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Jüdische Wochenschau · 1966-02-25 · 2157 (25.2.1966) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2157 (25.2.1966)
Date
1966-02-25
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Vlernea, 25 «le Febrera tie 196ft SEMANA ISRAELITA Aña XXVII. — Nv 2157 Geben Sie Gedankenfreiheit (Schluss von Seite 1) lieh um sich selbst“, für absurd — philosophisch betrachtet — ausserdem den er. sien für formell häretisch (d. h. dem kirchlichen Dogma widersprechend, also Irrlehre, Ketzerei), sofern er mit dem Wortlaut der Heiligen Schrift in Widerspruch stehe, den zweiten für einen solchen, der mindestens einen dogmatischen Irrtum enthalte. Papst Paul V. gab dann die Anweisung, Galilei sei aufzufordern, seine Irrlehren aufzugeben, im Weigerungsfall einzukerkern. Alle Einzelheiten und der weitere Verlauf der inquisitorischen Untersuchungen können hier nicht wiedergegeben werden. Neue Verfahren wurden gegen Galilei eröffnet, bis ein Inquisitionsurteil ihn zu förmlicher Kerkerhaft auf unbestimmte Zeit im Heili. gen Offizium verurteilte, weil er „Irrlehren“ verbreitete. Papst Urban VIII. verwandelte diese Strafe zwar in eine leichte Haft, aber das Urteil als solches wurde nicht aufgehoben. So ist man mit einem Manne verfahren, der von allen Universitäten seiner Zeit mit den höchsten Auszeichnungen geehrt worden ist, der grösstes Ansehen genoss und dessen Ruhm bis heute nicht verblasst ist. Nur weil sie die äussere Macht hatten, konn. ten sie über ihn die Kerkerstrafe auf unbestimmte Zeit verhängen. Galileis Werke wurden auf den Index gesetzt, aber sie triumphierten doch. Denn Ideen lassen sich nicht mit Ketten fesseln auch wenn man ihre Träger noch so grausam und blutig verfolgt. Unzählige Juden sind auf die Scheiterhaufen der selben Inquisition gestiegen, weil sie ihren Glauben, ihre Anschauungen, ihre Vorstei- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1° izq. nachm. 16—19 Uhr Telefon: 80 6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezi algeschaeft CORRIENTE^ 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. U »erat Sie kostenlos and inverbindlicb oelrn Kauf odei Verkauf von 3ESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSEUN VIRREY DEI PINO »26? T. E. 73-7887 lungsweit nicht aufgeben oder verraten wollten. Die Schar der Märtyrer aus allen Völkern und Rassen ist unübersehbar, die litten oder starben, weil sie andere als die offiziellen Auffassungen hatten, für die sie eintraten. Juden wurden verfolgt und ermordet, Christen hat man den wilden Tieren hingeworfen, .Heiden“ wurden niedergemetzelt, Schriftsteller. Gelehrte, Philosophen, Theologen und Andersdenkende c der Andersgläubige wurden verurteilt, weil sie abweichende oder neue, revolutionäre Gedanken erwogen oder vertraten. Demokraten, Monarchisten, Anarchisten, Sozialisten, Kommunisten, Antikommunisten wurden in Gefängnisse geworfen, vertrieben oder hingerichtet nur weil ihre Meinungen von den Vorstellungen derjenigen abwichen, die über die Macht verfügten, wenigstens die polizeiliche Gewalt, um die anderen zu verfolgen... So war es und so ist es heute. Mit Empörung hat die westliche Welt die Nachricht von der erneuten Verfolgung einiger Schriftsteller im Sowjetreich aufgenommen. Das kommunistische System hat den Polizeistaat noch immer nicht überwunden und ist über die diktatorialen Herrsebaftsmethoden hinaus noch nicht entwickelt worden. Der Terror wütet weiter. Wer sich nicht unbedingt dem ideologisch verbrämten Willen der Machthaber unterwirft, ist ein Häretiker, ein Ketzer, ein Rebell. ein Staatsfeind, der gegen die Interessen der Nation verstösst. Mit dieser Formel des „Verstosses gegen die Interessen der Nation““ kann jede polizeiliche Aktion gerechtfertigt werden, und... sie wird es auch. Das ist das Zauberwort, das bisher immer von Regierenden zur Verteidigung ihres Standpunktes herangezogen wurde. So hoch die Wellen der ehrlichen Empörung und