Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 26 (1965)
- Issue
- 2149 (31.12.1965)
- Date
- 1965-12-31
- Page
- [Seite 4] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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i — Viente*, 31 de Diciembre de 1965 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Añ® XXVI, — N^ 2149 S. ÂDLER-RIDEL (Jerusalem)- BARON MORITZ VON HIRSCH Ein grosser jüdischer Philanthrop und sein Werk (10. Fortsetzung) Sam sei Hirsch bracht« den mitunter aufsässigen Ko- Jonisten in Argentinien kein grosses Wohlwollen entgegen. Aber auch die völlig zufällige Auswahl der Emigranten in Russland trug ihr Teil zu all den Misshelligkeiten bei. Die Unfähigkeit und das Unverständnis der Direktoren für die von ihnen zu erfüllenden Aufgaben einerseits und andererseits die geringe Eignung und häufig auch die Unwilligkeit der Kolonisten als Folge der schlechten Behandlung, die ihnen zuteil wurde, waren die Ursachen für den teilweisen Misserfolg des so gross angelegten Werkes. Ein enormer Aufwand an Geld, Arbeit und Mühe führte nur zu kümmerlichen Ergebnissen. In ihrer mehr als sebhzigjährigen Tätigkeit in Argentinien hat die JCA ca. 750 000 ha Land erworben, von denen mehr als 500.000 ha kultiviert sind. Auf diesen Ländereien wurden insgesamt etwa 20 Kolonien geschaffen, in denen ungefähr 3.500 Familien zur Ansiedlung kamen. Die jüdische Bevölkerung in den Kolonien und in den anliegenden Orten zusammen betrug nie mehr als 35—40.000 Seelen. Trotz des ungewohnten Klimas, der durch Trockenheit bedingten häufigen Missernten oder der oft auftretenden Heuschreckenplagen haben es doch viele Kolonisten zu erheblichem Wohlstand gebracht. Die meisten Siedler haben der ICA die ihnen erteilten Anleihen zurückerstattet und wurden Eigentümer ihrer Wirtschaften. Allerdings vermindert sich die Zahl der selbst arbeitenden Kolonisten von Jahr zu Jahr. Die Kinder verlassen in den meisten Fällen die Kolonien, gehen in die Städte und werden Anwälte, Aerzte, Professoren oder Kaufleute. Sie sp elen heute eine wichtige Rolle in den jüdischen Gemeinden und Organisationen. Auf diese Weise wurde der mit so Viel Arbeit, Mühe und Kosten kultivierte Boden schliesslich verpachtet oder verkauft und geriet in nichtjüdische Hände. Die grossen Hoffnungen jedenfalls, mit denen Hirsch das ausserordentliche Kolonisationswerk begonnen hatte, blieben unerfüllt. Weitere Kolonisationsversuche der ICA in Brasilien und in Kanada dürften zusammen - kaum mehr als 2.500 Menschen umfasst haben, von denen nur wenige Hunderte in der Landwirtschaft blieben. In Palästina, wo die ICA im Jahre 1900 die Verwaltung der von Baron Edmond der Rothschild gegründeten und unterstützten Kolonien, in denen ca. 5.000 Menschen lebten, übernahm, waren die Ergebnisse besser als in Argentinien. Aber auch hier kam es zu dauernden Auseinandersetzungen zwischen den Kolonisten und der Administration, die aus den Misserfolgen in Argentinien nicht genügend gelernt hatte und es auch hier nicht verstand, eine harmonische Zusammenarbeit herbeizuführen. 1925 gründete dann Baron Rothschild die ,.Palestine Jewish Colonisation Association“ (PICA), die die Verwaltung der Kolonien wieder selbständig übernahm. Im Jahre 1961 wurden die Kolonien der Jewish Agency übertragen. IX. Das Zentralcomite der ICA in Russland begann seine Tätigkeit am 1. Februar 1893. In den ersten Jahren war diese ausschliesslich auf die Auswahl und den Transport von Kolonisten nach Argentinien gerichtet. Infolge der Anfangsschwierigkeiten in Argentinien kam es jedoch dabei immer wieder zu Stockungen und zu zeitweiligen Unterbrechungen. Infolgedessen wuchs die