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Jüdische Wochenschau · 1966-02-11 · 2155 (11.2.1966) · p. [Seite 4]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2155 (11.2.1966)
Date
1966-02-11
Page
[Seite 4] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Viernes, II de Tt hi er« «It 1966 J ti D I S C B £ WOCHENSCHAU Ami XXVII. — N? 2IS5 nisse ¿er Woche Der bekannte Rabbiner und Historiker Dr. Joachim Prinz, einst Rabbiner der Berliner Jüdischen Gemeinde, seit vielen Jahren Rabbiner in Newark und führender Politiker des Amerikanischen Jüdischen Kongresses, schrieb bereits 1930 in seiner ,,Illustrierten Jüdischen Geschichte“ im Kapitel „Napoléons Judenpolitik“ u. a. folgendes, was hier gekürzt und auf Anregung eines aufmerksamen Lesers und Zeitbeobachters wiedergegeben wird, der uns auf diese Stelle über die von Napoléon einbefohlene Notabein - Versammlung hinwies: „De Sitzung wird gekrönt durch die Rede eines Juden aus Nizza, eines jungen Mannes namens Avigdor, der sich nicht entblödet, die Notabelnversammlung aufzufor. dern, der Katholischen Kirche den Dank dafür abzustatten, dass sie in so besonders gnädiger Weise die Juden im Laufe ihrer Geschichte geschützt und beschirmt hat. Man stelle sich das vor: Das ganze Mittelalter und auch die anbrechende Neuzeit ist erfüllt von gehässigen Kämpfen der Kirche gegen die Juden, und nur die Zeit der frühen Renaissance hat unter den verweltlichten Päpsten die Lage der Juden gemildert. Reihte man Scheiterhaufen an Scheiterhaufen, die von der Kirche entzündet worden sind, um Juden zu verbrennen, ganz Europa würde ein Meer von Flammen sein. Und zählte man die im Namen der Heiligkeit und der Religion erschlagenen Juden im Laufe ihrer Geschichte, Europa wäre ein einziger Friedhof. Juden, Nachkommen dieser Erschlagenen, selbst hier in eine Versammlung gezerrt, die ihr eigenes Todesurteil zu fällen bestimmt ist, lächerliche historische Schwachsinnige, geben sich die Blösse, der katholischen Kirche die Reverenz zu machen und ,,fiir die fortwährenden Wohltaten der christlichen Geistlichkeit in vergangenen Jahrhunderten gegen die Juden verschiedener Länder •Europas“ zu danken und zu betonen, dass wir besonders den Päpsten dankbar sein müssten, die „den Juden verschiedener Länder in jenen Zeiten Aufnahme gewährten, als Barbarei und Aberglaube und Unwissen. heit sich zur Verfolgung und Ausstossung der Juden aus dem Schosse der Gesellschaft i vere nten.“ | Man stelle sich den Emp- ' fang des Protokolls der Notabelnsitzung in den kirchlichen und staatlichen Kanzleien vor. Das ist der beste Stoff für die Stammtische in! den kleinsten und grössten Staatskanz'eien und fiir die I he teren Dspute der geistli- I dien Herren.“ j Soweit Historiker Prinz. — Kommentare oder Erläute- | rungen irgendeiner Art diirf- 1 ten überflüssig sein. — Die Juden wissen... Gründen die Juden auch in diesem Schreiben der katholischen Anwälte angesprochen werden, als ständen sie mit diesen Vorgängen in Verbindung. Offensichtlich irren sich die katholischen Anwälte in diesem Punkt, denn weder der Dichter, sein Werk, sein Uebersetzer oder die Theaterleute in Buenos Aires haben etwas mit den Juden zu tun, die genau so wenig als Gemeinschaft eine Meinung zu diesem Werk äussern werden, sollen oder können, wie irgendeine andere Bevölkerungsgruppe hierzu Veranlassung hätte. Aufführung verboten In ihrem Kampf gegen das Theaterstück de$ deutschen (protestantischen) Dichters! Rolf Hoehhuth haben die meist rechtsradikalen Kreise! alles versucht, um die Auf- . führung dieses Stückes zum j Anlass von Auseinanderset j zungen zu machen, die mit ei- 1 ner Theatervorstellung nichts | mehr zu tun haben. Immer j wieder haben sie sich darum | bemüht, die