Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1966-07-15 · 2176 (15.7.1966) · p. [Seite 5]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2176 (15.7.1966)
Date
1966-07-15
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/9616703-9615320-9615550--4432-9615555
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

.Prol.^ lnder h Argenti«- ’'W Jüdischen n ctlheit<- w ^i%n. « diesen « diese»eSeuTwd«s Jüdisch^ be- ** dnd aS?*'«- ch°rgani^terer jüdi. »fi 5» nd zugleinv, ^k’ert dieser iDrtlS AndieseÄ^A, *rn insil^tion «n ^tsta?mder15t.?^b. eitstag der tí Ü!,ab- Bloch nm%~a. flacht ist Seine Pe«ñ„, ííp.l6se Seine ‘eve«£ïS? z^a hendiste, lwârti?Profeή ■ in rid: *»* le - .... u« Hans . ät in den USA. glänzende akaäetnilibatm in den Vetev taaten, wohin Prot, ich der Machtergräwanderte, wurde im 84 durch die Verleihs Nobelpreises iiii und Physiologie in Forschungen and dem biologischen sehe Wissenschaften und technische Forten. ’gast ai) dem „Moim City Hotel m. ebenden 40.000 Ju. schreibt hierzu' le Essenz der Austermans über die Diskriminierung, >en keinen Grund, chtigkeit zu zweieinmal hat die is ihre ünterwiir- Dnautrißhtigkeit gestellt, indem quemen Fragen die Waterman die von ihm an- Beweise mit ergangen hat." ( id Mann, anlaesslich erwiesenen f ■ Bermann irmann, Ihschild ndoza 2361 ER) 27. Tammus 28. Tammus 5S‘E 29. rammus 1. Aw 2. Aw 3. Aw 4. Aw 5. AW 6. Aw IM) 7. Aw 8. Aw 9. Aff 10. AW 11. Aw 12. AW 13. AW IANAN) & Ae JuÄ> Jt HAÍ SEMANA ISRAELITA Año XXVII. — N* 2176 — 5 Vor über tausend Jahren Literarische Notizen Tod einer Greisin ]& sind über tausend Jahre fcer, dass im Jahre 965 der Arabische Jude Abraham Ben ^akob seine abenteuerliche jteise durch die damaligen ßlawenlande machte. Was er erlebte, auch was er an Juden und Jüdischem gefunden hat, hat er der Nachwelt überliefert. Sein Bericht ist später mehrmals herausgegeben worden (W. Schulte im Archiv für Landes- und Volkskunde der Provinz Sachsen 1892, Pr. Westberg in der Akademie für Wissenschaften in Petersburg 1898) und ist höchst aufschlussreich. Abraham Ben Jakob lebte in Spanien, sprach dort natürlich Arabisch und hatte seinen Namen in Ibrahim ibn Jakub arabisiert. Er gehörte einer arabischen Gesandtschaft an, die Kaiser Otto I. in Magdeburg aufsuchen soll, te. Es war nicht das erste Mal, dass Juden in jenen Zeiten so beschwerliche Reisen machten. Wie war es möglich, so wird man fragen, dass damals, ln Wildnis und Steppe, überhaupt weite Reisen ohne gründliche Vorbereitung und ohne ausreichenden Schutz unternom. men wurden? Sind doch sogar Kaiser und Könige mit grossem Gefolge auf ihren Fahrten nach dem Osten und weiterhin nach dem heiligen Lande kläglich gescheitert und irgendwo an unbekannter Stelle zugrunde gegangen. von Rabbiner Dr. NEUFELD Aber man braucht sich nicht zu wundern. Das jüdische Volk, schon am Anfang seiner Geschichte durch die vierzig Jahre der Wüsten- Wanderung gereift, war auch später immer wieder zum Wandern gezwungen, durch Vertreibungen und Verfolgungen ans Wandern gewöhnt und hatte reichliche Erfahrungen. Warum sollten, nicht einzelne mutige Männer mit Erfahrung, Unternehmungsgeist und Abenteurerlust allein oder in irgendeiner Gemienschaft weite Wanderungen versuchen? Ueber zwei andere weite Reisen sind wir gut informiert. Schon um das -Jahr 600 schickte Karl der Grosse zwei fränkische Edelleute, geleitet von dem Juden Isak, zu seinem grossen Zeitgenossen Harun al Raschid nach Bagdad. Die beiden Edelleute waren den Strapazen nicht gewachsen, der Jude Isak aber überwand sie, kam nach Aachen zurück und brachte dem Kaiser wertvolle