Emigration nach Nordamerika und nach anderen Ländern so sehr an, dass eine Organisierung und Ueberwachung dieser Wanderungswelle immer dringlicher wurde. Die Notabein des Zentralcomites der ICA in Russland lehnten zwar aus grundsätzlichen Erw'ägungen die Aus- Wanderungspolitik ab, konnten sich aber trotzdem der Notwendigkeit einer Organisierung der Auswanderer und Massnahmen zu ihrem Schutze nicht verschliessen. Obwohl Hirsch die Ersuchen um Beteiligung an den Auswanderungskosten nach anderen Ländern als Argentinien ablehnte und der Meinung war, dass diese Kosten von den Juden Russlands getragen werden müssten, w'urde im Jahre 1894 in St. Petersburg ein besonderes Informationsbüro für Auswanderung geschaffen. Diese Zentrale errichtete im Laufe der Jahre annähernd 400 lokale Büros in den wichtigsten KincQer-T aschenbücher IN DEN LETZTEN WOCHEN SIND DIE FOLGENDEN BAENDE ERSCHIENEN: Nr. 54: HERMANN KESTEN: Meine Freunde die Poeten. Essays. — Nr 55: JOVCE CARY: Spiel ohne Ehre, Roman. Nr. 56: FRIEDRICH SCHILLER: Pitaval Merkwürdi ge Rechtsfäll.e Nr. 57/58/59: GERALD REITUNGER: Ausrottung der Juden Europas 1939—1945. Nr. 60: MARQUIS DE SADE: Die Kastanienblüte und andere Erzählungen. Nr. 61: DIE SIEBEN TODSUENDEN — Vierzehn Essays Nr. 63: ELIA KAZAN: Amerika — Amerika Roman Nr 64/65: HORST LANGE: Schwarze Weide. Nr 66 GEORGES BERNANOS: Ein böser Traum Nr. 67: LEONHARD FRANK: Das Ochsenfurtei Man nerquartett. Es kosten: Einfachband DM 2.50 Doppelband DM 3,80; Dreifachband DM 4,80. Bestellungen durch edle Buchhandlungen Kindler Verlag G.m.b.H., München Städten Russlands, sie verfügte über einen grossen Stab von Beamten, gab eine besondere jiddische Zeitschrift für die Auswanderer heraus und spielte bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges eine wichtige Rolle im Leben der Juden Russlands. Neben Informationen, Hilfe und Schutz, die dieses Büro den Auswanderern bot. lag eine seiner Nebenerscheinungen darin dass es für eine grosse Zahl junger jüdischer Menschen, die später im jüdischen Leben bedeutsame Aufgaben erfüllten, zu einer Schule jüdischer Sozialarbeit wurde. Einige von ihnen, wie der spätere Duma-Abgeordnete Leo Bramson, die Brüder Boris und Julius Brotzkus, Chaim B. Hurwit-z. S. Z. Janowsky. Israel Jefroikin und v'ele andere, die später zu den schärfsten Kririkern der ICA wurden, gehörten zum Kreise der jungen radikalen Intellektuellen, die in dem St. Petersburger Büro der ICA arbeiteten. Als nach dem Ableben Baron Hirschs die Auswanderung nach Argentinien immer problematischer wurde dehnte die ICA, hauptsächlich auf Drängen ihres Generalsekretärs David Feinberg, ihre Tätigkeit auch auf eine Anzahl weiterer Gebiete der jüdisch-sozialen Arbeit in Russland aus. Sie führte eine grosse Erhebung über die wirtschaftliche Lage der Juden durch und veröffentlichte in zwei grossen Bänden das Ergebnis dieser Untersuchungen, das zur Grundlage aller späteren Studien auf diesem Geb'et e wurde. Zum Arbeitsgebiet der ICA speziell in Russland gehörten nunmehr landwirtschaftliche Kolonisation, Förderung der Berufsumschichtung, Gründung von Kreditgenossenschaften und finanzielle Hilfe bei örtlichen Katastrophen Von Paris aus entfaltete die ICA eine ähnliche Tätigkeit in Rumänien, Galizien und in der Türkei. Im Gegensatz zu der sehr exklusiven Zusammensetzung des Pariser Verwaltungsrates und der Bürokratie des Büros in Buenos Aires war die ICA in Russland viel stärker auf Anlehnung und Zusammenarbeit mit den verschiedensten Kreisen des russischen Judentums eingestellt. Der erste Weltkrieg, in dessen östlichem Kampfgebiet gerade das Wirkungsfeld der ICA lag, unterbrach diese Arbeit. Er verursachte sehr erhebliche Verluste an den bisher investierten Kapitalien. Nach Beendigung des Krieges nahm die ICA ihre Tätigkeit wieder auf und versuchte, der jüdischen Bevölkerung sowohl in Russland, als in den neu entstandenen osteuropäischen Staaten im Kampf um ihre wirtschaftliche Existenz beizustehen. Wieder förderte sie landwirtschaftliche Kolonisation, Berufsumschichtung und -ausbildung und beteiligte sich an dem Hilfswerk für die grosse Zahl der neuen Flüchtlinge, die der Weltkrieg hinterlassen hatte. Allerdings verlor sie ihre dominierende Stellung als wichtigste jüdische Hilfsorganisation. Das amerikanische Judentum, das schon während des Weltkrieges begonnen hatte, sich an der Hilfstätigkeit für Juden in Europa zu beteiligen, bekam immer grössere Bedeutung für diese Arbeit. Die ICA entfaltete fast keine eigene Initiative mehr, setzte jedoch die Kolonisation in Argentinien und Brasilien mit der Ansiedlung von jährlich 100—150 Familien fort. Der weit grössere Teil der Hilfsarbeit wurde von den amerikanischen jüdischen Organisationen geleistet, vor allem durch die schon 1898 ins Leben gerufene HIAS und den im Oktober 1914 geschaffenen Joint (American Joint Distribution Committee). Im Jahre 1924 gründete die ICA zusammen mit dem Joint die ,.American Joint Reconstruction Foundation“, die sich den Wiederaufbau der infolge des Krieges zerstörten wirtschaftlichen Grundlage der Juden in Ost- und Mitteleuropa zum Ziel setzte. Die „Foundation“ unterstützte die früher von den beiden Organisationen geschaffenen wirtschaftlichen Einrichtungen und war besonders an einer starken kooperativen Bewegung, in der Hauptsache Kreditkooperativeri, interessiert. An dem Gründungskapital der Foudation in Höhe von $ 5 Millionen war die ICA nur mit S 2 Millionen beteiligt. Die Lower East Side in New York Biblioteca Ciencia e Historia de las Religiones dirigida por MARSHALL T. MEYER G. STEPHEN SPINKS: Introducción a la Psicología de la Religión. lEO BAECK: La esencia del Judaismo (Wesen des Judentums) Grandes Epocas é Ideas del Pueblo Jadíe I- IEJEZKEL KAUFMANN: Lo Epoca bíblica II. RALPH MARCUS: La Epoca Helenística IR. GERSON D. COHEN: La Epoca Talmúdica IV. ABRAHAH S. HALKIN: La Epoca Judeo- Islámica .V. CECIL ROTH: La Epoca Europea Einstmals war die East Side in New York das grosse jüdische Zentrum. Hier entstanden die jüdischen Bewegungen. die Gewerkschaften, die Kulturvereinigungen, und hier fanden auch die grossen Versammlungen mit ihren Redeschlachten statt. Hier gab es zahlreiche jüdische Geschäfte, die ständig Ausverkauf hatten; Jiddisch war die Hauptsprache. Hier kamen die irischen, chinesischen, deutschen, italienischen und jüdischen Einwanderer zusammen. Heute hört man mehr Spanisch sprechen als jede andere Sprache. Die jüdische Bevölkerung ist in andere Gebiete gezogen, und die Puerto Ricaner haben die Mehrheit übernommen. Sie bilden jetzt 55 Prozent der Einwohner. Neben den jüdischen Delikatessenladen befinden sich hier italienische Wirtschaften; chinesische Handarbeit wird verkauft; aber die meisten Geschäfte gehören jetzt den Puerto Ricanern. Dazu gibt es auch kleinere Gruppen von Negern, Italienern und Ungarn. Neben den kleinen Synagogen und Betsälen stehen die Kirchen, aus denen man spanische Gesänge hört. Am Sonnabend und Sonntag kommen die Bewohner der Vorstädte um in diesem Quartier billig einzukaufen. Die Lower East Side wurde durch die Völkermi.schung eine der integriertesten Gemeinschaften Nordamerikas. Es ist aber auch das Gebiet mit den meisten Jugenddelikten. In den letzten Monaten werden vermehrt Fürsorger in das Gebiet geschickt; es wird nun ein Generalangriff gegen die