Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2149 (31.12.1965)
- Date
- 1965-12-31
- Page
- [Seite 5] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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W.: — Anfang Mai finden Neuwahlen für den Vorstand der AMIA statt, unserer im Auf- und Ausbau befindlichen Gesamtgemeinde von Buenos Aires. Mit ihren annähernd 50.000 Mitgliederiamilien repräsentiert diese grosse Institution die gesamte judenheit asehkenasischer Herkunft vor der jüdischen. Welt und vor uns selbst. Längst hinausgewachsen über die ursprünglichen Aufgaben einer „Chewra Keduschah“, umfasst die Kehilla, wie sie sich mit Recht nennen darf, fast all jene Aufgaben, die wir Juden aus Europa von unseren alten Gemeinden her als die wesentlichsten kennen: Ein Erziehungswerk und Schulwesen, das vom Kindergarten über Primar¬ und Sekundarschulen bis zu Lehrerseminaren, hebräischen Sprachschulen und einer Jeschiwa (für Rabbinerausbildung) reicht, und dies alles keineswegs nur in der Bundeshauptstadt. Man denke u. a. an das bedeutende Lehrerseminar in Moisés Ville. Doch die AMIA will alle Kreise erfassen, die sich mit der jüdischen Sache im weitesten Sinne des Wortes verbunden fühlen. Deshalb schuf sie eine Fülle von kulturellen Einrichtungen, die den ,,Monat des jüdischen Buches“, die beliebten Winter-Sonnfcagsvormittags-Kurse, Orchester, Theater, kurz, alles einschliessen, worauf der moderne Jude auch in unserem Lande Anspruch erheben darf. Der Chor der AMIA, um nur ein Beispiel unter vielen herauszugreifen, pflegt sowohl jüdisch - liturgische als auch jüdisch-weltliche Musik und steht allen jüdischen Organisationen so oft, als es gewünscht wird, zur Verfügung. Naturgemäss widmet die AMIA dem Jugendproblem und der Heranziehung von Jugendlichen aller Altersstufen ihr besonderes Interesse. Nicht weniger als vierzig Jugendzentren innerhalb von Buenos Aires erhalten laufend Subventionen; die Verteilung guten jüdischen Lehr, materials in Broschüren und Büchern gehört ebenso zu den ständigen Aufgaben wie die Errichtung von Kursen in jüdischer Geschichte und jüdischer Gegenwartskunde. Es muss in diesem Zusammenhänge auf die wertvolle Schaffung eines jüdischen Studentenheime hingewiesen werden, das von grosser Wichtigkeit für die jüdische Zukunft in diesem Lande werden kann. Die ökonomische Entwicklung im letzten Jahrzehnt hat auch den jüdischen Mittelstand und jüdische Arbeitnehmer weitgehendst in Mitleidenschaft gezogen. Daher musste ein umfangreiches soziales Hilfswerk geschaffen werden. Für ältere, arbeitsunfähig gewordene Menschen, für Kranke und Bedürftige, fiir Darlehen an unverschuldet in Schwierigkeiten geratene Geschäftsleute, Rechtsberatung etc. werden alljährlich sehr hohe Beträge benötigt. Schliesslich muss daran erinnert werden, dass die AMIA stets erhebliche Mittel für Alijah-Zwecke zur Verfügung stellen muss. Die Verbindung zwischen unserer Diaspora und dem jüdischen Staat ist eine innige, zumal sich die Leitung der AMIA stets der einzigartigen Bedeutung der Medinat Jisrael für die Existenz der Galut- Gemeinden bewusst war. und andererseits auch den Wert einer lateinamerikanischen ARGENTINIEN - 1810 BIS ZUR GE0ENWART GEBÜßT UND WERDEN EINES STAATES COSMOPOLITA VERLAÖ ■ BUENOS AIRES Neuerscheinungen 1965 PETER BUSSEMEYER: ARGENTINIEN Diese historische Ueber- Bicht ist in Argentinien geschrieben, gedruckt und verlegt. Ein willkommenes Geschenk eine bleibende Erinnerung für Ihre Angehörigen und Freunde in aller Welt. 200 Seiten mit 10 Porträts. Kartoniert $ 380.—, geöunden $ 550.—. In Buchhandlungen und direkt: Verlag Cosmopolita Tucumän 413 Corrientes 424 Sucre 2390 (Belgrano) JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 DEIN HOBBY DEINE SPARKASSE Israel-Briefmarken Beratung durch: STAMPSCENTER 94 Allenby Rd. — TEL AVIV — P.O.B. 4444 I Alijah für Israel richtig beurteilt. — Wir Juden mitteleuropäischer Herkunft, seit vielen Jahren in Vorstand und Repräsentanz der Gesamtgemeinde vertreten, konnten im Rahmen unserer Möglichkeiten auf vielen Gebieten erfolgreich mitarbeiten, nicht zuletzt an der Verbesserung des Beerdigungswesens und der würdigen Ausgestaltung derjenigen Pflichten, die damit verbunden sind. Wir konnten erreichen, dass auch der jüdische Unterricht, den unsere Gemeinden erteilen, in der gleichen Weise subventioniert wird wie derjenige anderer Sektoren des Jischuw. Doch hat bisher nur etwa ein Drittel der AMIA- Mitglieder aus unseren Kreisen seine Wahlpflicht er. füllt, und so blieb unsere Vertretung auf die entsprechende Proportion begrenzt. Dennoch konnten diese wenigen Menschen, die uns z. B. in der Tablada-Kommission, in der „Comisión de socios“, in der „Ayuda social“ vertraten, viel erreichen; man war immer praktischen und vernünftigen Anregungen zugänglich. In den nächsten Monaten werden wir laufend die Juden unseres Sprach- und Kulturkreises auf die wachsenden Funktionen der AMIA hinweisen. Es muss diesmal erreicht werden, dass die grosse Majorität unserer fast 3.000 Wahlberechtigten sich an den kommenden Wahlen beteiligt, sich mit der schöpferischen Arbeit der Gesamtgemeinde identifiziert und ihre wertvollen Erfahrungen aus den alten Kehillot in Europa in den Dienst der neuen Kehilla stellt. Dies würde sich auch segensreich für unsere eigenen Institutionen auswirken. Zusammenarbeit mit Israel Ein Plan zur Bewässerung einer Fläche von rund 8.000 Hektar und Ansiedlung von 600 Bauernfamilien in der Provinz Catamarca wurden dem staatlichen Institut fiir landwirtschaftliche Technologie durch israelische Techniker unterbreitet, die nach Argentinien gekommen sind, um ein vollständiges Programm zur Entwicklung der vom Stauwerk „Las Pirquitas“ bewässerten Zone auszuarbeiten. Der vorgelegte Plan beruht auf den von den ausländischen Sachverständigen durchgeführten Vorarbeiten unter Leitung von Dr. Isaac Abt, Dr. Efraim Ke isari und Ing. Jacob Lidor und in Gemeinschaft mit den Technikern der landwirtschaftlichen Versuchsstation der INTA in Pergamino und Catamarca. Die ausländischen Techniker sind seit dem Monat November in Argentinien im Rahmen eines Angebots der israelischen Regierung zur technischen Hilfe und landwirtschaftlichen Planung täitg. Eine Ehrung Die Kranken der Abteilung für Kreislaufstörungen des Saales 3 im Hospital Ramos Mejia fanden sich kürzlich zu einer Ehrung für das Personal zusammen, das ihnen im Verlaufe des Jahres aufopfernd zur Seite gestanden hatte. Im Namen der Patien. ten sprach Herr Helio Rietti, der dem Abteilungsleiter Dr. Klein einen goldenen Füllfederhalter und seinen Mitarbeitern Erinnerungsstücke verlieh. Dir. Klein dankte den Anwesenden und wies in einer Ansprache auf die Ver. dienste von Prof. Luis Gravano und Prof. Alfredo V. Di Ció hin, die durch ihre Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Gefässkrankheiten Ausserordentliches ~ geleistet haben. ■ -a-L.I_1 d.'_. - t . DIE ARABISCHEN FLUECHTLINGF sitzen. Hierdurch habe die UN darauf hinzuweisen versäumt, dass die dringendste Notwendigkeit im Mittelosteu heute ein „Dialog“ zwischen Israel und den arabischen Regierungen ist, um aJe schwebenden Streitigkeiten zu lösen. Die Annahme dieser Resolution bildete den Abschluss zahlreicher Debatten in der Generalversamr.’ung nd ihrem Politischen Sondercomite, bei denen es verschiedentlich zu hitzigen Wortgefechten zwischen dei israelischen und den avabL schen Delegationen kam. In einem Falle geschah es, dass die Vereinigten Staaten gegen einen von ihren eigenen Delegierten eingebrachten Vorschlag stimmten, weil in dieser im Namen der arabischen Repräsentanten von Pakistan und Somalien be- Vereinte Nationen: — Mit einer überwältigenden Mehrheit von 91 gegen 1 Stimme und 7 Stimmenthaltungen fasste das Plenum der Generalversammlung der UN nun. mehr den Beschluss, das Mandat der Hilfsorganisationen für die arabischen Flüchtlinge um drei Jahre zu ver. In r, gern und den Chef der U'TRWA zu beauftragen, die Flüchtlingslisten, die seit 1950 jedes Jahr mehr angeschwollen sind, zu „berichtigen“. Als einziges Land stimmte Israel gegen die Re. solution. Sein ständiger Delegierter, Michael Comay, erklärte dies mh dem Umsta.id. dass darin ein Patagraph aus einer Resolution vom Jahre 1948 w’iederholt wurde, die die arabischen Staaten dahin auslegen, dass die Flüchtlinge ein „Recht“ auf die Rückkehr nach Israel t>e. Zwei Bücher Candelabro antragte anti - israelische Klauseln e'ngefügt worden waren. Nach wochenlangen