Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2164 (22.4.1966)
- Date
- 1966-04-22
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, 22 de Abril de JWfi JÜDISCHE WOCHENSCHAU Aft« xxm — N« 2184 reignisse ie moralische Kraft Im Angesicht der 18. Wiederkehr des Jahrestages de. Proklamierung eines jüdischen Staates erscheint es durchaus angebracht, auch in kurzen Strichen die Bedeutung ■dieses Ereignisses für den Kreis der aus Zeniraleuropa ge^ kommenen Juden zu kennzeichnen, deren überwiegende Zahl inzwischen zu argentinischen Staatsbürgern geworden ist. und eieren Kinder oder Kindeskinder hier geboren wurden. Der jüdische Staat ist das Ergebnis der politischen Bemühungen, die von der Zionistishen Bewegung Jahrzehnte hindurch zur Realisierung ihres .Basler Programms' gemacht worden sind. Der Zionismus ist keine Erfindung, und er hat nichts erfunden. Er entspringt der uralten Sehnsucht des;üdisehen Volkes nach nationaler Wiedergeburt, Er hat diese Sehnsucht durch Theodor Herzl in die moderne Form ei «er politischen Bewegung und einer festgefügten Organisation gefasst. Der Zionismus hat triumphiert. Der alte jüdische Traum der Wiedererrichtung des Staates im alten Lande der Vater ist eine Wirklichkeit geworden. Das zentraleuropäische Judentum hat an der ji.idi sehen Renaissance-Bewegung den gleichen Anteil genommen wie alle anderen Teile unseres Volkes. Die ersten politischen Schriften und Schritte vollzogen sich im deut. sehen Sprachkreis. die ersten zionistischen Werke waren in deutscher Sprache geschrieben: Hess — Pinsker — Herzl Aber auch die einmalige Erscheinung der , .Protest-Rabbiner*' gehört diesem Sektor an... Mit der Schaffung des jüdischen Staates hörten auch die vorhandenen, wenn auch schwachen und schwächlichen Widerstände der Gegner des Zionismus auf. Das jüdische Erlebnis und die einmalige Grösse einer solchen, man darf sagen: einzigartigen Stunde schmiedeten alle Teile unseres Volkes, von wenigen Ausnahmen abgesehen, fest zusammen. Das fand auch in der Errichtung der EinheitSKampagne vor 18 Jahren seinen Ausdruck. Der Vorschlag, eine Einheitskampagne für Israel zur Durchführung zu bringen, wurde übrigens von einer unserer Organisationen, der Theodor Herzl Gesellschaft, dem Direktorium des Keren Hajessod gemacht. Einer der Direktoren des KH in Jerusalem der inüwischen verstorbene Kurt Blumenfeld s. A., wandte sieh zunächst, gegen diesen Vorschlag, liess sich aber überzeugen und führte dann die Einheitskampagnen nicht noch Funktionen zu erfüllen, die nicht ohne weiteres dem Staat zur Last fallen wie z.B. die Sorge für die Einordnen in Argentinien, sondern j nung derjenigen Einwande In vielen Ländern ein. — rer, die heute aus gewissen Hier wollen wir nicht die | Ländern gerettet werden Frage analysieren, ob die Ermüssen. Deren Auswandegebnisse der C.U. zufriedenrung, Uebersiedlung und stellend sind oder nicht. Hier ( Eingliederung in den ersten «ei nur ein Gesichtspunkt . Monaten wird von der Zioniunterstrichen, der in der Oef- , stischen Organisation gefent.lkhkeit wenig beachtet ' meinsam mit anderen Hilfswurrie, nämlich die morali- Organisationen durchgefiihrt. sehe Kraft, die vom Gedan- Denn die Rettung bedrohter ken der Arbeit für den Ke- Judenheiten kann nicht die ren Hajessod, die Einheits- Sorge und Verpflichtung von kampagne ausgeht. Denn das " Neue Mitarbeiter Nach einer achtzehnjährigen Tätigkeit des zentraleul ropäischen Comités der Ein- , heitskampagne hätte eigentlich der Kreis der freiwilligen Mitarbeiter grösser sein müssen. als er es tatsächlich ist Heute gibt es doch eine ganze Reihe von überzeugten! und guten