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Jüdische Wochenschau · 1966-07-01 · 2174 (1.7.1966) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2174 (1.7.1966)
Date
1966-07-01
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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JÜDISCHE WOCHENSCHAU Ate XXVII- — W ZÍU S — Vlerne«, 1’ de Julio de 1966 JECHI HAMELECH Faisal greift die Juden an (Schluss von Seite 1) verängstigten und verfolgten jüdischen Massen freie Männer werden lassen woll te, deren Freiheit auf ihrem Judesein und auf ihrem Ju dentum beruhte. Wenn wir heute nicht obne innere Ergriffenheit seine Worte lesen, die seinem inbrünstigen Glauben an sein Volk Ausdruck verleihen „Darum glaube ich, dass ein Geschlecht wunderbarer Juden aus der Erde wachsen wird. Die Makkabäer werden wieder auferstehen" dann sind wir, die wir die Wiedererrichtung des jüdischen Staates miterleben durften von der Wahrheit seiner Voraussagen überwältigt. Was heute Wirklichkeit ist. war damals, in den letzten Jahren des ausgehenden 19. Jahrhunderts nur ein Traum, eine Phantasie, eine Hoffnung, es war „nur“ ein Glauben. Dieser unbeugsame und stolze Glauben an sich, an das Volk und seine Zukunft beeindruckte manche Leser tief, unter ihnen den Dichter Richard Beer-Hofmann, der die folgenden Zeilen an Herzl schrieb: „Mehr noch als alles, was in Ihrem Buch, war mir das sympathische was dahinter stand. Bidlich wieder ein Mensch, der sein Juden tum nicht wie eine Last oder ein Unglück resigniert trägt, sondern stolz ist, mit der legitime Erbe uralter Kultur zu sein.“ — VT. Herzl war der Meinung, seine Pflicht mit der Veröffentlichung seiner Broschüre „Der Judenstaat" erfüllt zu haben. Der Gedanke, an die Spitze einer Bewegung zu treten, war im fremd. Und doch sollte er sich sehr bald im Mittelpunkt des Geschehens treffen. Hierin liegt seine wahre Grösse, die Fähigkeit besessen, benutzt und entfaltet zu haben, um aus Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 219C 1? izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Speziabgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49.5850 einer Idee Wirklichkeiten iu schaffen. Nicht allein seine Tatkraft und seine Fähigkeiten übten einen nachhaltigen Eindruck auf Menschen, die hohe Würde, die er ausstrahlte bezauberte selbst die grossen und grössten jüdischen Geister seiner Zeit ebenso wie viele nichtjüdische Persönlichkeiten, unter ihnen keineswegs nur intellektuelle, nein auch Fürsten. Politiker. Geistliche. Seine Freundschaften mit Friedrich II., Grossherzog von Baden, oder mit dem Re verend William H. Hechler haben Geschichte gemacht. Der Kampf um den 1. Zionistenkongress ist bekannt Herzls stahlharter Willen setzte die Abhaltung des Kongresses durch an dem 197 Delegierte aus aller Herren Länder teilnahmen Zahlreiche geladene Gäste waren erschienen. Viele Neugierige waren gekommen, um diese ..Judenversammlung“ — so von einigen Antisemiten genannt — mitzuerleben Mit ergreifenden Worten hat der Schriftsteller Ben Ami die Stimmung auf der Eröffnungssitzung beschrieben: „Nun erhob sich Herzl langsam und schritt zur Tribüne, ruhig, aufrecht, ganz gesammelt. Aller Augen sind auf ihn gerichtet — aber sonderbar, was ist denn nur geschehen? Das ist nicht der Dr. Herzl, den ich bisher gesehen, den ich erst gestern, spät abends, noch gespro chen. Vor uns erscheint eine wunderbare erhabene königliche Figur, mit hoheitsvol len tiefen Augen, die eine stille Trauer verraten. Es ist nicht mehr der elegante Dr Herzl aus Wien, es