Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2159 (11.3.1966)
- Date
- 1966-03-11
- Page
- [Seite 3] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 11 de Mano de 1966 SEMANA ISRAELITA Año XXVII. — X* 2191 — 3 Ion Israels Flugwesen '• Im Jahre 1936 installierte die englische Mandatsregierung den Flugplatz Lydda <Lod). Während des Weltkrieges war er Zentrum einer Reihe strategisch wichtiger Fluglinien. 1945 wurde die Zivilluftfahrt wieder aufge. nommen. Bis zum 24. April 1948 war Lod die einzige Stelle, wo Juden, Araber und Engländer gemeinsam arbeiteten. An eben diesem Tage musste die Hagana die jüdischen Angestellten und Arbeiter von ihren Plätzen entfernen, da der Flugplatz von den Engländern den Arabern überlassen worden war. Am 7. Oktober vertrieb sie die Hagana und nahm die Gebäude, Anlagen und die Ausrüstung wieder in Besitz. Sechs Wochen später nahmen die Israelis den Zivilflugdienst wieder auf. Im Jahre 1949 war zum ersten Mal ein Flugzeug der „El Al“ eu sehen. Es kann uns nicht überraschen, dass Mitglieder der Hagana bereits im Jahre 1921 Mittel und Wege gesucht hatten, einen Luftverkehr im Lande zu schaffen. Die treibende Kraft hierbei war Israel Schochat, der Gründer und Führer des „Haschomer“, und zu späterer Zeit Advokat und Askan in Tel Aviv (1886—1961). Den ungewöhnlichen Verlauf seiner Bemühungen schildert er in seinen Erinnerungen, aus denen das Wichtigste hier berichtet sei. Zuerst bat Schochat den Advokaten und englischen von SIEGFRIED BRAUN Zionisten Harry Sacher, von der zuständigen Mandatsbehörde die Genehmigung zur Bildung einer Privatflugvereinigung zu erlangen. Mit Rücksicht auf die besondere Stellung Palästinas im Gefüge der Nationen erfolgte die Ablehnung des Gesuches Schochat richtete sein Augenmerk in den kommenden Jahren auf die Errichtung einer Pilotenschule. Er reiste 1924 nach Paris, um die Verbindung mit den für die Fliegerausbildungs - Institutionen zuständigen Stellen aufzunehmen. Dabei war ihm der Professor für Zahnheilkunde an der Sorbonne Dr. Krischewsky behilflich, in dessen Hause Minister und andere hohe Beamte verkehrten, unter anderen auch Leon Blum, der Vorsitzende der sozialistischen Fraktion in der Abgeordnetenkammer und spätere Ministerpräsident (1872—1950). Gerade diesen einflussreichen Politi. ker für seine Pläne zu gewinnen, erachtete Schochat als ausschlaggebend Nicht nur Prof. Krischewsky, sondern auch Dr. Victor Jacobsohn, der Vertreter der Zionistischen Organisation beim Völkerbund, suchte, ein Treffen Blums und Schochats zu arrangieren. Es gelang ihnen trotz der Ueberlastung Leon Blums mit Arbeit, und bald durfte Schochat in Blums Parlamentszimmer sein Anliegen Vorbringen. ALFREDO STERN MALERARBEITEN IMITACIONES DÉ MADERAS MANDONGO PATINADO Y HELADERAS Neue Adresse: VIDAL 1575 fast Ecke PINO Tel: 76—9088 Depósito: V. DE LA PLAZA 1779 Teppichhaus - M. 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Aber ich rate Ihnen, diese Kandidaten für eine Weile nach dem Libanon zu schicken, wo sie dann später die französische Staatsbürgerschaft erwerben können. Danach gibt es einen Weg, ihnen den Eintritt in eine Pilotenschule hier zu ermöglichen.