Geschenke mit. Sicherlich lag dem Kaiser daran, einen Juden seiner diplomatischen Gesandtschaft anzuschliessen, weil er Arabisch verstand. Den bedeutendsten Reisebericht besitzen wir aus dem 12. Jahrhundert von Benjamin aus Tudela (in Navarra), der fast die ganze damals bekannte Welt, die Mittelmeerländer und den Nahen Osten bis Persien bereiste und ein anschauliches Bild vom Leben der Juden in diesen Ländern gab. Wahrscheinlich war es so dass jeder Jude sich auf die Hilfe seiner Volksgenossen in fremden Ländern verlassen konnte und sich dadurch den Weg erleichterte. Was sah nun Abraham ben Jakob auf einem weiten Wege? Schulte beschreibt in der oben genannten Arbeit seine mutmassliche Reiseroute. Wahrscheinlich benutzte er die schon damals bestehende Handelsstrase, die von Mainz nach Kiew führte. Prag war auf dieser Strecke Kreuzung«. und Umschlagplatz. Abraham berichtet dass Prag aus Stein und Kalk erbaut sei und einheimische Industrie, vor allem Lederfabriken besitze. Nach seinem Bericht kamen ausser Slawen, Muselmänner und Un. garn auch Juden aus Ungarn mit Waren nach Prag Durch den Wasserweg der Moldau und Elbe ist Prag mit der norddeutschen Tiefebene verbunden. Wahrscheinlich hat die Delegation eine alte, den Flüssen folgende Strasse durch das Elbsandstein.Gebirge benutzt und dann weitere Juden in Magdeburg an. getroffen. Hier musste sie aber ihre Absichten ändern denn der Kaiser hatte inzwischen seinen Hof von Magdeburg nach Merseburg ver legt. Sie musste daher einen kleinen Weg zurück ziehen, zunächst die Elbe aufwärts bis zur Mündung der Saale und von hier die Saale entlang. Abraham erwähnt eine Festung Nubgrad bei der Einmündung eines kleinen Flusses in die Saale und von hier aufwärts 30 Meilen eine Salzsiederei der Juden, nahe bei Merseburg. Diese Angaben lassen sich ohne Schwierigkeiten kontrollieren. Die An- Wesenheit von Kaiser Otto Ende des Jahres scheint durch die Annalen des Bischofs Thietmar von Merseburg bestätigt zu werden. Nubgrad, also neue Burg, ist die kleine Stadt Nienburg an der Einmündung der Bode in die Saale. Bekanntlich hatte Ottos Vater, Heinrich der Sachse, viele kleine Siedlungen an strategischen Punkten in dieser Gegend zum Schutz gegen die Hunnen angelegt, und der Erfolg gab ihm in der Abwehr recht. Daher der Ausdruck Grad, deutsch Festung oder Burg, häufig gerade in dieser Gegend. Von Nienburg entfernt liegt aufwärts ungefähr 30 Meilen die Salzsiederei Dürrenberg bei den heute so bekannten Leunawerken. Ohne vorherige Erkrankung entschlief in Israel die 127 Jahre alte Zohara Albo, 1839 in Tiberias geboren. Sie | zog vier Generationen von Nachkommen auf, deren genaue zahl nicht bekannt ist Auffallend ist nur, dass die Stadt Halle überhaupt nicht erwähnt wird. Sie hat damals schon bestanden und hat, nach meinen früheren Forschungen, wahrscheinlich schon damals eine Judensiedlung gehabt. Die Teilnahme der Juden am Salzhandel, einem damals wichtigen Handelsartikel, aber auch an der Salzgewinnung, wird durch verschiedene Urkunden bestätigt. | Auch in Merseburg fand ' Abraham Juden vor. Nach! Erfüllung seines Auftrages | beim Kaiser setzte Abraham 1 seine abenteuerliche Reise, j mit oder ohne Begleitung, bis | an die Ostseeküste nach Pommern und sogar nach Preussen fort. Hier dürfte er wohl kaum Juden angetroffen haben. Denn alles, war wir über Juden aus diesen Ein gelungenes Musical J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bma. MITRE 430 V. OI. 550 T.E.: 30-1474 C A T E C A S. A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma Die Kammerspiele führten mit grossem Erfolg ein Musical eigener