Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2158 (4.3.1966)
- Date
- 1966-03-04
- Page
- [Seite 2] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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SEMANA ISRAELITA Año XXVII. — Ní 2158 l — Vernes, 4 <k Mar?« «1« 1S66 Das Drama der Galut (Schluss von Seite 1) der Zerstreuung unseres Vol kes itber die weite Erde wir betrachten. Mit der gewaltigen, beinahe nicht abzuwägenden Kraft, die unserer Tradition innewohnt und die Geschlecht um Geschlecht dieses Purim gedenken lässt, wird die Weisung des Mordechai und der Königin Ester an die Juden im Lande des Königs ..und ihre Nachkommen und alle, die sich ihnen anschliessen“, wie es in der Megilla Ester heisst, beachtet, geehrt und bewahrt bis in unsere Zeit, zweitausenrifiinfhundert Jahre hindurch, bis zum heutigen Tag Mut zum Kampf für das Leben, Kraft zur Verteidigung seiner Rechte. Vertrauen in sich selbst und die historische Sendung des verfolgten und doch überlebenden Volkes. Bereitschaft des Einsatzes des einen für den anderen, das Bewusstsein der Verantwortung gegenüber der ganzen Gemeinschaft, sind einige jener Lehren, die wir Generation um Generation — aus der Darstellung des Purim ziehen und lernen Können Nicht verzagen und nicht verzweifeln, so schwer die Lage auch sein mag und so bedrohend eine Gefahr sich über uns zusammenzieht, das ist der Ruf durch die Jahrtausende. an jede neue jüdische Generation gerichtet. Es ist aber auch die Mahnung an alle Menschen und Völker, sich gegen Unrecht zu wehren und für die Freiheit aller einzustehen. Hinter den freudigen Feiern de« Purim, hinter der Maskerade des Umzuges durch die Strassen der israelischen Ortschaften, der Festlichkeiten unserer Juigend und der freudig-gehobenen Stimmung unserer Alten entgegen der sonst verlangten Mässigung im Trinken stehen sehr ernste und tiefe PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. ierät Sie kostenlos und inverbindllch neim Kauf odei verkaul von BESCHAFFTEN WOHNUNGEN HAEOSERN VIRREY OEI PINO 2262 T. E. 73-7887 Gedanken und vor ahem Erkenntnisse über die Schicksalsverbundenheit der Juden in der Galut. In vielen Ländern und zu verschiedenen Zeiten sind Juden in der Zerstreuung zu Reichtum, Ehren und wich, tigen Aemtern gelangt. Immer bestand die Gefahr, dass sie über ihren persönlichen Erfolg und hinter ihrem persönlichen Glück das Schicksal und Wohl der Gesamtheit ihres Volkes vergassen, der Gemeinschaft, aus der sie hervorgegangen waren und die oftmals im Elend ver. harrte, während der einzelne, von Erfolgen gekrönte Jude sich über sie — wenig stens in materieller Hinsicht — erhob. Diese Erscheinung war und ist alltäglich: sie zeigt die .natürliche'menschliche Schwäche wenigstens sich selbst sicherzi. stellen, sich selbst zu retten und nicht unterzugehen. Die Geschichte der Koni gin Ester ist deshalb so wirklichkeitsnah, ergreifend und echt, weil sie uns ebenfalls diesen Kampf zwischen der Selbstsicherheit und der unbequemen Verantwortung für eine Gruppe zeigt, von der sich der einzelne vielleicht weit entfernt hat Es war ein gewaltiger Unterschied zwischen der Gemahlin eines unbeschränkt mächtigen Königs und dem einfachen Judenvolk, das von einer neidischen Mehrheit als jener bekannte Fremdkörper empfunden wurde an den sich die Antisemiten immer erinnern, wenn sie Beute oder persönliche Macht wittern. In der Erzählung von der Königin Ester erleben wir jenen inneren Zwiespalt zwischen dem Willen zur eigenen Geborgenheit und der Verantwortlichkeit für alle Aber wir vernehmen auch jene ermahnenden Worte des Mordechai, die eine bleibende Mahnung für alle Juden darstellen: die Königin solle nicht glauben, dass sie als einzige ihrem Schicksal als Tochter des jüdischen Volkes entrinnen werde Ester \>er- Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE Die Administration de’ Jüdischen Wochenschau bittet Herrn ALBERTO TORTEN früher Conesa 2284 um Angabe der neuen Adresse unter Tel 83-2613 swceks Weiterlieferung der Zeitung. JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN J Schabbosdecker TaUiebeutel Käppchen