Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2171 (10.6.1966)
- Date
- 1966-06-10
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/9616703-9615320-9615505--4384-9615507- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
ft — Viene«, 10 líe Junio de 1966 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXVII. — N* »171 Dr. Adenauer in Israel 1 (Schluss von Seite 1) Rede in englischer Sprach« Er sagte u. a.: „Wir begriissen Dt. Konrad Adenauer als eine der hervorragendsten politischen Persönlichkeiten in Europa und der ganzen Welt. Wir gedenken heute seiner Philosophie und seiner Taten dem jüdischen Volk gegenüber. Er hatimmer eine klare uni konsequente Stellung in dieser Frage eingenommen. ES1 erkannte die Notwendigkeit der Verantwortung für dieses Volk. Der wirksamste Weg dieser Verantwortung gerecht zu werden, der Weg der Lo gik und der Moral ist die Kräftigung des Staates Israel. Nur ein starkes Israel, festverwurzelt in der Familie der Nationen, kann die Rettung des jüdischen Volkes aus der Hilflosigkeit bedeuten, die sein Los durch die Geschichte hindurch gewesen war. Dr. Adenauer hat diese Einstellung während der Jahre seiner Regierungszeit vertreten und vertritt sie noch... Sie, Dr. Adenauer, gehören zu unseren Freunden, die unsere Gedanken. Erinnerun. gen und Bestrebungen verstehen." III. Honorary-Fellowship Meyer W. Weisgal, der Vor sitzende des Exekutivcomites des Weizmann - Instituts, nahm dann die eigentliche Verleihung des Honorary Fellowship an Dr. Adenauer vor Dabei sagte er u. a.: „Wir sind dankbar dass Herr Dt. Adenauer unsere Einladung angenommen hat die Honorary Fellowship — die höchste Ehrung, die wir zu vergeben haben — persön. lieh entgegenzunehmen. Diese wurde ihm einstimmig vom Wissenschaftlichen Aus schuss und der Exekutive des Weizmann - Instituts verlie hen. Wir bewundern ihn um sein treues Festhalten an den Dr. FREY PUEYRREDON 2190 nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 Füllhalter REPARATUREN CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PR0PIEDADES FRANKENBERG s. r. l. berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAFFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREY DEl PINO 226» T. E. 73-7887 demokratischen Idealen, die er konsequent aufrechterhielt und für die er während der Jahre ¿es Hitlerregimes litt Die Juden der Welt werden es nicht vergessen. Während der Jahre seiner Kanzlerschaft war Konrad Adenauer der Förderer von bedeutungsvollen Beziehungen zwischen dem Max - Planck - Institut und unserem Forschungsin. stitut in Rehovoth. Er per sönlich war es. der alle bürokratischen Schwierigkeiten überwand und nutzbringende akademische Beziehungen ermöglichte. Dr. Adenauers unerschütterlich wohlwollende Haltung gegenüber dem Weizmann-Institut war immer von dem Wunsch beseelt, das Wohlergehen der Menschheit durch Wissen zu fördern. Wir begriissen ihn als einen wahren Freund Israels und des jiidisohen Volkes, für dessen Unterstützung wir zutiefst dankbar sind.'- Nach diesen Worten trat Professor Talmi an das Rednerpult und verlas die Urkunde, die diese Ehrenbürgerschaft im Weizmann-Institut für Dr. Adenauer begründet. Dr. Adenauer wurde die Robe angelegt, und unter grossem Beifall trat der Neunzigjährige vor die Mi krofone zu seiner Dankrede, in der er u. a. sagte: „Verehrter Herr Vorsitzender, und wie ich Jetzt wohl sagen darf, meine lieben Kollegen und Freunde. Glauben Sie mir, wenn Ich Ihnen sage, ich bin im Innerten ergriffen durch diese Reise nach Israel und durch die Aufnahme in Ihren Kreis, die Sie eben in so hervorragend würdiger und schöner Weise vollzogen haben. Ich bin deswegen im Innersten . gerührt, weil naturgemäss auch an meinem geistigen Auge nun vorüberziehen Bilder vergangener Jahre, die ich damals mit Entsetzen erlebt habe. Und ich bin so tiei gerührt, weil es mir beschieden ist, doch beizutragen zur Versöhnung. Das war das Ziel meiner Tätigkeit vom ersten Tage an, da ich Bundeskanzler der