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Jüdische Wochenschau · 1966-01-28 · 2153 (28.1.1966) · p. [Seite 2]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
27 (1966)
Issue
2153 (28.1.1966)
Date
1966-01-28
Page
[Seite 2] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Viernes, 2* d* Enero de SEMANA ISRAELITA Año XXV11 — Ni 2163 Gleichgültigkeit (Schlu-sS von Seite 1) nicht gefunden. Die widersprechendsten Gerüchte verwirren und erschweren die ■Untersuchungen der zuständigen und sonstigen Ste len. Es dürfte wenige Lander geben, in denen Bormann während der letzten Zeit nicht gesehen worden ist, wenn man den Zeitungsberichten Glauben schenken will. Manche behaupten er sei bei der Eroberung Berlins durch die Russen von einer Bombe zerrissen worden, auch aus Argentinien. Padaguay und anderen Ländern liegen Todesmeldungen vor. Tn letzter Zei. hat sioh ein Sohn Eichmanns, der schon in Argentinien Aufsehen zu erregen versuchte, in den Pall Bormann eingeschaltet. Verschiedene deutsche Zeitungen und Bildzeitschriften haben die Berichte des Eichmann-Sohnes in grosser Aufmachung gebracht Sensation ist Sensation, und über Geschmacksfragen lässt sch mitunter streiten, wenn auch nicht in diesem Fall Merkwürdigerweise findet Eichmann-Sohn in der Bundeslepublik das, was er in Argentinien vergeblich suchte: Interesse und Gehör Die neuesten Vensionen laufen darauf hinaus, dass föthmann-Sohn an der Verhaftung Bormanns interessiert ist. um durch den Prozess gegen Bormann der zweifellos einer der Hauptverantwortlichen an den Massenmorden ist, den Beweis der Unschuld des Eichmann-Vaters zu führen. Man könnte auch verstehen, dass ein Sohn das furchtbare Odium, das auf Adolf Eichmann ruht, beseitigen möchte. Hieraus jedoch eine Sensation zu machen, um we’tere Charakterisierungen zu vermeiden. dürfte unzulässig seit». Wenn Eichmann-Sohn Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1® izq. nachm. 16—19 llhr Telefon: 80-6930 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialqeschaeft CORRIENTES 569 T- E. 49-5850 PROPIEDADES FRANKENBERG S. R. L. >erSt Sie kostenlos and in verbindlich beim Kauf odei Verkauf vo» 3ESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAECSEBN VIRREY DE1 PINO 2262 T. E. 73-7887 den Aufenthalt des von ihm angeblich gehassten und verfolgten Bormann kennt, warum gibt er ihn nicht an? Die ganze Angelegenneit wäre damit erledigt. So, wie die D.nge im Augenblick .auien, mus6 sich der Eindruck verstärken, dass alles nur gesagt und getan wird, um die Spuren Bormanns zu verwischen. Dieser Eindruck mag falsch sein aber diese Vermutung liegt nahe. Ein früherer Sekretär einer faschistischen Behörde hat vor wenigen Tagen der ital'enischen Presseagentur mitgeteilt, Bormann lebe in Südamerika, nachdem er sich vorher in Italien aufgehalten habe. Auch dieser Herr schmückt seine Erzählungen mit romantischen Einzelheiten aus, die nur geeignet sind, die Wahrheit zu verdecken. IV. Restauration So wichtig die Kriegsverbrecherprozesse und die Suche nach den Schuldigen auch sein mögen hiermit ist noch wenig getan. Es ist nur allzule'cht möglich, hinter dieser Fassade der Schaustellungen die wirklichen Verhältnisse zu verschleiern. Niemand durfte damit rechnen, dass mit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches auch alle Nazis verschwinden werden Was von verschiedenen Seiten über die Zusammensetzung so wicht ger Dienstsellen wie Verfassungsschutz und Polizei publiziert worden ist, kann doch — auch wenn es sich um gelegentliche Uebertreibungen handeln sollte — nicht einfach überhört werden. Die deutschen Staatsmänner versicherten vor einigen Jahren, dass niemals wieder e-ne deutsche Armee aufgebaut werden würde Eg solle in Zukunft keine deutschen Soldaten mehr geben sagten sie und nicht andere. Heute SE NECESITA SECRETARIA — DACTILOGRAFA pe» Eseaela Secundaria Religiosa. Presentarse: de] Io a] 3 de Febrero de 10 a 12 horas en Le val le 1718 of. 29 Ihr Friseur ERICH JACOBSOHN BEDIENT SIE IN IHREM HAUSE T. E. 76 5842 i stellt man schon Forderungen und Bedingungen. Die Beteiligung an der Atomaufrüstung wird laut erhoben. Wie weit vorgeschritten die Bewaffnungen der Bundeswehr sein müssen, kann man aus gelegentlichen Protesten deutsc her Oppositioneller entnehmen. Auch die Revision der deutschen Grenzen, insbesondere der Oder - Neisse- Grenze, wird mit schärferer Lautstärke verlangt. Man kann die langsame, aber zielbewusste Entwick:ung Schritt für Schritt beobachten. Der Konflikt mit den Oststaaten bereitet sich vor. In ihren Wahlreden können die Parteien auf Hinweise auf die alten deutsenen Gebiete nicht verzichten. Ohne in eine Wertung oder Kritik einzutreten, bleibt die Tatsache als solche bemerkenswert. Die eigenwillig« Politik de Gaulles, sein Bestreben, sich von der Bundesrepublik und den hinter ihr stehenden Amerikanern zu distanzieren, ist auf ähnliche Erscheinungen zurückzuführen. Die Franzosen haben einfach Angst vor einer Entwicklung, durch welche die alten Macht Verhältnisse und eine numerische wie militärische Leber legenheit der Deutschen wieder hergestellt werden könnte. Die Franzosen vergessen nicht, dass sie drei mal in einem Jahrhundert das Opfer der deutschen Angriffslust gewesen sind. Jetzt, meint de Gaulle, haben die Franzosen noch die Möglich keit. alle Tendenzen in dieser Richtung aufzuhalten Seine innenpolitischen Gegner sind darüber hinausgehend der Auffassung, nass der General noch nicht vorsichtig genug ist Die grosse wirtscnaftliche Kapazität der Bundesrepu blik und der damit verbun dene Aufschwung der Industrie haben in mancher Hinsicht zu einer Hegemonie der Bundesrepublik in Europa jedenfalls im westlichen Teil geführt. Hierüber können auch die Klagen über die Ge fahr eines wirtschaftlichen Rückganges nicht hinweg täuschen, die in mancher Hinsicht nur als ein — nicht sehr geschicktes — Manöver anzusehen sind Jedenfalls auf absehbare Zeit dürfte das Wirtschaftswunder an halten, worüber die Berichte über die Geschäfte und Aus dehnung der deutschen ün ternehmungen keinen Zwei fei gestatten. Jedem Besucher Deutschlands fällt auf ..wie die Leute dort leben“ welchen Lebensstandard man erre:cht hat, was sich die Menschen dort leisten kön nen. Die angekündigten Sparmassnahmen werden oh nehin nur die Aermsten un ter den Armen treffen.. JUDITH SCHENKOLEWSKI KtfLTUSSTlCKEREIEN Schabbosdcckec - raJfi6beutel KápDChen Mar zot-Tasctoen ti and ano MaschkaenstickereJ vor Bettand riscnwascfte Dr- P. L RIVERA 2585 (Ir Bebedero» T. E 73 M55 Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE 76 0286 73-1049 JACOB LAPIDUS dipt. Mohel NEUE ADRESSE VTAMÖNTE 21*37 V> B 4&-I716 und 48-2124 Dass die Besiegten viel besser als die Sieger leben, daran hat man sich schon geöhnt. Das Stadium des Wiederaufbaus ist überwunden. Man ist schon in die nächste Phase der Entwicklung eingetreten. in die Phase der Restauration, der wirtschaftlichen, der politischen, der geistigen. Das bedeutet, dass man die Vergangenheit al6 abgeschlossen betrachtet. Das Gefühl einer Mitverantwortung — von Mitschuld weigerte man sich sehr bald zu sprechen — geht immer stärker verloren. Deswegen wachsen die Widerstände gegen die Kriegsverbrecher-Prozesse. die man als lästig und störend betrachtet. Und diejenigen, die derartige Prozesse für Notwendigkeit halten, versteifen sich in steigendem Masse in der Ueberzeugung, dass damit die ihnen obliegenden oder zumutbaren Verpflichtungen erfüllt seien. Selbst wenn man den hier und da auftretenden antisemitischen Vorfällen keine Bedeutung beimessen will, kann man sie nicht wegdiskutieren. Mit einem Achselzucken diese Begebenheiten abzutun, ist gewiss leichtfer. tig. Die gutwilligen Elemente haben sich immer darum bemüht. solche Unannehmlichkeiten zu bagatellisieren. Das ist menschlich verständlich, aber ein Fehler, der nicht wiederholt werden sollte. Denn niemand kann \oraussagen. ob eine Tendenz oder eine Bewegung unbe. deutend bleibt, auch wenn sie heute nicht ins Gewicht fallen würde. Unser eigenes Erleben legt hierfür Zeugnis ab. Aus diesem und anderen Gründen wäre es ein verhängnisvoller Fehler wenn die Juden — und keinesfalls nur die in Deutschland lebenden — diesen Problemen gegenüber gleichgültig bleiben würden. Der Einfluss, den die Deutschen in der Weit besitzen, ist gross. Das vom Dritten Reich verspritzte Gift des Judenhasses ist auch in Länder eingedrungen. die bis dahin hiergegen immun waren, so auch in Lateinamerika. Optimismus zu haben ist gut. Aber ein unfundierter, unbegründeter Optimismus führt zur Verkennung der Wirklichkeiten. Die einstigen deutschen Juden haben für ihren Optimismus, für ihre Treue zu Deutschland und ihren Glauben an Gerechtigkeit furchtbare Opfer brin gen müssen. Selbst als < ie Gefahr unmittelbar über ihnen schwebte, waren sie der ehrlichen Ueberzeugung. dass ihre durch Verfassungen fei erlich garantierten Rechte unangetastet bleiben werden. Dass grosse Umwälzungen bevorstehen, davon sind jetzt schon viele überzeugt. Aber immer noch hoffen die Juden, dass di« Tragödien an ihnen Vorbeigehen werden, vor allem in Europa, wo ,sogar1 die Deutschen nicht müde werden, ihren Willen zu gegenseitigem Respekt zu bekunden. Neue Gedenkstätten an die Opfer der NS-Verfolgungen werden eingeweiht, , neue Synagogen auch dort gebaut, wo es keine Juden mehr gibt, neue Demonstrationen der Freundschaft erfolgen. Wir sind auch der Meinung, dass hinter diesen Dokumentationen eine ehrlicher Willen zur Ueberwindung der Vergangenheit steht. Aber ebenso wissen ■wir, dass man mit solchen Freundschafts - Bezeugungen allein keinen Einfluss auf eine Entwicklung nehmen wird, die sich — bereits deutlich erkennbar — in eine ganz andere Richtung bewegt. Demgegenüber darf niemand gleichgültig sein, dem an der Zukunft gelegen ist. Aber was können wir schon tun, um uns gegen Fehlentwicklungen oder gar gegen einen feindlichen Strom zu schützen?, werden viele fragen. Sind wir wehrlos und nur der Spielball fremder Entscheidungen? Durchaus nicht. Die Festigung der eigenen Meinung führt ebenso zur Stärkung der jüdischen Position wie unsere unbedingte Solidarität mit Israel und unserem Volk durch dessen Repräsentanten, den Jüdischen Weltkongress. Wenn wir bedenken, dass es im Zeitpunkt der nazistischen Machtergreifung noch nicht einmal eine jüdische Zentralorganisation gab, und dass LA SEMANA ISRAELITA Semanario — aparece los Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Director: Amoldo W. B. Swarsensky Pueyrredón 2190, IV izq. T.E. 83-2613 Abono-Preise Argentinien: $ 700.— pro Jahr Ausl. $ 1.000.— jährl. der Jüdische Weltkongress erst später geschaffen worden ist, werden wir die Leichtfertigkeit der Juden ermessen können, die allzu gleichgültig einer Entwicklung gegenüberstanden, deren erste Opfer sie wurden. Es liegt auch an uns, dass sich dieses Geschehen nicht wiederholt. — Die Administration der Jüdischen Wochenschau bittet Herrn Carlos Samuel um Angabe seiner neuen Adresse unter Tel. 83-2613 zwecks Weiterlieferung der Zeitung. CENTRO PRIVADO DE ORTOPEDIA Y TRAUMATOLOGIA Prof. Dr. i. Biumenfeld (Director) Jefe del Servicio de Ortopedia y Traumatología del Hospital Israelita — Profesor de la Facultad de Ciencias Médicas de Buenos Aires. UNICAMENTE ENFERMEDADES DE LOS HUESOS Y ARTICULACIONES — FRACTURAS I. E. URIBÜRU 285 41-2331 — 2240 47.5875 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO ENFERMEDADES CARDIOVASCULARES VERREIST VOM 28. JANUAR BIS 28. FEBRUAR CUBA 2141 T. 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