Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2157 (25.2.1966)
- Date
- 1966-02-25
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 25 «le Febrero de 1«>66 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXVII. — Nç 2157 Ereignisse der V/oche Ein Protest vorsieht, verletzte'*. Ferner Pindung der Wahrheit die Der sozialdemokratische Abgeordnete America Ghioldi legte der Deputiertenkammer ein Projekt vor. das einen Protest der Kammer gegen das Verbot von Hochhuths ..Stellvertreter“ vorsieht und gleichzeitig auch das Ersuchen enthält, das Dekret rückgängig zu machen, ,,in Respektierung der Gedankenfreiheit, die die argentinische Verfassung vorschreibt und die stets durch die demokratische Tradition des Landes hochgehalten wurde.“ In seinen Ausführungen weist Ghioldi darauf hin, dass es im Augenblick nicht darum gehe, historisch die Figur des Papstes Pius XII. zu beleuchten oder die wahren Verdienste des Werkes zu analysieren, sondern ledig, lieh darum, die Rechte der Bürger zu wahren, ein Werk in künstlerischer Form auf einer Bühne zu sehen und auf ihre eigene Art den Standpunkt oder die These des Autors zu beurteilen wird eine Stellungnahme zu der Frage verlangt, ob „der Protest des Kaidinals Caggiano als Fundament für das Aufführungsverbot des Werkes genüge“. Sie sind einverstanden Möglichkeit einer freien Diskussion.“ Das Werk könnte auch durch einen Gerichtsbeschloss verboten werden niemals aber durch einen Verwaltungsakt, wie das hier geschehen ist. Einspruch gegen Verbot Die Nationalkommission des sogenannten „Movimiento Familiar Cristiano" drück, te ihrerseits volles Einverständnis mit dem bürgermeisterlichen Veto aus und erklärt, dass „durch diese sozdale Schutzmassnahme einem Manöver ein Ende gesetzt werde, das den Zweck verfolgte, mittels eines so sicheren Propaganda.Werkzeuges, wie das Theater es ist. die historische Wahrheit zu fälschen und die edle Figur des Papstes Pius XII. zu verunglimpfen. Dieses Verbot, so heisst es weiter, sei ganz besonders in Ländern wie Argentinien am Platze, wo Rassendiskriminierung unvereinbar mit dem Geist des Volkes sei und jeder Versuch, die Einheit zwisehen Juden und Christen zu brechen, bösartig sei. Knapp vor Beginn der Gerichtsferien wurde ein Einspruch gegen das vom Bürgermeisteramt erlassene Verbot von Hochhut hs ..Der Stellvertreter“ eingereicht. Den Einspruch erhob Osvaldo Terranova in seiner Eigenschaft als Eigentümer der Auff ii hrungsrechte. Er führte darin unter anderem aus, dass die Massnahme des Intendenten sich auf kein Gesetz stütze und den Normen der Verfassung widerspreche, die unter anderem die Freiheit der Arbeit die unbehinderte Publikation von Ideen und die Ausübung jeder erlaubten Tätigkeit gewährleisten. Sollte dieser Einspruch in der ersten Instanz vom Gericht abgewiesen werden, ■wird er dem Obersten Gerichtshof zur Beurteilung vorgelegt werden. Katholisches Werk Vor dem Stadtrat? Der Stadtverordnete Walter V Costanza (Sozialdemokrat) beantragte eine Son. dersitzung des Stadtrates, um das Aufführungsverbot des „Stellvertreters“ zur Diskussion zu stellen. In dieser Sitzung sollen die Vertreter von Kulturwesen und Gemeindeverwaltung die Gründe darlegen, die für das Verbot der Aufführung in Betracht gezogen wurden; das Exekutiv-Comite soll darüber entscheiden, ob diese Massnahme nicht „die Gedanken. und Meinungsfreiheit, die unsere Verfassung Die Zeitung ..El Mundo* hielt bei verschiedenen Persönlichkeiten Rückfrage über deren Stellung zum Stellver. treter und zu dem vom Bürgermeister ausgesprochenen Verbot. Kinodirektor Daniel Tinayre erklärte; „Hier liegt ein grundsätzlicher Irrtum vor. Das Werk ist nicht antikatholisch, sondern ganz im Gegenteil, es ist katholisch in dem Sinne dass es die Dinge vom Standpunkt der jungen Priester betrachtet.