Verhandlungen hinter den Ku. iissen wurden schliesslich alle die Klauseln, gegen die sowohl die USA wie Israel Einwendungen erhoben hatten, entfernt und die nunmehr angenommene neue, Fassung durch Nigérien der Versammlung vorgelegt. Der dem UNRWA-Chef erteilte Auftrag, die Listen der Flüchtlinge zu berichtigen geht auf die zugegebene Tatsache zurück, dass von den 1.300.000 registrierten Flüchtlingen möglicherweise meh. rere Hunderttausend Rationskarten besitzen, die sie von längst verstorbenen Flüchtlingen geerbt haben. Zwei ausgezeichnete Neuescheinungen wurden vom Verlag „Editorial Candelabro“ herausgebracht, in ihrer Art sehr verschieden, aber beide bemerkenswert: Dagobert Ruñes: El Judío y la Cruz, Buenos Aires 1965. Dr. Dagobert D. Ruñes, bekannter jüdisch-amerikanischer Autor, veröffentlichte mehr als 30 philosophische, sozialwissenschaftliche und geschichtliche Bücher, die in den Staaten weite Verbreitung gefunden haben. Ueber sein Buch: Der Jude und das Kreuz, das jetzt von Candelabro in spanischer Sprache (übersetzt von Z. A. Altami. rano) herausgebracht wurde, schreibt Prof. Vergilius Ferm, der frühere Präsident der Amerikanisch - Theologischen Gesellschaft u. a. folgendes: „Dieses Buch ist eine Bombe. Wer dieses Buch liest, wird empfinden, wie eine Welt in ihm zusammenbricht. Das Christentum der Kirche, die kirchliche Theologie, grosse und kleine Theo, logen, alte und neuere, auch die Theologie des Neuen Testaments, alles das fällt in sich zusammen...“ „Der Jude und das Kreuz“ ist ein Buch historischer Wahrheit, ein Buch, das Anklage und Gericht bildet, ein Buch, das jeder gelesen haben muss, der bei der Erörterung der modernen Fragen christlich, jüdischer Begegnung mitsprechen will. — Monty Jacobs; Alas Israelis, Historia de los Pioneros de la Aviación Israeli, Buenos Aires 1965, Editorial Candelabro. — Das ist ein sehr gefällig geschriebenes, leicht verständliches und packendes Buch, das die Geschichte der Entstehung der israelischen Luftfahrt und Luftwaffe schildert. Gerardo Mayer, der die spanische Uebersetzung besorgte, wählte eine leichte Sprache, so dass auch derjenige, der nicht hundertpro- Zu einem aktuellen Thema: Soeben erschienen un Editorial Candelabro DAGOBERT RUNES: EL JUDIO y LA CRUZ Erhältlich in allen gu. ten Buchhandlungen zentig firm im Spanischen ist, dieses Buch mit Genuss lesen kann. Die furchtbaren Tage des arabischen Ueberfalls auf den jungen jüdischen Staat, der Kampf gegen die Uebermacht der Araber und der Briten, Befürchtungen, Hoffnungen und Verwirklichungen werden lebendig. Dies ist ein Buch, das sich besonders fiir die Jugend eignet und weite Verbreitung verdient. — Monty Jacobs Alas Israelis Historia de los Pioneros de la Aviación Israelí Editorial Candelabro Buenos Aires HOTEL LAGO RIO CEBALLOS — SIERRAS DE CORDOBA CASILLA CORREO 34 Das einzige koschere Hotel in den Bargen. Auskunft in Buenos Airse von 8— 10 Uhr: 76-2009 Hotel-Restaurant M. FLAMM CHASCOMUS — T. E. 2910 — Cordoba 38 unter Aufsicht s. Ehrw., Rabb. Dr. J. Oppenheimer Reiten — Schwimmen — Ausflüge auf den See Telef. Auskünfte in Bs. Aires: 76-2312 u. 70-5805 Neuerscheinungen des Verlages „OLAMENU“ in TEL AVIV. POB 3002, ISRAEL Dr- E- J- GOERLICH (Wien): RUTH. — Geschichte eines jüdischen Mädchens. Ein Wiener Roman aus der Nazizeit. — Kart. $ 5.—. Prof. Dr. HARRY ZOHN (Waltham): Wiener Juden in der deutschen Literatur. Reich illustriert. Halbleinen $ 3.50. ZEITSCHRIFT FUER DIE GESCHICHTE DER JUDEN Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD Abonnement nur ganzjährig $ 8.50. DEMNAECHST ERSCHEINT: HUGO GOLD: GESCHICHTE DER JUDEN IN WIEN Das Standardwerk der jüdischen Geschichte Wiens Hunderte Illustrationen. Ermässigter Subskriptionspreis vor Erscheinen $ 20.—, nach Erscheinen $ 35.— IN VORBEREITUNG: „HISTORY OF THE JEWS IN AUSTRIA“ Ein Jahrbuch in deutscher und englischer Sprache Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. GEDENKBUCH DER UNTERGEGANGENEN JUDEN¬ GEMEINDEN DER TSCHECHOSLOWAKEI. Herausgegeben und redigiert von HUGO GOLD. Et. scheint in zwei Bänden. I. Band Böhmen, Mähren und Schlesien. — II. Band Slowakei und Karpatorus. Alle diese Publikationen erscheinen im Rahmen des im Entstehen begriffenen CHAJES-INSTITUTS