Bundesrepublik wurde: Die Versöhnung herbeizuführen, mit Israel und mit dem gesamten Judentum der Welt. Das war mein vornehmstes Anliegen aus dem Gefühl einer tiefen inneren Verpflichtung heraus, auch aus dem Gefühl heraus, dass die Menschheit gerade doch dem Judentum so viel verdankt auf allen Gebieten des menschlichen Geistes JUDITH SCHENKOLEWSKI KTTLTUSSTICKEREIEN Schabbosdecker - TaUiebeutel KäpDCfcCD Max zot-Taschen Hand and Maschkienstickerej von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero» T. E 13-9155 Ihr Friseur ERICH JAC0BS0KN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76-5842 und auf dem Gebiete der Religion. „Und nun, meine verehrten Damen und Herren, bin ich endlich in Israel. Wenn Sie diese ganzen Perioden, die schreckliche Periode erst des Krieges, dann der Nachkriegszeit, alles das erlebt hätten, ich glaube, Sie würden mit mir fühlen können, was es für mich bedeutet, dass ich auf dem Boden Israels stehe als willkommener Gast, wie ich eben gehört habe, und dass mir diese Ehrung im Weizmann-Institut zuteil wird. „Ich bin, wie Sie wissen, gestern Abend angekommen und sah aus der Luft das grosse Bild der Stadt Tel Aviv. Und heute morgen habe ich unter der Führung Ihres Herrn Vorsitzenden nun auch das Weizmann-Institut gesehen. Ich habe gesehen und gehört, was hier auf Wüstenboden geschaffen worden ist und mit einer fast überwältigenden Kraft und einem seherischen Blick in die Zukunft. Wenn ich das sage, dann meine ich Weizmann. Es war ein ungeheures Wag nis auch für ihn, wie für jeden Mann hier, anzufangen. Und er konnte das nur tun weil er mit grossem seherischen Blick in die Zukunft sah. Ich glaube, ihm und seinem Andenken heute zu huldigen, steht mir wohl zu, und ich tue es von ganzem Herzen Ich habe ihn früher schon getroffen, und ich war auch früher in der zionistischen Bewegung tätig. Aber ich hätte niemals gedacht dass diese Schöpfung, wie sie der Staat Israel ist. hervor gerufen werden könnte auf diesem dürren Boden, der nun durch den Fleiss de*- Menschen und durch den Glauben der Menschen an die Zukunft sich in einem solchen Grün und in einer solchen Pracht entfr.iten könnte, wie er das getan hat.“ — IV. Beifall und Kritik Da Dr. Adenauer als Gast nach Israel kam, hätte es nicht zu Demonstrationen gegen ihn oder sein Land kommen dürfen. Hierüber müssten sicih alle einig sein, denn das Gastrecht birgt, auch Gastgeberpflichten in sich. Schon bei Adenauers Ankunft sollen Jugendliche gegen ihn demonstriert haben. Diese Kundgebungen wiederholten sich in der Universität Jerusalem und beim. Empfang, den die Deutsche Botschaft im Sheraton-Hotei gegeben hat, an dem wede-. Mitglieder der Regierung noch geladene Abgeordnete der Knesset teilgenommen haben. Solche Demonstrationen sind gewiss verständlich, wenn man sie auch unter den gegebenen Umständen nicht JACOB LAPIDUS dip!. Mohe! NEUE ADRESSE VIAMONTE 2937 4o B 46-1716 und 48 2124 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 NEUES TELEFON: 78-4784 US A-Waffen für Israel Washington. — Der israelische Vize - Verteidigungsminister, Zwi Dinstein, Unterzeichnete ein Abkommen mit den USA über die Lieferung von Jet-Flugzeugen tür Israels Luftwaffe. Er wurde in Begleitung von Israel-Botschafter Avraham Harman vom nordamerikanischen Vize-Minister für Verteidigung Cyrus Vance, und dem Stellvertretenden Staatssekretär für den Nahen Osten, Raymond Hare, empfangen. (ITA) gutheissen kann. Denn das, was geschehen ist. kann nicht vergessen werden. Nur war der Besuch Adenauers in Israel, der ihn durch alle Teile des Landes geführt hat, nicht die geeignete Gelegenheit, um Proteste laut werden zu lassen. Immerhin darf man nicht übersehen, dass die geschlagenen Wunden noch frisch sind. Am letzten Tag seines Aufenthaltes in Israel war Adenauer Gast Ben Gurions in der Siedlung Sde Boker. Dort sagte der frühere Ministerpräsident Israels: „Die Grösse unseres Iandes: sein Wille zum Frieden Während der letzten zwe* Jahrhunderte hat in Europa der Hass zwischen dem deutschen und dem französischen Volk bestanden. Dr. Adenauer hat trotzdem mit de Gaulle zusammen eine Zukunft des Friedens für Europa geschaffen. Wenige Leute haben so viel für den Frieden in der Welt getan wie Dt Adenauer... Trotz seines hohen Alters wird Dr. Adenauer noch eine grosse historische Mission zu erfüllen haben.