Mar 4 zot-Taschen Hand ano J Maschkienstlckerei von j ßett- und riscnwâscûi I Dt. P. L RIVERA 258; j |(fr Bebedero) T. E 73-9155 ( j stand diese Mahnung als | Verpflichtung und setzte ihr Leben ein. Sie rettete Hierdurch alle. Ihre Solidarität nnt ihrem Volk und ihr Bekennermut führten zum Sieg über die Feinde. Nicht immer haben die Mahnungen späterer Mordechais die Schwankenden und sich Geborgen - Fühlenden aufriitteln und zur Erfüllung ihrer Pflichter veranlassen können. Die Folgen haben stets alle, auch diejenigen getroffen, die sich m einer privilegierten Stellung befunden haben. Hätten sie. nur alle jene Worte verstanden und nicht geglaubt, dass sie als einizge ihrem Schicksal als Juden entrinnen würden, Wie viele unter jenen, die zu unserem Unglück Opfer dei Verfolgungen in unserer Zeit geworden sind naben sich solchen Hoffnungen und Illusionen hingegeben, dass sie nicht gemeint seien. So dachten ganze Juden hei. ten, die sich auf verbriefte Rechte berufen ziu können wähnten. Bei uns in ... ist das unmöglich. Bis die Gefahr dann immer weiter nach Westen zog und alle verschlang. Im übrigen braucht man nur die Lage ein wenig gründlicher zu analysieren, um zu verstehen dass im Grunde genommen jene „Privilegierten“ die ersten sind, gegen welche sich der Zorn, der Neid und der Hass unserer Feinde richtet. Der „kleine Mann“ ist nicht interessant, ist nicht wichtig ist nicht auffallend. Aber jene, die sich aus der Masse erheben, die es zu Rang und Ehren, zu Wohlstand und Einfluss bringen, jene sind es, die zur Zielscheibe unse rer Feinde werden. Die schar, fe antisemitische Welle in Deutschland erhielt ihren Auftrieb, als Walther Rathenau deutscher Reich.^aussenminister wurde Dass er keine Bindungen zu seiner jüdischen Gemeinschaft hatte, war für die Antisemiten ebenso uninteressant wie die grossen Erfolge seiner Politik, die das geschlagene Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg wieder in die Reihe der Mächte einordnete und aus seiner Isolierung herausführte. Aber das ist nur eines von vielen Beispie, len. Wenn man diesen Gesichtspunkt bei einer Betrachtung des Purimfestes berücksichtigt, dann bedeutet dieser freudige Tag in Er innerung an die Abwendung schweren Unheils über eine grosse Gemeinschaft zugleich eine Verpflichtung für alle, immer und allerorts der Aufgaben zu gedenken, die jedem zum Dienst an seiner Gemeinschaft gestellt sind. Dass gerade an einem Tag, an welchem die Freude md der Uebermut gestattet sind. JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4c B j 46-1716 und 655-0297 j MOHEL N. PLAKSIN! Superi 2719 T.E. 78.4784 u. 76-2312 Religioese Toleranz Haila. — Ein nordame. rikanischer Jude, der seine beiden ältesten Söhne nach Israel gebracht hatte, um sie dort ohne Zustimmung seiner katholischen Ehefrau zum Judentum zu bekehren, wurde von einem Richter in Haila dazu angehalten die Kinder ihrer Mutter zurückzugeben. In seiner Begründung erklärte der Richter, dass als wichtigster Gesichtspunkt die Sorge um das Wohlergehen der Kinder und die Respektierung der Gesetze befreundeter Län der anzusehen seien. Demna“h entschied das Gericht, dass das letzte Wort inbezug auf die wahren Interessen der beiden Kinder die Gesetzgebung der Vereinigten Staaten zu sprechen habe. (ITA) diese Besinnung erfolgt, ist vielleicht auch jym boihaft zu verstehen. Nicht nur in den Augenblicken der unmittel baren Gefahr, nicht nur im Zeitpunkt, wenn die Bedrän gung, die Not, die Verfolgung unsere Gemeinschaft unmittelbar treffen und erschlittern, sollen wir an diese Pflichten denken. Dann ist es im übrigen meist spät, häufig zu spät geworden. Die Kräfte der Gemeinschaft müssen gesammelt und gestärkt werden so lange die freie Aktionsmöglichkeit hiefiir gegeben ist. Jetzt und heute, wo die Judenheiten nicht unmittelbar von Vernichtung bedroht sind, ist die Stunde der Besinnung, der Sammlung, der Verstärkung gekommen Wer weiss denn mit Sicherheit zu sagen, wann die Gefahr am Horizont erscheinen wird? — Wie oft sind solche Bedrohungen plötzlich aufgetreten, als niemand hieran dachte oder glauben wollte? Haben