Juden, die in der Lage und auch ihrem Wissen nach imstande wären, als freiwillige Helfer sich der Arbeit zur Verfügung zu stet len. sei es der administrativen sei es der werbenden Tä- . ligkeit. Warum stellen Sie sich nicht zur Verfügung? Warum helfen Sie nicht. Menschen nach Israel und in die Freiheit zu bringen? Warum wirken Sie nicht dabei mit, ein Werk zu sichern, um dessen Schaffung und Existenz un gezählte indische Generationen beinahe zweitausend Jahre hindurch gebetet und geweint haben? Warum erinnert Ihr Euch nicht daran, dass Eure Renten nicht zuletzt auch darum von den Deutschen bezahlt werden, weil es einen Staat Israel gibt, dessen politischer und moralischer Ein. fluss für die Durchführung der Wiedergutmachungsverhandlungen von entscheidender Bedeutung waren? Menschen, die etwas verstehen und können, werden immer gebraucht Jeder kann helfen, ieder kann mitarheiten. jeder kann nützlich sein. — Eine Generalversammlung Vor kurzem fand die vorgesehene Generalversammlung des zentraleuropäischen 1 Comités des Keren Kajemeth! Lejisrael statt, die von den ■ Delegierten der verschiedenen Organisationen beschickt worden war. Der bisherige Präsident Herr Curt Wilk erstattete den Rechenschaftsbericht, der eine etwa 40prozentige Erhöhung der Einnahmen auswies. Aus einem uns vorliegenden Bericht entnehmen wir: ,.Wiederum musste beklagt werden, dass auf eine praktische Mitarbeit der Gemeinden und Organisationen nicht zu rechnen ist.'' Diese Bemerkung müsste einmal näher untersucht werden, wobei wir unterster len müssen, dass diese Feststellung, — wenigstens subjektiv, — zutreffend ist Sollte es wirklich nur an den Gemeinden und Organisationen liegen? — Es ist wahr, dass die meisten dieser Gemeinden und Organisationen nicht in der Lage sind, Arbeitskräfte für andere Körperschaften zur Verfügung zu stellen. Aber auch mit dieser Tatsache und mit einer sich über Jahre erstreckenden Erfahrung hätte das Comité rechnen müssen — Ohne Zweite ist die Arbeit für den KKL schwierig geworden. Man sollte versuchen, die Arbeitsmethoden zu ändern, zu erweitern, zu ergänzen. Man kann 1966 nicht mit den gleichen Mitteln arbeiten wie 1926 oder 1946. In dem Bericht heisst es weiter: ,.Es besteht kein Zweifel, dass die in 21 Jahren geleistete KKL-Erziehungsarbeit und Werbetätigkeit doch einen nicht unbeträchtlichen Teil unseres zentraleuropäischen Sektors erfasst hat... Neuwahlen KKL Nach einer allgemeinen Aussprache wurde die Anregung zur Gründung eines speziellen Jugendcomités gegeben. Hierzu muss bemerkt werden, dass die Notwendig, keit nicht diskutiert zu werden braucht, dass aber die Bildung eines weiteren Comi tés völlig abwegig sein dürf¬ Beim Israel-Botschafter In der vergangenen Woche stattete Monsignore Segura hoher kirchlicher Würdenträger, dem israelischen Botschafter in Argentinien, Don Moshe Alón, einen Besuch ab. Der Zweck dieses Besuches war es, den Botschafter Israels über die Schaffung eines Gebäudes „Casa Argentina" in Israel zu unterrichten. Es handelte sich um den ersten Besuch eines Kirchenfürsten bei einem israelischen Botschafter in diesem Land. Bekanntlich unterhält der Heilige Stuhl keine diplomatischen Beziehungen zu Israel. Wie von uns bei anderer Gelegenheit bereits mitgeteilt, ist Monsignore Segura der Vorsitzende der Organisation, die sich mit dem Bau der Casa Argentina in Israel beschäftigt. Am 2. Mai wird im Theater San Martin eine grosse Veranstaltung zur Pxoklamierung der CASA AR¬ GENTINA stattfinden, zu welcher der Präsident der Nation, Herr Dr. Arturo Illia, und andere hohe Persönlichkeiten ihr Erscheinen zugesagt haben. Monsignore Segura benutzte