Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 27 (1966)
- Issue
- 2156 (18.2.1966)
- Date
- 1966-02-18
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Vier««*, 18 d* Fffttn« de 1966 Año XXVII. — Ni 215« JÜDISCHE WOCHENSCHAU Ereignisse der Parlamentarier in Israel Die vielen Berichte in der Argentinischen Tagespresse über den Besuch der argentinischen Parlamentarier in Israel spiegelten den Enthusiasmus wider, der aus den Ansprachen, Reden und Informationen der Teilnehmer dieses Besuches erkennbar ■wurde. Die Delegation stand unter der Führung des Senators Juan R. Aguirre La. nari, des zweiten Vizepräsidenten des Senats; ihr gehörten die Senatoren José Enrique Gadano. Diogenes Varela Dias. Mariano Fernández. und Miguel A. Martinez Saravia sowie die Deputierten Isidro Fernández Nuñez, Paulino Niembro. Mario Migno. Hugo Minsk und Alberto Garibaldi an. Die argentinischen Gäste, über deren Besuch in Israel bereits in anderem Zusammenhang berichtet worden ist. wurden vom Präsidenten der Republik, Herrn Salman Bhazar, und den höchsten staatlichen Würdenträgern empfangen, u. a. vom Aussenmintster Efoan. Der Vorsitzende des Instituts für kulturelle Beziehungen zwischen Israel und Ibero-Amerika. der frühere israelische ' Botschafter in Argentinien Jakob Tsuf, gab den argentinischen Politikern einen Empfang im King David Hotel zu Jerusalem Den Höhepunkt dürfte der Besuch der argentinischen Parlamentarier in der Knesset gewesen sein, wo sie vom Präsidenten des israelischen Parlaments, Kaddisch Luz mit einer wunderbaren Rede empfangen wurden. Kaddisch Luz sagte u. a.: ..Unsere beiden Länder sind durch eine Freundschaft verbunden, die auf den gemeinsamen Idealen für die Freiheit des Bürgers und die politische Souveränität der Völker basiert. Unzweifelhaft war unser Freiheitskrieg durch die Kämpfe unserer Vorfahren beeinflusst ebenso wie durch die Kämpfe anderer Völker um ihre Freiheit, die früher auseetragen worden waren. H’erzu gehören auch die Kämpfe der lateinamreikanisehen Völker um ihre Unabhängigkeit und die Feldzüge, die vom Heros des argentinisehen Volkes, dem General José de San Martin, geführt worden waren.“ Kaddisch Luz erinnerte ferner daran, dass Argentinien stets jüdi- Schreiben der Deutschen Botschaft Von der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland wurde uns das nachfolgend abgedruckte Schreiben zur Veröffentlichung übergeben, das eine Stellungnahme zum I/aushaltsicherungsgesetz enthält und der DAIA übermittelt worden ist: Botschaft der Bundesrepublik Deutschland Buenos Aires, den 28. Januar 1966 — Der Botschafter — Señor Presidente de la Delegación de Asociaciones Israelitas Argentinas D. Isaac Goldenberg Behr geehrter Herr Präsident! Haben Sie verbindlichen Dank für Ihr Schreiben vom 11. Januar ds. Js., in dem Sie Ihre Besorgnis über das inrwischen in Deutschland erlassene Haushaltssicherungsgeeetz, das auch die Auszahlung von Wiedergutmachungsleiptungen an Verfolgte des nationalsozialistischen Regimes betrifft, Ausdruck geben. Ich habe auch dieses Schreiben umgehend an die zuständige deutsche Behörde weitergeleitet. Sie können versichert sein, dass die Durchführung der Wiedergutmachungsgesetzgebung ein aufrichtiges Anliegen nicht nur der Botschaft, sondern insbesondere auch der deutschen Regierung darstellt. Sie protestaren in Ihrem Schreiben gegen die „actitud negativa del gobierno alemán que perjudica