“ Schochat verliess Blum voller Hoffnungen. Und sogleich ging er mit Prof. Krischewsky an die Konstituierung einer Kommission zur Beschaffung der erforderlichen Gelder und zur Förderung der Angelegenheit. Mitglieder der Kommission wurden u. a.: Leon Blum, De Monzie, Edmond Fleg, Schriftsteller, Narcisse Leven, Rechtsanwalt und Philanthrop, Mitbegründer der Alliance Israélite Universelle und erster Präsident der ICA, Oberrabbiner Zadoc Kahn und Prof. Krischewsky als Hauptarbeitskraft. Schochat kehrte bald nach Palästina zurück und wählte die Kandidaten aus. Doch bald schon erreichte ihn die Nachricht aus Paris, die Kommission habe sich aufgelöst, noch ehe sie ihre Arbeit begonnen hatte; die Regierung habe wegen möglicher Konflikte mit England ihre Ablehnung kundgegeben. * * » Ein halbes Jahr später war bei Israel Schoohat der Plan gereift, sein Glück in Sowjetrussland zu versuchen. Er überhaupt mit den dort massgeblichen Instanzen in persönliche Verbindung zu kommen. Erst Ende 1924 machte er sich auf den Weg, zuerst nach Berlin, wo der gestürzte Min isterpräsident Kerensky Asyl gefunden hatte. (Er lebte abwechselnd in Deutschland, Australien, Nordamerika, Frankreich und zuletzt in Westdeutsch, land). Als Mittelsmann gewann Schochat Prof. Albert Einstein, der mit Kerensky befreundet war. Ihm legte er seine Gedanken dar; er wolle im Interesse seines Landes die politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zustände in der Sowjetrepublik kenner.lernen, nebenher aber auch versuchen, das Interesse für ein in Palästina zu schaffendes jüdisches Flugwesen zu wekken. Einstein versprach, Schochat bei Kerensky einzuführen. Die Begegnung kam zustande und dauerte statt der von Kerensky zugebilligten zwanzig Minuten zweieinhalb Stunden. Das Ergebnis der Aussprache war das Versprechen, sich um die Bewilligung der Einreiseerlaubnis zu bemühen. Es dauerte freilich ein volles Jahr, bis Schochat das Visum in Händen hatte und die lange Reise angetreten werden durfte. Vorher aber, nach seiner Rückkehr aus Berlin, erhielt Schoohat von der Jewish Agency mancherlei Aufträge, über deren Inhalt man ihm zum Schweigen verpflichte, te. Es wurden ihm noch zwei Delegierte zugesellt, ein jeder mit besonderen Anweisungen und Visen versehen. Sie bereiteten Schochat bittere Enttäuschungen. Der eine — das mag hier eingeschaltet sein — verliess die Delegation nach wenigen Tagen in Moskau, liess sich als Medizinstudent an der Universität einsohreiben und kehrte nicht mehr nach Palästina zurück; der zweite begann im geheimen mit der antizionistischen Jewsekcia zu verhandeln, kehrte dann nach Palästina zurück, agitierte unter seinen Chawerim gegen den Zionismus und brachte es fertig, 60 junge Kameraden dem Lande abspenstig zu machen und mit ihnen nach Russland zu gehen. Ein drittel der bereits vor den Delegierten auf eigene Faust nach Moskau gereist war, trat, da er seinen russischen Pass noch verwahrt hatte, in ein Fliegerregiment ein und wurde Offizier. Ihn traf Schochat in Moskau und musste von ihm hören, Russland „sei der einzige Staat, in dem es zu leben möglich sei -. Der Delegation wurde in Moskau ein besonders freund, licher Empfang bereitet. Hohe Beamte nahmen sich ihrer an; man gestattete ihnen, sich frei zu bewegen und den Besuch aller möglichen Institutionen. Zu den einflussreichsten Persönlichkeiten, in deren Amtsräumen die Fäden der kommunistischen Parteien aus aller Welt zusammenliefen, gehörte Triliser, mit dem Schochat häufiger Aussprachen hatte. Als er den rechten Augenblick für günstig erachtete, trug Schochat ihm die Bitte vor, einer Anzahl Flugschüler aus Palästina den Eintritt in eine der Pilotenschulen möglich zu machen. Triliser erklärte sich einverstanden un. ter der Bedingung, dass nicht eine Gruppe als solche, sondern nur die Einzelnen als Kandidaten vorerst eingehend nach allen