Vergehen der Jugend unternommen. Dies geschieht vorerst durch das Abreissen der Slums und den Bau neuer Gebäude durch Jugendveranstaltungen und durch Berufskurse Am ehesten dürfte die Ersetzung der alte:; und baufälligen Häuser durch moderne Wohnungen helfen; es stellt sich dabei aber das Mietzinsproblem, weil in diesen ärmlichen Kreisen die sonst gültige normale Miete nicht aufgebracht werden kann. Der Staat müsste einen grossen Teil der Baukosten auf sich nehmen, um den Mietzins zu verbilligen. Auf diesem Gebiete wurde durch die jüdischen Gewerkschaften schon viel getan, die ihren Mitgliedern durch Gründung von Genossenschaften neue Wohnungen anstelle der alten Slums zur Verfügung stellen konnten. Jetzt müsste aber die Regierung die Sorge dafür übernehmen, nachdem die jüdische Bevölkerung zur Minderheit gehört. Leitung lag in den Händen eines Board, in dem Joint und ICA durch je sechs Mitglieder vertreten waren. Die Organisationen der osteuropäischen Juden erhielten ebenfalls sechs Vertreter zugebilligt. Für die ICA in Paris war diese Zusammensetzung des Board ein „gesellschaftlicher Abstieg“. Die Richtung der Arbeit wurde nun nicht mehr von den Notabein beider Institutionen allein bestimmt, und sie konnten, nachdem gleichberechtigte Vertreter der von ihnen betreuten Hilfsbedürftigen ein Wort mitzusprechen hatten, ihre Entscheidungen auch nicht mehr nach eigenem Gutdünken treffen. Der am 3. April 1927 Unterzeichnete Vertrag mit den Emigrationsorganisationen „Emigdirect“ (Vereinigtes Comité für jüdische Auswanderung, 1921 gegründet) und ,,HIAS“ bedeutete für die ICA einen weiteren Verzicht auf ihre ehemals führende Stellung in der Hilfsarbeit. Durch die Initiative dieser drei Organisationen entstand die Emigranten-Hilfsorganisation „HICEM“, die in den Jahren zwischen den Weltkriegen und nach dem zweiten Weltkriege die zentrale Hilfsorganisation für jüdische Wanderung wurde. Die Finanzierung erfolgte zu 60 Prozent durch die HIAS und lediglich zu 40 Prozent durch die ICA. (wird fortgesetzt) Hocherfreut teilen wir die Geburt unserer Tochter DEBORAH MARCELA mit. VI. SALO W. BARON; La Epoca Moderna Editorial Paidos Buenos Aires Julio und Silvia Leybusechoff, geb. Feldmann Córdoba 4870, 1er Piso, Dto. 2. Die BARMIZWAH unseres Sohnes ALBERTO MARIO findet s.G.w. am Schabbos, den 8. Januar 1966, um 9 Uhr in der Synagoge ACIBA in Mataderos, Larrazabal 1254, statt. Kurt Loewenstern und Frau Hilde geb. Giesberg La Rioja 1114, Lanüs Oeste. EMPFANG im Salon der N.C.I., Witcomb 331, Villa Ballester, am gleichen Tage von 17 bis 20 Uhr. LUACH — (KALENDER) Freitag, den 31. Dezember Sonnabend, den 1. Januar Schabbos „WAJIGASOH“ Sonntag, den 2. Januar Montag, den 3. Januar Dienstag, den 4. Januar Mittwoch, den 5. Januar Donnerstag, den 6. Januar Freitag, den 7. Januar Sonnabend, den 8. Januar Schabbos „WAJ’OHI“ — Haft.: 1. B. Könige, Kap. 2 Sonntag, den 9. Januar 17. Tewet Montag, den 10. Januar " 18. Tewet Dienstag, den 11. Januar 19. Tewet Mittwoch, den 12. Januar 20. Tewet Donnerstag, den 13. Januar Tpwet Freitag, den 14. Januar 22jlkwet Sonnabend, den 15. Januar 23. Tewej Schabbos „SCH’MAUS“ — Haftarahl Jesaja, Kap. 2? 8. Tewet 9. Tewet Haft.; Jecheskel Kap. 37 10. Tewet 11. Tewet 12. Tewet 13. Tewet 14. Tewet 15. Tewet 16. Tewet u..„Anf^nai, uign für 0er1 Neu*8 statt, u Akes. <5Sntiert IW ^pHnn die Ses< *IDSTih!cenasis< »nit,T0L uns *1 “Dd ,«*>wachs*nl ■ ,chwr „ui« wie ’ ,ie Kehili®. ** o«cht nennen d iS Aufgaben. aus Europa galten Gemeinden Wesentlichsten i %• ®*Tfl «■ySi thschulen und einer ' „SrEabbineraus reicht, und dies a swe?s nur in der o L-rtadt. Man denk) Ville. will; sich e im i ortes i