Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2158 (4.3.1966)
- Date
- 1966-03-04
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Aiö» XXVII. — Np 2158 — 5 Viernes, 4 de Marzo de 1966 Ereignisse der (Fortsetzung der Ereignisse von Seite 4) mein-erzieherischen Themen gewidmet waren. Es nahmen Jugendliche aus den folgenden Städten teil: 10 aus Rio 10 aus San Paolo 6 aus Santiago 6 aus Buenos Aires 10 aus Montevideo 2 aus Lima 2 aus Asuncion 1 aus Porto Alegre Biese kleine Uebersicht zeigt, dass die brasilianischen Gemeinden weitaus am stärksten vertreten waren, obwohl die Zahl der doitigen Juden viel geringer als z. B. in Argentinien ist. 31 Jugendliche aus Brasilien stehen nur 6 Jugendlichen aus Argentinien gegenüber. Es würde uns interessieren zu erfahren, aus welchen Gründen die Beteiligung aus Argentinien so gering war. Immerhin hat es die Centra gemeinsam mit Jazit — der Organisation der Centra- Jugend — verstanden, insgesamt 47 Jugendliche aus sechs südamerikanischen Ländern zusammenzuführen, was allein schon ein schöner Erfolg ist. — Nicht erfreulich Nachrichten aus Belgien weisen darauf hin, dass in den Städten Antwerpen und Brüssel bei der geplanten Aufführung des Hochhuth- Dramas ,,Der Stellvertreter“ nach bewährten Rezepten verfahren wurde. Drohungen, Ran daher ungen, Krawalle veranlassten die Stadtverwaltungen zu einem Verbot. Ganz im Gegensatz zu Buenos Aires, wo die Polizei jede Form eines Skandals durch ihre Wachsamkeit verhütet hat, kam es dort zur Unterbrechung einer Aufführung. Es ist bedauerlich dass solche Methoden angewandt w’erden, um das Recht zur freien Meinungsäusserung zu unterdrücken. Nur wenn es sich darum handelt, antisemitische Literatur aus dem Handel zu zie - J. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Sme. MITRE 430 V. 01. 550 T.E.: 30-1474 CAT EC A S.A. Directorio 5555 Buenos Aires T. E. 68.1017/18 j 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPS CENTER 94 Allenky Rd. — TEL AVIV — P.O.B. 4444 hen oder gar zu verbieten, wird den Beschwerde führenden Körperschaften oder Fersonen entgegengehalten, dass man das Recht der freien Meinungsäusserung nicht einschränken oder unterdrücken dürfe. Es ist schwer sich damit abzufinden, dass vielerorts mit zweierlei Mass gemessen wird. Dank an Uruguay Die Regierung Uruguays ist, wie bekannt, mit einer Solidaritätserklärung für Israel gegen die Beschlüsse der Konferenz in Havanna hervorgetreten. Eine Delegation der Zionistischen Organisa. tion Argentiniens (OSA), bestehend aus ihrem Präsidenten Herrn Emilio Gutkin dem Sekretär, Antonio Klein und dem Sekretär für Oeff entliehe Beziehungen, Dr. Raul Malimowka. hat darauf hin den Geschäftsträger Uruguays in Argentinien, den Botschafter Herrn Aure. liano Aguirre, aufgesucht, um ihm den Dank der argentinischen Zionisten zum Ausdruck zu bringen. Gleichzeitig wurde das folgende Schreiben überreicht, das wir in deutscher Uebersetzung veröffentlichen: ,,Die Zionistische Organisation Argentiniens hat die hohe Ehre, sich im Namen des argentinischen Juden, tums an den Herrn Botschafter zu wenden, am durch ihn der uruguayischen Regierung die grosse Genugtuung auszudrücken. die ihre Solidaritätserklärung ausgelöst hat. „Das beispielgebende Ver. halten der uruguayischen Diplomatie Israel gegenüber bedeutet einen erneuten Beweis jener Sympathie, den sich das gesamte jüdische Volk durch seinen langen Kampf um die nationale Befreiung des Landes seiner Vorfahren im Geiste des Zusammenlebens cer Völker erworben hat. „Das konsequente Vorgehen Ihrer Regierung wird von den Juden die der von San Martin und Artigas für diese Länder errungenen Freiheiten teilhaftig werden durften, in seinem vollen Umfang anerkannt. „Nehmen Sie Herr Bot. schafter, die tief empfundene Anerkennung der Zionistischen Organisation Argentiniens für Ihre Regierung mit den besten Wünschen für das Wohlergehen und den Fortschritt des gesamten uruguayischen Volkes entgegen.“ Zwei Siebzigjaehrige C. YV.: — Kürzlich wurde Herr Dr. Harry Cohn 70 Jah. re alt. Seinem Wunsche entsprechend wurde von einer besonderen Feier abgesehen, die ihm die „Asociación Filantrópica Israelita" deren Vorstandsmitglied er seit vielen Jahren ist, sicherlich allzu gern bereitet hätte. Dr. Harry Cohn war bereits in Berlin ein angesehener Rechtsanwalt und Notar, der sich aber nie auf die eigentlichen Berufsinteressen beschränkte. Der zionistischen Bewegung von seiner Jugend- und Studentenzeit treu ergeben, wurde ihm die Staatsgründung Israels zum grossen Erlebnis. Mehrere Male bereiste er Israel, um mit tiefen Eindrücken heimzukehren. Hochgebildet, erfüllt von den mannigfaltigen Aufgaben, die der Hilfsvereine ihm im Laufe von Jahrzehnten auferlegte, ist Dr. Harry Cohn weiterhin unermüdlich tätig. Mögen ihm noch viele gute Jahre im Kreise der Seinen vergönnt sein. C. W.: — Im Februar be- Vom Presidenten empfangen Jerusalem. — Präsident Shazar und seine Gattin empfingen Marlene Dietrich. Anschliessend besuchte die Künstlerin das Monument „Yad Waschern“, wo sie eine Kerze zum Andenken der Naziopfer anzündete. Marlene Dietrich, die bereits einmal in Israel war, erklärte, dass sie zurückgekehrt sei, weil sie zum Volke Israels eine „starke Beziehung" empfinde und das Land bewundere. Sie wurde aufs wärmste empfangen und hatte mit ihren Darbietungen grossen Erfolg. (ITA) Olympiasieger Felix Fla to w Während des letzten Jom Hamaccabi-Internationai im vorigen Jahr in Rotterdam, wobei die Ausscheidungen zur Entsendung der Maccabia 1965 stattfanden, hatte ich am Abend im Hilton-Hotel ein freundschaftliches Gespräch mit Herrn Levin. sohn, dem Vizepräsidenten der Maccabia aus Tel Aviv. Bei dieser Gelegenheit sprachen wir über die Leistungen meines in Theresienstadt umgekommenen Vaters Felix Flatow, den Herr Levinsohn aus seiner früheren berliner Zeit kannte. Dr. Menco, der niederländische Präsident, und Herr Tugendhaft, der Vizepräsident, kamen ebenfalls auf meinen Vater zu sprechen. Sie richteten an mich die Bitte, die Fotokopien der Siegesurkunden und ähnliche Dokumente dem Dokumenteninstitut bedeutender jüdischer Sportler in Tel Aviv zur Verfügung zu stellen damit die heranwach, sende Jugend sich über die Leistungen ihrer Väter informieren kann. In vielen Büchern über Sport (u. a. in dem bekannten Philo-Lexikon) ist sein Name zu finden. Felix Flatows Name bleibt auf immer mit den alle vier Jahre stattfindenden Olympischen Spielen verbunden. Mein seliger Vater