe war eine der erfolgreichsten Methoden des Nazifasrhismus, das eigene Wollen hinter einem Rauchschleier und dem Chaos der Gedanken und Gefühle zu verstecken. Recht*- und Mo ralvorstellungen werden attackiert“. wobei man nationalistische Argumente als Rechtfertigung für eine neue Bewertung ins Feld führt. Die Zerstörung der Rechtssicherheit und eine mit patriotischer Gloriole umgebene neue Orientierung alter moralischer Vorstellungen bilden die Voraussetzungen für die „Eroberung“ der Massen durch jeden Radikalismus, vor allem durch den Rechtsradikalismus, was wir alle in den Jahren der Weimarer Republik mehr oder weniger bewusst miterleben konnten. Dass sich die Extreme berühren, ist eine alte Erkenntnis. Dass Kommunismus und Faschismus viele Gemein- Im Dienst der Verteidigung Jerusalem. — Ministerpräsident Eshkol ernannt? Prof. Bfraiir Katschalsky zum Chef der Abteilung für Biophysik des Wissenschaftlichen Weizmonn-Instituts von Rechowot als wissenschaftlichen Chef der israelischen Verteidigung. Die Funktion Di, Katschalskys in dem Amt das damit neu gesenafien worden ist. oesteht in der Aufgabe, dafür besorgt zu sein, dass ,it wissenschaftliche Forschung auf militärischem Gebiet praktisch ausgenutzt wird. Obwohl dieset wissenschaftliche Posten bisher nicht existierte, wurde die gleiche Funktion, von Prof. Ernst Bergmann, Chef für Forschung und Planung, bis zu seinem kürzlichen Rücktritt ausgeübt. (ITA) [ samkeiten haben ,ist nicht zu bestreiten. Diese Geeinsamkeäten beruhen in erster Linie auf der Praxis zur Beherrschung der Massen, wobei Gewaltmassnabmen beiden Systemen in gleicher Weise zueigen sind und diese geradezu charakterisieren. Mitunter lassen sich gewisse Parolen miteinander unschwer austauschen oder für beide ungesunden Lebensformen, die in dieser ausgeprägten Form Kinder des Jahrhunderts sind, anwenden. Die methodologischen Grundsätze sind verblüffend übereinstimmend. Der Angriff auf bestehende Gesellschaftsordnungen von der Rechten wüe von der Linken zeigt dieselben Merkmale auf. Es beginnt meist mit einer propagandistischen Kampagne gegen die Demokratie. Obwohl die meisten Menschen kaum in der Lag« sind, den Begriff der Demokratie mit allen seinen Einzelheiten zu analysieren oder auch nur treffend zu umschreiben, wissen doch alle, dass bürgerliche Freiheiten und eine . auf klaren Rerhtspnnzipien beruhende staatliche Ordnung wesentliche Forderungen des demokratischen Lebens bilden Demokratie wird häufig mehr gefühlt als gewusst, könnte man formulieren und kommt damit der Wirklichkeit und Wahrheit recht nahe. Hier setzt die radikale recht*, und linksextreme Propaganda an. indem sie versucht, systematisch die Vorstellungen und Gefühle der breiten Massen über Demokratie zu zerstören. Willkürlich werden je nach Ort .ard Zeit lokale oder temporäre Schwierigkeiten ausgenutzt um Schwieriakeiten oder Fehlentwicklungen, die immer festgestellt werden können. als typisch für die Demokratie hinzustellen Pole ’ miken gegen diese Tendenzen zu führen, ist schon deswegen schwer, weil die Gegenseite selbst weiss, dass ihre Argumentationen unzutreffend sind. Denn auch ein fanatischer Kommunist k*rm nicht die Wirtschaftskrisen in Ländern hinter dem Eisernen Vorhang leugnen, wie ein fanatischer Faschist die ökonomischen Probleme der Diktaturen nicht bestreiten kann. Der Oeffentliohkeit gegenüber werden aber nicht die eigenen Irrtümer oder Schwächen eingestanden, weil kein diktatorial gelenkter Staat, mag er nun kommunistisch oder faschistisch sein, ganz im Gegensatz zu jeder Demokratie, die moralische Kraft hat, eigene Fehler oder Mängel zuzugeben. Die politische Schwarz- Weiss-Malerei ist ein typisches Zeichen für Länder mit Einpartei-Systemen, auf Lebenszeit gewählten Staatsoberhäuptern oder solchen Parlamenten, deren Funktion nur im Beifallklatschen j oder in der lärmenden Zustimmung zu den immer vorhandenen Erfolgen der Rei gierung oder ihres Oberhauptes besteht. Wer Freund und I Wer Feind ist, wird einseitig bestimmt. Wer gegen den faschistischen Diktator ist, wird zum Kommunisten gestempelt, wer sich gegen die kommunistischen Machthaber wendet, ist ein Faschist. Mit dieser primitiven Formei versucht man, die Massen unter Druck und auf seiner Linie zu halten, überraschenderweise sogar mit Erfolg. Der Angriff gegen die Demokratie erfolgt deswegen häufig von beiden Seiten, je- , denfalls in solchen Staaten,! die kraft ihrer freiheitlich- I demokratischen Verfassung! den beiden extremen Parte*- i en auf der rechten wie auf der linken Seite die Mözli'-h keif, politischer Existenz bieten. Aus diesem Grunde war es durchaus kein Zufall, ondern '.-ine zwangsmässig auf trende Erscheinung dass die Nazis und Kommunisten in der Weimarer Republik zeit weise Hand in Hand arbeiteten. um zunächst einmal der; gemeinsamen Gegner, die Demokratie, z,u schwächen Tatsache st ferner, dass die jüdische Bevölkerung "on den Rechtsradikalen wie von den Kommunisten angegrif - fen wird Während die Demokratien allen ihren Bürgern, also auch den Juden, wenigstens de lege wenn auch nicht immer de fa to, die gleichen Rechte gewähren und garantieren, gefallen sich vor allem die Faschisten der neuen Prägung darin, die Demokratien schon deswegen anzugreifen, weil sie die Rechtsgarantio i allen, also auch den jüdi- | sehen Bürgern zuerkennen | Daher kommen die Schlag- I Wörter wie „Judenrepul-bk“ | oder „verjudete Regierungen“ und ähnliche, die auch dort benutzt werden wo es keine oder nur wenige Juden gibt und allen bekannt ist, dass von einem jüdischen Einfluss nicht gesprochen werden kann. Die Kommunisten sind in i ihren Angriffen vorsichtiger, i I jenn auch sie haben das dei mokratische Prinzip der Freij heit und der Gleichheit aller I Bürger — wenigstens theore-! tisch — übernommen. In ih- | ren praktischen Massnah- I men dagegen werden die Juden zurückgesetzt, in ihren Rechten begrenzt, mitunter sogar verfolgt, weil sie Juden sind wie dies zu bestimmten Perioden in der Sowjetunion der Fall gewesen ist, auch wenn es offiziell bestritten wurde. — Bei aller berechtigten Kritik an der sowjetischen Haltung gegenüber den Juden muss man trotz der Erschiessung jüdischer Intelelkt.ueL ler oder trotz der Massendeportationen nach Sibirien, die eine Zeit hindurch nicht selten waren, der Gerechtigkeit halber darauf hinweisen, dass nur der deutsche Faschismus unter der Firma Nationalsozialismus Gaskammern gebaut und Miltionen Juden umgebracht hat. Die „Endlösung*“ ist eine reindeutsche Erfindung, die in ihrer Grausamkeit und Unmenschlichkeit einmalig in (Schluss auf Seite 8) Arabisch« Ratsch la«ge Washington. — Radio Kairo gab gekannt lass „die 10 Konferenz der Leiter der Palästina-Abteilungen ln den arabischen Staten am Schluss ihrer kürzlichen /er Sammlung empfahlen die Araber sollten sich oei den atro-asiatischen Regierungen und allen befreundeten Staaten be mühen das Bestreben der Israelis um Anerkennung des besetzten Jerusalems als Hauptstadt Israels zu vereiteln' *. Die Konferenz beschloss ferner all« Miteliedstaaten zu einer gemeinsamen Erklärung zu veranlassen, dass „die Araber aus dem besetzten Palästina welche Israel zu internationalen Konferenzen delegiertnicht als Repriisen. tauten der Palästinenser betrachtet werden können“