Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2164 (22.4.1966)
- Date
- 1966-04-22
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, Vi de Abril ele IMS SEMANA ISE A E LI T A Año xx;yu. N* 2164 — 5 Das 8. kontinentale Jugendseminar - ein Fenster in die Zukunft von YOSEF NAHUM Der Erfolg eines Seminars hängt bis zu seinem Beginn von den Organisatoren ab: von da jedoch nur von den Teilnehmern. Bei diesem 8. kontinentalen Seminar füi Jugendführer des Jazit Noar Drom Americanit (März 1966. Piriápolis, Uruguay) konnte ein voller Erfolg verzeichnet werden, weil beide Elemente — Organisatoren zuerst, dann die Teilnehmer selbst — sich zusammenfanden, um unter Hintansetzung jedes persönlichen Interesses nur zum gewünschten Erfolg beizutragen. Und so konnten, vielleicht erstmalig, die Organisatoren dann auch sehen, wie ihre Arbeit nicht nur anerkannt und gewürdigt, sondern von den Jugendlichen als Beispiel für ihre eigene Tätigkeit genommen wurde. So konnten beide Generationen ihre gegenseitige Bedeutung und Abhängigkeit voneinander erkennen und Ziele erreichen, die beiden Generationen gemeinsam sind. Diesmal gab es keine Teilnehmer, die lediglich als „Touristen““ gekommen waren. Auf 500 Quadratmetern Fläche schufen die jugendlichen Führer sich ihre eigene kleine Welt, mit ihren ei- ’ genen ethischen Forderungen,. ihrer eigenen Regie ■ rung,. ihrem eigenen Lebensstil,— alles überstrahlt von Freundschaft und Kamerad, scjiaft. Das Resumé: 15 Tage .intensiver Gruppenarbeit,- an der 46 Jügendleiter aus 7 Ländern teilnähmen (19 aus Brasilien, 6 aus Argentinien, 5 (lus Chile, 2. aus Perú, 2 aus Paraguay und. 12 aus Úru- , guay). Und' diese 46. jfúgendleiter waren nicht etwa eine Art Elite, sondern repräsentierten ihre Jugendgruppen, aus denen , man mühelos andere, intellektuell gleichste- / hende Gruppen zusammen stellen könnte und kann. Es zeigte sich also, dass der Jazit eine Jugend beinhaltet, die ernst, lernbegierig, gewissenhaft und verantwortlich denkt und wirkt. Schon im vergangenen No vember — die Anwesenheit von Rabbiner Egon Loewenstein und den jugendlichen Delegierten zum ersten Jugend-Kongress der CENTRA benutzend — hatte man das Skelett des Lehrprogramms für dieses Seminar auf gestellt. Wenige Materien sollten studiert, aber die sollten gründlich behandelt werden. Bekannte Pädagogen sollten als Referenten wirken. Ein möglichst hohes Niveau sollte erzielt werden. Und die praktischen Arbeiten (Lieder, Tänze, Theater, Ivrit) sollten nicht ins Hintertreffen kommen. All dies sollte in die Form einer eigenen jugendlichen Verwaltung gebracht werden Lehrer und (Schüler sollten zusammen die .Verantwortung am Erfolg tragen. Glücklicherweise sagten alle Referenten zu, an die. man sich -gewandthatte, auch wenn es in manchen Fällen beschwerliche Auslandsreisen mit sichbrachte. Und. die Referenten rechtfertigten das in sie gesetzte Vertrauen. So sprachen u. a.: Professor Nelson Pilosöf (Kultur-Attache der Israel-Botschaft in Montevideo) über „Das Funda ment des jüdischen Ueberlebens“, „Evolution der jüdisehen Gedankenwelt“* und „Die Bubersche Auffassung des Judentums“ Oberrabbiner Dr. Fritz Winter (Montevideo) über „Jüdische Tradition“. Professor Jaim Avni gab einen langen Zyklus über „Moderne jüdische Geschieh, te“. Dr. Manuel Fridman (Asuncion) lehrte Psychologie. Dr. Schalom Litman referierte über die Bibel. Hans Leschnitzer (Vizepräsident der CENTRA) plauderte über moderne Auffassung des Zionismus. Erich Stern (Vizepräsident der NCI Montevideo) referierte über die Geschichte und Entwicklung jüdischer Gemeinden und über die Aufgaben der Jugend im Gemeindeleben. Noemi Nahum und Ruth Neuländer studierten israelische Lieder ein, während Raul Heimann und Ruth Neuländer den Teilnehmern israelische Volkstänze beibrachten. Raül Heimann leitete auch die Theatergruppe. Die Ivrit- Kurse standen unter der Leitung von Mosche Spiro, Ruth Neuländer, Raül Heimann und Yosef Nahum; sie lehrten nicht nur Ivrit, sondern gaben den Jugendleitern vor allem das Gefühl, wie unentbehrlich diese Sprache für den Dialog zwischen. Israel und Diaspora ist, sowie ein Verständnis für die Schönheit, dieser altneuen Sprache unseres Volkes. Raül Heimann sprach auch über die Position des Judentums gegenüber. den Problemen der Menschheit in unserer Zeit, während Yosef Nahum ausführlich über die heutige Problematik in Israel referierte, sowohl über die internen Fragen als auch über die Beziehungen zum Judentum in der Diaspora. Abgerundet wurden diese Lehrvorträge (die immer mit Diskussionen abgeschlossen wurden) durch die Hervorhebung der Aufgaben des Mischehen in Kanada Montreal. — Die Mischehen zwischen Juden und Nichtjuden sind von 37 Prozent im Jahre 1928 auf 17,4 Prozent im Jahre 1964 gestiegen. wie aus einer vom Kanadischen Jüdischen Kongresse veröffentlichten Analyse ersichtlich ist. Die Zahlen stützen sich auf Material des staatlichen Büros für Statistiken. Der Bericht des Kongresses erweist, dass 1964 unter den jüdischen Ehen 286 Mischehen geschlossen wurden, wobei 185 Männer und 101 Mädchen sich mit nichtjüdischen Partnern verheirateten. In der kanadischen Provinz British Columbia fand sich der grösste Prozentsatz mit 50,7 Prozent Mischehen, gefolgt von Saskatchewan und Alberta mit 44.6 Prozent, New Bruniwick 44 Prozent, Ontario 19 Prozent und Quebec 9,5 Prozent. (ITA) Religion und Gesundheit Bangkok. — In Bangkok fand die von 300 Delegierten aus verschiedenen Ländern besuchte „Weltkonferenz für geistige Gesundheit“ statt. Der israelische Vertreter hielt ein Referat. Es wurde auch der Einfluss der Religion auf die geistige Gesundheit diskutiert, mit besonde ren Hinweisen auf die Einflüsse von Judentum, Christentum und Buddhismus. Jugendleiters. Dann gab es Round-Table-Debatten über Probleme Südamerikas, über jüdische Demographie in Südamerika und ähnliche aktuelle Themen. Auch die Probleme des Jazit wurden gemeinsam ausführlich debattiert, wobei jedoch dieses Seminar nicht ideologischen Formulierungen, sondern mehr der Untersuchung der spezifischen Probleme jeder angeschlossenen Jugendorganisation gewidmet war Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass die gemeinsam verbrachten Tage einen gro ssen Einfluss auf die zukünftige Arbeit haben werden. Aber nicht alles war Lernen auf dem Seminar. Man fand auch Zeit für einen Tagesausflug nach Minas, Villa Serrana und Punta de! Este sowie Nachtausflüge zur scoutischen Ausbildung. Zwei herrliche Kabalot Schabbat und ein grosses Purim-Fest (mit originellen Verkleidungen) konnten in einem wunderbar dekorierten Rahmen statt finden, dank der Anleitungen von Avni (Scheliach der Hebraica-Mapabi), der uns zwei Tage besuchte Und natürlich gab es ein unvergessliches Abschlussfest, mit Theatervorführungen, Tärizen, Liedern und „Variete“ am Lagerfeuer. Speziell erwähnt soll der Geist ehrlicher Religiosität werden, der auf dem Seminar herrschte. An den Freitagabenden und Schabbat- Vormittagen wurden G‘ttesdienste unter der Leitung der Chaverim Fredy und Heriberto Winter durchgeführt, mit Vorlesung aus der Sefer Tora, Haftarot usw. Diese G’ttesdienste bewiesen den Willen unserer Jugend zu einem wirklich integralen jüdischen Leben; Niemand fehlte bei den G’ttesdiensten und für niemand waren sie langweilig. Und beim letzten G’ttesdienst verfassten die Teilnehmer sogar ein eigenes Gebet, das den gerade anwe- Lady Melchett 70 Jahre London. — Lady Eva Marchioness of Reading, Präsidentin der Britischen Sekfcion des Jüdischen Weltkongresses, wurde 70 Jahre alt. Lady Melchett ist die Tochter des ersten Lord Melchett (ursprünglich Sir Alfred Mond) und einer nichtjüdischen Mutter; sie hatte man chen Kampf in der Familie durchzusetzen, bis sie sich, wie auch ihr Bruder Henry Mond, der zweite Lord Melohett, dem jüdischen Volk verbinden und ihm ihr Leben lang aktiv dienen konnsenden Gästen (Dr. Fridman und Prof. Pilosoff) verlesen wurde, die ihre tiefe Rührung nicht verbergen konnten. Natürlich g^ib es am Ende des Schabbat auch die traditionelle Havdalä, im Freien, in einer romantischen Stimmnug tiefempfundenen Judentums. Und selbstverständlich wurde jede Mahlzeit mit dem Segen über das Brot eröffnet und mit dem Tischgebet beschlossen, Viel wäre noch zu berichten (Gymnastik jeden Morgen um 7 Uhr, feierliches Hissen der Fahnen, usw.), aber wir wollen abschliessend nur noch ergänzen, dass es am Schluss des Seminars ein schriftliches Examen über das Gelernte und Erlebte gab. Darunter gab es so viele hervorragende Arbeiten und interessante Ansichten der Jugendlichen, dass wir mit dem Gedanken umgehen, einige davon zu publizieren und weitgehend zu verbreiten. So war dieses 8. kontinentale Seminar des Jazit Noar Drom Americanit tatsächlich das, was unser Titel sagt: Ein Fenster in die Zukunft! VERSICHERUNGEN JEDER ART Directorio 5555 el calzado legítimo de espuma de goma SUAVANDAR T. E. 68.1017/18 y 1264 Buenos Aires AGENCIA DE VIAJE Y TURISMO Flug- und Schiffspassagen 25 DE MAYO 158, piso 2, of. 208 T. 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