Prägung auf: „Halt die Welt an! Ich möchte aussteigen". Nur ein Mann erscheint auf der Bühne. Es gibt noch einen zweiten, einen grossen Industriellen, der sich nur durch ein Fagott vernehmbar macht, dessen Sinn man aus dergesprochenen Antworten entnehmen muss. Also ein Musi cal . das sich auch an die Phantasie und den Geist der Zuschauer wendet. Leslie Bricusse und Anthony Newley haben eine Fabel erfunden und in Musik gesetzt, die mit menschlichen und sozialen Untertönen schildert, wie ein kleiner Kellner dank seiner attraktiven männlichen Reize immer höher steigt und schliesslich als Lord endet Ohne dramatisches Geschehen, durch Aufzeigen einiger Situationen, die sich meist um Amouren drehen. Also an sich nichts Bedeutendes. Diese, kleine Story wird aber so reizend gebrächt mit so eingängigen Melodien und Gesan.gstexten, in deren deut scher Fassung Mischa Mleinek einige kleine Meisterstückchen gelungen sind, dass sich frohe und gehobene Stimmung im Saal ausbreitet. Ulla Harnisch bedient das Fagott - Tonband und spielt am Flügel mit soviel guter Laune und manchmal auch tiefem Gemüt, dass man am liebsten mitsingen möchte, — wenn ja wenn die Texte nicht so eigenartig und schwer zu behalten wären. Karl Vibach war wieder der Zauberer, der das Musical so leicht und beschwingt in Szene gesetzt hat, dass man sich nicht einen Moment Rechnung gibt, welche Heidenarbeit Regisseur, Musikmeisterin, die Bühnenbildnerin Maria Julia Bertotto und die Schauspieler geleistet haben ] bis alles so einfach und fast i selbstverständlich geboten | wurde. Lockeres duftiges Schaumgebäck und dennoct mit einer Füllung, deren Geschmack noch lange vorhält Sehenswert und hörenswert! Bert Oberdörfer ist der gut aussehende Naturbursche, dem alle Frauenherzen zufliegen. Wir kennen seine gepflegte angenehme Gesangsstimme mit vorbildlicher Textaussprache. Diesmal hörten wir auch hohe metallisch klingende Tenortöne, die zu stürmischem Beifall hinrissen. Oberdörfer spricht einfach und menschlich eindringend. Bemerkenswert, wie er mit seinem doch jungenhaften Gesicht und ohne Maske den alten Politiker und Lord spielte der einsieht, dass sein so erfolgreiches Leben doch gescheitert ist. weil er nur sich und nie die anderen geliebt bat. Fiambres Finos U\ - FRIGUINCIA ” MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA Michaela Klarwein. Ute Hertz, Ute Meinhardt und Katharina Herberg spielen tanzen und singen viele Rollen. Eine Augenweide so diszipliniert und doch charmant ist ihr Auftreten. Michaela Klarwein ist Litt lech aps und ihm das Haus ührtRzt Frau, die ihm Kinder geschenkt und ihm das Haus geführt hat, die Tochter aus reichem Hause, die von ihrem Emporkömmling erst vor dem Tode erkannt wurde Sie macht ihre schwierige Rolle glaubhaft. Das ist viel in ei nein Musical sogar sehr viel Ute Hertz war eine reizend karrikierte Anja, eine begeisterte Bolschewistin mit liebebedürftigem Herzen. Ute Meinhardt gab eine USA- Kabaretteuse billigsten Genres so reizend und so im Typ, dass sie nach jeder Strophe thres Chansons (und nicht nur am Ende) von Beifall unterbrochen wurde. Katharina Herberg wa^ Ansagerin lm Fernsehen und bei allen sonstigen Gelegenheiten. Ihre gepflegte, von einem liebenswerten Lächeln begleite, te Sprachkunst bereitet Freude. Ein Gast trat auf: Marianne Schubart-Vibach. Sie legte eine köstliche Type hin, eine utranationale kratzbürstige deutsche Jungfer, die in England als Dienstmädchen arbeitet. Wie sie ihre Pointen setzt, zeugt von hoher Schule. Die Zuhörer, die diesmal wirklich dankbar waren als Ausdruck der angeregten Stimmung, riefen alle