wir Juden nicht eine lange geschichtliche Erfahrung die niemand übersehen darf? — Wer ist so vermessen, noch einmal in unserer Zeit mit einem Achselzukken zu reagieren und jene verhängnisvollen Worte zu wiederholen: Bei uns ist das nicht möglich! — In der Purimgeschichte spielt eine Frau, die Königin Ester, die entscheidende Rolle bei der Befreiung und Rettung ihrer Gemeinschaft. Gewiss ist es Mordechai, der sie auffordert, die befreiende Tat zu vollbringen; vielleicht übt er sogar einen grossen moralischen Druck auf Ester aus. Aber das ändert nichts daran, dass ihr der Frau, die Mission übertragen war. den entscheidenden Schritt mit Mut und Geschicklichkeit zu vollbringen. Und Ester löste diese Aufgabe, obwohl sie die Gefahren kannte, die ihr un- I -, B. Schwarcr ZAHNARZT ETSOMB A 2 2 8 3 T. E. 52.8214 RAYOS X PARADENTOSE i Vor Urlaub zurück | Prov. Telefonnummer: j 76 0281 jj Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 Füllhalter REPARATUREN Spezi algeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 REAL PEN PUEYRREDON 2190 Dr. FREY nachm. 16—19 Uhr Telefon: BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELBUER A 1915 T. E. 58-4052 angemeldetes und nicht verlangtes Auftreten vor dem König mit sich brachten. Wir wollen hier nicht auf die Rolle der Frau hinweisen, die sie im jüdischen Leben stets und heute auszufüllen hat. Aber wir müssen doch hervorheben, dass die Frauen im Prozess der Wiedergeburt unseres Volkes und beim Aufbau des jüdischen Landes eine ganz besondere Aufgabe erfüllt haben und durch ihren Einsatz, ihr Vorbild, ihren Opfermut dazu beitrugen, dass aus diesem alten Traum der Jahrtausende eine Wirklichkeit geworden ist. Gewiss ist nicht jede jüdische Frau eine Königin Ester, deren Einfluss einen König zu gewönnen vermag. Aber jede kann sehr wohl in ihrem eigener. Hause eine Königin Ester sein, die durch ihre vorbildliche Haltung und ihren Einfluss im Kreise ihrer Familie einen entscheidenden Beitrag fürs jüdische Leben, für die Durchdringung der Jugend mit jüdischen Gedanken und Werten, für die Bewahrung unserer Tradition und Gefühlswelt darbringen kann. Die Königin Ester hat einst gemeinsam mit Mordechai den Juden aller Zeiten die Weisung erteilt, dieses Fest der Selbstbesinnung, der Rettung aus eigener Kraft des Bekenntnisses zum Judesein zu begehen. Jede Frau kann diese Rolle der Königin Ester in ihrem Kreise, in ihrer Familie, in ihrer Gemein- LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece ios Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000,— jährl. Schiffahrt Haifa. — Eine israelische Reederei erhielt von der australischen Regierung einen Kontrakt, wonach die Schiffe dieser Linie bis aut weiteres jährlich 120.000 t Gefrierfleisch von Australien und Neuseeland nach den Vereinigten Staaten, Japan und Europa befördern. schaft übernehmen und ihre Kinder und Kindeskinder in diesem Geiste erziehen, auf dass auch sie von Geschlecht zu Geschlecht dieses grosse jüdische Erbe weiterreirhen. So gewinnt das Freudenfest Purim eine feste Gestalt, gegenwartsnah in der Erinnerung an das Drama jeder jüdischen Galut, Hoffnung und Zuversicht spendend allen, die leinen und verstehen wollen. CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. Blutnenfeld (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES — FRACTURAS J. E. URIBURU 285 41 2331 — 2240 47.5875 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES APARATO CIRCULATORIO Médico del Hospital Fernández CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Donnerstag keine Sprechstunde Sonnabend: 14—16 Uhr Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 I Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHl.EN - ZAHNZIEHEN - BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden. Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518. T£. 76-8673 u. 73-050Q Dr. L. KLEIN - Medico Magen- und Darmkrankheiten Roentgen- Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u- Freitag voo 15—19 Uhr Es wird gebeten sich vorher telefonisch anzumelden. SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542