jüdische Gei meinschaft durch die DAIA oder den ,Oberrabbiner‘ hin- | einzuziehen, den sie ebenso j wie die DAIA dann als ei-! ne Autorität anerkennen, \ wenn es ihnen opportun oder aus irgendweihen Gründen zweckmässig erscheint. Auch die Korporation katholischer Rechtsanwälte San Alfonso Maria de Ligorio meldete sich zu Wort und sandte dem Direktor der Zeitung „La Naciön“ einen of-! fenen Brief, in welchem sie | dagegen Protest erhebt, dass | die Verleumdung und Lüge sich hinter einem litevarisehen Werk verstecken will. Mit dieser Behauptung wird bereits vorweggenommen, was eigentlich zu beweisen wäre. Aber auch das würde uns nicht stören, denn Juden sind es beinahe 2.000 Jahre gewöhnt, dass von katholischer Seite Behauptungen aufgestellt, aber nicht bewiesen werden, die man als Wahrheiten verkündet.; bis man sie dann zurück- | nimmt, nachdem sie meist das Leben vieler Unschuldiger gekostet haben. Die katholischen Anwälte berufen sich dann darauf, dass die Juden in dem angegriffenen Papst Pius XII. einen tatkräftigen Fürsprecher gehabt haben würden ■wobei man sich auf Frau Golda Meir bezieht, die schon 1958 die Tätigkeit des Papstes Pius XII anerkannt hätte. Trotzdem bleibt unverständlich, aus welchen Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr. 55: JOVCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval Merkwürdi ge Rechtsfäll.e Nr. 57/58/59: GERALD REITUNGER: Ausrottung der Juden Europas 1939—1945. Nr. 60: MARQUIS DE SADE: De Kastanienblüte und andere Erzählungen. Nr. 61: DIE SIEBEN TODSUENDEN — Vierzehn Essays Nr. 63: ft .ta KAZAN: Amerika — Amerika, Roman Nr 64/65: HORST LANGE: Schwarze Weide. Nr. 66 GEORGES BERNANOS: Ein böser rraum Nr. 67: LEONHARD FRANK: Das Ochsenfurter Män öerquartett. Es kosten: Einfachband DM 2.50; Doppelband DM 3,80; Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch edle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München Durch Dekret nat der Bürgermeister von Buenos Aires die Aufführung des Theaterstücks „Der Stellvertreter“ am letzten Wochenende verboten, nachdem wie die bonaerenser Morgenzeitung „La Prensa“ mitteilte, die „Comisión Honoraria Asesora para la Calificación Moral de Espectáculos Teatrales“ ihr Urteil abgegeben hatte. In der Begründung ihrer Stellungnahme wird u.a. darauf hingewiesen, dass der Autor dieses Theaterstückes die höchsten kirchlicnen Stellen, vor allem den verstorbenen Papst Pius XII in verletzender Form angreift und ihn für Verorechen verantwortlich macht, die von den Nazis begangen worden seien. Dies stehe mit der Wahrheit im Widerspruch wobei sich die Kommission genau so wie frühere Kritiker Hochhuths auf eine Aeu. sserung der früheren israelisehen Aussenministerin, Frau Golda Meir, als Kronzeugin für die Hilfeleistungen des Papstes beruft. Durch das Theaterstück werden die Gefühle des argentinischen Volkes aufs schwerste verletzt, sodass das Verbot der Aufführung erlassen werden musste. — Wie weit die Gefühle des Volkes verletzt werden, müssen die für dieses Volk zuständigen Instanzen entscheiden. Ueber die historischen Zusammenhänge sollen die Historiker ihr Urteil abgeben. Bisher hat der Vatikan, wie bekannt, die wichtigsten Dokumente über diese Zeit nicht freigegeben, sodass trotz der Erklärung von Frau Meir ein endgültiges Urteil wohl schwer abgegeben werden kann. Im übri- USA- Indianapolis. — Die Jugendkriminalität ist in den Vereinigten Staaten von Nordamerika in starkem Ansteigen begriffen. Aber jüdische Jugendliche sindhieran nur in ganz geringem Umfang beteiligt. Dies ergibt sich aus einem Bericht, den James Symington, der Executivdirektor des vom Präsidenten Johnson geschaffenen Comites gegen die Jugendkriminalität abgegeben hat. Symington erklärte, dass