ist ein dem Grabe erstandener königlicher Nachkomme Davids, der vor uns erscheint in der Grösse und Schönheit, mit der ihn Phantasie und hegende umwoben haben Die ganze Welt ist ergriffen, als hätte sich ein historisches Wunder vollzogen. Und wahr, lieh, war es nicht ein Wunder, das hier geschah? „Fünfzehn Minuten lang hat alles gebebt vor begeisterten Zurufen stürmischen Jubels, Händeklatschen und Tücherschwenken. Der grosse zweitaiisendjährige Traum PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRRKY DEI 1TNO 2262 T. 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Am Tage seiner Beisetzung schrieb Stefan Zweig u. a.: „Mit einem Mal merkte Wien, dass hier nicht nur ein Journalist gestorben war,... sondern einer jener Gestal ter von Ideen wie sie in ei nem Land; in einem Volk nur in ungeheuren Intervallen sich sieghaft erheben“ Und dann bekannte Zweig: „Und aus diesem ungeheuren, aus der Tiefe eines gangen Millionen-Volkes stosshaft aufstürmenden Schmerz konnte ich zum ersten Mal ermessen, wieviel Leiden Schaft und Hoffnung dieser einzelne und einsame Mensch durch die Gewalt eines einzigen Gedankens in die Welt getragen“. — vn. Dieser einzelne und einsame Mensch wurde nach vielen Jahren und nach der Errichtung des Staates Israel in der Heiligen Erde seines Landes beigesetzt. Sein Volk hat diesen Mann, den Weg bereiter seines Schicksals, den Träumer des Judenstaates, den Erwecker aller Kräfte, die zum konstruktiven Aufbau Israels führen, nicht vergessen. Herzl lebt. Er lebt durch seine Ideen und durch sein Werk. Einsam, wie ihn Stefan Zweig genannt hat. liegt er auf einem der Berge Jerusalems. Sein schlichtes be eindruckendes Grabmal is* ein nationaler Wallfahrtsort geworden. Majestätisch wie sein Leben wirkt sein Tod Der Blick streift über di? Beige Judäas in die Ferne, in die Zukunft, in bessere Zei ten, in denen ein freies Volk auch im Frieden leben darf Washington. — König Faisal von Saudi Arabien äusserte hier in einer Pressekonferenz. dass schon früher unter den Arabern Unstimmigkeiten bestanden und auch heute noch vorhanden sind, die jedoch überwunden werden würden. Auf die Israel betreffenden Frager: antwortete er weniger diplomatisch als auf die Frage nach Aegypten. Er bemerkte, dass der Eindruck vor. einer unberechenbaren arabischen Feindschaft gegen Israel „durch die jüdische Propaganda“ erweckt wird. Es war niemals unsere Abischt, Israel zu vernichten und die Juden ins Meer zu treiben“, fügte er hinzu. Hierauf erläuterte er seine Auffassung von der Wiedergeburt Israels. Die Juden, so sagte er seien stets als Mitbürger der Araber in Palästina betrachtet worden, „aber die zionistische Aggression habe das Land okkupiert und das arabische Volk vertrieben. Viele Araber seien ins Ausland geflüchtet, und die Juden seien vom Ausland ui das Land gekommen. Diese fremden Juden seien daher Ausländer.“ Faisal behauptete, dass „die Juden schuld an der Verweigerung jeglicher Menschenrechte für die Araber sind, denen sie das Wohnrecht in ihrem eigenen Haus vorenthalten.