Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1966-07-01 · 2174 (1.7.1966) · p. [Seite 5]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2174 (1.7.1966)
Date
1966-07-01
Page
[Seite 5] (sequence 5)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/9616703-9615320-9615532--4414-9615537
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

rte fagtn ^del. * Sirs rteskf -- iT. Übw- .»S? ülid mZ Wei* kl&re,r1SÏÏrabB: ¡"îÿiî te in - ”-‘UWr?"* eine wZ; .inkier T* tums doçu ,°d hat. h Glu'k t wurde er durch C?,en^ ieMriaria iL ürch *?nm° Kr0nen t sku«W ^tomerwölfo J00 Ulla Ha/ *P>elt wurd7' eil Und Frite £}.*hrge!uaerm en des »«• frrot Pritz NV •rprobte Meister len Wirkunsen ernste Wahr-' wirksam. mtr und gemt angeneh- ®lni?e Cantile. feren bot Bert 15 Smtesk her- und den Vernder Schutzebtvolle Type Lacher 'des erfz als seine ^re Schimpf, t Grazie. Mi. in war eine zelnd kokette “lose Colomiardt war ihdoch bür- Gegenspiebe des Man. s Peter Wilkarikiertem dargesteJJt dliche Held e er im B«. tigen Zeitin ausgeen komi. Wilfried d Hacnjr lami und argesbettt. e gait ales Publiirl Kost Tammus Tammus 5 Tammus Tammus Tammus Tammus Tammus Tammus Tammus eremias ¡. Tammus }’ Tammus j Tammus 5. Tammus g Tammus Í Tammus 8. Tammus E io Tammus 1. A vi % AW 3. AW 4. AW 5. AW 6. AW 1. AW 8. AW VimMfi* 1» fc J«H* i* 1M* SEMANA ISRAELITA Aft* xxvn. - N« «if« — a Schmelke — ein professioneller Philanthrop [Neue Briefmarkenserie ® * ... .... ....... . s..■Mái-.x. -..■y.-.-.-..•.■.v.\-.v.vs.<*sss*>*yA</y/s ¿Air Schimon Schmelke, mager und schlank, mit einem spitugen Bärtchen, nachlässig gekleidet, etwa 50 Jahre alt, spazierte an - einem Samstag durch Oxford Street. Er wan. derte ohne Ziel, vertieft in Gedanken, und in einer der Nebenstrassen Stand er plötzlich vor einer Synagoge. Seit zwanzig Jahren hätte er kein Bethaus betreten. Er hatte kein Verständnis für jüdische Angelegenheiten, besuchte weder eine jüdische Versammlung noch las er eine jüdische Zeitung. Nicht einmal Israel interessierte Ihn. An diesem Samstag erinnerte er sich, dass er Jahrzeit nach seinem Vater, Reb Gedalje hatte. Sein Vater pflegte zur Synagoge zu gehen und jährlich einige Hundert Kopeken oder Pennies zu spenden. Schimon Schmelke rechnete nicht in Rubeln oder Pfunden, sondern, wie es arme Leute tun, in Kopeken oder Pennies Er wollte Kaddisch sagen und betrat die Synagoge. Gerade hatte man mit der Thora-Vorlesung begonnen. Der Schamin es gab ihm einen Tallis und fragte ihn nach seinem hebräischen Namen: Schimon ben Gedalje. Da hörte er seinen Namen — er wurde zur Thora aufgerufen. Während der Vorlesung überlegte er. wieviel er spenden solle. Pro Jahr einen Schilling, dachte er. Zwanzig Jahre nicht im Bethaus, also zwanzig Schil linge oder 960 Farthings. Das klingt, schöner; so flüsterte er dem C-hasan ,.960“ zu Der Chasan wurde rot vor Aufregung. So eine hohe Summe wurde noch nie in seiner Synagoge geschnodert, und mit einer dramatischen Betonung verkündete er die Spende von „960‘ Auf einmal herrschte Totenstille, sogar die plauderhaften Weiber wurden ruhig. Wer ist Schimon ben Gedalje?, so fragte, man. Rothschilds Schwiegersohn? Ein Verwandter von Baron Hirsch? Oder noch reicher? Der Name Schimon Schmelke wandert« von dfr Synagoge zu den verschiedenen Vereinen und Wohltätigkeitscomités. von