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Jüdische Wochenschau · 1966-01-14 · 2151 (14.1.1966) · p. [Seite 4]

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VwriM«, 14 d« Enere ie 1! 06 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Afto XXVII. — N? MM S. ADLER-RUDEL (Jer HSdiVrn. BARON MORITZ VON HIRSCH Ein grosser jüdischer Philanthrop und sein Werk (12. Fortsetzung-) Um dieses Ziel zu erreichen, will er den verfolgten ’-usfiischen Juden helfen, Heimstätten in neuen Ländern zj finden, in denen sie als Bauern und Handwerker leben und ihre Fähigkeit frei entwickeln können. Auf der Suche nach geeigneten Ländern hielt er es für falsch die Zahl der Juden in den Vereinigten Staaten zu verg'össern. Hingegen habe er die Möglichkeiten in Argentinien Australien und Kanada geprüft und dabei gefunden, dass die Republik Argentinien die besten Aussichten für die Verwirklichung seiner Pläne biete. Mit seiner Erkenntnis der Notwendigkeit einer pnysischen und moralischen Regeneration der Juden, ihrer Umschichtung zur Landwirtschaft und zum Handwerk eilt Hirsch der Entwicklung voraus und kommt den Gedankengängen der späteren „territorialistisc-hen Bewegung“ sehr nahe. Sein« Entscheidung, mit der Verwirklichung seiner Pläne in Argentinien zu beginnen, löste jedoch erbitterte Kämpfe unter den Juden Russlands aus. Die Streitfrage „Argentinien oder Palästina“ führte zu heftigen Auseinandersetzungen. Sie wurde mit ausserordentlicher Schärfe sowohl in Versammlungen wie in der jüdischen Presse diskutiert und erfasste auch die ausserhalb Russlands studierende russisch-jiid'sche Jugend. Shmarva Levin berichtet in dem Kapitel „Wir kämp fen gegen Baron Hirsen'“ seiner Erinnerungen, dass die Mitglieder des Berliner „Russisch-Jüdischen Wissenschaftlichen Vereins“ im Jahre 1891 ihre Ferien dazu benutzten, um in ihren russischen Heimatorten Unterschrif. len für eine Petition an Hirsch zu sammeln die ihn veranlassen sollte, seine philanthropischen Pläne den Wünschen der jüdischen Massen anzupassen, die nur Palästina als ein erstrebenswertes Auswanderungsziel ansahen. Die Petition, für die „diese Handvoll Studenten über vierzigtausend Unterschriften gesammelt hatte“, wurde an Hirsch abgesandt, von diesem aber nicht beantwortet. Die praktische Bedeutung des Konflikts Argentinien-Palästina war überaus gering, da sich die überwiegende Mehrheit der auswandernden Juden weder nach Argentinien noch nach Palästina, sondern fast aussschliesslich nach den Vereinigten Staaten wandte. Die Studenten.Petition war übrigens nicht der erste Hinweis auf die Bedeutung Palästinas für das jüdische Volk, der an Hirsch herangebracht wurde. Als die Chowewe Zion-Bewegung 1882 ihre praktische Tätigkeit in Palästina aufnahm, gerieten die beiden von rumänischen Juden gegründeten Kolonien Sammarin (Sichron Jakob) und Rösch Pina in Schwierigkeiten. Ein Hüferuf gelangte auch an Baron Hirsch der seinen Berater Veneziani sofort beauftragte, die Lage der Kolonien in Palästina zu untersuchen. Veneziani überzeugte sich von der kritischen Lage der Kolonien und half in Hirschs Auftrag. Nach einiger Zeit stellte Hirsch jedoch seine Hilfe ein. Die Gründe seiner veränderten Haltung wurden später von David Gordon (1826—1886), dem Redakteur der Wochenschrift „Hamaggid“. aufgeklärt, der von Veneziani wusste, dass Baron Hirsch ursprünglich die Absicht gehabt hatte, sich in stärkerem Masse an der Kolonisation Palästinas zu beteiligen. Als er aber erfuhr, dass Baron Rothschild (1845—1934' an der Palästina-Idee interess'ert war, gab er diesen Plan auf. da er Rothschild nicht im Wege sein