‘‘ Faisals antijüdischer Ausbruch schockierte die bei dieser Veranstaltung anwesenden Washingtoner Beamten, und einige bedauerten später privat, dass der sauditische König sich so hemmungslos und undiplomatisch in einem Augenblick geäussert habe in dem Präsident Johnson bemüht ist, das Bild Saudi Ara biens dem amerikanischen Volk sympathischer zu gestalten. Der König geisselte auch den Kommunismus und die kommunistischen Versuche, im Mittelosten Einfluss zu Studenten aus Kenia Tel Aviv. — Eine Gruppe von Schulinspektoren aus Kenia absolvierte einen dreimonatigen Studienkure, der im Kibbuz Gescher Hasiw abgehalten wurde. Todesurteil gegen Kollaborateur Frag. — Ein Prager Gericht hat einen tschechischen Staatsbürger namens Alexan der Kebelee wegen Beihilfe zur Ermordung von Juden in Theresienstadt und anderer Verbrechen zum Tode verurteilt. (ITA) JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4« B 46-1716 und 48 2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 Gedenkfeiern für Sharett Jerusalem. — In Israel fanden am Tage der ersten Jahrzeit nach Mosche Sharett, ehemaligem Ministerpräsidenten und Aussenminister und früheren Vorsitzenden der Exekutive der Jewish Agency, feierliche Gedenkandachten statt. Der Zeremonie in Jerusalem wohnten u. a. Premierminister Levi Eshkol und Knesset - Präsident Kadisch Luz, der während der Abwesenheit des Präsidenten Shazar Stellvertretender Staatspräsident ist, bei. Auf dem Friedhof in Tel Aviv fand in Anwesenheit von Delegationen aller Parteien, die sieh den Führern der Mapai zugesellten, die Enthüllung des Grabsteins auf der letzten Ruhestätte Mosche Sharetts statt. — (ITA) Dr. Bernardo SCHWARC2 ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 — T. E. 58-4052 gewinnen. Er sprach jedoch die Zuversicht aus, dass die Völker und Lenker der arabischen Staaten den kommunistischen Bemühungen, das Petroleum zu kontrollieren und den Nahen Osten zu beherrschen, Widerstand leisten werden. KOMMENTAR IN WASHINGTON Hohe Beamte der Regierung in Washington äusserten sich vorsichtig bedauernd über die von König Faisal Vertretern der Presse auf ihre Fragen nach den Juden erteilte Antwort. Sie bemerkten, der König habe sich zu sehr von seinen Gefühlen hinreissen lassen. Aus autorisierter Quelle verlautete, dass sowohl Präsident Johnson als auch Staatssekretär Dean Rusk „ungehalten über die so grosse jüdische Empfindlichkeit“ waren. Diese Gewährsleute meinten, die Juden hätten Faisals unbestreitbar beleidigende Aeusserungen gleichgültig und schweigend hinnehmen sollen, denn der König weilte als offizieller Gast des Präsidenten in Amerika Ein hoher Beamter gab zu bedenken, dass offizielle Gä ste aus Israel einschliesslich Premierminister Etehkol die Gastfreundschaft Nordamerikas genossen und auch belei. U SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000,— jährl. digende Erklärungen für die Araber abgaben. Ein Sprecher der Israel- Botschaft erklärte auf Befragen: „Die Israel-Botschaft würde es nicht für angebracht halten, irgendeine Stellung im Zusammenhang mit dem Besuch eines Gastes der Regierung in USA zu beziehen“. Dieser Kommentar wurde als Erwiderung auf Verlautbarungen von Funktionären abgegeben, dass die israelische Botschaft versucht hätte, die nordamerikanische Judenheit zu überreden, auf Faisals Aeusserungen nicht zu reagieren, und j üdische Persönlichkeiten dem State Department mitgeteilt haben sollten, dass sie mit dem Entschluss der Stadtverwaltung von New York, die Empfänge für den König abzusagen, nicht einverstanden seien. (ITA) CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeM (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES — FRACTURAS 41 2331 — 2240 47-5875 I. E. URIBURU 285 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-68H Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERNANDEZ 2518, T.E. 76.8673 u. 73-0500 Dr. L KLEIN - Médico MAGEN- und DARMKRANKHEITEN ROENTGEN UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

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