die jüdischen Familien eine moralische Kraft auch über ihre Jugend besitzen, die grösser ist als diejenige, die von der Regierung künstlich geschaffen werden muss. De Regierung sei nicht imstande, diese moralischen Kräfte von einer Gemeinschaft auf andere zu verpflanzen. Symington führte aus, dass der Vater in der jüdischen Familie die moralische Autorität sei. Wörtlich sagte er: „Der Vater ist das Gesetz“. Bei seinem 13. Lebensjahr würde dem jüdischen Jugendlichen zum Bewusstsein gebracht, dass er ein verantwortlicher Mensch ist. So brauchen diese Jugendlichen nicht auf andere Weise unter Beweis zu stellen, dass sie Männer sind, nicht durch Diebstahl oder den Gebrauch einer Waffe. Es sei die Aufgabe der Regierung, das Familienleben zu stärken. Hierzu könne die Regierung dadurch beitragen, dass entsprechende Wohnungen bereit gestellt werden, dass für die Gesundheit der Kinder, für ein gutes Schulwesen und polizeilichen Schutz gesorgt wird. Was darüber hinaus in einer Familie vor sich gehe, sei deren Privatsache. — NACHRICHTEN AUS ISRAEL gen arbeiten die verschiedenen historischen Kommissionen, soweit bekannt auch eine des Vatikans um die Zu. sammenhänge aufzuhellen. Eine weitere Frage bleibt offen: ob man durch Verbote die Freiheit der Meinungsäusserung einschränken darf oder nicht. Dieses Problem ist so alt wie die Kultur der Menschheit. Sicher ist nur, dass sich die Wahrheit nicht durch Verbote aufhaiten lässt. Was die Wahrheit ist, darüber kann man streiten, sich auseinandersetzen, diskutieren und durch Tatsachen begründen Ein Hinweis Ein bekannter katholischer Schriftsteller, Walter Drks, der gerade jetzt in weiten Kreisen anlässlich seines 65. Geburtstages gefeiert wurde, schreibt in der deutschen Zeitschrift „Frankfurter Hef. te‘‘ über die seit einigen Jahren zu beobachtende Tendenz der Katholischen Kirche und ihrer hohen Würdenträger, in Fragen des weltlichen Lebens Stellung zu nehmen. Er spricht von einem Wächteramt der Kirche und führt in diesem Zusammenhang aus: „Zum Schluss hat auch Herr Hoehhuth mitgeholfen: nachdem ein Schweigen in wichtiger politisch - moralischer Sache einem Papst einen so herben Tadel eingebracht hat, möchte niemand erneut geschwiegen haben.“ Offensichtlich geht auch der Katholik Drks von der Biblioteca Ciencia e Historia de las Religiones dirigida por MARSHALL T. MEYER G. STEPHEN SPINKS: Introducción a la Psicología de la Religión. lEO BAECK: La esencia del Judaismo (Weson des Judentums) Grandes Epocas é Ideas del Pueblo Judío L IEJEZKEL KAUFMANN: La Epoca bíblica II. RALPH MARCUS: La Epoca Helenística III. GERSON D. COHEN: La Epoca Talmúdica IV. ABRAHAH S. HALKIN: La Epoca Judeo- Islámica V. CECIL RGTH: La Epoca Europea VI. SALO W. BARON: La Epoca Moderna Editorial Paidos Buenos Aires Tatsache aus, dass ein Papst geschwiegen hat. wo er hätte sprechen sollen, worauf hinzuweisen ist. Jedenfalls dürfte der gesamte Fragenkomplex nicht so einfach liegen, wie die Ehrenkommission der Stadtverwaltung aus eigener Machtvollkommenheit entschieden hat. Ob die von Hoehhuth gewählte Form und seine weitgehenden Anklagen in allen ihren Einzelheiten richtig und klug gewählt sind, steht auf einem anderen Blatt. Dass mit dem Verbot die erregte und sachliche Diskussion über ge wisse Vorgänge der jüngsten Vergangenheit nicht beendet werden kann, werden wohl auch die Mitglieder der Kommission und die für das Verbot sonst zuständigen Stellen wissen. — BIBLISCHER ZOO Der Direktor des jerusalemer Biblischen Zoos erhielt vom amerikanischen Land. Wirtschafts-Ministerium zur Fortsetzung seiner zoologischen Forschungen an der Hebräischen Universität einen Betrag von 370.000 IL.' MIZPE-RAMON Zwischen dem Wohnbauministerium und der Ortsverwaltung