JOSEF FRAENKEL Am nächsten Täg bestellte der Scham mes, im Sabbatanzug und Zylinder, ein Taxi und fuhr zu Schimon Schmelke, um einzukassieren. Die Spende von ,,960“ würde das Ansehen seiner Synagoge stärken, und er wollte ihn auch einladen, Milglied der Verwaltung zu werden, Schmelke war überrascht. Schon kommt man um die Spende? Endlich übergab er ihm zwanzig Schilling oder 960 Farthings. Dem Schlammes wurde es finster vor den Augen. Er verlangte weitere 959 Pfunde, aber Schmelke erklärte ihm, dass er „Farthings“ und nicht Pfunde gespendet hatte. Der Schammes wurde beinahe ohnmächtig. Des Geldes wegen, aber auch wegen des guten Namens der Synagoge. Was wird aus seiner Synagoge werden, wenn ein jeder in Farthings schnödem wird? Schliesslich kamen sie überein, die Sache geheim zu halten und niemandem zu erzählen, dass er nur in Farthings bezahlt hatte. Unten wartete das Taxi, und als er nach Hause kam. bezahlte der Schammes dem Chaffeur mehr als er von Schmelke bekommen hatte. Kurz darauf wurde er von Mendel Macher, dem Präsidenten des Vereins „Wajelech‘‘ angerufen, ob es stim. me, dass Schmelke 960 Pfunde gespendet hätte. Ausser dem wollte er die Adresse haben. Das Telefon ruhte nicht Sogar Telegramme aus der Provinz ersuchten ihn um die Adresse. So kam es, dass der Namen Schimon Schmelke in der Liste der Personen notiert wurde, denen man Einladungen für Versammlungen zu schicken pflegte. In cier selben Woche wurde Schmelke von der Gesellschaft „Mäsim Tovim‘ zu einem ..Nachmittagstee mit Kuchen“ eingeladen. Ein Mitglied der Synagoge erkannte ihn, und bald flüsterte man: Schimon Schmelke der Philanthrop ist hier. Ein jeder wollte ihn kennen lernen. und mao brächte ¡hinfort während Tee und Kuchen. Fast täglich erhielt Schmel. ke Einladungen. Schmelke ging hin, und die Sekretäre J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Brat. MITRE 430 V. Of. 550 T.E.: 30-1474 (ATECA S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 y 1264 SUAVANDAR d cafeftde legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER *4 Allmky R4. — TEL »VIV — P.O.B. 4444 der Vereine transferierten bald seinen Namenvon der Liste der „gewöhnlichen“ Leute ins Register der „oesseren“ Personen. Man schickte ihm Berichte und Protokolle der Sitzungen. Noch im selben Jahr wurde Schimon Schmelke Ehrenpräsi dent der Vereine „Murer“ „Dewarim“ und „Kuppa“ Mit der Zeit wurde Schmelke ein Fachmann. Ei nahm Einladungen für ein „Mittagessen“, für „Tee und Kuchen“ oder für ein „Abendessen“ nur dann an wenn sie in einem erstklassigen Hotel stattfanden. Sein Name war nun in der .vertraulichen Li ste der Philanthropen“ und in der noblen Gesellschaft rückte er immer mehr nach vorn. Er sass nicht mehr an einem Tisch nahe zur Tür sondern hatte einen Platz am Haupttisch mehr und mehr zur Mitte. Schimon Schmelke wurde eine Persönlichkeit, eine Autorität. Wenn er zu einem Empfang kam, so bewegte er sich langsam, Schritt für Schritt zum Haupttisch, und die Leute flüsterten: „Schmelke der Philanthrop ist hier... der Empfang kann beginnen, Schmelke ist da...