Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2158 (4.3.1966)
- Date
- 1966-03-04
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, 4 de Marzo de 1966 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXVII. — N<? 2158 reignisse der Die Ferien gehen zu Ende Wie dies allgemein in Argentinien üblic hist, ruht in den heissen Monaten die regsame Arbeit unserer Gemeinden und Organisationen, aber nicht etwa allein im Kreis der aus Zentraleuropa gekommenen Juden sondern überall. Aber man darf sagen, dass die Sommerzeit nicht ohne jede Initiative verstrichen ist. Man darf sogar verzeichnen, dass mit den zwischen den Gemeinden Nueva Comunidad Israelita und Bet Israel aufgenommenen Besprechungen über die Zusammenlegung ihrer Tätigkeiten zunächst auf einigen Arbeitsgebieten ein äusserst wichtiger Schritt eingeleitet worder ist, der — wie man allgemein erwartet — zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen wird. Seit Jahren war man in weiten Kreiseider Auffassung. dass die Arbeit der Gemeinden und Organisationen eine Vereinheitlichung erfahren sollte, die zu einer Intensivierung und Vertiefung aber auch zu einer Verbrei. terung der Tätigkeiten fiih ren müsste. Von dieser Erkenntnis zur Verwirklichung ist allerdings ein weiter Weg. da verschiedene Schwierigkeiten sachlicher, aber auch persönlicher Natur überwunden werden mussten. Wenn der gute Willen vorhanden ist, findet man auch den rechter Weg. Und der rute Willen ist zweifellos da. sodass man damit rechnen darf dass auch konkrete Resultate erzielt werden. — In der Centra haben sich vor etwa zehn Jahren die aus Mitteleuropa nach Lateinamerika gekommenen Juden und .hre Organisationen ein Instrument zur crpm»Den Beratung und zur gemeinsamen Arbeit geschaffen. Die I-ao-e ¡n Buenos Aires war immer eir>e besondere die sich wesentlich i-on -ier in ande ren Gemeinden schon deswe- Von Gerlach zum Gedenken K. K. G.: — Am 2. Februar 1966 wäre Hellmut von Gerlach hundert Jahrt alt geworden. All den Ueberlebenden der Weimarer Jahre bleibt dieser edle Ritter mit der Feder unvergesslich. Hellmut von Gerlach, auf aem ,,Schloss“ Möncnmotsehelnitz in Schlesien geboren, cat wie er später berichtete, ganz natürlich zunächst sich auf der Rechten politisch betätigt, ja war ein ..Antisemit“ ein Anhänger des sozialer. Programms des Hofpredigers Stök. ker, bis er etwa um die Jahrhundertwende seinen An Schluss an die Demokratische Vereinigung fand und 1903 einen Antisemiten in einem thüringischen Wahlkreis besiegte. Hellmut von Gerlach hatte sich 1892 von seiner Familie unabhängig gemacht. Er wurde Journalist und damit frei. ..Journalist Kann man nicht lernen, wohl kann ein Journalist lernen“ schrieb er in seinen .Erinnerungen eines Junkers“, der den Weg von rechts nach links fand. Er spielte tine wesentliche Rolle in den pazifistischen Organisationen wie Deutsche Friedensgesellschaft una Deutsche Liga für Menschenrechte, im von Ossietzky begründeten Aktionsausschuss ,,Nie-wieder-Krieg“ aber am bekanntesten wurde er wohl durch seine Artikel in der Welt am Montag Zehntausende Berliner warteten sehnsüchtig darauf seine kurzen, geschliffenen Sätze, seine Apercus, seine unwiderstehliche Logik zu verschlingen Der ehemahge Reichswehrminister Otto Gessler sah in Gerlach seinen