der Erregung über das, was in Russland geschah, auch Wer kannte Abraham Scboenholz fr. Mitglied des Boxklubs Makkabi Köln Mitteilungen an La Semana Israelita unter A S 17 Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76 5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Sofia bbosdecker TaJJißoeutel Kännchen Mar zor-Tascben Hand and Vlasch*>enstickere) von Bett- und risenwäsefte Dt P t RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 73 <»155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76-0286 73-1049 schlagen, so sicher ist es, dass die .geist.ge“ Situation im Westen nicht viel besser ist. Auch dort werden Meinungen und Wahrheiten auf polizeilichem Wege geregelt. Auch dort gibt es Kräfte die nicht anders ihre Macht aufrecht erhalten können als dadurch, dass sie gegen Andersdenkende Gewaltmittel anwenden. Selbst Prozesse gegen Schriftsteller und Journalisten werden dur engeführt, die Auffassungen \ertreten, die von denen der Mehrheit ab weichen. Dies gilt für alle Länder in denen Diktaturen herrschen. Dies gilt für Spanien und Aegypten, aber auch für manche demokratischen Länder. Gedankenfreiheit ist ein Ideal geblieben, von dessen Verwirklichung die Menschheit noch weit entfernt ist. Glaubens- und Gedankenfreiheit gehören „an sich“ zu den Grundrechten der Menschen. Die Katholische Kirche ist gerade in letzter Zeit von ihrer grundsätzlichen Leugnung des Rechtes auf Glaubensfreiheit abgewichen. Papst Pius IX. hatte in einer Enzyklika vom 8. Dezember 1864 die Glaubensfreiheit für deliramentum (Wahnsinn) erklärt. Etwa hundert Jahre später bezog die Kirche in dieser Frage eine liberalere Position. Man sollte die Verurteilung der russischen Schriftsteller zum Anlass einer allgemeinen Diskussion in der zu ständigen Kommission der Vereinten Nationen für die Menschenrechte nehmen, um heute auf einer umfassenden internationalen Grundlage diese Präge zu erörtern und um zu einer Konvention zu gelangen, durch welche die Freiheit des Denkens, der Anschauung, des Glaubens gesichert wird, immer noch gelten die mahnenden Worte, die Schiller seinem Marquis Posa im Don Carlos in den Mund legt und die an einen der Mächtigen der damaligen Zeit, den König Philipp von Spanien, gerichtet sind: „Geben Sie Gedankenfreiheit!" Verbindlicher Auftrag Bonn. — Die Verschiebung des Verjährungstermins für NS-Verbrechen durch den Bundestag ist nach Ansicht des neuen Bundesjustizministers Dr. Richard Jäger ein verbindlicher Auftrag,, bis Ende 1966 die „Dunkelziffer“ der NS-Morde aufzuhellen und alle Täter zur Verantwortung zu ziehen. In einem Zeitungsinterview hat Jäger den Ländern jede Unterstiit zung des Bundes bei der Verfolgung nationalsozialistischer Gewaitverbrechen zugesagt. (AWZ) JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4<? B 46-1716 und 655-0297 MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T.E. 78-4784 u. 76-2312 Juden in der Sowjetunion New York. — Alle Religionsgruppen der Sowjetunion blicken vertrauensvoll in die Zukunft, mit Ausnahme der jüdischen, deren Tage als Religionsgemeinschaft gezählt seien. Diese Schlussfolgerung zog die erste, interkonfessionelle Delegation anlässlich einer informativen Mission in der USSR, die der Ueberprüfung der Lage der einzelnen Religionsgemeinschaften dienen sollte. Die Delegation stand unter dem Patronat des „Appeai of Conscience Foundation“ in New York, einer Organisation, die sich den Kampf um die Religionsfreiheit in der Sowjetunion zum Ziel setzte. Sie wurde von folgenden Persönlichkeiten gebildet: „Rabbiner Arthur Schweitz von der „Sichrori Ephraim“-Vereinigung, New York, Präsident der Foundation, dem Methodisten Dr. Harold Bosley, den beiden Geistlichen Thurston Davis und Eugene Cluhane Herausgebern der katholischen Zeitschrift „America“ und dem gewesenen Parlamentsmitglied Francis Dorn. Während einer Pressekonferenz in New York berichteten die Mitglieder der Delegation von den Ergebnissen ihres 11 Tage umfassenden