die Gelegenheit des Besuches beim israelischen Botschafter, um ihn zu dieser Veranstaltung einzuladen, Botschafter Alón akzeptierte die Einladung. te, nachdem noch nicht ein mal die Kräfte vorhanden sind, um die allgemeine Jugendarbeit zu fördern. Die KKL-Jugendarbeit kann nur im Rahmen der einzelnen Jugend - Organisationen vor sich gehen. Nachdem Herr Wilk allen Mitarbeitern gedankt hatte wurde an die Wahl eines neuen Comités geschritten Zum Präsidenten wurde Herr Curt Zimmerspitz gewählt der die Wahl annahm und den scheidenden Mitgliedern des Comités ftir ihre Arbeit dankte Dieser Dank galt neben dem unermüdlichen Herrn Wilk vor allem auch der Frau Ilse Weinstein, deren Tätigkeit für die Festbii. eher vorbildlich gewesen ist 40 Jahre OSFA Die Zionistische Frauenorganisation in Argentinien, Organisation Sionista Femenina Argentina, mit anderen Worten: der argentinische Landesverband der WIZO begeht in diesem Jahr das vierzigjährige Bestehen. Hierüber wurde auf einer Presse, konferenz im eigenen Gebäude der OSFA berichtet. Von Einwanderern aw.s zentraleuropäische der C. V. ist längst vor der Centra oder ihren Nebenorganisationen eine Zusammenfassung aller Kräfte unseres Sektors gewesen, was umso beachtenswerter ist. als 2 Millionen Juden in Israel Comité allein sein, die sie aufnehmen, ihnen bei der Eingliederung behilflich sind, sie verteidigen usw. Die Sorge um Flüchtlinge ist eine Sorge des ganzen jüdischen Volkes. Die von der CU aufgees sonst kaum gelungen ist. brachten Mittel werden zu selbst heute nicht, die Kräfeinem guten Teil diesen te auf ein gemeinsames Ziel zu vereinen. Hierbei sollen die sicherlich wertvollen und wictigen Bemühungen einiger Gemeinden, wenigstens auf einigen Arbeitsgebieten zu einer Koordinierung zu gelangen, nicht unerwähnt bleiben, weil sie einen ersten Anfang tiiT eine .Kursänderung' daistellen. Aber die Einheitskampagne ist bisher die einzige Körperschaft, wo — seit 18 Jahren — alle Gemeinden und Organisationen und seien sie sonst untereinander noch sc> unterschieden, harmonisch Zusammenwirken. Diese moralische Kraft, die von Israel und der Arbeit liir das jüdische Volk ausstraMt. verleiht denjenigen. Zwecken zugeführt Die Erfüllung solcher Aufgaben ist Pflicht jedes Juden in der Welt, und zwar eine Verpflichtung, über die man nicht diskutieren kann, zumal der Sinn einer solchen Diskussion nur darin bestehen könnte, Argumente vor zutäuschen, um sich dieser Verpflichtung zu entziehen Wenn die Einheitskampagne (Keren Hajessod) sich an die Juden wendet, sie sollen dieser Verpflichtung entsprechen. so bittet sie nicht um freundliche oder milde Gaben. Denn die Zahlung für den Keren Hajessod ist eine freiwillige Steuer. Die Idee der freiwilligen Steuer ist eine grossartige Sie setzt hohe moralische Qualidie sich dieser schwierigen fikation. tiefes menschliches Aufgabe unterziehen, die Fähigkeit. über Gegensätze j hinaus einem gemeinsamen Ziel zu dienen. Freiwillige Steuer Bis ist nicht richtig, wenn man von einer ..Hilfe für Israel" spricht. Denn der Keren Haiessod, die Einheitskampagne. ist kein Organ oder Finanzinstitut Israels. Der Keren Hajessod ist das Finanzürstrument der Jevish Agency, der Zionistishen Verständnis und Verantwortlichkeit jüdische voraus Das jüdische Volk ist das einzige Volk in der Welt, das diesen Gedanken vertritt und mit der Forderung um Erfüllung moralischer Verpflichtungen und mit dem Verlangen zur Zahlung einer freiwilligen Steuer an seine Menschen herantritt Aber Steuern sind keine milden Gaben. Die Beisteuerung muss eine würdige sein und der Lage des Geten Organisation. Der Etat des den entsprechen