wollte. Diese Angaben scheinen richtig zu sein, da es nach unserer Kenntnis nie zu einer Zusammenarbeit der zwei grossen Philamhropen — die beide dem jüdischen Volk auf konstruktive Weise helfen wollten — gekommen ist. Spätere Versuche der Führer der Chowewe-Zion-Bewegung, Rabbi Samuel Mohilewer (1824—1898), Dr. Leo Pinsker (1821—1891) und anderen. von Baron Hirsch Unterstützung für die Kolonien in Palästina zu erhalten, scheiterten angeblich an der ab lehnenden Haltung Venezianis, der dagegen war, dass die Kolonien gleichzeitig durch Rothschild und durch Hirsch unterstützt würden. Ueber einen weiteren viel ernsteren Versuch, Baron Hirsch umzustimmen, berichtet Dr, Josef Meisl in der Zeitschrift „Der Jude“. Infolge der kritischen Lage der Juden in Russland und der Schwierigkeiten, in denen sich die Kolonien in Palästina befanden, setzte sich im Jahre 1891 bei den Führern der Chowewe Zion-Bewegung die Erkennt- Kindler-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Meine Freunde die Poe- Nr 54: HERMANN KESTEN: ten Essays — Nr 55' JOVCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval Merkwürdl ge Rechtsfall .e Nr. 57/58/59: GERALD REITUNGER: Ausrottung der Juden Europas 1939—1945. Nr. 60: MARQUIS DE SADE: Die Kastanienblüte und andere Erzählungen Nr. 61: DIE SIEBEN TODSUENDEN — Vierzehn Essays Nr. 63: ELIA KAZAN: Amerika - Amerika Roman Nr 64/65- HORST LANGE: Schwarze Weide. Nr 66 GEORGES P-ERNANOS: Ein böser rraum Nr. 67: LEONHARD FRANK: Das Ochsenfurter Man nerquartett. Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80; Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch alle Buchhandlungen Kmdler Verlag G.m.b.H., München Henry Torres gestorben nis durch, dass eine engere Zusammenarbeit mit der Alliance Israélite Universelle notwendig sei, um diese und auch Baron Hirsch für eine Förderung der Kolonien in Palästina zu gewinnen. Am 16. Juli besuchte eine Delegation der Chowewe Zion Baron Hirsch, um ihm ihre Kolonisationspläne für Palästina vorzutragen. In dieser Unterredung stimmte Hirsch den Ausführungen der Chowewe Zion im Prinzip zu, verlangte jedoch zunächst die Mitwirkung der AIU. Daraufhin fanden am 29. Juli und am 11. September 1891 in Paris zwei Zusammenkünfte statt, an denen Delegierte der Chowewe Zion, der AIU und der Ver treter von Baron Hirsch teilnahmen. Aus den Protokollen dieser Sitzungen, die in dem oben erwähnten Aufsatz enthalten sind, ist zu ersehen, dass die Besprechungen zunächst einen positiven Verlauf nahmen, und dass sowohl aie AIU als der Vertreter des Baron Hirsch sich geneigt zeigten, mit der Chowewe Zion zu kooperieren. In der ersten Sitzung wiesen die Vertreter der Obowewe Zion darauf hin, dass sich innerhalb des russischen Judentums eine verstärkte Bewegung zur Auswanderung nach Palästina, Syrien und anderen Ländern der asiatischen Türkei bemerkbar mache, dass aber der unorganisierte Verlauf der Wanderung und des Bodenkaufs die Bodenpreise hochtreibe und die Einwanderung erschwere. Im Hinblick auf die starken Kräfte der Selbsthilfe, die sich im russischen Judentum zeigten und die in den Dienst der Auswanderung nach Palästina gestellt werden könnten. wurde vorgeschlagen, „eine auf Aktien gegründete .Bank für Bodenerwerb in den Ländern der asiatischen Türkei ins Leben zu rufen“. Diese sollte den Ankauf von Beden, die Ansiedlung in den Kolonien, die Beschaffung von Arbeitsgeräten etc. fördern und die bisher regellose Einwanderung in geordnete Bahnen lenken. Die anwesenden Mitglieder des Zentralcomités der AIU stimmten diesem Antrag zu und erklärten sich bereit, diese Vorschläge mit einem zur Debatte stehenden grösseren Kolonisationsplan zu verbinden. Zunächst sollten jedoch die Antragsteller in Russland eine Organisation schaffen und dort mit der Zeichnung von Aktien beginnen. Die ein gehenden Gelder wollte man über die AIU bei einem renommierten Bankhaus in Westeuropa deponieren. Würde sich die Gründung einer grösseren nicht auf Russland beschränkten Aktiengesellschaft als möglich erweisen, so würden die Mitglieder der AIU eine derartige Gründung in ihrem Zentralcomité und auch in anderen Kreisen nach Kräften unterstützen. Die zweite Sitzung fand unter dem Vorsitz des Grossrabbiners von Frankreich, Zadoc Kahn, in den Räumen der AIU in Paris statt und nahm ebenfalls einen positiven Verlauf. Die Sitzung beschloss einstimmig: Paris. — In der französischen Hauptstadt verschied im Aller von 74 Jahren der hervorragende jüdische französische Rechtsanwalt Henry Tones, der durch seine erfolgreiche Verteidigung von Samuel Schwartzbard internationale Berühmtheit erlangte. Schwartzbard war ein jüdischer Uhrmacher, der den berüchtigten Petljura erschoss, unter dessen Regierung in der Ukraine im Jahre 1919 die grausigen Pogrome stattfanden. Torres verteidigte auch den jungen polnischen Juden Herschel Gryn. szpan, der auf den deutschen Diplomaten Ernst von Rath in Paris tödliche Schüsse abgegeben hatte. Sobald als möglich eine Delegation nach Konstantmopel zu entsenden, um bei der türkischen Regierung die Erlaubnis zur Ansiedlung und zum Ankauf oder die kostenlose Ueberlassung von Ländereien zu erwirken. Eine zweite Delegation mit Vertretern der englischen, russischen, französischen, deutsehen und amerikanischen Chowewe Zion-Vereine solle sich nach den in Frage kommenden Teilen der asiatischen Türkei begeben, um geeignete Ländereien auszuwählen... „Selbstverständlich wird das hochherzige Darbieten des Herrn Baron von Hirsch. Delegierte anzusehliessen und die Delegationen mit seinem Einfluss durch Informationen, Vollmachten usw. zu unterstützen, mit tiefem Dank angenommen.“ Biblioteca Ciencia e Historia de las Religiones dirigida por MARSHALL T. MEYER G. STEPHEN SPINKS: Introducción a la Psicología de la Religión. lEO BAECK: La esencia del Judaismo (Wes©n des Judentums) Grandes Epocas é ¡deas del Pueblo Judío L IEJEZKEL KAUFMANN: Le Epoca bíblica II. RALPH MARCUS: La Epoca Helenística III. GERSON D. COHEN: La Epoca Talmúdica IV. ABRAHAH S, HALKIN: La Epoca Judeo- Islámica .V. CECIL ROTH: La Epoca Europea VI SALO W. BARON: La Epoca Moderna Editorial Peídos Buenos Aires In dem Prozess gegen Samuel Schwartzbard im Jahre 1927 gab der Angeklagte zu, Petljura getötet zu haben. Aber das Gericht gelangte zu einem Freispruch, weil der Mord als gerechtfertigt angesehen wurde. Freunde Petljuras behaupteten auf der Zeugenbank, dass Petljura vielleicht nominell für die Pogrome verantwortlich gewesen sei, doch niemals persönlich an einem Judenmassaker teil, genommen habe. Torres baute seine Verteidigung auf der Behauptung auf, dass Schwartzbard ein Verbrechen gegen sein Volk rächen wollte. Die Ermordung von Raths durch Grynszpan war ein Protest gegen die von den Nazis in Deutschland am 9. November 1938 veranstalteten „Kristallnacht". Gryn» szpan verschwand während des Krieges in einem französischen Gefängnis, und man glaubt, dass er von den Na^ zis zu Tode gefoltert worden ist. Henry Torres war nicht nur Jurist und Rechtsgelehr. ter, er war auch Journalist, Schriftsteller, Verfasser von Geschichtswerken und Dramaturg. Er gehörte der französischen Nationalversamm. lung als Sozialist von 1932 bis 1963 an und zwar von 1948 bis 1958 als Degaullist Mitglied des Senats. In den letzten Jahren hatte er aller, dings de Gaulle seine Unterstützung entzogen. Er waT Beigeordneter Oberrichter des Höchsten Gerichtshofes Frankreichs in den Jahren von 1956 bis 1958. Als er sich gezwungen sah, vor den Nazis aus Frankreich zu fluch, ten, lebte er einige Zeit in Brasilien, wo er als Universitätsprofessor der Rechtsfakultäten von Rio de Janeiro und Sao Paulo wirkte. Er empfing die Medaille der Freien Franzosen im Zweiten Weltkrieg für seine Dienste, die er sich als Herausgeber der Zeitung „Freies Frank, reich“ in New York von 1942 bis 1946 erworben hatte, bevor er nach Frankreich zu- ' rückkehrte. (ITA) deshalb die gesamte Leitung einheitlich einem internationalen Zentralcomité unterstellt werden.“ In dem Zentralcomité sollten die englischen, russischen, französischen, deutschen und amerikanischen Chowewe Zion-Vereine durch je drei Mitglieder vertreten sein, ferner sollten ihm je ein Vertreter des Baron Hirsch, der Alliance Israélite Universelle, der Anglo-Jewish Association, des Anglo-Jewish Committee, des Deutschen Zentralcomités für die russisch-jüdischen Flüchtlinge, des Vereins Chowewe Zion in Odessa, der Israelitischen Allianz in Wien und des Russisch-jüdischen Comités in New York angehören. Die ausführliche Erwähnung dieser Verhandlungen ist deshalb von Interesse, weil in ihrem Verlauf ein derart weitgehender Zusammenschluss aller jüdischen Kräfte zum Wohle Palästinas in Aussicht genommen wurde, wie es bis heute kaum erreicht werden konnte. Beide Gruppen waren bereit, ihre Vertreter für die Delegationen zu benennen und diese sobald die Geldmittel vorhanden vrären, die Reise antreten zu lassen. Darüber hinaus wurde erklärt: „Die Zentralisierung des vorliegenden Kolonisationswerkes ist dringendste Notwendigkeit. Es soll (wird fortgesetzt) Am 26. Januar 1966 begeht s.G.w. unsere liebe Mutter, Grossmutter, Tante, Frau Urgrossmutter und HELENE DAVIDS0HN geh. PERLEBERG in voller geistiger Frische ihren 85. GEBURTSTAG Empfang für ihre Freunde am gleichen Tage in Mar del Plata, Arenales 2623 p. b. Dep. A, von 15 bis 19 Uhr. Für die mir zu meinem 60. GEBURTSTAG so zahlreich erwiesenen Aufmerksamkeiten danke ich allen Verwandten, Herrn Rabb. Fiarf. Freunden und Bekannten herzlich. ALFRED MOSES Correa 2333 LÜACH — (KALENDER) Freitag, den 14. Januar Sonnabend, den 15. Januar 22. Tewet 23. Tewet Sohabbos „SCH’MAUS“ — Sonntag, den 16. Januar Montag, den 17. Januar Dienstag, den 18. Januar Mittwoch, den 19. Januar Donnerstag, den 20. Januar Freitag, den 21. Januar Haftarah: Jesaja, Kap. 27 24. Tewet 25. Tewet 26 Tewet 27. Tewet 28. Tewet 29 Tewet Sonnabend, den 22. Januar 1. Shew at Rosoh Chodes SHEWAT Schabbat WAERA — Haitara Jesaja, Sonntag, den 23. Januar Montag, den 24. Januar Dienstag, den 25. Januar Mittwoch, den 26. Januar Donnerstag, den 27. Januar Freitag, den 28. Januar Sonnabend, den 29. Januar 66 Kap.!. She wat . shewat L Shewat i. Shewat 5, Shewat 1. Shewat 8. Shewat Schabbat BO — Haftara Jeremía, Kap. 46 «‘Je?”1 ges Í0? an < *®>tive4 5¡r fil ilnaiifl ,dert , Reihe ffj «nt- ¡¡¡•»'S u niskussl0n ul*: Alii«-» C0TTRA A d« Gr“ ttnerseminare «ydem, «cX® S1C ÀL besondere ffSTSA«* Eabbiner H«r KinsP “ Seminars ¡¡lis aufführ' jjuiellen ui eien Probien leahteten punülegende Arbeit und d Haltung S' Zu den nen sich diminars bevor allem d. tödungaeit ang des ISA- Interessan weise, die Winter gegi oer soeben Reise zum er Rabbiner don und Pt Dr. Winter Gesichtspu Arbeit, die ner-Semin ton Nr' Hierbei akademisc Rabbiner Rolle, ui J Dire el cï m su

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