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Jüdische Wochenschau · 1966-06-24 · 2173 (24.6.1966) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2173 (24.6.1966)
Date
1966-06-24
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 24 de Junio de 1966 SEMANA ISRAELITA Año XXVII. — N" 2173 — S Eshkols Afrika-Reise Wie sehr auch „persönli che Diplomatie*“ au einer Mo - deerscheinung und Routine geworden ist, Eshkols Afrika Reise kann keineswegs in die. se Kategorie von Staatsbesuchen eingereiht werden. Der Israelische Ministerpräsident hatte eine Reihe guter Gründe für diese wohl ziemlich strapaziöse Reise und es dürfte sich 'heraussteilen, dass eine zweite Reise dieser Art nicht ausbleiben kann — in solche Staaten nämlich, die jetzt trotz freundlicher Einladungen an den israelischen Regierungschef, nicht mehr in das Besuchsprogramm aufgenommen werden konnten. Hs geht diesmal nicht nur um eine „Erneuerung“ oder „Vertiefung gegenseitiger Beziehungen“, wie das diplomatische Vokabular es so schön bezeichnet, sondern um ganz handgreifliche Ziele: um eine Bestätigung der Stabilität der israelischen Aussenpolitik auch nach der Veränderung auf dem Posten des Aussenministers und um eine bestimmte „Normalisierung“ der Beziehungen zwischen Israel und einigen afrikanisehen Staaten, — ein Eindruck, den man bislang nur im Zusammenhang mit Deutschland gewöhnt war, der dabei aber im Zusam menhang mit Afrika weit zutreffender ist. Zwar waren die politischen Beziehungen zwischen Israel und den meisten afrikani. sehen Staaten auch bisher ziemlich ,,normal“, nicht aber das israelische Hilfswerk in einigen dieser Staaten, das nur allzu oft improvisiert wurde, um ägyptischen Infiltrationsversuchen vorzugreifen, die weniger den Zweck verfolgt hatten, dem einen oder anderen afrikanischen Staat zu helfen, als ihn in die Front gegen Israel einzureihen. Berufene Beobachter und auch die Afrikaner selbst haben längst anerkannt, dass sich Israel als ausgezeichneter Improvisator erwies. Da nun absr die „ägyptische Gefahr** kaum noch akut ist und das israelische Hilfswerk Ausmasse erreicht hatte, deren sich grössere und reichere Mächte nicht zu schämen brauchten, heisst es nun, dieses Werk zu stabilisieren, oder besser: zu normalisieren. Denn es geht nicht mehr um einen Konkurrenzkampf mit den Aegyptern, die kaum noch gefragt sind, oder etwas zu bieten haben; es geht auch VOll ZEW BARTH nicht um neue Hilfsaktionen, sondern um die Sicherstellung der bestehenden und die Sorge dafür, dass sie ihre Ziele voll erreichen. Dies ist aber nur möglich, wenn die politischen Beziehungen nicht mehr saisonmassigen Schwankungen ausgesetzt sein werden, sondern sich in eine echte Partnerschaft verwandeln. Der Grossteil der afrikanischen Staaten hat mittlerweile eine bestimmte politische Reife erzielt, die „Kinderkrankheiten* wurden überwunden. Israel hat in der Vergangenheit bewiesen, dass die Freundschaft dem einzelnen Volke und nicht dem gerade herrschenden Regime oder regierenden Manne gilt. Deshalb blieben auch die israe. lisch-afrikanischen Beziehungen von allen Umstürzen der letzten Zeit unbeeinträchtigt und Ministerpräsident Eshkol ist in den „kapitalistischen“ und prowestlichen Ländern wie Liberia oder die Elfenbeinküste ein ebenso gern ge sehener Gast wie in der sozialdemokratischen Madegassisohen Republik, in dem linksorientierten Kenia oder dem ideologisch nicht mehr festgelegten, wegen seiner Grösse und seinen Naturschätzen aber besonders wichtigen Kongo. Sogar der senegalische Präsident Senghor, der bereits Besuche in Aegypten und Libanon abstattete und sich in den arabischen Staaten wie auch in Frankreich und anderswo grosses Ansehens erfreut, war gleich bereit, dem israeli sehen Ministerpräsidenten bei seiner Durchreise durch Senegal die ihm zustehender. Ehren zu erweisen, ein wei terer Beweis dafür, dass Israels Position auf dem afrikanischen Kontinent weit gefestigter ist, als dies den Anschein hat. ES ist vielleicht ein lohnendes Unterfangen, die praktischen Resultate des israelischen Hilfswerks in jenen Ländern unter die Lupe zu nehmen, die vom israelischen Ministerpräsidenten besucht wurden. In der Elfenbeinküste korzentriert sich die israelische Hilfe auf die Organisierung der einheimischen Version von Israels Nachal und Gadna und die damit verbundene landwirtschaftliche Aktivität. Die Elfenbeinküste war das erste afrikanische Land, das ALFREDO STERN MALERARBEITEN NEUE ADRESSEt Vidal 1575 fast Ecke Pino Tel.: 76-9088 Teppichhaus - M. Hochberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHSUNG AtfF WUNSOH ZAHLUN6$iRLEICHTERUNÖ€N Maschinenteppiche in allen Farben und Gsüssen. Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PKIVATE NUR SAMSTAG UND SONN¬ TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM CALLE ANDONAEGUI 2013 TEL.: 52 2383 4 Quader von Station Urquiza nach einem 1961 erfolgten Besuch des dortigen Verteidigungsministers in Israel das Nachal - Gadna- Experiment nachzuahmen bemüht war. Israel bildete daraufhin eine Instruktoren-Schule, die von hunderten afrikanischen Zög. lingen absolviert wurde, die ihrerseits dann zu Grundkadern der ersten fünf landwirtschaftlichen Farmen wurden. Israelis schufen hier auch eine staatliche Jugendbewegung und eine vormilitärische Gadna-Jugendorganisation und Aluf Mischne Dina Werth, damals Chen- Kommandantin im Zahal, begab sich 1962 nach der Elfenbeinküste, um eine Frauenorganisation zu gründen. Hunderte afrikanische Mädchen absolvierten die Füh. rungskurse, die von israelischen Offiziere geleitet wurden. Hinzu kommt dann noch die Entsendung israelischer Experten auf anderen Gebieten nach der Elfenbeinküste und die Ausbildung dortiger Kandidaten in israelischen Institutionen. In Liberia wurde besonders auf medizinische Dienste sowie auf Förderung der Land- Wirtschaft und Ausbildung von Jugendinstruktoren Gewicht gelegt. Etwa zehn israelische Aerzte schufen in Liberia die Grundlagen einer modernen Medizin. Die Augenklinik, die vom jerusalemer Professor Michaelson in Monrovia geschaffen wurde erfreut sich eines grossen Ansehens im ganzen Lande. Israelis führten die Stationen zur Betreuung von Mutter und Kind nach israelischem ,,Tipat-Chalaw“-Muester ein, ein psychiatrisches Institut, das von einem israelischen Experten geführt wurde, und schliesslich war es auch ein Israeli, der als Koordinator der staatlichen Gesundheitsdienste im Gesundheitsmini, sterium von Liberia amtierte. Die Zusammenarbeit mit dem Kongo war vornehmlich militärischer Natur, vermutlich eine Folge der kongolesischen Ereignisse, die eine militärische Befriedung des Landes zur Vorbedingung jeglicher wirtschaftlicher und sonstiger Aktivität werden Hessen. Sogar der gegenwärtige Staatspräsident des Kon. go und Oberbefehlshaber der kongolesischen Armee, General Joseph Mobutu, ist Zögling eines israelischen Fallschirmjäger-Kurses. Anfang 1963 war Raw Aluf Jizchak Ratoin — damals noch Stell, vertretender Stabschef — zu Besuch ln Leopoldville, wobei weitere Kontakte auf militärischer Ebene vereinbart worden waren. Die kongolesische Bevölkerung hat bis auf den heutigen Tag das prächtige Bild der Fallschirmjäger-Absprünge am „Tag der Armee“ im November 1963 nicht ver. gossen, an denen kongolesische Zöünge und ihre israelischen Instruktoren teilgenommea hatten. Aber es gibt mmmmärnrnkmimmh m MüEBELNAtfS WATERMANN Das Haas der 3 Geschäfte mH der geöseten Auswahl SAJMMENTO 1147 T E. » . 7088 CÄÄ£i«r*ti4~ PAMPA 4OT9 Zahlungeerleichterungen fast Bake Tria* vira to Eigene Werkstätten Zuvorkommende fachmännische Bedienung auch israelische zivile Hilfstätigkeit im Kongo. Im Jahre 1964 diente ein Israeli als Wirtschaftsberater des kongolesischen Premiers und israelische UN-Experten sind auf dem Gebiet der Hygiene Medizin, des Luftverkehrs, der Kommunikation u. a. m. tätig, während Dutzende Kongolesen zu Aus- und Fortbildungszwecken Israel besuchten. In der Madegassischen Republik hat sich die israelische Hilfstätigkeit vornehmlich auf umfangreiche Forschungen, auf landwirtschaftliche Beratungen, sowie solche auf den Gebieten der Bergwerke und des Hotelwesens erstreckt. Ein Israeli war auch Berater des Ministeriums für Kooperation. Kenia wollte von israelischen Experten Organisierung von Dorfgemeinsohaften erlernen und erlernte es auch. Im Jahre 1964 beteilig te sich Israel mit 16 000 Pfund Sterling an der Aufrechterhaltung einer Schule für Sozialfürsorgerinnen, die von Frau Dir. Miriam Hofrath Hurani und zwei ihrer israelischen Assistentinnen geleitet wurde. Dies war die erste derartige Schule in Ost - afrika und sie hat mittlerweile auch ausserhalb