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Jüdische Wochenschau · 1966-03-18 · 2160 (18.3.1966) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2160 (18.3.1966)
Date
1966-03-18
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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9 — Viemea, 18 de Mario 4« 1966 SEMANA ISRAELITA Año XXVII. N« 2160 Eine Veroeffentlichung (Schluss von Seit« 1) Christi der ganaen Menschheit zusprach. Dass sich das II. Vatikanische Konzil zu einer solchen Erklärung nicht entschliessen konnte, die mit aller Klarheit diesen Vorwurf gegen ,.die Juden'“ beseitigt, ist bekannt. Aber auch die vorliegende , Juden - Erklärung“ ist in weiten Kreisen der Katholischen Kirche nach der Beeildigung des Konzils auf einen heftigen, wachsenden Widerstand gestossen. Zunächst nicht offen wurden Anklagen gegen die Juden erhoben, die eine solche Erklärung ..erzwungen“ hätten, die diese Diskussion in die kirchlichen Reihen hineingetragen haben würden die an solcher „Freisprechung“ interessiert seien. Man scheute sogar nicht davor zurück, einige Persönlichkeiten der christlichen Hierarchie einer ungerechtfertigten Judenfreundschaft zu zeihen, als ob es ein Verbrechen wäre, einer historischen Wahrheit endlich nach zwei Jahrtausenden. der grausamsten und willkürlichen Verfolgungen, zum Sieg« zu verhelfen. So stehen wir heute vor einer merkwürdigen Entwicklung, die in ihrem Ergebnis zum Gegenteil dessen führen kann, was vom Papst Johann XXIII geplant worden ist und von Männern wie Bea gewollt wurde: ein neuer kirchlicher Antisemitismus macht sich vielerorts bemerkbar. der umso schärfere Formen anzunehmen droht, als die Diskussion in den kirchlichen Kreisen über diese Fragen an Heftigkeit zunimmt und zu Auseinandersetzungen über andere Probleme und Beschlüsse des Konzils geführt hat Man konnte Anzeichen einer solchen antijüdischen Haltung auch bei der De bat- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 806930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. »erät Sie kostenlos and inverbindlicb heim Kauf oder Verkaul von TESCHAEFTEN WOHNUNGEN BABOSEEN VIRREY DEl PINO ¿262 T. E. 13-7887 te über das Drama des deutschen, evangelischen Dichters Hochhuth ,,Der Stellvertreter“ beobachten, in deren Verlauf ,,die Juden“ von interessierten Kreisen apostrophiert worden sind, von denen man erwarten müsse, dass sie sich gegen die Auffassungen Hochhuths stellen sollten. Die von Hochnuth aufgeworfene Frage ist klar und eindeutig: Warum hat der Papst als Stellvertreter Gottes auf Erden angesichts der an den Juden begangenen Massenmorde durch die Nazis geschwiegen? Da« und nur das ist das Thema, das Hochhuth in seinem Theaterstück behandelt. Aus welchen Gründen die Juden die Antwort auf diese Frage geben sollen, ist nicht klar. Man beruft sich darauf. dass der Papst den Juden Roms geholfen und an deren bedrängten Judenheiten beigestandeu habe, was von der früheren israelischen Aussenminister Frau Golda Meir dankbar anerkannt worden sei. Wenn man sich auf Frau Golda Meir als Sprecherin des jüdischen Volkes beruft ist es überraschend, dass man heute nochmals eine Wiederholung des Dankes erwartet, der allerdings bei aller Achtung vor den historischen Tatsachen keine Stellungnahme oder Antwort auf die von Hochhuth — und nicht nur von ihm — aufgeworfene Frage umschliesst. Im übrigen haben die jüdischen verantwortlichen Stellen mit Recht Zurückhaltung bewahrt, wo es sich um historisch-wissenschaftliche Fest. Stellungen und nicht um politische Deklarationen handelt. Bis heute waren die Quellen zur Erforschung dieser jüngsten Vergangenheit und die Archive des Vatikans den Historikern nicht zugänglich die ihre Arbeit allein auf andere, meist deutsche Quellen, stützen mussten Jetzt hat der Vatikan mit der Publi- Die Administration de- Jüdischen Wochenschau bittet Herrn IGNACIO LAUBER früher Sturiza 522, Olivos um Angabe der neuen Adresse unter Tel 83-26L3 zwceks Weiter lief erung der Zeitung. Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IK 'HREM HAUSE T. E. 76 5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI KtILTUSSTICKEREIEN Sc ha bbosdeeker TalJifibeutel Käppchen Mar zot-Tascben Handano Maschmenstickerel von ßett- und rtscnwäsche Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr Bebed wo) T. E Í3*'155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76 0286 73-1049 kation des Materials aus der fraglichen Zeit begonnen. Wie mitgeteilt wurde, ist vor wenigen Tagen ein zweiter Band von der Kirche veröf fentlicht worden, der im wesentlichen 124 päpstliche Schreiben an deutsche Bischöfe enthält (Briefe des Papstes Pius XII. an die deutschen Bischöfe aus der Zeit von 1939 bis 1944). — Der Inhalt dieser Schreiben ist bisher nur zusammengefasst bekannt gemacht worden. Die Mehrheit der Briefe ist an den Kardinal Adolf Bertram (Breslau), den Vorsitzenden der Fuldaer Bischofskonferenz, gerichtet, dessen Haltung, Stellungnahme und Politik ebenso wie die des gesamten deutschen Episkopats bereits erforscht war. Die 124 päpstlichen Briefe können auch nicht für sich betrach, tet werden, sondern sind im Gesamtzusammenhang mit der Politik der deutscher- Bischöfe gegenüber der nationalsozialistischen Bewegung und späteren NS-Regierung zu verstehen. Dass diese Politik nicht selbstständig festgelegt wurde, sondern weitgehend vom Heiligen Stuhl mitbestimt worden ist, ergibt sich aus den jetzt veröffentlichten Briefen. Im übrigen muss man be. rücksichtigen das« die Kurie über die Verhältnisse die politischen Kräfte und die Entwicklung in Deutschland schon aus dem Grunde besonders gut informiert war, weil der spätere Papst Pius XII. apostolischer Nuntius in Deutschland gewesen ist, bevor er zum Staatssekretär des Papstes Pius XI. ernannt worden ist, dessen Nachfolger er dann wurde. Kardinal Bertram, an den die meisten der jetzt veröffentlichten Papst-Schreiben gerichtet sind, war übrigens der erste der gegen die nazistischen Irrlehren öffentlich Stellung nahm. Ende 1930 also mehr als zwei Jahre vor der Machtergreifung Hitlers erliess er eine viel beachtete Erklärung, in der er vor einer einseitigen Glorifizierung der nordischen Rasse und vor der Verachtung der göttlichen Offenbarung warnte, wie man sie in zunehmendem Masse in Deutschland lehren würde. Er wandte sich insbesondere gegen den Begriff eines „positiven Christentums“, der zweideutig sei und keinen Katholiken befriedigen würde, weil jeder darunter verstehen kann was ihm beliebt. Der Nationalismus, so schrieb Kardinal Bertram, habe durchaus seine Berechtigung, aber ein fanatischer Nationalismus müsse unvermeidlich zu gegenseitigem Hass und zu einer Anbetung des Begriffes „Rasse“ führen. Das könne Abkommen in Paris Tel Aviv. — Der israelische Verteidigungsminister gab bekannt, dass er in Paris einen Vertrag geschlossen habe, der Israel Alleinrechte für die Produktions von gewissen Maschinen, Instrumenten und Zubehörteilen für die wichtigsten französischen Industrien einräumt. Diese Produkte werden, wie es heisst, 25 % des Aufwands für die kürzlichen Lieferungen aus Frankreich decken. Vordem hatte die in israelischen Werkstätten durchgeführte technische Kontrolle französischer Flugzeuge und Maschinen nur einen Teil dieser Kosten ausgleichen können. — (ITA) die Kirche niemals billigen. Wörtlich heisst es dann: „Es handelt sich da nicht mehr um rein politische Fragen sondern um ein religiöses Wahngebilde, da« mit aller Festigkeit bekämpft werden muss.