“ In seinen weiteren Ausführungen meinte Tinayre. dass der Autor des Stückes sicher gegen Pius XII wäre, aber sich der „Wahrheit stark nähere“ Das Verbot dieses Werkes bedeutet, an der Urteilsfähigkeit des argentinischen Volkes zu zweifeln; sonst gäbe es keinen Grund ein so bedeutendes Werk zu verbieten. Nicht gegen Moral Die Schauspielerin Renée Oliver spricht von einem ein. sten Werk für ernste Menschen. Dieses Werk stellt kein Attentat gegen die Moral dar. Die Schauspieler müssen mit dem Stoff fertig werden. Es sei nicht ihre Aufgabe, das Stück zu analy. sieren, auch wenn historische Persönlichkeiten kritisiert werden würden. „Ich will klar feststellen, dass ich eine gesellschaftliche Position als Bürgerin, als Frau und als Künstlerin verteidige. Nach meiner Meinung wirkt sich das Verbot dieses Stückes als vollkommen negativ aus und zerstört jede künstlerische Ausdrucksweise.“ — Denkmal geschaendet Genf. — Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate wurde das Denk- Vom Papst empfangen Freiheit des Denkens Dr. Guillermo Belgrano Rawson, Präsident der Kommission für Verfassungsangelegenheiten der Deputier, tenkammer, trat für unbedingte Meinungs- und Gedankenfreiheit ein. Die Freiheit der Kunst sei ein Be. 6tandteil der allgemeinen Freiheit. „Ich meine, falls das Werk die Persönlichkeit des Papstes Pius XII. oder die Rolle der Kirche oder des Vatikans unter der nazifaschistischen Diktatur angreift, dann besteht für die Interessant ist auch die Stellungnahme des Journalisten Horacio Carballal, der die Meinung vertritt, das Werke basiere auf einem grossen Irrtum, denn Papst Pius XII. hätte alles getan, um die Juden zu retten was er aus einigen Tatsachen zu beweisen vesucht Carballal dessen Ausführungen auf persönlicher Kenntnis des Papstes Pius XII. berunen. von dem er emfangen worden ist, sieht die historische Wahrheit völlig anders als der deutsche Hochhuth. Trotzdem kommt Carballal zu dem Ergebnis, dass das Verbot nicht das geeignete Mittel ist, um ideologische Positionen zu verteidigen“ — Auch andere Stellungnahmen. die in diesem Zusammenhang von der Zeitung „El Mundo“ veröffentlich« wurden, stimmen in diesen Grundton ein: Das ergriffe ne Mittel, die Aufführung zu verbieten, ist nicht angebracht Ich bin Christin und Katholikin, aber ich. glaube, dass — wenn das Werk ein Zeugnis gegen den Völkermord der Nazis ablegt —, wir alle als Katholiken ver. pflichtet sind, uns hierfür ausznsprechen .. “ — Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten Essays — Nr 55: JOVCE CARY' Spiel ohne Ehre. Roman. Nr 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval Merkwürdi ge Rechtsfäll.e Nr 57/58/59- GERALD REITUNGER: Ausrottung der Juden Europas 1939—1945 Nr 60: MARQUIS DE SADE: Die Kastanienblüte und andere Erzählungen Nr 61: DIE SIEBEN TODSUENDEN — Vierzehn Essays Nr. 63: E3JA KAZAN: Amerika - Amerika Roman Nr 64/65: HORST LANGE- Schwarze Weide Nr. 66 GEORGES BERNANOS: Bin böser rraum Nr. 67: LEONHARD FRANK: Das Ochsenfurtei Män nerquartett. Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80. Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München Die Debatte Es ist sehr interessant lehrreich und oi beobachten mal der Jüdischen Gemeinde von Genf mit ei ner roten Flüssigkeit beschmiert. Dieses Monument, das sich im Stadtzentrum nahe der Synagoge befindet, wurde dem Andenken der sechs Millionen ermordeter Juden gewidmet. (ITA) Bericht aus Australien mit welchem Ernst und welcher Reife an Kriterien und Urteilskraft die Diskussion um das Verbot des Stellvertreters in der argentinischen Oeffentlichkeit geführt wird Man kann zwei Gruppen von Stellungnahmen unterscheiden: die eine, die sieh als die offiziellen Retter der Moral und der Wahrheit ansehen, und die das Verbot der Aufführung „verlangt“ haben Diese Gruppe debattiert eigentlich nicht, sie publiziert ihre Stellungnahmen in der einseitigen Ueberzeugung damit alles Erforderliche gesagt zu haben. — Die andere Gruppe wird von denjenigen gebildet, die bereit sind, in eine Erörte. rung des Problems einzutreten. Zu dieser Gruppe gehören die vielen Männer und Frauen, die entweder für das Stück und seine freie Aufführung Stellung nahmen, indem sie die Freiheit der Meinungsäusserung vertreten oder die sich aus verschiedenen Gründen gegen das Stück w'andten, ein Verbot jedoch nicht für das richtige Mittel zur Austragung ideologischer Kämpfe oder sonstiger Meinungsverschiedenheiten halten. Im wesentlichen wurde die. se Debatte, die noch nicht aufgehört hat, auf einem erfreulich hohen Niveau geführt. Aber wir dürfen dabei nicht übersehen, dass sich die Diskussion bisher mit der Frage der Presseind Gedankenfreiheit und dem Verbot der Aufführung des Dramas beschäftigte und nicht mit dessen Inhalt. Nur diejenigen, die Papst Pius XII. verteidigen wollten, sagten oder schrieben, dass Hochhuth die historische Wahrheit verfälscht habe. Aber sie sagten das nur, ohne es zu beweisen. Interes. sant wird diese Aussprache erst werden, wenn . sie sich mit der Sache selbst, mit dem Inhalt des Dramas, mit dem historischen Geschehen als solchem — und nicht nur Melbourne. — Möglich ist es, dass unter den ersten Transporten von Sträflingen nach Australien, auch Juden waren. Die freie Einwanderung begann 1820; im Jahre 1933 betrug die Zahl der Juden 23.553, heute sind es 66 000. In Sydney einer Stadt von zweiein viertel Millionen, wohnen 23.000 Juden und in Melbourne, mit' zwei Millionen Einwohnern leben 30.000 Juden. Etwa 3.000 Juden wohnen in Perth, 1.500 in Brisbane und weniger als 1.000 in Adelaide in Tasmania 150. in Canberra 111 und im Norden des Kontinentes noch eine kleine Anzahl. Biblioteca Ciencia e Historia de las Religiones dirigida por MARSHALL T. MEYER G. STEPHEN SP1NKS: Introducción a la Psicología de la Religión. lEO BAECK: Lo esencia del Judaismo (Wesen des ludentums) Grandes Epocas é Ideas del Pueblo Judío l IEJEZKEL KAUFMANN: Lo Epoca bíblica II RALPH MARCUS: La Epoca Helenística tn GERSON D COHEN: La Epoca Talmúdica IV ABRAHAH S. HALKIN: La Epoca Judeo- Islámica V CECIL RCTH: La Epoca Europea VI SALO W. BARON: La Epoca Moderna Editorial Paidos Buenos Aires In Australien gibt es eine Anzahl antisemitische Bewegungen, auch wenn ihre Be. deutung sehr beschränkt ist. Die Exekutive des Australischen Jüdischen Rates beschäftigt sich auch mit kleineren Manifestationen, wobei ihm ein Archiv zur Verfügung steht. Der Rat der Christen und Juden in Melbourne unterhält einen Vortragsdienst für nichtjüdische Vereine. Eine Kommission von Juristen befasste sich mit der Frage, ob weitere Gesetze zur Bekämpfung rassischer oder religiöser Vorurteile geschaffen werden sollen. Einheitlich -wurde die Meinung geäussert, dass dies nicht nötig sei. Eine der Hauptaufgaben der jüdischen Verbände ist die Bekämpfung der Assimilation. Das Ergebnis dieser Beratungen ist die Schaffung jiidisener Tagesscnulen. Melbourne ist in dieser Hinsicht besser ausgestattet ais Sydney. In Melbourne gibt es sechs Tagesschulen, die 80 Prozent der jüdischen Kin. der erfassen. Die Mount-scopus-Schule mit 1.50u Schülern führt bis zur Universität. In Sydney gibt es zwei Tagesschulen mit 450 Kindern. Hier ist der Nachmittagsunterricht stärker ausgebaut; er erfasst 2.600 Kinder. Nach dem Gesetz haben die Lehrer aller Konfessionen die Möglichkeit, in den öffentlichen Schulen Unter, rieht zu erteilen; in 77 öffentlichen Schulen wurden 155 solcher Sonderklassen gebildet. Ete fehlen jüdische Lehrer. Aus Israel kamen 21 Lehrer und eine Anzahl aus anderen Ländern. Es werden nun Anstrengungen unternommen, um Lehrer für einige Fächer und nur für einige Stunden in der Woche auszubilden. In Melbourne gibt es 24 und in Sydney 18 Synagogen, gemeinden, die Kurse für die Erwachsenenbildung abhalten. Die jüdischen Gemeinden in Australien sind stärker als je. Sie sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Durch die Einwanderung nach dem Kriege aus M’ttel- und Osteuropa ergaben sich auch stärkere Bindungen zu den Juden in anderen Ländern. Bemerkenswert ist, dass die Beiträge für den jüdischen Staat in allen Gebieten eine steigende Tendenz auf weisen. mit einem Aufführungsverbot beschäftigen wird. — Weinexport Auf einer Liste der Länder, die Wein in die USA exportieren, erscheint zwar Chile, aber nicht Argentinien. Italien ist das Hauptexportland, dem Frankreich folgt. In weitem Abstand figurieren dann Deutschland. Spanien und Portugal. An siebter Stelle folgt Israel, das immerhin sechsmal so viele Weine nach USA liefert wie Chile. — I in Hollywood „triumphie-! ren“.! Nach den Berichten, die hier vorliegen, gewann Gila beim Wettbewerb „Miss Universo“ in London den zweiten Preis. Sie kehrte damals nach Israel zurück, aber man schickte sie nach New York, um bei der Schöpfung israelischer Mode mitzjwirken. Damals begann sie dann ihre Laufbahn als Filmschauspielerin. — Miss Israel 1960 Miss Israel i960 war Gila Golan, der eine grosse Zukunft als Filmschauspielerin vorausgesagt wird. Wie die Fachzeitschriften erklären würde Gila Golan sehr bald Marlene Dietrich Die weltberühmte Schauspielerin Marlene Dietrich ist in Israel eingetroffen, wo sie elf Vorstellungen geben wird, auch für das israelische Militär. Nach Tel Aviv zurückzu- ( Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) Die BARMIZWAH unseres Sohnes MARIO findet s.G.w. am Schabbat, den 5. März 1966, um 9 Uhr im Tempel Max Nordau, Murillo 661 statt. ISIDORO ATLAS und Frau INGE geh. APFELDORF Acoyte 1460 LUACH — (KALENDER) Freitag, de« 25. Februar Sonnabend, den 26 Februar 5. Adar 6. Adar Schabbat TRUMAH — Haftara 1. Buch Könige Kap. 8 Sonntag, den 27. Februar Montag, den 28. Februar Dienstag, den 1. März Mittwoch, den 2. März Donnerstag, den 3. März Fasten Elster Freitag, den 4. März Sonnabend, den 5. März Schabbat TE3ZAWEH — Haft. 7. Adar 8. Adar 9. Adar 10. Adar H. Ádar 12. Adar 13. Adar Buch Samuel, Kap. 16 Erew Purim Sonntag, den 6. März PURIM Montag, den 7. März Schuschan Purim Dienstag, den 8. März Mittwoch, den 9. März Donnerstag, den 10. März Freitag, den 11. März 14. Adar 15. Adar 16. Adar 17. Adar 18. Adar 19. Adar cn »6^ t^eD: 2ii den fp('erl!L«i t>* journal'5^’ gaU. *ich nadl »en-■■ , . r^tra-Seioinar Wiein teo j tineM und a " eines Sem rung sehr rtert eine Vorarbeit, nicht nisatorischer deren ^h menstelhin? und der net« PersfllC diesen da* entsprech Niveau zu?eW Glücklichen \en Schlei Trotz gelung1 schiedenen tehandelndei vorragende gewinnen. Der im •minariozn Blii KUMAR i Kongresspart Angriff des EIN NEU de, sowjetun NEUE in der Domir DIE SUC Atombombe DIE ZUK mischen Gro. 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