von Mizpe-Ramon wurde eine Vereinbarung über die Errichtung eines Handelszentrums und eines Kinos in Mizpe-Ramon getroffen. NEUE FABRIK Einige Proteste Inzwischen haben verschiedene Organisationen gegen das von der Stadtverwaltung ausgesprochene Verbot der Aufführung des Theaterstücks „Der Stellvertreter“ Proteste eingelegt und Stellung genommen. Ueber diese Auseinandersetzung werden wir in der nächsten Ausgabe der J. W. ausführlicher berichten. Interessant ist die Stellungnahme der Leitung der Liga der Familienmütter (Liga de Madres de Familia), die dem Bürgermeister von Buenos Aires, Herrn Francisco Rabanal, ihre Genugtuung über das Verbot sus- ( Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 5) In Bear-Schewa wurde eine neue Fabrik zur Herstellung von ca. 240 Tonnen So dium Bromat eröffnet. KRANKENHAUS Für die Erweiterung des Regierungs - Krankenhauses in Poria bei Tiberias wurden 3 Millionen IL zur Verfügung gestellt. NEUES HOTEL In Natania wurde ein neues modernes Hotel ,.Eastern Caravan“ mit 27 Zimmern eröffnet. JUBILAEUM Der Moschaw Mewo’ot Betar in den judäisehen Bergen feierte sein 15jühriges Bestehen. BIBLIOTHEK In Jaffa wurde eine neue Zentralbibliothek eröffnet, die über 20.000 Bände verfügt; der Bau wurde mit einem Kostenaufwand von I Million IL errichtet. DIPLOME De Bezalel - Kunstschule verteilte 31 Dplome an weibliche und männliche Absolventen der Anstalt. GIWATAJIM Der Bürgermeister von Giwatajim, Schimon Ben Zwi, hat nach 23jähriger Amtstätigkeit seinen Rücktritt erklärt; in diesen 23 Jahren stieg die Bevölkerung von Giwatajim von 4.000 auf über 40.0000. POLIZEHSTATION An der Grenze von Cholon—Bat Jam wird eine neue Polizeistation errichtet. LICHTSPIELHAUS In Kirjat Gat wurde ein zweites Kino, ..Hechal Heasor“, mit 1.200 Plätzen eröffnet. FERNSEHEN De Regierung beschloss prinizipiell die Einführung des allgemeinen Fernsehens in Israel vom Jahre 1967 ab. Für die anlässlich der Bar-Mitzwa unseres Sohnes ALBERTO MARIO erwiesenen Aufmerksamkeiten, danken wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, ebenso dem Vorstand der Aciba: Centro, Mataderos, sowie Banfield, auf diesem Wege recht herzlich. Kurt Loewenstern u. Hilde geb. Giesberg La Rioja 1114, Lanús Oeste Frau LUACH—(KALENDER) Freitag, den 11. Februar 21. Shewat Sonnabend, den 12. Februar 22. Shewat Schabbat JITRO — Haftara Jesaja, Kap. 6 Sonntag, den 13. Februar 23. Schewat Montag, den 14. Februar 24. Shewat Dienstag, den 15. Februar 25. Shewat Mittwoch, den 16. Februar 26. Shewat Donnerstag, den 17. Februar 27. Shewat Freitag, den 18. Februar 28. Shewat Sonnabend, den 19. Februar 29. Shewat Schabbat MISHPATIM — Schabbat SHEKALIM Haftara 2. Buch Könige, Kapitel 11 Sonntag, den 20. Februar 30. Shewat 1. Tag Rosch Chodesch ADAR Montag, den 21. Februar 1. Adar 2. Tag Rosch Ohodesch ADAR Denstag, den 22. Feruar 2. Adar Mittwoch, den 23. Februar 3. Adar Donnerstag, den 24. Februar 4. Adar Freitag, den 25. Februar 5. Adar Sonnabend, den 26. Adar 6. Adar Schabbat TRUMAH — Haftara 1. Buch Könige, Kap. 8 (Pori« ^de. ¡>r Tl "f ¿„griffe pirren, a* so ‘ inter'- Stel 1$' giii: Weitet« » wir n0ch UPai"B( a*«'*uf3CT «m tf«reiSI pptstadt immer kle.ne dies durch A« meistens »us lückachten ¡nderen Mot fall. Ieider Tod unter bensgeno&e11 Kerken. So Kenn Jooe {et. der im (¡0 jshren sm Herr Winkl U Jahren hi Er war ein bewusster Ju seiner alten waiei, vielen Wanderung Bolivien hat lang an gewidmet ger Kämpfer bis zu seine! To* Prääde sehen Födei vien. Unern sich für d: beit eingesi Jisohuw ¡einen Nami son nie ver Einige wir den Ver la Kleinste Glaubensgei gen. Jeder ' mutige, len als kannte 1 Vorbild e die alle einer solch Dir«

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