war nämlich der Mitbegründer der deutschen Mannschaft bei den ersten modernen olympischen Spielen in Athen im Jahre 1896 Er war es, der mit dem Fürsten Hohenlohe bei Kroll in Berlin seine Riege vor dem eigens nach Berlin gereisten schwedischen König an treten liess, der ihn wegen seiner besonderen Lei stung bei der Riesenwelle am Reck sehen wollte. Der damalige Leiter Dr. Gebhart und der Sportlehrer Kurt Dörry gehörten zu seinen besten Freunden und daher auch zu seinen innigsten Mitarbeitern. Kurt Dörry setzte sich 1941 in Berlin für ihn ein, um seine Deportation zu verhindern,*, ebenfalls Prozesse und Affairen von Dr. ROBERT M. W. KEMPNEH ging in aller Stille der Ferien Herr Ludwig Silbermann seinen 70. Geburtstag. Da die offizielle Feier jedoch erst am 12. März stattfinden soll, kommt dieser Glückwunsch noch zu recht. Ludwig Silbermann, der aus Berlin stammt, gehört seit Jahren dem Vorstand der ACIBA an und w'idmet seine besondere Aufmerksamkeit den gottesdienstli. chen Aufgaben im Rahmen der „Bruder- und Schwesternschaft", deren Vizepräsident er ist. Darüber hinaus wirkt er seit 9 Jahren als Vertreter der ACIBA im Centra-Comité, das ihn in die Verwaltung des Latein, amerikanischen Rabbinerseminars entsandte, wo er gleichfalls mit Eifer und echt jüdischem Enthusiasmus tätig ist. Dem ausgezeichneten Mitarbeiter werden auch ausserhalb des engeren Wirkungskreises grosse Sympathien entgegengebracht. der niederländische Sportpräsident Dr. Miedema, jedoch vergeblich. Bei den ersten Oympischen Spielen in Athen im Jahre 1896 gewann Felix Flatow die Goldmedaille für Deutschland für seine hervorragende Leistung am Reck, ebenfalls war er der erfolgreiche Vertreter Deutschlands 1900 in Paris, auch zu der dritten Olympiade in St. Louis sollte er entsandt werden, jedoch kam dies aus finanziellen Gründen nicht zustande Füi seine Siege erhielt er vom griechischen König bzw. von dem Grafen Coubertin beson ■ dere Auszeichnungen. Wäh. rend der Olympiade 1936 in Berlin wurden die Gewinner der Goldmedaillen auf verschiedenen Säulen am Ein. gang des Stadions eingeprägt. Dort ist sein Name verewigt zwischen so berühmten Sportlern wie Jesse Owens, Willy den Ouden und vielen anderen. In der jüdischen Sportgeschichte nimmt Felix Flatow einen festen Platz ein. S. S. W. Flatow', Rotterdam Das nüchtern ausgestattete Zimmer eines Oberstaatsanwalts im Frankfurter Gerichtsgebäude bildete den Hintergrund für meine Begegnung mit Norbert Wollheim aus New York, nachdem er im Auschwitz-Prozess als erster Anklagezeuge eine ebenso präzise wie vernichtende Aussage gegen den Angeklagten SS-Sanitäter Gerhard Neubert gemacht hatte. Wollheim, seif mehr als einem Jahrzehnt als Wirtschaftsprüfer in New York ansässig, jetzt 52 Jahre alt, war vor mehr als 21 Jahren als Häftling in Auschwitz gewesen. Obwohl ihm äusserlich die Folgen seiner Auschwitz-Zeit auf Block V nicht mehr anzusehen sind, musste er doch gestehen, er nabe in der Nacht vor seiner Aussage in Frankfurt nicht schlafen können, so sehr regten ihn die Ereignisse immer noch auf. Dennoch gibt es unter Aerzten, die die Verfolgten untersuchen, immer noch solche, die nicht glauben wollen, dass die Folgen von Auschwitz, Bergen - Belsen niemals überstanden