Studiums und den Gesprächen, die sie mit Repräsentanten des russischen Kultusministeriums sowie der christlichen und israelitischen Konfessionen geführt hatten. Es habe sich entgegen aller Voraussicht von sowjetrussischer Seite gezeigt, dass die Religion im allgemeinen weder gestorben sei noch sterben werde. Was jedoch die Lage der Juden betrifft, sei sie ausserordentlich kritisch. Die orthodoxe Kirche hat eine Abteilung fiir Auslandsbeziehungen, die gegenwärtig von dem Metropolitan Nico- Antisemitismus in USA New York. — Die kürzhehe Weile vandalischer Attentate gegen Synagogen und andere jüdische Institutionen sind nicht Teil einer dirigierten Bewegung oder das Werk irgendeiner bekannten antisemitischen Organisation, wie in einem eingehenden Bericht des American jewish Committee festgestellt wird, den Dr John Slawson, amtierender Vizepräsident des AJC vorlegte. Seiner Aussage nach sind diese Ausbrüche auf einen .schwelenden, heftigen Judenhass“ zurückzuführen. Er betont, dass die 14 antisemitischen Zwischenfälle, die sich in Amerika in einem Zeitraum von 150 Tagen bis zum 31. Dezember 1965 ereigneten, die schwersten seit der Epidemie von Hakenkreuz - Schmierereien waren, welche durch die Schändung der Synagoge in Köln in den Weihnachtstagen des Jahres 1959 ausgelöst wurden. (ITA) demo geleitet wird. Die einzelnen Seminar passen sich ihrer Kirche an und diese hält die Beziehungen mit allen Glaubensgenossen in der übrigen Welt aufrecht. Das Gleiche gilt für Protestanten und Katholiken, die die selben Privilegien gemessen wie die Orthodoxen, Nur den Juden sind solche Vorrechte versagt. Selbst Gebetbücher und Mazze fehlen. Innerhalb von zehn Jahren blieben von den ursprünglich 450 Synagogen nur 96 übrig. Viele junge Leute besuchen christliche Kirchen; die Gläubigen in den Synagogen sind durchschnittlich über 70 Jahre alt. „Es steht fest“, erklärten die Mitglieder der Delegation, dass in einem offiziell atheistischen Staat der Religion viele Hindernisse entgegengesetzt werden, da der Staat eine aktive, atheistisehe Propaganda entfaltet und den Religionsunterricht ausserhalb der Gottesdienste verbietet. Dennoch kehrten wir optimistischer, als wir angenommen hatten, aus der Sowjetunion zurück, was unsere Eindrücke inbezug auf die Religion im allgemeinen betrifft." LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1* izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000.— jährl. Or. B. SíNrarci ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52.8211 RAYOS X PARADENTOSE AUF URLAUB bis 1. März ) BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Ermittlungen ruhen Hannover. — Die Ermittlungen der Abteilung „Höhere Schulen“ des niedersächsischen Landesverwaltungs. amtes gegen den 52 Jahre alten Studienrat der hannoverschen Tellkampfschule, Hans Joachim Klinger, ruhen vorübergehend. In einer hannoverschen Schülerzeitung waren ihm „fragwürdige politische Aeusserungen“ über Polen und Hitler vorgeworfen worden. Wie ein Sprecher des Kultusministeriums in Hannover mitteilte, hat Klinger einen Nervenzusammenbruch erlitten und ist zeitweilig krankgesohrieben worden. (AWZ) CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. 1. Blumenfeld (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES — FRACTURAS I. E. URIBURU 285 41-2331 47.5875 2240 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES VERREIST VOM 28. JANUAR BIS 28. FEBRUAR CUBA 2141 T. E. 73-8782 u. 73-6817 VERTRETER IM CONSULTORIO: Or. AKIVA HERSZK0WICZ T. E 70-0495 Consultas: wochentags von 15—18 Uhr Or. A. SANGUINETTI CABILDO 2464 T. E.: 76-2405 Enfermedades Cardiovasculares Aparato Circulatorio Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTKAHLEN - ZAHNZIEHEN - BE¬ HANDLUNG MH GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden. Dienstag — Dounerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERN ANDEZ 2518. T.E. 76-8673 u. 73-0500 Dr. L. 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