Beteiligten immer wieder vor den Vorhang. Ein wirklich reizen der Abend! Dr. Karl Kost Bibliothek Die Bibliothek von Berthold Strauss. eines Flüchtlings aus Deutschland, der in London vor einigen Jahren gestorben ist, die viele seltene judaistisChe und hebräische Bücher und Inkunabeln enthält, wurde von der Jeschiwa-Universität New York erworben. Die Bibliothek war die grösste private Bibliothek dieser Art in Grossbritannien. Ein Katalog, ..Mikne Baruoh‘‘, der die 5.000 Bände Judaica klassifiziert, ist in Vorbereitung. Todesnachricht Gegenden wissen, bezieht sich auf eine spätere Zeit. Besonders merkwürdig ist in diesem Bericht, dass er, anscheinend als Erster, den Namen ,,Bruu“ für das preussische Volk gebraucht. Er sagt wörtlich (nach der Uebersetzung arabischer Berichte von Gesandten an germanische Fürstenhöfe aus dem 9. und 10. Jahrhundert): ,,Die Wohnungen der Brus sind am umringenden Meer; sie haben eine besondere Sprache, verstehen nicht die Sprache der benachbarten Völker, und sie sind durch Tapferkeit berühmt. Wenn ein feindliches Heer zu ihnen kommt, wartet niemand von ihnen, bis sich ein Kamerad mit ihnen vereinigt, sondern geht vor, ohne sich um jemanden zu kümmern, und haut mit seinem Schwert, bis er stirbt.“ In London starb unlängst Frau Ruth Berlak, einziges Kind von Rabbiner Leo I Baeck, im Alter von 61 Jah- | ren. Noch wenige Tage vorher hatte sie an einem Gedenktreffen für ihren Vater I teilgenommen. Frau Berlak ' war mit Mann und Tochter i kurz vor dem Zweiten Welt, krieg nach London gekommen. Als der Krieg zu Ende war, konnte sie ihren Vater, der von Theresienstadt zurückkam, mit viel Liebe pfle. gen, so dass er noch während zehn Jahren segensreich tätig sein konnte. >1 In späteren Jahrtausenden werden an verschiedenen Stellen des Ostseegebietes jüdische Münzen von Bauern beim Pflügen ihrer Aecker oder beim Umgraben ihrer Gärten gefunden. Diese Münzen beweisen aber nichts, denn sie stammen erst von späteren jüdischen Reisenden, die zur Bernsteinküste zogen. Naturschutzgebiet Ein grosses Gebiet um den Berg Meron bei Safed wurde i zum Naturschutzgebiet erj klärt. Der Berg Meron ist ' Ziel der Pilger am Lag Ba- : omer, die das Grab des Schimon Bar-Jochai besuchen, i Film über Hanna Szenes | Der englische Filmproduzent Nigel Marsh dreht einen Film über Leben und Taten von Hanna Szenes Das Buch’ i stammt von Paul Durst. D4e | Mutter der im Krieg umge* j kommenen Kämpferin hat dieses Mal die Erlaubnis 2X&. I Wiedergabe des Stoffes er- 1 teilt, ebenso zur Veröffentl». | chung der Gedichte dep Tochter in englischer Ueber \ Setzung. A.C.I.B.A. J. K. G. ARAOZ 2854 T. E. 71.9059 — 72.2725 LILI ANETTE wieder in der ACIBa mit vollkommen neuem Programm 2 Stunden Geist, Witz und Heiterkeit Nach ihrer erfolgreichen 3. Israel-Tournee und vor Antritt ihres Wiener Engagements. Am Flügel: MANFREDO GYNT SONNABEND, den 6. August 1966 um 21 Uhr, SONN. TAG, den 7. August um 17 Uhr, MITTWOCH, den 10. August um 21 Uhr und SONNABEND, den 13. August um 21 Uhr. VORVERKAUF: Für Mitglieder am SONNABEND, den 23. Juli, von 15—18 Uhr; für Mitglieder und Gäste am SONNTAG, den 24. Juli von 15—18 Uhr und an den folgenden Tagen im Sekretariat, Araoz 2854, v. 14—20 Uhr TEATRO MITRE CORRIENTES 5424 T. E. 54-9049 Gastspiel der berühmten Operettendiva Sofia Lerer-Witler in der Schlageroperette Die ehrbare Witwe VORSTELLUNGEN: jeden Freitag 21 Uhr* 30, Sonnabend 21 Uhr 45 u. Sonntag, Matinée 18 Uhr u. 21 Uhr 89 DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER 94 Allenby Rd, — TEL AVIV — P.O.B. 4444

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.