irreparablemente a los comprendidos en aquellas compensaciones“. Ich möchte hierzu doch sagen, dass Ihre Besorgnisse Insofern nicht ganz begründet sind. De Bundesrepublik Deutschland hat bereits bis jetzt 19 Milliarden 500 Millionen DM für Wiedergutmachungsleistungen ausgezahlt. Nach den jetzigen Schätzungen werden die Zahlungen für die Abwicklung der gesamten Wiedergutmachungsgesetzgebung sich auf etwa 34 Milliarden DM belaufen. Dies sind Beträge, die weit über die Vorstei. Jung hinaussehen, die man sich im Jahre 1952 bei dem Beginn der ~W:edergutmachungsgesetzgebung machte. Das neue Haushaltssicherungsgesetz greift auch nicht ernsthaft in die Ansprüche der Wiedergutmachungsberechtigten ein. Es sieht aufgrund der prekären Haushaltsiage der Bundesrepublik Deutschland lediglich vor, dass ein kleiner Teil dieser Ansprüche erst ein oder zwei Jahre später ausgezahlt wird. In alien Härtefällen ist dafür gesorgt, das« die Auszahlung ohne Verzögerung vorgenommen wird. Diese Haltung steht durchaus im Einklang mit den vertraglichen Verpflichtungen Deutschlands. In den 1952 zwischen Deutschland und den drei westlichen Alliierten zur Wiedererlangung der deutschen Souveränität abgeschlossenen Verträgen ist der Bundesrepuhlik ausdrücklich das Recht eingeräumt worden, bei der Festsetzung der Zeit und Methode für Entschädigungszahlungen sowie bei der Bereitstellung ausreichender Mittel Ihre Zahlungsfähigkeit zu berücksichtigen. Die gleiche Klausel findet sich au“'n in dem zwischen Deutschland und der Jewish Claims Conference 1952 abgeschlossenen Haager-Protokol! das ebenfalls vorsieht, dass -für das einzelne Haushaltsjahr jeweils die Mittel entsprechend der Zahlungsfähigkeit der Bundesrepublik bereitgestellt“ werden. Die Bundesrepublik hat bei dem Erlass des Haushaltsckherungsgesetzes von diesen ihr auch von jüdischer Seite zugestandenen Rechten Gebrauch gemacht. Trotzaem werden auch im Jahre 1966 und 1967 jeweils 1 Milliarde »00 Millionen DM an Wiedergutmachungsleistungen gezahlt werden. Dieser Betrag liegt über den Ziffern, die jn den vorhergehenden Jahren ausgezahlt worden sind. Tch hoffe, dass hiermit Ihre Besorgnisse weitgehend verstreut worden sind. Mit vorzüglicher Hochachtung gez. Mohr sehen Fiiichtlingen die Tore geölfnet habe. Bei ihrer Rückkehr äusserten sich die argentinisenen Parlamentarier stark von dem beeindruckt, was sie in Israel, seinen Städten, seinen Industrien. seinen Dörfern, seinen Landwirtschaften, seiner Kolonisation, seiner Eroberung der Wüste des Negew, seinem Erziehungswerk, seinem Parlament und dem allgemeinen bürgerlichen, alltäglichen Leben gesehen haben. Auch die persönlichen Erlebnisse bei zufälligen Begegnungen mit Jugendlichen die aus Argentinien nach Israel gekommen waren und dort leben spiegeln den Eindruck wider, den diese Parlamentarier von Israel und dem Leben des jüdischen Volkes in seinem Lande erhalten haben. Das Jahr Chaj Israel geht in sein 18. Jahr, das Jahr Chaj. Die Vereinigte Kampagne, die die Aufgabe als ein Organ des Keren Hajessod hat, die jüdischen Herzen und Mittel zu mobilisieren, um an dem Werk des Aufbaus und der Erfüllung teilzunehmen, hat 6chon eine Reihe von Vorbereitungen getroffen, um die Aktion Chaj mit Erfolg durchführen zu können. Hierüber berichtete der Präsident der C. U , Herr Isaak Levin, der soeben von e;ner Reise aus Israel zurückkam, wo er am Kongress des Keren Hajessod teilgenommen hatte. Bei dieser Gelegenheit informierte Herr Levin zunächst über den Ablauf der Beratungen in Jerusalem, um dann über die hier getroffenen oder noch zu treffenden Vorbereitungen zu sprechen. Die Aktion soll am 20. März durch eine Persönlichkeit proklamiert werden deren Besuch aus Israel erwartet wird. Zur Verstärkung der Arbeit wird der frühere Vizebürgermeister von Tel Aviv, Herr Moises Goldstein, nach Argentinien kommen. Möglicherweise wird auch der neue Vorsitzende der Jewish Agency, Arie Pinkus, Argentinien besuchen. — Für den ORT Auf einer Versammlung, die auf Initiative der DAIA stattgefunden hatte, und an der alle zentralen Körperschaften des jüdisch-aygen- HAKENKREUZE London. — Am londoner Gerichtsgebäude „Old Bai ley“ wurden etwa 12 Hakenkreuze angeschmiert mit dem Zusatz „Hughes ist unschuldig“ Hughes hat sich vor dem Gericht zusammen mit zwei weiteren Angeklagten wegen Brandlegung in einer Svn. ägoge zu rechtfertigen. — tinischén Lebens teilnahmen, u. a. die AMIA und der Waad Hachinuch, wurde beschlossen, der Organisation ORT jede erforderliche Hilfe im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten zuteil werden zu lassen. Die Veranstaltung wurde vom Präsidenten der DAIA, Dr. Jizchak Goldenberg, geleitet. Tur ist en nach Israel Annähernd 300.000 Turisten haben im vergangenen Jahr Israel einen Besuch abgestattet, das bedeutet eine Erhöhung des Turismus im Vergleich zum Jahre 1964 um mehr als 18 Prozent. Die Zahl der aus Südamerika kommenden Turisten hat sich ebenfalls nicht unerheblich erhöht. Es ist interessant, dass vor allem die Zahl der nichtjüdischen Turisten erheblich gewachsen ist. — Weltkongress Die 5. Weltkonferenz des Jüdischen Weltkongresses wurde durch dessen Präsidenten, Dr. Nachum Goldmann, für August dieses Jahres nach Brüssel einberufen. — Die Tagesordnung wurde noch nicht festgelegt. Man erwartet, wie aus New York mitgeteilt wird, auch Teilnehmer aus den Ostländem. — Neuer Macabi-Vorstand Organización Hebrea Argentina MACABI wählte einen neuen Vorstand, der vor wenigen Tagen sein Amt angetreten hat. Der Vorsitzen, de ist wiederum der bekannte Arzt und Mitarbeiter verschiedener zentraler Organisationen, Herr Dr. David Roizin. — Debatte um Stellvertreter Die Debatte, die nach dem Verbot des Theaterstücks „Der Stellvertreter“ des deutschen Dramatikers Rolf Hochhuth eingesetzt hat, ist in der letzten Woche mit wachsender Lebhaftigkeit fortgesetzt worden. Wir bedauern, nicht alle Meinungsäusseruogen hier wieder geben zu können da dies *eit über unsere technischen Möglichkeiten hinausreicht. Wir müssen uns deswegen darauf beschränken, einige Ansichten in gekürzter Form wiederzugeben. Es wäre falsch anzunehmen, dass diese Debatte uns nicht berühren würde. S^e geht uns an, und wir haben Stellung zu nehmen. Dabei aber müssen wir nochmals unterstreichen, dass weder der Autor noch der Inhalt seines Werkes . jüdisch“ ist oder von Juden inspiriert wurde. Auch die hiesige Auf. fübrung hat mit Juden nichts zu tun. da weder die Direktoren des Theaters Lassalle noch die Schauspieler Juden sind. Aber abgesehen hiervon hat das aufgeworfene Problem und der durch das Verbot des Bürgermeisters entstandene Meinungsstreit mit den Rechten zu tun die jedem Bürger eines Landes, unabhängig von seinen Auffassungen. seiner Weltanschauung, Relieion. seinem Glauben seiner Farbe oder Parteizugehörigkeit zu stehen. Für und gegen SADE, Sociedad Argentina de Escritores, hat durch ihren Präsidenten C. Cordoba Iturburu und seine Sekretäre Maria Angélica Bosco und Lysandro D. Galtier dem Bürgermeister der Stadt ein Schreiben übersandt, in dem eg u. a. heisst: „Mit wahrhaftem Bedauern müssen wir uns an den Intendenten wenden, um unserer Solidarität mit all den Auiiassungen Ausdruck zu verleihen, die in diesem Augenblick es zurückweisen, dass das Theaterstück als ein „verbotenes Werk“ bezeichnet wird. Die SADE will nicht über den ästhetischen Wert de6 Stückes ein Urteil abgeben noch zu der historischen Wahrheit seines Inhalts Steilung nahmen. Aber oie SADE ist der Meinung, dass — wenn Schwächen oder Irrt ümer enthalten sind, diese Schwächen und Irrtiimer öffentlich inner, halb der Grenzen der Freiheit debattiert werden können, jener Freiheit der Meinungsäusserung, die durch unsere Institutionen garantiert wird...“ In den weiteren Ausführungen wird hervorgehoben, dass dieses Recht der freien Meinungsäusserung zu den demokratischen Grundrechten gehört, sodass auch die Möglichkeit bestehen muss, gegensätzliche Meinungen zu denen der Mehrheit auszusprechen. Unter Berücksichtigung dieser und anderer Gesichtspunkte bringt SADE seine Gegnerschaft zu der vom Intedenten getroffenen Massnahme zum Ausdruck. Die argentinischen Schriftsteller werden niemals darauf verzichten, dass ihr Vaterland als eines der Länder von der Welt betrachtet wird, in denen Freiheit und gegenseitige Toleranz herrschen, die allein die friedli- ( Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) Unsere Ruth Claudia hat ein Schwesterchen bekommen. LILIANA JEANETTE Hocherfreut BENNO WILLNER EVA WILLNER geb. GOTTESMAN z. Zeit Litfle Company of Mary 15. 2. 1966 n " 2 Die BARMIZWAH unseres Sohnes J0R0E MARIO findet s.G.w, am 26. Februar 1966 in der Synagoge Achduth Jisroel, Moldes 2449 um 8 Uhr 30 statt. WILLY HEIMENRA TH und Frau ROSEL geb. ARONTHAL Empfang: Sonntag, den 27. Februar, von 18—20 Uhr Pinto 3611 Biblioteca Ciencia e Historia de las Religiones dirigida por MARSHALL T. MEYER G. STEPHEN SPINKS: Introducción a la Psicología de la Religión. uEO BAECK: La esencia del Judaismo (Wesen des Judentums) Grandes Epocas é Ideas del Pueblo Jadío l IEJEZKEL KAUFMANN; Le Epoca bíblica II RALPH MARCUS: La Epoca Helenística III GERSON D. COHEN: La Epoca Talmúdica IV. ABRAHAH S. HALKIN: La Epoca Judeo- Islámica V CECIL RCTH: La Epoca Europea VI. SALO W. BARON: La Epoca Moderna Editorial Paidos Buenos Aires n" n Die BARMIZWAH unseres Sohnes ALBERTO findet, s.G.w. am Schabbos Mischpotim, den 19. Februar in der Synagoge Achdus Jisroel, Moldes 2449, um 8 Uhr 30 statt. HORST SPANGENTHAL und Frau CLOTILDE geb. SCHUSTER LUACH — (KALENDER) Freitag, den 18. Februar 28. Shewat Sonnabend, den 19. Februar 29. Shewat Schabbat MISHPATIM — Schabbat SHEKALIM Haftara 2. Buch Könige, Kapitel 11 Sonntag, den 20. Februar 30. Shewat 1. Tag Rösch Chodeseh ADAR Montag, den 21. Februar 1. Ader 2. Tag Rosch Ohodesch ADAR Dienstag, den 22. Feruar 2. Adar Mittwoch, den 23. Februar 3. Adar Donnerstag, den 24. Februar 4. Adar Freitag, den 25. Februar 5. Adar Sonnabend, den 26 Februar 6. Adar Schabbat TRUMAH — Haftara 1. Buch Könige, Kap. 8 Sonntag, den 27. Februar 7. Adar Montag, den 28. Februar 8- Adar Dienstag, den 1. März ®- Adar Mittwoch, den 2. März 1®- Adar Donnerstag, den 3. März H. Adar Fasten Elster Freitag, den 4. März 32. Adar