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Jüdische Wochenschau · 1966-04-22 · 2164 (22.4.1966) · p. [Seite 3]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2164 (22.4.1966)
Date
1966-04-22
Page
[Seite 3] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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I Viernes, 2* de Abril de 196« SEMANA ISRAELITA A Ae XXVII. — N» SIM Neue Umwaelzungen im Orient In der vergangenen Woche stürzte der Präsident des Irak, Marschail Abdul Salem Aref, mit Mitgliedern seines Kabinetts ab. als er in einem Helikopter in der Nähe der Petroleumstadt Basra einen Inspektionsflug ausführte. Die Maschine sei in einen Sandsturm geraten. Der Unfall ereignete sich 440 km von der Hauptstadt Bagdad entfernt. Dass ein Sandsturm über die Wüste fegte, wird nach verschiedenen Quellen bezweifelt, einige bestreiten diese Behauptung energisch. Die Umstände unter denen sich der Tod des irakischen Präsidenten vollzog, werden sich wohl niemals aufklären lassen. Wie bei allen solchen Zwischenfällen im Orient tauchen sofort Gerüchts und Vermutungen auf. Es hat keinen Zweck, sich auf Spekulationen dieser Art einzulassen. Marschall Aref galt als ein starker Mann. In einem Umsturz, der sich durch seine, selbst für orientalische Verhältnisse ungewöhnliche Grausamkeit auszeichnete, hatte Aref die Macht ergriffen. Während seiner ganzen Regierungszeit war Marschall Aref damit beschäftigt, gegen ihn gerichtete Attentate und Staatsstreiche niede» Zuschlägen. Die irakische Politik muss selbstverständlich auf die besonderen Gege:>enheiten dieses Landes, die von seiner geographischen Lage bestimmt werden, Rückscht von B. B. SAMUEL nehmen. Schon aus diesem Grunde konnte sie niemals in einen vollen Gleichklang mit der von Nasser eingeschlagenen Linie ii hereinstimmen. Seit Jahrtausenden besteht die ägyptisch-irakische (babylonisch-assyrische) Rivalität die sich durch die uns bekannte Geschichte , auch auf die Situation der Länder zwischen diesen beiden Reichen auswirkte, vor i allem auf das alte Syrien! und Palästina. j Zunächst einmal versuchte i der von Kassem, dem Vorgänger Arefs, gestürzte Nuri Paschah, der westlich orientiert war die wirtj schaftliche Situation des Landes zu verbessern, gleich- , zeitig aber auch die immer stärker werdenden Inte tioj nen Nassers und seinen An- Spruch auf die Hegemonie , über die arabischen Länder j zu durchkreuzen. Kassem vollzog den ersten j Bruch mit dem Westen. Aref! war an sieh kein Gegner I dieser politischen Linie; auch | ihm sagte die einseitige An- ' lehnung an den Westen, vor j allem an die USA, nicht zu. ‘ Mit seiner Machtübernahme wurden die Beziehungen zu Aegypten besser, zu den Amerikanern kühler. Aber auch Aref war nicht bereit, eine Hegemonie Nassers anzuerkennen. Dies führte zu wiederholten Spannungen, die ihren Ausdruck darin fanden, dass Irak an verschiedenen Sitzungen der Arabischen Liga, die regelmässig in Kairo stattfanden, einfach nicht teilgenommen hat. Die grundsätzliche Aende rung der irakischen Politik durch Aref wirkte sich durch seine erstrebte und gewollte Annäherung an die Russen aus. Aref hatte von Nasser gelernt, dass die einseitige Festlegung auf einen politidie Beziehung zum unmittelbaren Nachbarn Syrien, wo auch erst vor wenigen Wochen ein gewaltsamer Regierungswechsel eingetreten ist. Nach den vorliegenden Berichten soll die neue syrische Regierung eine noch stärkere Anlehnung an Moskau wünschen. Syrien und Irak leben in einem Verhältnis wechselnder Spannungen miteinander. Moskau ist bemüht, Einfluss auf beide zu Gegen Resolution von Havanna Santiago de Chile. — Eine antiisraelische Resolution. die auf der kürzlichen Konferenz von Havanna ge fasst wurde, ist im chilenischen Senat höchst energisch verurteilt worden. In der hierüber geführten Debatte wurde sie von Senator Renan Fuentealba von der Regierungspartei nicht nur als antiisraelisch und antizionistisch sondern auch als antisemitisch bezeichnet. Der Senator sagte, die Resolution sei dazu angetan ,,zu neuen Judenverfolgungen im Stil Hitlers zu führen' . Interessant war auch die Stellungnahme des Führe-s der Volksfront, Senator Salvador Allende, der die chilenische Delegation lobte, dass sie in Havanna zusammen mit Jugoslawien sich bei der Abstimmung über die antiisraelische Resolution der Stimme enthielt Der Senator der Linken, Volodia Teitelbaum (Kommunist) erklärte, seine Partei in Chile sei gegen das Verschwinden Israels. „Obwohl Israel ein kapitailstischer Staat ist, der sich aus Ausbeutern und Ausgebeuteten zusammensetzt“, führte er aus, ,so hat Israel doch das Recht auf seine Existenz als Staat“. (ITA) LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE B*. Aires - PUEYRREDON 2190, 1» izq. - T.E. 83-2013 2. Ijar 5786 22. April I»«« Coca Cola für Israel ALFREDO STERN MALERARBEITEN NEUE ADRESSE: Vidal 1 575 fast Ecke Pins Tel.: 76-9088 Teppichhaus - M. Höchberg Unerreichte Auswahl an handgeknüpften Teppichen in erstklassigen Qualitäten für jedes gemütliche Heim. EIGENE FABRIKATION UNVERBINDLICHE VORFUEHRUNG AUF WUNSCH ZAHLUNGSERLEICHTERUNGEN Maschinenteppiche in allen Farben und Grössen Auslegen von Appartements mit rein wollenem Velour VERKAUF AN PRIVATE NUR SAMSTAG UND SONN TAG VON 9—19 UHR IM AUSSTELLUNGSRAUM (ALLE ANDONAEGUI 2083 TEL.: 52 2993 4 Quader von Station Uiquiza Für anspruchsvolle Herren ★ GROSSAUSWAHL FEINSTER STOFFE FUER MASSKLEIDUNG. ★ GROSSAUSWAHL UND FERTIGKLEI¬ DUNG FUER HERBST UND WINTER. ★ STAENDIGE PASSFORKONTROLLE ★ AUCH JUNIOREN KAUFEN GERN BEI C A R L T O N . illlLTO.X ERNST KOPPEL Maipu 982 T. E. 31-7845 sehen Kurs den arabischen Ländern nicht die Vorteile einbringt, die ein Spiel auf beiden Seiten bietet. Nasser ist ein Meister auf diesem Gebiet des Jonglierens das ihm die Hilfe von Ost und West in den meisten Fragen und Situationen sicherte Die politische Position Nassers beruht entscheidend auf diesem Tanz auf zwei Hochzeiten. Viele Gründe führten dazu, dass der Irak sich immer mehr dem Kreml näherte. Der Zufall wollte es dass der irakische Kriegsminister, General Abdul Rhaman Aref, ein Bruder des verunglückten Präsidenten, sien gerade zu dem Zeitpunkt, als der Unfall sich ereignete, mit anderen Ministern in Moskau befand, um dort Waf fen einzukaufen. Schon mit Rücksicht auf die Bedeutung des Irak als Petroleumliefe rant haben die Russen in den letzten Jahren jedes Entgegenkommen gegenüber dem Irak bewiesen, um ihn aus seiner amerikanischen Abhängigkeit herauszuoperieren. Besuche irakischer Minister im Kreml waren keine Seltenheit. Dass die Russen den aufständischen Kurden im Irak ihre volle Hilfe liehen, ist unbestritten. Die irakischen Politiker aber waren zu schwach, um mit Russland zu brechen. Das Kurden-Problem ist zwar ungelöst aber Waffengeschäfte sind stets so einträglich, dass man dafür selbst diese Unliebsamkeiten und Schwierigkeiten mit in Kauf nahm. Inzwischen wurde Abdul Rhaman Aref zum Präsidenten gewähltn Es bestehen keine Aussichten, dass sich die Lage durch den Regierungswechsel von Salem Aref auf Rhaman Alef grundsätzlich ändern wird. Man weiss zwar nicht, ob der neue Präsident die bisherige politische Linie seines Bruders fortsetzen will. Da aber der neue Präsident im alten Kabinett einen der wichtigsten Posten bekleidete, ist anzunehmen, dass ein grundsätzlicher Wandel nicht eintreten wird. Eine ungeklärte Frage ist nehmen. Wie weit dies gelingen wird, bleibt abzuwarten In der Stellung des Irak gegenüber Israel wird dvreh den Regierungswechsel keine Aenderung eintreten So’ange keine prinizipielle Lösung des arabisch-israelischen Verhältnisses gefunden ward, dürften alle Araberstaaten an ihrem anti-israelischen Kurs festhalten. Keines dieser Länder hat die Kraft etwa auf eigene Rechnung eine versöhnlichere Haltung einzunehmen. Die künstliche Isolierung Israels von den arabischen Staaten hat einen doppelten Effekt. Die negative Seite ist klar, sie wirkt sich in der Israel-feindlichen Politik und im arabischen Boykott aus. Andrerseits bewirkt die von den Arabern errichtete Trennungsmauer, dass alle Erschütterungen in diesen Ländern in Israel ohne jede Resonanz bleiben. So dürfte auch der Regierungswechsel im Irak für Israel — wenigstens vorerst— ohne jede Rückwirkung bleiben. New York. — Die Firma Coca Cola erteilte einem newyorker Bankier die Lizenz für eine Fabrik in Israel, in der ihr Produkt in Flaschen gefüllt werden soll. Dies wurde nach einer Woche empörter Proteste bekannt gegeben, die gegen die Meldung erhoben wurden, dass die Coca Cola-Gesellschaft wegen des arabischen Boykotts der israelischen „Tempo Soft Drinks“ die Lizenz verweigert habe. Das neue Unternehmen steht unter Aufsicht von Abraham Feinberg, Präsident des Exekutivcomites der American Bank & Trust von New York, Expräsident des Verwaltungsaussschusses der Brandeis - Universität und Präsident der Israelbonds- Kampagne in USA. Direktor ' James A. Farley von der Co- : ca Cola erklärte, dass Fein- I berg im Jahre 1949 als _-eiter einer Finanzgruppe eine! Lizenz zum Vertrieb des Getränks in Israel erhalten habe, die israelische Regierung damals jedoch aus Gründen von Devisenschwierigkeiten des jungen Staates den Betrieb einer solchen Anlage zu gestatten abgelehnt hat | Feinberg teilte mit, dass er j Farley kürzlich von seinem 1 erneuten Interesse an der i Lizenz in Kenntnis setzte. Dies geschah eine Woche be- I vor die Liga gegen Diffamie- ■ rung der Bne Brit ihre An- 1 klage erhob. i Allerdings betonte Feinberg, dass er die Lizenz nicht angenommen hätte, wenn; Coca Cola sich seiner Ansicht nach vor dem arabischen Boykott gebeugt haben wür- I de. Morris Abram, Präsident ' des American Jewisn Com- 1 mittee, bezeichnete den Vertrag als einen Beweis, dass die Firma dem Druck her arabischen Drohungen n>rht nachzugeben gewillt sei Die Liga gegen Diffamierune erklärte sich von der neuen Wendung befriedigt. Feinberg kündigte an, dass er in Kürze nach Israel zu reisen gedenke, um die Höhe ies erforderlichen Kapitals für. die neue Fabrik festzustellen. Farley und Feinberg unterschrieben ein vorläufiges Abkommen. (ITA) MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Gesehäf. te mit der grössten Auswahl SARMIENTO 1147 T E. 35 - 7033 CABILDO 2614 PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten Zahlungserleichterungen Zuvorkommende fachmännische Bedienung ISRAEL-BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUS¬ GABEN ZUM OFFIZIELLEN KURS AGENCIA FILATELICA OFICIAL DEL ESTADO DE ISRAEL VIAMONTE 550, I. B — Bs. Aires, Rep. Argentina Gegen Voelkermord London, — Die britische Regierung hat beschlossen, der Konvention der Vereinten Nationen gegen den Völkermord beizutreten. Bisher wurden die mit dem Beitritt verbundenen Schwierigkeiten als zu kompliziert angesehen Sir Barnett Jänner begrüsste diese neue Lösung für die jüdische Gemeinschaft. Die Deutschen Kammerspiele uu Schauspielhaus Buenos Aires — Asociación del Teatro Alentem Intendant: REINHOLD K. OLSZEWSKI SPIELPLAN FUER DAS JAHR 1968 Büchner: Dürrenmatt: Nestroy: Waldmann: Newley/Bricusse. Danton; Tod 25. 27. 29.. 30. April Dar Meteor 9., II., 13.. 14., 15. Mal Lumpazivagabundus 30. Mai, 1., 3., 4.. 5. Juni Von Bergamo bis morgen früh 21., 23.. 24., 25.. 26. Juni Halt die Welt an, ich moechte aussteigen 11., 13., 15.. 16. 17. Juli Die Aufführungsrechte des letzten Stückes werden noch verhandelt. VORSTELLUNGEN IM ABONNEMENT JEWEILS: (Galapremieren) (ermaessigte Preise) Montag Mittwoch Sonntag 21.00 Ululo 00 Uhr 15.30 Uhr Einzelkartenverkauf beginnt am 21t April an der linken Kasse des Teatro Odeon, Esmeralda 375 Tel 45-3591, Montag—Freitag 11—14 Uhr und 17—20 Uhr; Samstag 11—14 Uhr.

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