werden können; Mediziner, die -- ohne den Patienten je gesehen zu haben — ihr Gutachten abgeben und noch nicht einmal ihre Nase in einen der Mordprozesse wie z. B. den Aushwitz-Prozess, hereingesteckt oder die Litera, tur über die Lager eingehend studiert haben. Norbert Wollheim teilte dem Gericht mit, wie der Angeklagte, Sanitäter Gerhard Neubert, schwache Häftlinge für die Gaskammern ausgesondert habe. „Aber der Angeklagte behauptet", so hielt der Vorsitzende dem Zeugen Wollheim vor, „er sei nur wie ein Schaf hinter dem Arzt hinterhergelaufen und habe dessen Anordnungen ausgeführt“, Wolheims Antwort- Ebenso gut kann der Angeklagte behaupten, dass sich die Juden selbst vergast haben“. Norbert Wollheim hatte schon in Nürnberg und vor mehreren Jahren in Deutschland über die SS-Un. taten berichtet. Viele Prozesse wären schon weiter, wenn die Zeugen überall so präzise wie er ihre Aussagen machen würden. Unterdessen ist vor dem Bonner Schwurgericht ein Einsatzkommando-Prozess zu Ende gekommen, der frühere Kriminalobermeister Arnold Schneider aus Solingen, ein Kraftfahrer, ein Ziegeleiarbeiter, ein Versicherungskaufmann und andere frühere SS-Leute wurden w'egen ihrer Mitwirkung an Morden des Einsatzkommandos Iv zu langjährigen Zuchbhausstrafen verurteilt. —:o:— Die Bonner Staatsanwaltschaft teilte mit, eine Anklage wegen Betrugs, Verleitung zur falschen eidlichen Aussage etc. gegen den israelischen Anwalt Professor Hans Deutsch aus Lausanne stehe jetzt vor der Vollendung. Deutsch und die Kaufleute Wilcke und Visney würden sich bald dafür verantworten müssen, dass sie im Verlaufe der Bearbeitung der Riickerstattungssache der Budapester Familie Hatvany den Bund um viele Millionen betrogen hätten. Deutsch, der sich seit November 1964 als Unte'suchungshäftling in einem Gefängniskrankenhaus befin. det, bestreitet die ihm zur Last gelegten Handlungen. Im Laufe des ersten Halbjahres 1966 dürfte es zu dem Prozess kommen, der schon im voraus von der rechtsradikalen Presse in übelster Weise gegen die Wiedergutmachungsforderungen ausgeschlachtet wird. Die Bonner Mitteilung über den bevorstehenden Prozess kommt gerade zu einem Zeitpunkt, in dem die verzögerte Zahlung von Wiedergutmachungsleistungen ohnehin bei den Verfolgten im In- und Ausland mit Recht Unwillen erregt hat. Was aus dem Prozess Deutsch herauskommen wird, lässt sich noch gar nicht überblicken. Die Oeffentlich. keit wartet vor allen Dingen auf eine Antwort, wie es möglich war, dass in dieser Rückei stattungssache Millionenbeträge nach nicht allzulanger Prüfung ausgezahlt wurden, während sonst bei jeder kleinen Rückerstattungssache sich die Ge-.-hädigten und Anwälte jahrelang plagen müssen, um letzte Beweise für die Verbringung von entzogenem Gut nach Deutschland beizubrin. gen. 28 Stockwerke Tel Aviv. — In dem neuen Vorort Newe Ram bei Ramat Gan wird ein 28stöckiges Wohnhaus mit 140 Wohnungen gebaut. Monty Jacobs Alas Israelis Historia de los Pioneros de la Aviación Israelí Editorial Candelabro Buenos Aires jiMíiim iMiiniHniiiiminimimiminiimiiiiim i ¡ i ntniniinnnmnniinmmiimmmninimn i k IT LA Mas de efl diiiiiiiiiimmiuMiiiimiiiiiiiiiiiimiiimiiiiiiiiiiiitiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiyr