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Jüdische Wochenschau · 1966-02-18 · 2156 (18.2.1966) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2156 (18.2.1966)
Date
1966-02-18
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — VfeMie», 18 dt Febra« dt 1966 SEMANA ISRAELITA Año XXVII. — Nv 2156 Probleme des Augenblicks | (Schluss von Seite 1) nur noch die Bemerkung, die Häftlinge hätten sich selber vergast“. Bezeichnend war, dass weder der sch werbeschwidigte Angeklagte Neubert noch seine beiden Verleidiger nach der Aussage 'W-ollheims eine Erklärung »bgaben oder an den Zeugen irgendwelche Fragen richteten. Bei einer späteren Gelegenheit meinte einer der Verteidiger, die Aussage dieses Zeugen habe keinen Wert, da Hass aus ihr spräche Selbst, wenn dies der Fall wäre, — was im übrigen nach dem Erlebten wohl nicht überraschend sein würde. — dürfte dieser Einwand kein Argument gegen die Richtigkeit einer Zeugenerktärung sein. — IV. Suche nach Wahrheit Selten hat ein Theaterstück eine so heftige und weltweite Debatte wie „Der Stellvertreter“ ausgelöst. Das “Werk Hochhuths ist viel gelobt und noch mehr kritisiert worden. Aber die Tatsache, dass alle Kreise sich für dieses Drama und den dort behandelten Stoff interessieren, beweist, dass Hochbuth eine brennende, ungelöste und nicht ausreichend geklärte Frage aufgeworfen angeschnitten, dargestellt und für sich beantwortet hat. Der Dichter begnügte sich keinesfalls nur mit Behauptungen. sondern fügte seinem Drama ausführliche Dokumentationen bei. Das mag für einen Dramatiker ungewöhnlich sein. Aber Hochhuth ahnte wohl, dass sein Drama einen Sturm der Leidenschaften entfesseln würde, was auch tatsächlich ein. getreten ist. Die Zahl der Stellungnah- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1’ izq. nachm. 16—IS Uhr Telefon: 80-6930 men ist nicht mehr zu übersehen. Es wurden bereits Bücher mit Meinungen pro und contra geschrieben, die äusserst interessant für denjenigen sind, der selbst nach der historischen Wahl heit sucht und keine vorgefasste Meinung hat. Man wird verstehen. dass es für einen Katholiken nicht angenehm und vielleicht sogar unerträglich ist, eine so herbe wie die vom Dichter Hochhuth geübte Kritik über den Papst Pius XII. zu lesen oder zu hören. Aber die historisehe Wahrheit nat schon des öfteren in der Geschichte Wunsch- und Traumvorstellungen zerstört, was immer für denjenigen enttäuschend ist. der mit diesen Vorstellungen lebte. Möglicherweise erwachsen hieraus auch Hef tigkeit und Bitterkeit der Debatten über die Frage ob Papst Pius XII. geschwiegen hat, wo er hätte sprechen müssen. Man verwechselt häufig die von Hochhuth aufgeworfene Problematik mit anderen Tatsachen, denn Hochhuth will wohl nicht in Ab rede stellen, dass der Papst in manchen Fällen den Juden geholfen hat. wofür heute gern eine Stellungnahme der Frau Golda Meir zitiert wird. Hierum geht es nicht. Denn wenn auch der Papst in einzelnen Fällen zugunsten der Juden gehandelt hat und ihnen Asyl oder Un. terschlupf bot. so hat das mit der These Hochhuths überhaupt nichts zu tun Hochhuth sagt, der Papst habe geschwiegen, wo man sein Wort erwartet hat und erwarten musste. Ist diese Behauptung richtig? Dies zu beantworten, ist in erster Linie die Aufgabe der Historiker, die sich mit Eifer diesem Thema zugewandt haben. Einer von ihnen, der in Genf lebende Wissenschaftler Saul Friedländer, hat die ihm zugänglichen Akten aus der Zeit vom 1. Januar bis zum 15. Oktober 1943 bis in alle Kleinigkeiten untersucht. Immer wieder bedauert er in seinem REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschaeft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. verät Sie kostenlos und lBverbindlicb beim Kauf oder Verkauf von SESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN VIRREV DE1 PINO 2262 T. E. 73-7887 Wer kannte Abraham Schoenbalz fr. Mitglied des Boxklubs Makkabi Köln Mitteilungen an La Semana Israelita unter A S 17 Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76 5842 JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSST1CKEREIEN Schabbosdeckeu Tailiebeutel Käppchen Mar zot-Tasehen - Band- und Maschkjenstickerel von Bett- und Tischwäsche Dr. P. L RIVERA 2585 (fr Bebedero) T. E 73-9155 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76 0286 73-1049 Werk, dass der Vatikan seine Archive noch nicht geöffnet hat. Hier lag in der Tat eine wichtige Lücke zur Urteilsbildung vor, die — wie jetzt bekannt wird — geschlossen werden soll Der Substitut im Päpstlichen Staatssekretariat, Erzbischof Sa moré, hat in Rom den ersten Band einer Aktenpublikation des Heiligen Stuhles über den Zweiten Weltkrieg vorgelegt. Bearbeiter der ganzen Reihe sind drei Jesuiten, der Franzose Pierre Biet, der Italiener Martini und der Deutsche Burkhard Schneider. Martini berichtete über den Inhalt des ersten Bandes. Die diplomatische Tätigkeit des Heiligen Stuhls weise zwischen März 1939 und August 1940 drei Höhepunkte auf: 1. Die Bemühungen um eine internationale Konferenz zur Verhinderung des Krieges im Mai 1939; 2. die mit den grossen Ansprachen des Papstes am 24. und 31 August 1939 verbundene Aktion; 3. die Verhandlungen zur Verhinderung einer Erweiterung des Konflikts im Frühjahr 1940 (Italien). Im Mai 1939 habe der Heilige Stuhl mit den fünf unmittelbar beteiligten Mächten ins Gespräch zu kommen gesucht. Er wollte feststellen, ob Italien, Deutschland. Polen, England und Frankreich noch zu gemeinsamen Verhandlungen bereit seien. Das Ergebnis war negativ Zweierlei aber wurde dabei deutlich. Im Augenblick war die Lage nicht bedrohlich. Alle behaupteter., dass sie im Notfall ein Eingreifen des Papstes begriissen würden. In England hatte das Verhalten des Papstes besten Eindruck gemacht. Zeitweise kam es zu einem Zusammenspiel zwischen der päpstlichen und der englischen Diplomatie bis in den Herbst hinein. Bis in den September bemühten sich der Heilige Stuhl und England, den Konflikt zu vermeiden oder wenigstens zu lokalisieren 1940 fand eine Ausweitung dieser Bemühungen auf die Vereinigten Staaten statt. Damals versuchten die Ver-! einigten Staaten und der I Heilige Stuhl gemeinsam. Mussolini neutral zu halten — mit dem bekannten Misserfolg. Mussolini gab auf die päpstlichen Schritte immer ausweichende und unklare j Antworten. Hitler hat nichts getan, um den Vatikan wirksam einzuschalten. Eis blieb bei schönen Worten. Der deutsche Botschafter von Bergen wurde zwar unmittelbar nach der Thronbestei. gunng Pius’ empfangen, aber danach hat er Keine Audienz mehr bis zum Kriegs beginn erbeten. Martini meint, dass Sie will Jüdin werden Jerusalem. — Eine Urenkelin von Heinrich Heine erschien beim R-abbinat in Israel und bat. darum, ins Judentum aufgenommen zu werden, wie die israelische Zeitung „Jediot Achranot“ meldete. Das Rabbinat weigerte sich, den Namen der jungen. 21jährigen Frau anzwgeben, die mit ihrer Familie in Westdeutschland lebt. Die Frau erklärte dem Rabbinat. sie habe schon Jüdin werden wollen, als sie 16 Jahre alt war. nachdem sie einen Film über die Nazi verbrechen und die Massenmorde an den Juden gesehen habe. Zur gleichen Zeit habe sie davon Kenntnis erhalten, dass ihr Vorfahre Heinrich Heine, ursprünglich Jude gewesen ist. Wie das Rabbinat mitteilte, handele es sich um eine rehr ernsthafte junge Frau, deren Ansuchen vom Rabbinat geprüft wird. (ITA) LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrelléis Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, IV