“ Uebrigens wurde damals den Katholiken untersagt, Mitglieder der NSDAP zu sein. Aber die Haltung änderte sich, als die Nazis an die Macht gekommen waren. Aus .politischen“ Erwägungen wich man von der klaren Linie ab. Kardinal Bertram richtete im Februar 1933 einen Brief an die Mitglieder der Fuldaer Bischofskonferenz mit dem Vorschlag, vor den Wahlen 1933 eine Erklärung folgenden Inhalts in Form eines Hirtenbriefes zu erlassen: „So wenig angenehm es ist, zu den politischen Wahlen Hirtenworte zu veröffentlichen, sprechen doch ernste Gründe dafür, in ähnlicher Weise, wie es bei mehreren Wahlgelegenheiten geschehen ist und gute Aufnahme in den treuesten Teilen des katholischen Volkes gefun. den hat, auch bei den bevorstehenden Wahlen der Erwartung zu entsprechen die gegenüber der Gottlosenbewegung, der Kulturkampfgefahr und gegenüber den Ter. ror- und Täuschungsversuchen wohl im Volke bestehen wird.“ — Tatsächlich wurde eine ähnliche Erklärung von den Bischöfen erlassen, in der die Gläubigen aufgefordert wurden, Vertreter zu wählen, „deren Charakter und erprobte Haltung““ Zeugnis von ihrem Eintreten für die Rechte der Kirche geben. Man solle sich hüten vor „Agitatoren und Parteien, die des Vertrauens des katholischen Volkes nicht würdig sind.“ Diese Erklärung wurde wegen ihrer unklaren Formulierungen von katholischen Nationalsozialisten zu propagandistischen Zwecken aus- JAC0B LAPIDUS dipl. Möbel NEUE 4DRESSE VIAMONTE 2937 4p B 46-1716 und 655-0297 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 LE. 78-4784 u. 76-2312 Dr. B, Sdiwarcr ZAHNARZT ETSOMBA 2 2 8 3 T. E. 52.8214 RAYOS X PARADENTOSE Vom Urlaub zurück Prov. Telefonnummer: 76 0281 BERNAR00 STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN genutzt, weil die traditionellen katholischen Parteien nicht ausdrücklich erwähnt worden waren. Eine Gruppe in Koblenz dankte ihrem Bischof Bornewasser dafür, dass er die Zentrumspartei nicht unterstützt habe... und die Wahl katholischer Nationalsozialisten empfehle, denn nur sie seien wahrhafte Verteidiger der Kirche. (Zitiert nach Prof. Günter Lewv, Die Katholische Kirche und das Dritte Reich). — Dennoch blieb die Haltung des Kardinals Bertram zunächst fest. In einem Brief vom 19. März 1933 richtete der Kardinal eine Anfrage an die Mitglieder der Bischofskonferenz, ob eine Ueberprüfung des kirchlichen Standpunktes gegenüber dem Nationalsozialismus wirklich erforderlich sei. In diesem Schreiben machte Bertram von einem Besuch Papens bei ihm Mitteilung, der ihn gefragt habe, ob die Kirche nicht ihre Haltung zum Nationalsozialismus revidieren wolle. Bertram antwortete: „Ich wies darauf hin: wer revidieren muss, ist der Führer der Nationalsozialisten selbst... “ In der weiteren Entwicklung sollte auch Kardinal Bertram den angeblichen Notwendigkeiten der Stunde weichen, was in einem weiteren Artikel zur Darstellung gelangen soll. Wir werden sehen, wie das deutsche Episkopat, von vereinzelten per- U SUMIA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. 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UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES — FRACTURAS J. E. ÜRIBURU 285 41 2331 — 2240 47-5875 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLÜNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERN ANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 KLEIN Magen- und Darmkrankheiten Roentgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag von 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9433 u. 44-1542

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