Hauptgegner, und noch 1955 greift er n seinen Memoiren diesen Junker an, als ob es einen Hitler und eine deutsche Tragödie nicht gegeben hätte. Hellmut von Gerlach war für uns Junge der Lehrmeister. Carl von Ossietzky hielt Ihm die Treue und Freundschaft. obwohl beide politisch differierten. ES war Hellmut von Gerlach, der während der siebenmonatigen Haft Ossietzkys sein Treuhänder in der „Weltbühne“ war Es war Hellmut von Gerlach der mit einer kleinen Gruppe von Emigranten die Nobelpreiskampagne für Ossietzy initiierte und betrieb und der leider am 1. August 1935 in Paris starb, als diese noch .licht gewonnen war. Auf seinem Sarge lag ein Kranz, aus Eichenzwe-gen gebunden. Dieser wurde ihm von zwei Deutschen nachgetragen. die ihn mit Gefahr ihres Lebens übei die Grenze gebracht hatten. Gerlach war ein Bannerträger für die Ideen der Menschlichkeit und des Friedens. gen unterschied, weil wir mer keine einheitliche Gemeinde natten. aus ¿cekneu Gründen dies dei Fall war, ist schon „Geschichte“ geworden. Die Irrtümer liegen in der „Gründerzeit“, in jenen Anfangsjahren der Immigra tion, die hier zur Scnafiung vieler Gemeinden führten. Aber auch das hat seine Erklärung. Denn die Zahl der hier eingewanderten Juden unseres Sektors war erheblich grösser als anderwärts: auch ihre geographiscne Verteilung in der Riesenstadt. Buenos Aires spielte eine gewisse, wenn auch nicht den Ausschlag gebende Rolle. Versuche und Aussichten Angeiegt durch die Erfolge dei CfmiRA hatten sich Die oonaerenser Oigamsauonen und Gemeinden die dei Centra angescmossen sino zu einer Arbeitgemeinscnait zusammengesehiossen in der sich einige führende Persönlichkeiten unseres Kreises unter dem Vorsitz von Herrn Curt Braun für eine Verein, heitlicnung der Arbeit einsetzten. Aber die damals obwaltend* n Umstände liessen die Bemühungen nicht zu einem bleibenden Erfolg gedeihen. Was blieb, war die Tatsache, dass ein Anfang gemacht war. Damit ruhte dieser Gedanke niemals mehr vollständig, una immer wieder wurden Ansätze zu einer Vereinheitlichung unternommen, die schliesslich zu einem permanenten Centra- Comité in Buenos Aires führten. das im letzten Jahr mit einem gewissen Erfolg ein Seminar für die Zweite Generation durchführte und damit bewies dass eine ge. meinsame Arbeit trotz vor handener Gegensätze möglich ist. Interessant ist dass trotz aller Meinungsverschiedenheiten und sonstigen Schwie. rigkeiten seif 18 Jahren das Zentraleuropäische Comité des Keren Hajessod Finheitskampagne. erfolgreich arbeitet, und dass alle unsere Organisationen und Gemeinden in diesem Comité ausnahmslos und harmonisch den Aufgaben gerecht zu werden bemüht sind, die diesem Comité gestellt sind. Ohne Frage hat der Erfolg dieses Comités aazu beigetra. gen, den Gedanken einer Marlene Dietrich in Israel Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten Essays. — Nr 55: JOVCE CARY' Spiel ohne Ehre, Roman. Nr 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval Merkwürdi ge Rechtsfäll.e Nr 57/58/59- GERALD REITUNGER: Ausrottung der Juden Europas 1939—1945. Nr 60: MARQUIS DE SADE: Die Kastanienblüte uno andere Erzählungen. Nr 61: DIE SIEBEN TODSUENDEN — Vierzehn Essays Nr 63: ELIA KAZAN: Amerika — Amerika Roman Nr 64/65- HORST LANGE: Schwarze Weide Nr 66 GEORGES BERNANOS: Eän böser rraum Nr. 67: LEONHARD FRANK: Das Ochsenfurter Man nerquartett Es kosten: Eicfachband DM 2.50; Doppelband DM 3,80; Dreifaehband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München Marlene Dietrich besuchte mit einem Orchester Israel und ist in Tel Aviv, Jerusalem, Haifa und im Amphitheater des Kibbuz Ein Geb am Kinneretsee aufgetreten. Die Premiere des Gastspiels der bekannten Künstlerin fand un Mann-Auditorium in Tel Aviv statt. Miriam Eshkol, die Gattin des Ministerpraesidenten hatte das Protektorat für die Veranstaltung übernommen. Der Reiner ös dieser Premiere soll Invaliden helfen, in praktischen Berufen eingegliedert zu werden. Unser Bild zeigt Marlene Dietrich, die zum ersten Mal im Sommer 1960 in Israel auftrat, bei einem Besuch im Kinderdorf Ben-Schemen, (Foto: Jewish Agency, Jerusalem) weitergehenden Zusammenarbeit zu fördern. Man darf heute der begründeten Hoffnung Ausdruck geben, dass die Kooperation auf vieler Arbeitsgebieten die Leistungsfähigkeit und damit auch den Erfolg unserer kollektiven Tätigkeit steigern wird. Centra-Seminar Heute beendet die Centra ihr 8. Campamento-Seminario Continental in Piriapolis an dem 47 Jugendliche teilnahmen. Diese Lager-Seminare dienen dem Zweck Jugendliche zu schulen, die dann ihrerseits in der Jugendarbeit der Gemeinden und Organisationen eingesetzt werden können. Auf den verschiedenen Wissensgebieten hielten berufene Experten Vorträge und Kurse, die jüdischen und allge- ( Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) ALFRED BOENIGER und Frau ANITA geb. KAHN zeigen hocherfreut die Geburt ihrer Tochter S0NIA BEATRIZ an. Nahuel Huapi 2931, dep. 3 Biblioteca Ciencia e Historia de las Religiones dirigida por MARSHALL T. MEYER G. STEPHEN SPINKS: Introducción a la Psicología de la Religión. uEO BAECK: Lo esencia del Judaismo (Wesen des ludentums) Grandes Epocas é Ideas del Pueblo Judío L IEJEZKEL KAUFMANN: Lo Epoca bíblica EL RALPH MARCUS: La Epoca Helenística HE GERSON D COHEN: La Epoca Talmúdica IV. ABRAHAH S. HALKIN: La Epoca Judeo. Islámica V CECIL ROTH: La Epoca Europea VI. SALO W. BARON: La Epoca Moderna Editorial Paidos Buenos Aires Für die anlässlich der BARMIZWAH unseres Sohnes ALBERTO so zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten, danken wir allen Freunden und Bekannten aufs herzlichste. HORST SPANGENTHAL und Frau CLOTILDE geb. SCHUSTER Pasaje Prometeo 3145 dep. 2 WOLFGANG HEIMANN EVA HEIMANN geb. HERZBERG VERMAEHLTE Die Trauung findet s.G.w. am Sonnabend, den 12. Maerz 1966, um 21 Uhr 30 in der Synagoge Achduth Jisroel, Moldes 2449 statt. Manuela Pedraza 2448 F. Lacroze 2274, 4° B Buenos Aires LUACH — (KALENDER) Freitag, den 4. März 12. Adar Sonnabend, den 5. März 13. Adar Schabbat TEZAWEH — Haft.: 1. Buch Samuel, Kap. 16 Erew Purim Sonntag, den 6. März 14. Adar PURIM Montag, den 7. März 15. Adar Schuschan Purim Dienstag, den 8. Mai*. 16. Adar Mittwoch, den 9. März 17. Adar Donnerstag, den 10. März 18. Adar Freitag, den 11. März 19. Adar Sonnabend, den 12 März 20. Adar Schabbat KI SSISSA — Schabbat PARA Haftaia: Jecheskiel, Kap. 36 Sonntag, den 13. März Montag, den 14. März Dienstag, den 15. März Mittwoch, den 16. März Donnerstag, den 17. März Freitag, den 18. März 21. Adar 22. Adar 23. Adar 24. Adar 25. Adar 26. Adar