izq. T.E. 83-2613 Abono-Preis« Argentinien; $ 700— pro Jahr Ausl. $ 1.000,— jährl. JACOB LAPIDUS dipl. Mohd NEUE ADRESSE VIAMONTE 2037 4? B 46-1716 und 655-0297 M0HEL N. PLAKSIN Superí 2719 T.E. 78-4784 u. 76-2312 Bergen die Haltung des Vatikans völig falsch beurteilt habe. Wenn er berichtet habe, dass der Heilige Stuhl auf seiten Deutschlands stehe, stimme das nicht. In Wirklichkeit habe der Vatikan über den Parteien gestanden und in keinem Augenblick Polen opfern wollen. Aber auch Polen habe auf die Bemühungen des Papstes nie klar geantwortet. Nach Kriegsbeginn erfolgte der unerwartete Besuch Ribbentrops im Vatikan. Der Papst hebe ihn in erster Linie auf die kirchlichen Verhältnisse in Deutschland angesprochen und Besserung verlangt. Er habe sich aber auch bemüht, politische Themen, darunter Polen, ins Gespräch zu bringen. Ribben. trop sei ausgewichen und habe sich nicht festlegen lassen. Im übrigen sei der Reichsaussenminister siegessicher auf getreten. Papst Pius XII. habe sowohl am 31. August 1939 als auch im Mai 1940 die Bitte Frankreichs und Englands um eine Verurteilung der Aggression nicht erfüllt. Er begründete sein Schweigen damit, dass er durch Appelle dieser Art die Leiden der Opfer noch vergrössern würde. Eh1 dachte dabei sowohl an dig deutschen Katholiken wie an die Polen. Persönlich wurde es ihm nichts ausmachen, habe Pius XII. gesagt ins Konzentrationslager zu kommen. — Soweit Martini. Hier scheint die Linie bereits vorgezeichnet, die von Pius XII. später auch bei der Behandlung der Judenfrage eingehalten werden sollte. Erzbischof Samoré sagte bei Bekanntgabe des ersten Buches, dass es sich nicht um ein Weissbuch, sondern um eine wissenschaftliche Quellenpublikation handele, die vollständig alle im Besitz des Vatikans befindlichen Akten über den Zweiten Weltkrieg enthalte. Damit werde eine Ausnahme von der geltenden Regel gemacht. Die Akten Publikation hat den französischen Titel: „Aetes et Documents du Saint Siège relatifs à la Seconde Guerre mondiale“. Die Veröffentlichung «-folgt in drei Reihen : Tätigkeit des Heiligen Stuhls zur Wahrung des Friedens und zu der Begrenzung des Zweiten Weltkrieges, Tätigkeit des Heiligen Stuhls auf dem Gebiet der Karitas und Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52.8214 RAYOS X PARADENTOSE AUF URLAUB bis 1. März 0 STERN saemtlicher BERNARD Ausführung MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 der Hilfe; Seelsorge und Verbindung mit den Bischöfen. Der veröffentlichte Band der ersten Reihe enthält die diplomatische Tätigkeit des Heiligen Stuhles von der Thronbesteigung Pius’ XII. im März 1939 bis zum August 1940. Der nächste Band soll bald folgen, mit sämtlichen Briefen Pius’ XII. an die deutschen Bischöfe von 1939 bis 1949. Danach folgen die Briefe des Papstes an die Bischöfe anderer Nationen. Durch die Einleitung Samores wurde der offizielle Charakter der Veröffentlichung hervorgehoben. Mit dem Beginn dieser Pu-; blikatkm wird die im Gang 1 Neo-Nazis Bonn. — Schändungen jüdischer Friedhöfe und Hakenkreuzschmierereien nahmen im Jahre 1965 gegenüber 1964 zu, wie der deutsche Justizminister Richard Jäger mitteilte. Diese Antwort wurde vom Minister auf eine Rückfrage im Bundestag erteilt. (ITA) befindiche Debatte ein anderes, höheres, von Leidenschaften entlastetes Niveau erreichen. Man wird auf einer festeren Grundlage sich auseinandersetzen können und der Wahrheit näher kommen als bisher, auf allen Seiten. — CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. I. Blumenfeld (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Bueno« Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES — FRACTURAS 41-2331 — 2240 47-5875 J. E. 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