Unwürdige! „Gaben“ sollen und müssen zurückgewiesen werden. Denn wenn die Beisteuerung ein;' freiwillige ist, so ist auch die Staates Israel wird aus den — .sehr harten und sehr hohen — Steuern gedeckt, die seine Böiger zahlen müssen sowie aus sonstigen, einem! Annahme der Beisteuerung Sta ‘t zur Disposition stehen- ] eine freiwillige. Der Keren den Mitteln wie Ki édité. An- Hajessod ist keineswegs verleihen usw — pflichtet, das zu nehmen, In Israel bleiben aber auch was man ihm gibt. restag >, DEN 24. APRIL, UM 20 UHR IN DEN GESAMTRAEUMEN VON BET ISRAEL, CRAMER 2070 DIE FESTREDE HAELT DER VORGESTELLT VOM VIZEPRA ESIDENTEN DER DAIA, HERRN Inf. GREGORIO FAtGON MITWIRKUNG DER JUGEND — KUENSTLERISCHE UMRAHMUNG — KAPELLE SPIELMANN Einlodungen sind in den Sekretariaten der Gemeinden und Organisationen erhaeltlich. — Wegen des zu erwartenden starken Besuches wird um baldige Abholung der Karten gebeten. — ACIBA — BAR KOCHBA — BET ISRAEL — CULTO ISRAELITA DE BELGRANO — KKL — LAMROT HA KOI — NUEVA COMUNIDAD ISRAELITA — Na VILLA BALLESTER — THG und WIZO. BEGINN der Veranstaltung: 20 Uhr pünktlich. - um 19 Uhi 3m (nicht £ üher). — SaaleroeRenung: kleinsten Anfängen geschaffen, wollte die OSFA zunächst ihren Mitgliedern bei der eigenen Einordnung in Argentinien helfen und darür.er hinaus die Verbindung mit den Aufgaben der jiidi-! sehen Frau in der Welt in erster Linie mit dem Werk der WIZO, herstellen. Die Organisation begann in kleinstem Umfang und entwickelte sich allmählich zur grössten zionistischen Gruppe in Argentinien; sie umfasst heute mehr als 40.000 Frauen in 350 Zentren, die sich über das. ganze Land erstrecken. Uebrigens wird geplant, eine Mitgliederwerbung durcbzufiihren, um weitere 10.000 Frauen zu organisieren. Vor al» i lern wird die kulturelle Tätigkeit, die von der WIZO- OSFA entfaltet wird, eine erhebliche Verstärkung erfahren. Seit Jahren wurde bereits eine sehr aktive Kulturarbeit geleistet. Zunächst sei auf die monatlich erscheinende, gut redigierte OSFA -Zeitschrift verwiesen, die einen Einblick in die eigene Arbeit und die Tätigkeit der Welt- Wizo vermittelt. Regelmässige Seminare dienen Bildungszwecken. Anlässlich ihres Jubiläums wird ein grosses Seminar veranstaltet, über das hier bereits berichtet worden ist. B£ sei auch auf eine Foto- Ausstellung verwiesen, die von der OSFA zu ihrem 40jährigen Jubiläum durchgeführt wird. Feiern im ganzen Lande werden dieses Ereignis. das mit dem 150. Jahrestag der argentinischen Unabhängigkeit zusammenlällt, würdigen. Die allgemeinen Aspekte der OSFA-Arbeit, vor allem ihr aktiver Anteil am Aufbauwerk in Israel ihre Wirksamkeit für die heranwaobsende Jugend durch eigene Heime usw., dürfen als bekannt vorausgesetzt wenen In ¿er Israel-Botschaft Anlässlich des 18 Unabhängigkeilstages des Staates Israel am 25 Mai werden Israel-Botschafter Mosche Alon und seine Gattin Esther Alon an diesem Tage in den Räumen der Botschaft um 19 Uhr einen Empfang zu Ehren der argentinischen Behörden und des Diplomatischen Korps veranstalten. Gedenkfeier für Ghetto-Kaempfer Am Sonntag fand im Cine Opera eine ergreifende Gedenkfeier für die Helder, des Warschauer und anderer Ghetti in Polen statt, die sich vor 23 Jahren gegen die bis an die Zähne bewaffneten deutschen Armeen erhoben haben, um mit der Waffe in der Hand m sterben und der Welt zu ze;gen dass auch Juden kämpfen können. Alle diese heroischen Ghettokämpfer wussten, dass ihr Kampf von vornherein aussichtslos war aber sie hissten die jüdische c’ahne, die heute über Israel flattert. und gaben der Welf ein (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite fl)