der Grenzen von Kenia einen guten Ruf. Das Aussenministerium und „Hamaschbir Hamerkasi“ nahmen bei der Errichtung von Konsumgenossenschafen in Kenia Anteil, während das Verteidigungsministerium für die Ausbildung von Offizieren, Piloten und Jugend - Instruktoren sorgte. Israels technischer Beistand für Uganda erstreckt sich auf sieben verschiedene Gebiete: landwirtschaftliche Entwicklung, Gesundheitswe. sen, Gründung von Erziehungsstätten, wissenschaftliche Erziehungsinstitutionen, Fachausbildung, Verkehr, Forschung nach Bodenschätzen und Organisierung der Jugend. Israelische Instruk toren bildeten Armee, und Polizeieinheiten in Uganda aus, veranstalteten Gadna- Kurse, und Israel nahm auch troffen. Er bestätigte, dass LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1? izq. - T.E. 83-2613 24. Juni 1966 6. Tammus 5726 Mengele lebt in Paraguay Río de Janeiro. — Detlev Sonnenburg, ein ehemaliger S3-Offizier, erklärte dem Polizeichef in der brasilianischen Ortschaft Belo Horizonte, dass Joseph Mengele in Paraguay lebt. Sonnenburg ist unter der Anklage ver. haftet worden, gefälschte Pässe an frühere deutsche Nazis verkauft zu haben. In einem Verhör durch Polizeikommissar David Hazán berichtete Sonnenburg, er habe Mengele in der paraguayischen Stadt Cambireta ge- Mengeles Gesichtszüge durch sonst zahlreiche junge Afrikaner aus diesem Lande zu Fortbildungs . Zwecken auf. Viele Absolventen des Afro- Asiatischen Instituts in Israel nehmen heute wichtige Posten in der Regierung von Uganda ein. Eshkol wollte diesmal weder Gegenleistungen verlangen, noch weitere Hilfsaktio nen anbieten. Hingegen strebt er einen Ausbau kultureller Beziehungen an, damit die Völker einander besser kennenlemen, zu einander Vertrauen finden, füreinander Freundschaft hegen. Allerdings kann man von Eshkol nicht erwarten, dass er sich ausschliesslich mit messianischen Ideen abgibt, ohne praktische Dinge zur Aussprache zu bringen. Dazu gehört der Wunsch Israels, die afrikanischen Staaten mögen ihre diplomatischen Vertretungen — soweit dies noch nicht geschehen ist — nach Jerusalem überführen, sie mögen ihren politischen Einfluss auf afro-asiatischer Ebene ausüben, um den Hass im Nahen Osten zu vermin, dern, und er dürfte viel von einer SoUdarität der kleinen Nationen gesprochen haben — nicht unbedingt der neutralistischen, die von hier und dort Unterstützungen erpressen. eine plastische Operation verändert wurden, er aber trotzdem zu erkennen sei . Sonnenburg wurde zum ersten Mal im März 1965 in Sao Paulo verhaftet, als die Po. lizei durch anonyme Anrufe verständigt wurde, dass er Mengele sei. Er sagte damals aus, dass er von deutschen Exnazis immer wieder um südamerikanische Papiere angegangen werde, für die er ihnen hohe Preise abnehme. Damals hatte die Polizei in seiner Wohnung vier solcher falschen Pässe gefunden, die auf verschiedene Namen und Staatsangehörigkeiten lauteten. Nachdem Sonnenburg von der Polizei in Sao Paulo als geistig unzurechnungsfähig entlassen worden war, ging er mit einem falschen Pass ausser Landes. Jetzt wurde er erneut festgenommen. Er gab an, sich inzwischen in Paragzuay, Uruguay, Chile und Argentinien aufgehalten zu haben. (ITA) Jüdische Kriegsveteranen Kiamesha Lake (New York) _ In ihrer Jahreskonvention nahmen die jüdischen Kriegsveteranen des Staates New York eine Resolution zur Unterstützung der von den USA gegenüber Nord Vietnam verfolgten Politik und den Bemühungen zur Findung einer friedlicher! Lösung im Wege von Verhandlungen an. Die 1.500 Delegierten der über 250 Verbände der Kriegsveteraneri in diesem Staat beschlossen ferner, die Regierungen Oesterreichs und Deutschlands aufzufordern, die Kundgebungen der Neonazis in ihren Ländern zu verbieten, und die sowjetische Regierung zu ersuchen, der Unterdrückung der jüdischen Bevölkerung ein Emde zu setzen. (ITA) ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL 2>r. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EMISIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROSTUNDENi , DUNST AB, MITTWOCH mi FUffTAS um 18—18 Uhr T. Í.: 83 - 2*13 ★ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - V-r waltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen TE.: 80-6930 PUEYRRCBON 2 IM m* ft*. Lftt MCMS r

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