Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2174 (1.7.1966)
- Date
- 1966-07-01
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616703-9615320-9615532--4412-9615535- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Vieines, lo de Juli* de 1966 SEMANA ISRAELITA Año xxvn. — N* 2174 — $ Uruguay ehrte Shusar Die aufrichtigen Bezeugungen der Sympathie für das israelische Volk, die dem Präsidenten Israels bei seiner Ankunft in Uruguay zuteil wurden, fanden am zweiten Tag seines Aufenthaltes in Montevideo ihre Fortsetzung An diesem Tage war der Präsident vom Morgen bis zum Abend durch offizielle Veranstaltungen voll in Anspruch genommen. Er wohnte u. a. einer Sondersitzung im uruguayischen Parlament bei, und am Abend gab der SCXDRE für ihn ein Galakonzert. Im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes begrüsste Präsident Heber im Namen Uruguays den Gast aus Israel. In seiner Rede brachte er ebenso wie Präsident Shazar in seiner Antwort die ehrliche Vornahme zum Ausdruck, die Beziehungen zwischen Uruguay und Israel auf allen Gebieten noch zu intensivieren ,,Die Regierung, die Sie hiermit willkommen heisst ‘. führte Dr. Heber aus, „is, trotz der Meinungsverschiedenheiten über die beste Formel für ihre künftige Organisation ein Ausdruck der uruguayischen Demokratie. Ich bin überzeugt, dass Ihr _Besuch konkrete Früchte tragen wird. ‘Nicht nur wegen des unbestreitbaren Wertes für das Verständnis und das Leben welche die Begegnungen von Staatsmännern, Politikern, Akademikern und Sportlern zeitigen, sondern auch für die Herstellung von Kontakten zur Verstärkung der Zusammenarbeit und die wirtschaftlichen und kom merziellen Beziehungen zwischen unseren Ländern Schon heute ist eine wichtige technische Zusammenar beit zwischen Uruguay und Israel vorhanden. Anlässlich Ihres jetzigen Besuches werden wir ein Abkommen über die Anwendung der Atomenergie für friedliche Zwecke unterfertigen, dessen Interesse und Bedeutung wir hoch einschätzen.“ DIE ANTWORT SHAZARS Hierauf ergriff Präsiden^ Shazar das Wort, um seine tiefe Bewegung und Dank barkeit auszudrücken. Er führte folgendes aus: „Hier in diesem Saal, in dem wir von der Regierung Uruguays empfangen werden sind wir uns voll bewusst in einem Raume zu weilen, in dem die Entschlüsse gefasst wurden, die diesem Land die verdiente Achtung und die Wertschätzung der ganzen Welt gewonnen haben. 13er Wert einer Nation wird in vielen Fällen an dem Bild gemessen, das die anderen Völker sich von ihm formen. Wenn man von Uruguay spricht, so verbindet man damit den Gedanken an die Entwicklung einer fortschrittlichen und demokratischen Nation, die sich den Glauben an die Liebe zur Freiheit lüii! Toierasz oe^ wahrt hat. Es gibt keine politische Wissenschaft, die nicht die Begriffe der Freiheit und Toleranz verkündet. Doch wenige Völker haben es verstanden, diese Ideale zu ver wirklichen, durch die Verfassung und durch die geeigneten Gestze, die der Zeit widerstanden hätten. Uruguay hatte das Glück, zu diesen wenigen Völkern zu gehören.‘‘ ALFREDO STERN MALERARBEITEN NEUE ADRESSE: Vidal 1575 fast Ecke Pino Tel.: 76-9088 j Am Schluss seiner Ansprache versicherte Shazar: ..Wir haben volles Vertrauen zur Freundschaft der Republik Uruguay, und wir sind ge wiss, dass das Land weiter ei¬ Wie von diplomatischer Seite verlautete, wurde der Besuch des israelischen Präsidenten Salman Shazar In Argentinien vorläufig abgesagt. Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen. Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI 2083 TEL.: 52 2993 4 Quader von Station Urquiza nen Ehrenplatz auf der internationalen Tribüne behaupten wird. Mögen Uruguiiy noch, viele des Fortschritts und der Entwicklung gegönnt sein.“ ABKOMMEN URUGUAY ISRAEL Im uruguyischen Aussenministerium fand am folgenden Tag die Unterfertigung des uruguayisch-israelischen Abkommens über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Anwendung der Kernenergie zu friedlichen Zwekken statt. Für Uruguay unterschrieb Aussenminister Luis Vidal Zaglio dieses Dokument und im Namen Israels der israelische Botschafter in Uruguay Hagay Dikan. FRAU SHAZAR BESUCHTE DAS ALTERSHEIM Die Gattin des israelischen Präsidenten, Frau Rachel Katznelson Shazar, besuchte uäs jüdische Altersheim und unterhielt sich dort einge. hend mit seinen Insassen. Am gleichen Tage gab die Gattin des uruguayischen Aussenministers Frau Nelly Amoedo de Vidal Zaglio im Jockey Club einen Teenachmittag zu Ehren Frau Shazars. ANSTRENGENDES PROGRAMM Am Schabbat gönnte sich Shazar Ruhe nach den Anstrengungen der vier vorher, gehenden Tage, in denen Uruguay dem Gast die höchsten Ehren erwiesen hatte, die das Land berühmten Besuchern bereitet. Am Abend hatte shazar im Victoria Plaza Hotel zu einem Empfang eingeladen, um sich für die zahlreichen Ehrungen erkenntlich zu zeigen, die ihm seit dem Tage seiner Ankunft in Uruguay zuteil geworden waren. Zu den 800 ^liiimiiiiniumininimuimiiuiiiiimiiiiiimiiimnuiiiiiiiiinnininiiuHuimiiiiimmimnn'- geladenen Gästen zählten