Seiten hin geprüft werden müssten, um dann zu entscheiden, ob sie aufgenommen werden könnten. Schochat möge ihm eine Liste mit den erforderlichen Angaben einreichen. Die An- "filffffifjtlfi* •"öllir' LA SEMANA ISRAELITA SEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1» izq. - T.E. 83-2613 19. Adar 5726 11. Marz 1966 Triliser hatte Schochat empfohlen, zwei Jahre in Russland zu bleiben, um alle Sowjetmassnahmen gründlich studieren zu können. Es hielt ihn aber nur noch einige Monate in Russland, dann reiste er tief beeindruckt nach Palästina zurück. Mit den Vorschlägen Tilisers freilich war vorerst kaum etwas Praktisches anzufangen; denn di? Mandatsbehörden überwachten jeden Schritt, namentlich das Verhalten der jungen jüdischen Generation im Jischuw. Eines schien Schochat wichtig zu sein: nicht gleich Grossem nachzujagen, sondern bescheiden zu beginnen. Nach verschiedenen vergeblichen Versuchen wurde schliesslich im Jahre 1933 die Erlaubnis zur Bildung eines Initiativausschusses, aus Juden, Engländern und Arabern bestehend, erlangt, der eine Vereinigung von Fliegerklubs ins Leben rufen sollte. Als der Bürgermeister von Jaffa es ablehnte neben Dizengoff das Ehrenpräsidium zu übernehmen, fand die Kooperation mit den Arabern ein rasches Ende. Erst 1935 entstanden drei rein jüdische Klubs, und zwar im Emek Hajarden, im Emek Jisreel und in Haifa. Sie wurden später auf Wunsch der Jewish Agency vereinigt. Anlässlich der Maccabiade kamen Flieger aus Polen ins Land und brachten Segelflugzeuge als Geschenk mit. Bald fanden sich auch zwei versierte Lehrer, und 1937 begannen die Lehrkurse in einer bescheiden ausgestatteten Fliegerschule bei Afikim. Erhalten wurde sie von dem Klub (Moadon Erez Jisraeli) sowie von der Gesell, schaft ..Awiron“, welche von der Jewish Agency und der Histadruth ins Leben gerufen worden war. Hunderte von jungen Menschen wurden ausgebildet, alles entwickelte sie]! gut bis der Weltkrieg ausbrach und dem mit so viel Mühe geschaffenen ITn. Vorermittlungen Frankfurt a.M. — Die Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg führt noch Vor«; ermittlungen in 63 Verfallj ren. Wie aus einem Tätig- I keitsbericht hervorgeht, hat j die Zentralstelle in der Zeit \ vom 1. August 1964 bis 31. | Juli 1965 insgesamt 44 Vorermittlungsverfahren eingelei- I tet. Damit hat sich die Gesamtzahl der seit Errichtung der Zentralstelle anhängig gewordenen Vorermittlungsverfahren auf insgesamt 732 erhöht. Von diesen Verfahren sind bis Ende Juli 1965 575 Verfahren durch Abgabe an die zuständigen Staatsanwaltschaften und 94 durch Verbindung mit anderen Strafsachen erledigt worden. MOEBELHAUS WATERMANN Das Hans der 3 Geschäf te mit der grösste* Answahl. SARGENTO 1147 T. E 35 1033 CABILDO 2614 Ende bereitete. PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato Eigene Werkstätten. Zahlungserleichterungen Mb -1 - •- -*- ISRAEL-BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEU AUS. GABEN ZUM OFFIZIELLEN KURS AGENCIA FILATELICA OFICIAL DEL ESTADO DE ISRAEL VIAMONTE 550,1, B — Bs. Aires, Rep. Argentina ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL ► i Dr, Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ALLE ENTSCHAEDIGUNGSFRAGEN Wiedergutmachung Lastenausgleich Rückerstattung BUEROSTUNDEN: DIENSTAG, MITTWOCH und FREITAG von 16—18 Uhr T. E.: 83 - 2613 ★ Dr, Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltungen - Miets-, Zivil* und Handelssachen T. E. 80 - (930 PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HER AS