‘ Zwar hörte man niemals seinen Namen bei der Bekanntmachung von Spenden, aber Leute nahmen immer an, dass Schmelke „strengste Diskretion“ wünsche. Wenn eine anonyme Spende verkündet wurde, so dachte man gleich an den „bescheidenen“ Philanthropen Schmelke. In den Berichten über Empfänge wurde sein Name in den jüdischen Zeitungen zitiert. Schriftsteller schickten ihm ihre Bücher, für welche er nie bezahlt, die er aber auch nie gelesen hatte. Von Artisten erhielt er Bilder, und ein Dichter widmete ihm ein Gedicht. Aber Bücher, Bilder und Gedichte — wozu sollten sie ihm dienen? Ais abej ein Spital ein Bett und ein Altersheim - ein Zimmer nach Schmelke Denänni um-ueTi. da war er zufrieden. Man kann ja nie wissen. Sollte er alt und krank werden, so hat er ein „reserviertes ‘ Bett und ein Zimmer. Schmelke war beliebt. Der Millionär Klapper nahm ihn auf seiner Jacht mit, auch verbrachte er einen Monat in der Villa von Menachem Greger. ISr war nicht mehr mager, hatte ein rundes Bäuchlein bekommen und sah respektabel aus. Er wurde zu dringenden Sitzungen eingeladen, wo man wichtige An- CARLTON- Kleidung ist Kleidung guten Stils sie ist meisterhaft gearbeitet und nicht teurer als gewoehnliche Kleidung. Ar Dieser Satz ist mehr als Slogan. Er ist eine Be. hauptung, die ich taeglich beweisen muss, immer wieder mit jedem Meter zugeschnit. tenen Stoffes. ★ Feine MASSKLEIDUNG ★ FERTIGKLEIDUNG in SCHNEIDERTRADITION Carlton ERNST KOPPEL Maipú 982 — TX. 31-7845 gelegenheiten behandelte Schimon Schmelke galt nun als Führer und Sprecher der Juden. Zwar beteiligte er sich niemals in der Diskussion, denn er wusste nicht, was er sagen sollte, aber am Ende der Sitzung las er für die Presse eine Erklärung vor, die man vorbereitet hatte Als er 70 Jahre alt wurde veranstalteten die Vereine ei nen Ball. Man überreichte ihm Geschenke und hielt feierliche Ansprachen. Schmelke dankte und fügte hinzu: „Ich war nie ein Zionist“. Eine jüdische Zeitung widmete ihm einen Leiartikel. Kaum hatte der Alte in Israel gelesen, dass Schmelke niemals ein Zionist war, so schickte er ihm eine Einladung. um sein Gast in Israel zu sein. EUbegab sich zum Flugplatz, umarmte ihn und liess sich mit ihm für die Presse fotografieren. Der Alte und Schimon Schmelke hatten eine längere Besprechung Es ist nicht bekannt, worüber sie sich unterhalten hatten, aber am nächsten Tag hielt der Alte eine scharfe Rede gegen die Zioristisehe Organisation. Wer braucht Zionisten, wenn ihän Schmelkes hat, rief der Alte. Eli ne Kolonie „Schmelke“ wurde gegründet. Als Schmelke zurückkam, wurde für ihn ein Bankett vorbereitet. Aber er wurde krank. Seit er Philanthrop wurde hatte er immer 'Magenschmerzen. Man brachte ihn ins Spital, und einigen Tagen starb er im selben Bett, welches seinen Namen trug. Zwei Begräbnisse fanden am Sonntag statt. Zuerst das eines Dichters, dessen Romane und Dramen in der Literatur erwähnt wurden. Kaum zehn Personen waren anwesend. Dann das von Schimon Schmelke. Hunderte kamen Fast, alle Organisationen, Synagogen und Vereine waren vertreten. Man hielt Reden. und man verkündete dreissig Trauertage. Die Zeitungen brachten ausführliche Nachrufe, und der 41te __ telegrapnierte. nass Löncion führerlos wurde. Auch der Schammes war beim Begräbnis. Er hatte das Geheimnis bewahrt. Nun sagte er seiner Frau: ..Eis ist leicht ein Philanthrop zu sein, wenn man wirklich reich ist. aber es ist gar nicht so schwierig, ein professioneller Philanthrop zu werden, auch wenn man arm ist und niemals eine Spende gibt.“ Eigentlich hatte es Schimon Schmelke dem Schammes zu verdanken, dass er ein , .profesioneller Philanthrop“ wurde. Eine Ernennung New York. — Die Liga gegen Diffamierung der Bne Brit kündigte die Ernennung von Rabbi Morton M. Rosenthal zum Direktor der Latein, amerikanischen Abteilung dieser Organisation an. Rabbi Rosenthal amtierte als Rabbiner am Har - Sinai- Tempel in Trenton (New Je— sey). Ei studierte am Hebrew Union College und an der Staatsuniversität von Chikago. (ITA) illliiÄi ~ ' «1*4 y#'. j y HMPPÜ Üii mmm *4*♦*» '***:+* *-P+:V*4 fr**:* fr*.*'* *'**'« * «»««». *#:*• < L ' /i > 'ütèfo it** ** Das israelische Postministerium hat eine neue Briefmarkenserie von fünf Werten herausgegeben, deren Thema die Verkehrsicherheit ist. Die Marken Sind in Vielfarbendruck im Photogravure-Verfahren hergestellt. Der Bogen hat 30 Marken und 10 Anhängern. Die symbeüschen Zeichnungen wurdeft von £. Weishof entworfen. Ereignisse der Woche Argentinien auf der telaviver Messe Die kürzlich eröffnet« Internationale Handelsmesse in Tel Aviv wird bis zum 9. Juli geöffnet sein. An dieser traditionellen Ausstellung nehmen 43 Länder teil,- hiervon 18 aus Eäiropa. 5 aus Amerika, 5 auß Asien und 15 aus Afrika. Wie schön auf der vorigen Messe hatte die Argentinisch- Israelische Handelskammer für die Aufstellung eines Pavillons gesorgt, in dem u. a folgende argentinische Un. ternehmen aussteMen: Junta Nacional de Carnes, Corporación Argentina de Productos de Carnes (CAP), Direccion SwSoííñü uc i tintino, Arpalsa-Caipi S.A., eine Gesellschaft, die um die Förderung des argentinisch-israelischen Austausche bemüht ist, u.s.w. Zur Teilnahme an der Eröffnung der Messe reisten D. Enrique F. Rosario, Direktor der Junta Nacional de arnés. D. Humberto Volando. Vizepräsident der CAP, und der Präsident von Arpalsa-Caipi S.A. nach Israel. Gedenkfeier Anlässlich der ersten Jahrzeit nach Mosche Sharett, der eine der aktivsten Persönlichkeiten in der zionistischen Bewegung war und zu den Gründern des Staates Israel zählte, dessen Geschicke er lange Zeit hindurch als Ministerpräsident und Aussenminister leitete, veranstalteten die Zionistische Organisation Argentiniens eine würdige Gedenkfeier, an der Israel-Botschafter Alon und zahlreiche führende Persönlichkeiten des argentinischen Jischuw teilnahmen. Preisverteilung Auf einer Veranstaltung im „Círculo de la Prensa“ fand die Verteilung der ,,Comentario“-Preise statt, die Journalisten zugesprochen wurden, welche sich für die Verteidigung der Menschen, rechte eingesetzt haben. Der Wettbewerb stand unter depu Auspizien des Jüdisch-Argentfoischen. Instituís íür “y; tur und Information. Der Preis, der in einem Ehrendiplom und der Summe von 50.000 Pesos bestand, wurde auf einstimmigen Beschluss der Juri' zwischen den Herren Luis Mario Lozzia („La Nación“) und Romás Elov Martínez („Primera Plana“) geteilt. Ehrendiplome erhielten die Herren Luis Feldman Josin und Samuel Yussem sowie Presbyter R. P. Ramón Rosa Olmos. Die Verleihung dieser Diplome geschah im Rahmen des Programms der Kundgebungen des Anschlusses des vorgenannten Instituts zum 150. Unabhängigkeitstag Argentiniens. HOTEL LAGO Cas. Cçrrae 34 — Ría Caballas — Cardaba PRECIO COMPLETO $ 750— (Frigorífico Fmguincia] r MARCA QUE DISTINGUE LA CALIDAD FRIGUINCIA

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.