Mitglieder der uruguayischen Regierung, des Diplomatischen Korps und Angehörige der Israel-Botschaft. Am Sonntag empfing er die Mitglieder der Israel - Botschaft und jüdische Persönlichkeiten Uruguays. Er erhielt ein herzliches Begrüssungsschreiben von Emilio Frugoni, dem langjährigen Führer der uruguayischen Sozialisten und Gründer der Sozialistischen Partei in Uruguay. Frugoni brachte ihm die Versicherung seiner „tief, empfundenen Bewunderung und Solidarität1' zum Ausdruck. „Der Wunsch“, heisst es in dieser Botschaft, ,dass dem jüdischen Volk eines Tages nach all der Bitternis der Diskriminierungen und furcht baren Verfolgungen ein souveränes Vaterland beschert werden möge, erschien lange Zeit hindurch ein unerreichbares Ideal. Sie waren ein Pionier dieses Ideals, für das Sie unermüdlich in den Reihen des Zionismus in zweifacher Eigenschaft als Arbeiter der Hand und des Geistes gekämpft haben.'* Und an anderer Stelle: „In Ihnen, Präsident und Symbol begriisse ich djg KröflüQ? eine§ j«hr.î tausendealten Strebens, aber ich begriisse auch die grossen Errungenschaften, die in ihrem jungen Land verwirklicht werden.“ Präsident Shazar empfing in seiner Residenz in der Avenida Suärez auch die Vertreter der Presse, die seinem Besuch in Schrift und Bild eine so grosse Aufmerk, samksit schenkten. COMMUNIQUE SHAZAR-HEBER Montevideo. — Kurz vor der Abreise Salman Shazars nach Ohile brachten die Präsidenten Israels und Jruguays in einem gemeinsamen Communiqué die Bedeutung zum Ausdruck, die beide Regierungen den Vereinten Nationen und ihrer Mission beimessen, den Frieden in der isi 'Rarnnen dar in der UN - Charter begründeten Prinzipien der territorialen Integrität und Souveränität aller Staat«» aufrecht zu er. halten. Sie betont«», dass ih- IA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1» izq. - T.E. 83-2613 13. Tammus 5726 1- Juli 1966 Gefahr für die Demokratie Während die offiziellen Vertreter von Regierung und Behörden der Welt erklären, dass Nazismus und Antisemitismus in Oesterreich vernichtet werden, haben die Geschworenen bei den Ge richten und die Richter eine andere Praxis. Nazis erhalten nur geringe Strafen oder werden freigesprochen. Darin liegt nach dem Bericht des europäischen Büros des Ame rican Jewish Committee eine Gefährdung der Demokratie. Die Urteile gegen Nazis und Naziverbrecher sind, nicht nur nach der Auffassung des American Jewish Committee, eine Verspottung der Gerechtigkeit. Franz No vak, der in der ersten Instanz zu acht Jahren Kerker verurteilt wurde, weil er in Zusammenarbeit mit Adolf Eichmann die Transporte zur oürUäuitü organisiert hatte, wurde vom Obersten Gerichtshof freigelassen. Im neuen Verfahren sollte abgeklärt werden, ob Novak nur in Absicht der Gefährdung oder mit Tötungsvorsatz gehandelt habe Rajakowitsch, ebenfalls ein Gehilfe Eichmanns und für die Deportation von holländischen Juden verantwortlich, wurde nur zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt Günter Kümmel, der Nazist”dent, der einen antifaschistischen Demonstran ten erschlug, erhielt nur re beiden Länder daran glauben, dass alle Konflikte zwischen Staaten mit friedlichen Mitteln und vor allem durch direkte Verhandlungen gelöst werden können. Beide Präsidenten bezeichneten die Abrüstung als das brennendste Problem, dem sich die Menschheit heute gegenübersieht, und sprachen die Hoff- (Fortsetzung auf Seite 4) zehn Monate, und Jan Verbelen, in Belgien zum Tode verurteilt, wurde von fünf Anklagepunkten nur in zweien schuldig befunden und freigelassen. Entsprechend den Urteiler, der Gerichte finden grosse Teile der Bevölkerung, dass Naziverbrechen gar nicht als Verbrechen betrachtet oder dass sie in jedem Fall entschuldigt werden. Wenige Länder waren so wie Oesterreich vom Nazitum durchdrungen worden. Von sieben Millionen Einwohnern gehörten 537 000 offiziell der Partei an und 400.000 Jugendliche beiderlei Geschlechts waren Mitglieder der nazistischen Jugendbewegungen. Wenn man die Familien dieser Leute dazuzählt, so kommt man zum Ergebnis, dass ein Viertel der Bevölkerung zu diesen Kreisen gehört hat, tVähretKj man in Deutschland der Förderung der demokratischen Erziehung grosse Aufmerksamkeit schenkte, ist die in Oesterreich auf weiten Strekken unterblieben. MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl SARMIENTO ll«7 T E. 35 . 703? CABIU)0 26I4 _ PAMPA 4979 Zahlungserleichterungen fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung I ■hww'« US^ I sfiiiiiuiiiiHiiiitwiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiuiniiiiiiiuiiiuiiiiiiiiumiiiuiiUfuiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiHK ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE entschaedigungc:ragen Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung ■UEROSTUNDEN; DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. E.: 83 - 2(13 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltungen - Miets-, Zivil- und Handelssachen I. E.: 80 - 6930 PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS