Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2161 (25.3.1966)
- Date
- 1966-03-25
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9616703-9615320-9615420--4299-9615422- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Vientes, 25 de Marzo de 1966 SEMANA ISRAELITA Año XX VU. — 2ft> 2161 Nicht mit einem Wort (Schluss von Seite 1) gemeinen Verbote und War. nungen nicht mehr ale notwendig betrachtet zu werden brauchen“. — Dieses Vertrauen wurde öffentlich vom Episkopat zum Ausdruck gebracht, nachdem Hitler im Reichstag eine Rede gehalten hat und sich anschickte, schrittweise alle Parteien und politisch Andersdenkende zu eliminieren. Von der Aufhebung der Verbote bis zur Zusammenarbeit war nur ein kurzer Schritt, der von einigen Kirchenführern unmittelbar danach auch tatsächlich vollzogen wurde (vgl. Morsey, Die Zentrumspartei, Seite 370 und zahlreiche andere Quellen). Trotz allem wurden die Gewaltakte gegen katholische Organisationen fortgesetzt. Widerstand gegen den Hitler-Staat wurde damals wie auch in der Folgezeit von den Bischöfen ausdrücklich abgelehnt. Inzwischen war auch klar geworden, dass der Vatikan gegenüber dem neuen Regime in Deutschland keine feindliche Haltung annahm. Die katholische ,.Allgemeine Rundschau" folgerte schon im April 1933: „Die Bischöfe können nicht kämpfen, wenn Rom sich für den Frieden entschliesst." Bs sollte gamicht mehr lange dauern, bis auch die katholisehe Presse ausgeschaltet wurde. Am 11. April 1933, also wenige Tage nach der bischöflichen Erklärung über die gegen die NSDAP verhängten Verbote, gaben die Bischöfe der Kölner Kirchen. Provinz eine neue Erklärung ab, die mit einem von Kardinal Bertram an den Reichspräsidenten von Hindenburg gerichteten Brief-weitgehend übereinstimmt: „Erfüllt von heissester Liebe zu ihrem Vaterlande, dessen nationalen Aufstieg sie stets mit allen ihren Kräften fördern, sehen Dr. FREY ABOGADO PUEYRBEDON 2 ISO 1® izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REP ARATUBEN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T- E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L >erät Sie kostenlos and «verbindlich neim Kauf oder verkaul von 3ESCHAEFTEN WOHNUNGEN BABOSEEN VIRREY DEL PINO 22«2?. E. 73-7887 die Bischöfe mit tiefster Kümmernis und Sorge, wie die Tage nationaler Erhebung zugleich für viele treue Staatsbürger und darunter auch gewissenhafte Beamte Unverdientermassen Tage des schwersten und bittersten Leidens geworden sind“. Da diese Beschwerde nur knapp 14 Tage nach der versöhnenden Bischofserklärung erfolgte, kann man ermessen, was inzwischen geschehen war, um eine solche Kehrt- Wendung zu rechtfertigen. Aber auch diese Deklaration störte den späteden Abschluss des Konkordats nicht. Bei einer Begegnung eines Bischofs mit dem „Führer“ kam Hitler auf die Judenfrage zu sprechen, wie uns von diesem Bischof — es handelt sich um Bischof Wilhelm Beming, Ctenabriick — berichtet wurde. Hierbei unterstrich Hitler nach seiner Auffassung grundsätzliche Uebereinstimmung zwischen dem Nationalsozialismus und dem Katholizismus und betonte, dass die Kirche die Juden schon immer als Schädlinge betrachtet und sie ins Ghetto verbannt habe. Er selbst tue nur, was die Kirche schon seit 1500 Jahren getan habe... Dass der Bischof widersprochen oder irgendein Wort für die Juden eingelegt habe wird nicht mitgeteilt. Nur noch der Vollständigkeit halber sei darauf hingewiesen, dass Kardinal Bertram sich bei einem darauffolgenden Anlass bei Hitler mit einem Schreiben bedankte, dass die ernsten Bedenken des Episkopats durch die Kanzler-Erklärung vor dem Reichstag und durch das kürzliche Gespräch mit Bischof Beming Deseitigt worden seien, gerade jenes Gesprächs, in welchem Hitler seinen hasserfüllten, antijüdischen Gefühlen freien Lauf gegeben hatte... Aber auch die späteren Erklärungen Bertrams im Namen der Fuldaer Bischofskonferenz nach dem Abschluss des Konkordats konnten die antikatholischen Massnahmen der Hitlerregierung nicht aufhalten. Bertram hatte zwar seine „aufrichtige und freudige Bereitschaft ausgesprochen, mit bestem Können zusammen, zuarbeiten mit der jetzt waltenden Regierung" Kardinal Faulhaber war über den Abschluss des Konkordats so begeistert, dass er dem Kanzler Hitler einen handge- Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76 5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI KTJLTUSST1CKEREIEN Scha bbosdecker railißbeuteJ KäDDChen Mar zot-Tascöen Hand one Masehkjensückerei von Bett- und Hsenwäsche Dt. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 13-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 sch riebe nen Glückwunsch, brief übermittelte: „Was die alten Parlamente und Parteien in 60 Jahren nicht fertigbrachten, hat Ihr staatsmännjscher Weitblick in sechs Monaten weltgeschichtlich verwirklicht..." Faulhaber hat noch mitansehen dürfen, wohin der „staatsmännisehe Weitblick" Hitlers geführt hat. Wie schnell die NS-Regierung die katholischen Verbände, Organisationen und Presseorgane liquidierte, ohne sich im geringsten an die im Konkordat übernommenen Verpflichtungen zu halten, ist Geschichte geworden. Schon im Oktober 1933 berichtete der deutsche Botschafter im Vatikan, Diego von Bergen, Papst Pius XI. sei über die Verstösse der deutschen Regierung gegen das Konkordat bestürzt Nach von Bergen hatten die Bischöfe „mehr oder weniger zahlreiche bewegte Klagen" beim Papst vorgebracht und um energische Abstellung der Misstände gebeten. Gleichzeitig rieten sie allerdings zu einem „massiven Vorgehen". Während Papst Pius XI. über diese Entwicklung stark beunruhigt war, bezog der Staatssekretär der Kurie Pacelli — der spätere Papst Pius XU. — eine „realistische Haltung" und versuchte, den Papst von einem öffentlichen Protest abzuhalten, was vom Prälaten Kaas berichtet wurde. Immerhin wurde einem deutschen Unterhändler, der nach Rom gekommen war, um die Ausführungsbestimmungen des Konkordats zu besprechen, ein Memorandum übergeben, in dem es u. a. heisst: „Die bisherige Zurückhaides Heiligen Stuhs in der Oeffentlichkeit hat sowohl innerhalb Deutschlands als auch in der übrigen Welt die katholischen Gewissen teilweise zu Auffassungen und Urteilen — wenn auch ohne jede sachliche Berechtigung — gelangen lassen, die den Heiligen Stuhl im Interesse seiner Würde und der hohen moralischen Autorität seiner weltumspannenden Mission nicht gleichgültig lassen kön. nen“. — Sollten sich diese Zustände — Verletzungen des Konkordats — nicht bald ändern, so bliebe dem Vatikan keine andere Wahl, ais seine Kritik öffentlich bekannt zu geben. Gerade die Ausführungen in diesem Memorandum dürften für die hier zur Diskussion stehenden Frage von grosser Bedeutung sein: Warum hat der Papst geschwiegen, vor allem zu jener Zeit, als noch ganz andere Verbrechen von den Na zäs begangen worden sind als die Bestimmungen eines Konkordats zu verletzen Allerdings war zu dieser Zeit JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2637 4» B 46-1716 und 48 2124 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T.E. 78.4784 u. 76-2312 Rassenfanatiker m England London. — Studenten der Universität Manchester, die rassistischen Organisationen beigetreten sind, um Informationen über ihren Aktionsplan zu sammeln, behaupten in einem soeben veröffentlichten Bericht, dass die rassistischen Verbände in England sorgfältig organisiert und gut finanziert sind. Ihren Aussagen nach fiel es nicht schwer, die Verbindung mit einzelnen Personen und Organisationen aufzunehmen, was für eine systematische Planung und ausreichende Finanzierung durch eine relativ kleine Gruppe von Menschen zeugt. Die von den Studenten aufgenommenen Kontakte reichen von der „Gesellschaft für die Reinerhaltung der Rasse“ bis zur (antisemitischen) „Englischen Nationalpartei", zwischen denen zahlreiche kleine Grüppchen bestellen die alle ihre Propaganda gleichgestimmt haben.’ (ITA) der Papst Pius XI. nicht mehr am Leben. Interessant ist übrigens auch, dass von kirchlicher Seite nichts Entscheidendes geschah, als die Nazis zum offenen Angriff übergingen. Hatten vorher die Kirchenfürsten verboten, dass Katholiken der NSDAP angehören, ein Verbot, das dann später — wie hier dargestellt wurde — von der Bischofskonrerenz aufgehoben worden ist, so waren es nur wenige Monate nach der Machtergreifung und Wochen nach der Unterzeichnung des Konkordats die Nazis, die mit Verboten arbeiteten. Am 17. Juni 1933 war Baldur von Schirach zum Reichsjugendführer ernannt worden. Unmittelbar danach verbot er die gleichzeitige Zugehörig keit von Jugendlichen zur Hitlerjugend und zu katholischen Jugendverbänden. Die Bischofskonferenz unternahm ebenso wenig wie frü. her oder später eine energische Massnahme gegen diese einschneidende Bestimmung. Der Katholik Papen, der besondere Schützling des Vatikans, leitete sofort Schritte ein, die katholischen Jugendverbände geschlossen in die HJ einzugliedern... Zu heftigen Auseinandersetzungen führten allerdings die Theorien des späteren Reichsleiters Rosenberg, der mit seinem „Mythus des 20. Jahrhunderts" nicht nur ungeheuerliche Angriffe gegen das Judentum, sondern auch gegen die christlichen lehren lanziert hatte. Aber trotz der heftigen Abwehr des .Mythus" setzten die deutschen Bischöfe auch noch 1935 ihre Bemühungen um Zusammenarbeit mit den Nazis fort. Kardinal Bertram erinnerte in einem Schreiben, das erhalten geblieben ist, seine Geistlichen daran dass die Kirche schon immer die Werte von Rasse, Blut und Boden als köstliche Gaben anerkannt habe, die durch das Christentum eine besondere Weihe enthalten hätten. & ging sogar so weit zu schreiben, dass viele nationalsozialistische Ideen bereits in der ka- Dr. B. Schwarc7 ZAHNARZT ETSOMBA 228 3 T. E. 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE Vom Urlaub zurück Prov. Telefonnummer: 76-0281 BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 tholischen Lehre enthalten seien (!). — Dennoch war Kardinal Ber tram noch zurückhaltend in solchen Aeusserungen, wenn man die Erklärungen anderer katholischer Geistlicher aus dieser Zeit liest, die offene Nazis waren, wovon Kardinal Bertram sehr weit entfernt war. Im Juni 1936 besuchte Bischof Beming, der Mitglied des preussischen Staatsrats war, einige Konzentrationslager, die er laut Bericht der Kölnischen Volkszeitung lobte (!). Pater Friedrich Mukkermanns Wochenzeitung „Der deutsche Weg“, die in Holland erschien, kommen- LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000,— jährl. tierte diese Besuche, nachdem sie sich vergewissert hatte, ob sie wirklich statt« gefunden hätten, mit fob« genden Worten j „Wir steheü vor der erschütternden Wahrheit, dass das einzige Wort, das ein deutscher Bischof bis auf den heutigen Tag in der Oeffentlichkeit zu der Bar. barei der Konzentrationslager gesagt hat, ein Wort der Verherrlichung Adolf Hitlers und eines Systems ist mit allen diesen Barbareien*. — Nicht mit einer Silbe wufc de von den Juden, geschweige denn für die Juden gesprochen, deren Verfolgung, Entrechtung und Vertreibung bereits unmittelbar nach der Machtergreifung begonnen hatte. (Wird fortgesetzt) CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. Blumenfeld (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES — FRACTURAS I. E. URIBÜRU 285 41 2331 47.5875 2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 a. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden. Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. FOSE HERNANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 KLEIN Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag voo 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542