“ Konrad Adenauer erwiderte u. a.: „Liebe Freunde, icn bin jetzt eine Woche in Israel und habe voller Staunen und Bewunderung die Tatkraft gesehen, mit dev das israeli sehe Volk diesen Staat aufbaut. Ich werde von hier Weggehen, von diesem Land, mit dem Eindruck und mit Absicht zu verkünden, dass jedes Volk seine Pflichten hat vor seinem Gewissen, auch einzu treten für die Freiheit und das Leben anderer Völker. Ich bin sehr gerührt, bei Ihnen zu sein und daher will lieh mich kurz fassen. „Ich bin hier in Israel mit grosser Freundlichkeit aufgenommen worden, stellenweise auch mit Herzlichkeit, wie in diesem Hause. Was die Zeitungen gebracht haben und bringen mussten über Demonstrationen, das ist lächerlich und kleinlich gegenüber dem Grossen, was ich hier gesehen habe und was ich hoffe, dass auch Ihr Eindruck gewesen ist von meinem Besuch bei Ihnen. Das israelische Volk hat eine lange Vergangenheit, und es ist Dr. Bernardo SCHWARCZ ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 76-8216 RAYOS X PARADENTOSE fast wie ein Wunder, dass es jetzt wieder als Volk aufgerufen wird, um im Kreise der Völker seine Stimme zu erheben. ich glaube, dass die Welt sich nicht selbst über lassen ist, sondern dass wir alle in Gottes Hand sind, und dass es eine Fügung ist, dass das israelische Volk von neuem sich erheben konnte so stark und so kräftig, wie das der Besucher Ihres Landes mit Staunen und Bewunderung sieht. „Ich werde mit Herrn Ben Gurion noch eine Aussprache haben, wie sie sich zwischen Politikern und Menschen, die viel erfahren haben, von selbst vergibt. Darauf freue ich mich ganz besonders. Ich habe hie.- in Israel tiefere seelische Erschütterungen empfunden als iu vielen Phasen meines Lebens. Ich wünsche dem israelischen Volk, dass es diese Kraft und Willensstärke beibehält, und dass es immer solche Führer hat, wie Ben Gurion einer ist... ich werde diesen Tag niemals vergessen.“ — Der Inhalt des Gesprächs zwischen den beiden grossen „Alten“ wurde nicht bekannt gegeben. Adenauer flog noch am gleichen Tag mit einer El Al-Maschine zurück, nachdem er am Flughafen vom Ministerpräsidenten L»vi Eshkol verabschiedet worden war. Dieser Besuch Adenauers gehört zu jenen Ereignissen LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece ios Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000,— JährL Jeschiwa in Brasilien Rio de Janeiro. — Ein orthodoxes Rabbinerseminar für 30 Studenten wurde in der alten brasilianischen Kai. serstadt Petropolis eingeweiht. Der Unterricht hat schon begonnen. Die Studenten stammen grösstenteils aus Rio de Janeiro und Sao Paulo. Die Jeschiwa gab bekannt, dass weitere 50 Schüler um Aufnahme ersucht haben, der jedoch erst stattgegeben werden kann, wenn ein neues Gebäude fertiggestellt sein wird. (ITA) unserer zeitgenössischen Geschichte, die vielleicht am Rande des grossen Geschehens stehen, dennoch aber eine nachhaltige Wirkung für die Zukunft haben können. Confitería NIZA Servicias de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 7fi r.9«R 73-1049 TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGÜERA 1915 — T. E. 58-4052 CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. BlumenfeW (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES — FRACTURAS 41 2331 — 2240 47.5875 J. E. URIBURU 285 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENT GENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung JOSE HERNANDEZ 2518, T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. KLEIN - Médico MAGEN- und DARMKRANKHEITEN ROENTGEN-UNTERSUCHUNGEN SPRECHSTUNDEN Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542